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Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918

"Lloyd George, wir stehen vor einer ernsten Krise."

Titel: Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Binder (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie genau Großbritannien zwischen 1914 und 1918 im Simplicissimus dargestellt wird, welche Thematiken das Blatt besonders häufig aufgriff und welcher Mittel sich die Verleger zur Verbreitung ihrer nationalen Botschaften bedienten, soll Gegenstand dieser Hausarbeit sein.

Dazu wird zunächst kurz auf die Geschichte, die Ziele sowie die generelle Ausrichtung des Blattes vor und während des Ersten Weltkriegs eingegangen. Auch die Gründe für den radikalen Kursumschwung des Blattes sollen hier einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Auf Basis dieser Ausführungen wird in den folgenden zwei Kapiteln untersucht, welches Bild der Simplicissimus von Großbritannien und dessen König zeichnet. Da das Blatt insbesondere aufgrund seiner Karikaturen Bekanntheit erlangte und diese dessen eigentlichen Kern bilden, soll die Darstellung des Empires hier am Beispiel von zwei Karikaturen herausgearbeitet werden, deren Inhalte als typisch für die Zeitschrift gelten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zum Simplicissimus und dessen Karikaturen vor und während des Ersten Weltkriegs

3. Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918

3.1. Der Engländer und seine Weltkugel

3.1. Die Sorge des Landesvaters

4. Abschließendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Darstellung Großbritanniens und seines Monarchen im satirischen Magazin Simplicissimus während des Ersten Weltkriegs, um aufzuzeigen, wie das Blatt gezielt zur Diskreditierung des Kriegsgegners beitrug.

  • Entwicklung des Simplicissimus vom regierungskritischen Journal zum Propagandamedium.
  • Analyse der bildlichen Darstellung Großbritanniens durch zwei zentrale Karikaturen.
  • Untersuchung der nationalen Stereotype und Wirkmechanismen während des Ersten Weltkriegs.
  • Kontrastierung der karikierten Darstellung mit den historischen Gegebenheiten der Kriegszeit.
  • Erforschung der psychologischen Funktion von Humor als Instrument zur Stärkung der Heimatfront.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918

Die Karikatur Der Engländer und seine Weltkugel erschien am 13. Oktober 1914 im Simplicissimus und wurde auf der Titelseite der Ausgabe veröffentlicht. Sie stammt vom 1867 in Leipzig geborenen Thomas Theodor Heine, der als einer seiner bekanntesten Karikaturisten des Simplicissimus gilt. Von ihm stammen auch die bekannte rote Bulldogge sowie die skandalöse Karikatur Palästina, für die Heine wegen Majestätsbeleidigung zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt wurde.

Die Karikatur Der Engländer und seine Weltkugel zeigt einen rot gefärbten Erdball mit Längen- und Breitengraden, von dem etliche Tropfen einer ebenso roten Flüssigkeit herunterfließen. Der Erdball ist leicht nach oben hin weggeneigt, sodass man neben Europa, Afrika und Teilen Amerikas und Asiens auch die Antarktis sieht. An der rechten oberen Ecke der Weltkugel – etwa auf der Höhe des Nahen Ostens – befindet sich ein in Weiß und Hellgrau gehaltener Mann mittleren Alters. Die Figur trägt neben Schnürschuhen einen Hut, eine weite Hose sowie ein langärmliges Oberteil, das ihr bis zur Hüfte reicht. Die Finger des Mannes wirken verkrampft, seine allgemeine Körpersprache klammernd und angespannt. Seine Augen sind weit aufgerissen. Augenscheinlich hat er Schwierigkeiten, nicht von der Kugel abzurutschen. Der Hut droht dem Mann durch seine Bewegungen vom Kopf zu fallen. Auffällig sind auch die bandagenartigen Socken, die der Person bis zu den Knien reichen. Der Untertitel der Karikatur lautet: „Oh, verflucht, Blut ist doch schlüpfriger als Wasser!“

Bei dem Mann handelt es sich zweifellos um den „Briten“, von dem auch in der Überschrift die Rede ist. Da es sich bei der Person nicht um eine historische Figur, sondern vielmehr einen Personentypus – den Briten an sich – handelt, kann der Mann als Versinnbildlichung des britischen Empires verstanden werden. Die Positionierung auf der Weltkugel und seine Tropenuniform zeichnen den Mann als Symbolfigur einer Nation, die auf dem gesamten Erdball Einfluss ausübt – allerdings keinen positiven.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die kulturelle Bedeutung Münchens um 1900 sowie die historische Entwicklung des Simplicissimus und definiert die methodische Grundlage der Bildanalyse.

2. Allgemeines zum Simplicissimus und dessen Karikaturen vor und während des Ersten Weltkriegs: Hier wird der radikale Kurswechsel der Zeitschrift nach 1914 beschrieben, der weg von der Kritik am Kaiserreich hin zur regierungstreuen Propaganda während des Krieges führte.

3. Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Analyse der Karikaturen anhand des Modells von Erwin Panofsky, wobei Großbritannien gezielt als moralisch verkommener Kriegstreiber dargestellt wird.

3.1. Der Engländer und seine Weltkugel: Analyse der Karikatur von Thomas Theodor Heine, die den Briten als klammernde, von Blut bedeckte Figur zeigt, welche ihre Hegemonie verliert.

3.1. Die Sorge des Landesvaters: Untersuchung der Karikatur von Ragnvald Blix, in der König Georg V. als alkoholsüchtiger und ignoranter Herrscher lächerlich gemacht wird.

4. Abschließendes Fazit: Zusammenfassende Bewertung, wie der Simplicissimus durch die Verbreitung von Stereotypen und propagandistischen Inhalten sein ursprüngliches Selbstverständnis als kritisches Journal verlor.

Schlüsselwörter

Simplicissimus, Erster Weltkrieg, Karikatur, britisches Empire, Propaganda, Bildanalyse, Großbritannien, Thomas Theodor Heine, Ragnvald Blix, Nationalismus, Kriegseuphorie, Stereotype, politische Satire, Heimatfront, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle des satirischen Magazins Simplicissimus im Ersten Weltkrieg und seine Funktion als Propagandamedium gegen das britische Empire.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Medien- und Zensurgeschichte im Kaiserreich, die Entwicklung politischer Karikaturen während des Ersten Weltkriegs sowie die Konstruktion von Feindbildern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das einst kritische Magazin Simplicissimus ab 1914 gezielt Feindbilder wie Großbritannien diskreditierte, um die deutsche Bevölkerung zur Unterstützung der Kriegsführung zu mobilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen Bildanalyse, die sich an das dreistufige Modell der historischen Bildkunde von Erwin Panofsky und Rainer Wohlfeil anlehnt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zwei spezifische Karikaturen aus den Jahren 1914 und 1917 detailliert analysiert und in ihren zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Simplicissimus, Propaganda, Karikatur, Erster Weltkrieg, Feindbild-Konstruktion und nationale Identität.

Wie wurde König Georg V. in der untersuchten Karikatur dargestellt?

Er wurde als desinteressierter, dem Alkohol verfallener Herrscher porträtiert, dessen „Sorgen“ sich lediglich um den Nachschub an Whisky drehten, was ihn als schwache und moralisch verwerfliche Symbolfigur für sein Reich zeichnen sollte.

Wird die Wahrheit in den Karikaturen korrekt abgebildet?

Nein, die Karikaturen dienen als Verzerrung und Instrument der Propaganda; die tatsächlichen historischen Begebenheiten, wie etwa die landwirtschaftliche Produktion in Großbritannien, stehen oft im starken Kontrast zu den Behauptungen im Magazin.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918
Untertitel
"Lloyd George, wir stehen vor einer ernsten Krise."
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften)
Veranstaltung
Münchner Moderne
Note
1,0
Autor
Sebastian Binder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V510413
ISBN (eBook)
9783346080066
ISBN (Buch)
9783346080073
Sprache
Deutsch
Schlagworte
simplicissimus erster weltkrieg großbritannien propaganda
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Binder (Autor:in), 2019, Die Darstellung des britischen Empires in Karikaturen des Simplicissimus 1914-1918, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510413
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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