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Zum Umgang der Londoner Times mit der regierungskritischen Kampagne von Emily Hobhouse

"Irresponsible investigators with a pro-Boer bias"

Titre: Zum Umgang der Londoner Times mit der regierungskritischen Kampagne von Emily Hobhouse

Dossier / Travail de Séminaire , 2019 , 29 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Binder (Auteur)

Histoire - Divers
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Kein Krieg forderte das britische Empire im fin de siècle so stark wie der zwischen 1899 und 1902 im heutigen Südafrika ausgetragene Burenkrieg . Ging man im britischen Empire zu Kriegsbeginn noch davon aus, die zahlenmäßig weit unterlegenen und militärisch unorganisierten burischen Republiken Transvaal und Oranje-Freistaat innerhalb weniger Monate und mit geringem Kostenaufwand unterwerfen zu können, wurde der Krieg schon bald als Schicksalsfrage des Empires wahrgenommen. Statt schneller militärischer Erfolge zwangen die burischen Kämpfer das auf dem Papier klar überlegene Empire in einen jahrelangen Guerillakrieg, der nicht nur den Einsatz der größten Landarmee in der Geschichte Großbritanniens und ungeahnte finanzielle Aufwendungen erforderte, sondern auch die unangefochtene britische Hegemonialstellung im späten 19. Jahrhundert zu bedrohen schien. Der ausbleibende militärische Erfolg, der das stolze Weltreich nicht nur vor sich selbst, sondern zunehmend auch vor den wachsamen Augen der imperialen Konkurrenz blamierte, veranlasste die militärische Führung Großbritanniens zu bis dato ungekannten Formen der Gewaltausübung, die nicht nur burische Kämpfer betraf, sondern sich auch gezielt gegen Zivilisten richtete. Die britischen Maßnahmen, die unter anderem das Töten von Viehbeständen und das Niederbrennen ganzer Siedlungen umfassten, gipfelten schließlich in der Einweisung burischer Frauen und Kinder in 34 eigens dafür eingerichtete concentration camps, wo über 28.000 Menschen starben – etwa 1/6 der Gesamtbevölkerungszahl in den Burenrepubliken.

Extrait


Gliederung der Arbeit

1. Einleitung

2. Formen der britischen Gewaltanwendung und Gründe für die Eskalation der Gewalt

3. Kampagne von Emily Hobhouse gegen die Lagerpraxis und Reaktion der britischen Öffentlichkeit

4. Reaktion der britischen Medienlandschaft mit besonderer Berücksichtigung der Londoner Times

5. Abschließendes Fazit

6. Verzeichnisse

6.1. Verzeichnis der Siglen

6.2. Verzeichnis der Quellen

6.3. Verzeichnis der Forschungsliteratur

6.4. Materialien aus dem World Wide Web

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang der Londoner Times mit der regierungskritischen Kampagne von Emily Hobhouse während des Zweiten Burenkrieges. Dabei wird analysiert, inwiefern die Zeitung als bürgerlich-konservatives Leitmedium versuchte, die Enthüllungen über die britischen Konzentrationslager zu diskreditieren, um die Integrität des Empires zu wahren.

  • Britische Strategien der Gewaltanwendung und Eskalation im Burenkrieg.
  • Die Rolle und mediale Kampagne von Emily Hobhouse zur Aufdeckung der Lagerzustände.
  • Die diskursiven Strategien der Londoner Times zur Diffamierung regierungskritischer Berichte.
  • Das Spannungsfeld zwischen Pressefreiheit, Patriotismus und ökonomischen Abhängigkeiten um 1900.
  • Die gesellschaftliche und mediale Mythologisierung von Kriegen im Fin de Siècle.

Auszug aus dem Buch

3. Kampagne von Emily Hobhouse gegen die Lagerpraxis und Reaktion der britischen Öffentlichkeit

Schon lange vor Errichtung der britischen concentration camps setzte sich Emily Hobhouse für die Sache der Buren ein. Die 1860 in Cornwall geborene Menschenrechtsaktivistin, die nach dem Tod ihrer Eltern bei Onkel und Tante aufwuchs, verkehrte schon früh in gebildeten Kreisen, wo sie erstmals mit liberalen Weltanschauungen in Kontakt kam. Dort entwickelte sie auch ihre humanistischen und grundsätzlich anti-imperialistischen Einstellungen, die sie schließlich zur Mitgründung des South African Conciliation Committee (SACC) bewegten.

Die pazifistische Vereinigung, die sich bereits in den 1890ern gegen den Krieg in Südafrika aussprach, konnte den Konflikt zwar nicht verhindern, setzte sich aber vehement gegen die imperialistische Regierungspolitik ein und versuchte, die britische Bevölkerung von einer friedlichen Lösung im Burenkrieg zu überzeugen. Hobhouse unterstützte die Arbeit des Komitees dabei so gut es ging. Sie organisierte Veranstaltungen und Meetings und trat bisweilen selbst als Rednerin vor Publikum auf. Waren die öffentlichen Veranstaltungen des SACC auch nicht immer erfolgreich – in ihrer Heimstadt Cornwall wurden die Redner etwa regelrecht „niedergeschrien“ – gab der Erfolg Hobhouse doch Recht: Mitte 1900, also gut ein dreiviertel Jahr nach seiner Gründung, hatte das SACC über 30 Geschäftsstellen und 1000 offizielle Mitglieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den historischen Kontext des Zweiten Burenkrieges ein und umreißt die mediale Auseinandersetzung um die britische Lagerpolitik.

2. Formen der britischen Gewaltanwendung und Gründe für die Eskalation der Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die militärischen Hintergründe des Guerillakrieges und die daraus resultierende Eskalation britischer Repressalien gegen die Zivilbevölkerung.

3. Kampagne von Emily Hobhouse gegen die Lagerpraxis und Reaktion der britischen Öffentlichkeit: Hier wird der Einsatz von Emily Hobhouse beschrieben, die mit ihrem Bericht über die Konzentrationslager die britische Öffentlichkeit aufrütteln wollte.

4. Reaktion der britischen Medienlandschaft mit besonderer Berücksichtigung der Londoner Times: Das Kapitel analysiert, wie die Londoner Times durch gezielte Diskreditierung Hobhouses und Relativierung der Lagerzustände die Regierungspolitik verteidigte.

5. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Times ihre Rolle als „Vierte Gewalt“ zugunsten einer bedingungslosen Unterstützung der imperialistischen Regierung aufgab.

6. Verzeichnisse: Dieser Abschnitt umfasst das Verzeichnis der Siglen, der verwendeten Quellen sowie der Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Burenkrieg, Emily Hobhouse, Londoner Times, Konzentrationslager, Britisches Empire, Medienlandschaft, Imperialismus, Guerillakrieg, Propaganda, Humanitarismus, South African Conciliation Committee, Kriegsführung, Pressegeschichte, Victimblaming, Patriotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kritische mediale Auseinandersetzung während des Zweiten Burenkrieges, speziell den Konflikt zwischen der Aktivistin Emily Hobhouse und der regierungstreuen Zeitung „The Times“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Presse als politische Instanz, die Auswirkungen britischer Kriegstaktiken (Konzentrationslager) auf die Zivilbevölkerung und die Diskursstrategien konservativer Medien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Londoner Times die humanitären Enthüllungen über die Konzentrationslager durch rhetorische Mittel wie Victimblaming und die Relativierung von Leiden zu diskreditieren versuchte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung von Primärquellen, insbesondere Zeitungsartikeln und Leserbriefen aus der „Times“ sowie zeitgenössischen Berichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der britischen Kriegsführung, die Kampagne von Emily Hobhouse sowie eine detaillierte Analyse der pro-imperialistischen Berichterstattung der „Times“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Burenkrieg, Emily Hobhouse, Concentration Camps, Imperialismus, Pressegeschichte und mediale Propaganda.

Warum galt Emily Hobhouse in den Augen der Regierung als problematisch?

Sie wurde von Regierungsvertretern und regierungsnahen Medien als „Querulantin“ wahrgenommen, da ihr Bericht die moralische Integrität des Empires angriff und die offizielle Rechtfertigung des Krieges untergrub.

Welche Rolle spielten die Leserbriefe in der „Times“?

Leserbriefe wurden gezielt genutzt, um die regierungsnahe Agenda zu stützen. Während kritische Stimmen weitgehend fehlten, dienten die veröffentlichten Briefe als Bestätigung des imperialistischen Zeitgeistes.

Wie rechtfertigte das Blatt die hohen Todesraten in den Lagern?

Die Zeitung argumentierte mit „Victimblaming“, indem sie die hygienische Unfähigkeit der Buren und die kriegsbedingte Alternativlosigkeit der Lager betonte, statt die organisatorischen Mängel des britischen Militärs zu hinterfragen.

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Résumé des informations

Titre
Zum Umgang der Londoner Times mit der regierungskritischen Kampagne von Emily Hobhouse
Sous-titre
"Irresponsible investigators with a pro-Boer bias"
Université
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Cours
Europäische Gesellschaften um 1900
Note
1,0
Auteur
Sebastian Binder (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
29
N° de catalogue
V510446
ISBN (ebook)
9783346084026
ISBN (Livre)
9783346084033
Langue
allemand
mots-clé
burenkrieg emily hobhouse times großbritannien südafrika buren hobhouse mediengeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sebastian Binder (Auteur), 2019, Zum Umgang der Londoner Times mit der regierungskritischen Kampagne von Emily Hobhouse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510446
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Extrait de  29  pages
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