Der Einsatz der modernen Informationstechnologien (IT) ist für die meisten Unternehmen mittlerweile eine grundlegende Voraussetzung ihrer Geschäftstätigkeit. Besonders für die global tätigen Unternehmen wie Banken, Versicherungen oder Technologieunternehmen wird IT zu einem der wichtigsten Produktions- und Wettbewerbsfaktoren.
In der Regel kann heutzutage kein Unternehmensprozess mehr ohne die entsprechenden Steuerungs- und Überwachungsinformationen auskommen. Andererseits führt dies, bedingt durch die zunehmende Komplexität der betrieblichen IT-Infrastruktur, zu einer nachhaltigen Steigerung der IT-Kosten, bzw. der unternehmerischen Gesamtkosten. Mit durchschnittlich 14,6% vom Umsatz eines Unternehmens kann ein solches IT-Budget schon ein ernst zu nehmendes bugetäres Problem für ein Unternehmen verursachen. Das Streben nach Transparenz und nach Beherrschung dieses nicht unerheblichen Kostenblocks wurde daher immer stärker und führte in der Folge zum IT-Controlling-Ansatz.
Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass die IT- Leitungsverrechnung ein geeignetes Instrument des IT- Controllings ist und es durch die verursachungsgerechte IT-Kostenverteilung dazu beiträgt, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Transparenz in IT- Prozesse einzubringen sowie Kosteneinsparpotenziale aufzudecken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 IT- Kosten und traditionelle Kosten- und Leistungsrechnung
2.1 Informationsverarbeitung als interne Dienstleistung
2.2 Behandlung der IT- Kosten im Rahmen der gesamtbetrieblichen Kosten- und Leistungsrechnungssysteme
2.3 Grundlegende Probleme einer Kosten- und Leistungsrechnung im IT- Bereich
3 Leistungsverrechnung als Methode des IT- Controllings zur effizienten Gestaltung der Informationsprozesse
3.1 Ziele und Anforderungen einer Kosten- und Leistungsverrechnung zwischen IT -Bereich und den Fachbereichen
3.2 IT- Kosten und Leistungsverrechnung
3.2.1 Wahl der Bezugsgrößen
3.2.2 Bildung der Verrechnungspreise
3.3 Prozesskostenrechnung
3.4 Service Level Agreement
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der IT-Leistungsverrechnung als Instrument des IT-Controllings, um IT-Kosten verursachungsgerecht auf Fachbereiche zu verteilen, Transparenz zu schaffen und Wirtschaftlichkeit in IT-Prozesse einzubringen.
- Grundlagen der IT-Kostenrechnung und deren Herausforderungen.
- Methoden der Leistungsverrechnung (Kostenumlage, Prozesskostenrechnung, Service Level Agreements).
- Kriterien für die Auswahl geeigneter Bezugsgrößen und Verrechnungspreise.
- Steuerung des IT-Ressourcenverbrauchs und Förderung des Kostenbewusstseins.
- Zusammenhang zwischen IT-Leistungsverrechnung und IT-Controlling.
Auszug aus dem Buch
3.4 „Service Level Agreement“
Das ‚Service Level Agreement’ (SLA) stellt eine weitere Methode zur internen IT-Leistungsverrechnung dar. Ein SLA ist eine schriftliche Vereinbarung über die termingerechte Erbringung von bestimmten IT- Leistungen (wie z.B. Bereitstellung und Betrieb einer Software) zwischen dem IT- Bereich als Auftragnehmer und der Fachabteilung als Auftraggeber. Die Parteien einigen sich bezüglich der Leistungsinhalte, des Qualitätslevels und der Preise der zu erbringenden Leistungen.
Die Leistungen müssen nach Art, Umfang und Qualität detailliert beschrieben und zu pauschal gestaltbaren Preisen bewertet werden. Die Preise werden an den voraussichtlichen Ressourcenverbrauch für den Leistungserstellungsprozess geknüpft und werden für eine definierte Zeit vereinbart.
Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile von SLA- Vereinbarungen aufgelistet:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung der IT in modernen Unternehmen und den Bedarf an Instrumenten zur Transparenzsteigerung bei steigenden IT-Kosten.
2 IT- Kosten und traditionelle Kosten- und Leistungsrechnung: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten der Informationsverarbeitung als interne Dienstleistung und die Grenzen klassischer Kostenrechnungssysteme bei der IT-Kostenverrechnung.
3 Leistungsverrechnung als Methode des IT- Controllings zur effizienten Gestaltung der Informationsprozesse: Es werden verschiedene Instrumente wie Prozesskostenrechnung und Service Level Agreements detailliert vorgestellt, um IT-Leistungen verursachungsgerecht und steuerbar zu machen.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit der IT-Leistungsverrechnung und prognostiziert, dass diese Methode zunehmend traditionelle Umlageverfahren ablösen wird.
Schlüsselwörter
IT-Controlling, Leistungsverrechnung, Kostenstellenrechnung, Rechenzentrum, Informationsverarbeitung, Prozesskostenrechnung, Service Level Agreement, Bezugsgrößen, Verrechnungspreise, Gemeinkosten, Kostenbewusstsein, IT-Kostenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Verrechnung von IT-Kosten innerhalb eines Unternehmens an die jeweiligen Fachabteilungen, die diese IT-Leistungen in Anspruch nehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen IT-Controlling, die Kostenstrukturen von Rechenzentren sowie verschiedene Methoden der internen Leistungsverrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu zeigen, dass die IT-Leistungsverrechnung ein effektives Instrument ist, um Kosten verursachungsgerecht zu verteilen, Transparenz zu schaffen und ein Kostenbewusstsein bei den Anwendern zu etablieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um Kostenrechnungsmethoden wie die Prozesskostenrechnung für den IT-Bereich zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Schwächen traditioneller Umlageverfahren, die Definition von Bezugsgrößen und die konkrete Anwendung moderner Verrechnungsansätze wie SLA und Prozesskostenrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IT-Controlling, Verrechnungspreise, Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten und Service Level Agreement.
Warum sind IT-Kosten oft schwer zuzuordnen?
IT-Leistungen zeichnen sich durch eine hohe Vielfalt aus, und die Kosten im IT-Bereich sind überwiegend fixe Gemeinkosten, die sich schwer direkt auf einzelne Leistungen oder Kunden umlegen lassen.
Was unterscheidet eine Kostenumlage von einer Leistungsverrechnung?
Die Kostenumlage erfolgt pauschal und bietet wenig Anreiz zur Effizienz, während die Leistungsverrechnung auf tatsächlich in Anspruch genommenen Mengen und definierten Preisen basiert.
- Citation du texte
- Lyubov Browne (Auteur), 2005, Methoden der Leistungsverrechnung für die Inanspruchnahme geteilt genutzter Anwendungssoftware, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51061