Barcelona, Amsterdam, Berlin und Venedig sind sehr beliebte Reiseziele. Diese Städte verdienen einerseits sehr gut am Tourismusgeschäft, doch gleichzeitig belasten die Besuchermassen die Touristen-Hotspots und die einheimische Bevölkerung sehr.
Den 55.000 Einwohnern stehen in Venedig über 22 Millionen Besucher pro Jahr gegenüber. Die Stadt stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Das extreme Wachstum des Tourismus in Venedig fordert ein strategisches Destinationsmarketing und eine ökonomisch, sozial, ökologisch sowie kulturell nachhaltige Vermarktung.
Ist das Destinationsmanagement von Venedig effektiv und sinnvoll? In diesem Buch findet sich die Antwort auf diese Frage. Darüber hinaus analysiert die Autorin Maßnahmen wie Eintrittsgelder, Steuern und Verbote, die in den betroffenen Regionen bereits getestet werden.
Aus dem Inhalt:
- Kosten-Nutzen-Analyse;
- Massentourismus;
- Übertourismus;
- Overcrowding;
- Besucherdichte;
- Touristenmassen;
- Tourismusmanagement;
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Destinationsmanagement und das Phänomen Overtourism
2.1 Abgrenzung und Lebenszyklus einer Destination
2.2 Die Touristische Nachfrage
2.3 Aufgaben und Ziele des Destinationsmanagements
2.4 Definition des Overtourism
2.5 Auswirkungen des Overtourism
2.6 Methoden zum Nachweis des Overtourism
2.7 Triebkräfte der touristische Nachfrage
2.8 Instrumente des Destinationsmanagements
2.9 Maßnahmen gegen Overtourism
3 Messung von Wirkungen der Maßnahmen gegen Overtourism
3.1 Umfragen und Kennzahlen
3.2 Regressionsanalytische Verfahren (Mehrfachregression)
3.3 Punktwertverfahren
4 Der Fall Venedig
4.1 Aktuelle Situation
4.2 Bewertung des Destinationsmanagements
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Overtourism mit dem Ziel, die daraus resultierenden Herausforderungen für das Destinationsmanagement zu identifizieren und Gegenmaßnahmen am Praxisbeispiel Venedig kritisch zu evaluieren.
- Analyse der Ursachen und Auswirkungen von Overtourism
- Methoden zur wissenschaftlichen Messung von Overtourism
- Instrumente und Strategien des Destinationsmanagements
- Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Massentourismus
- Fallstudie: Evaluierung des Destinationsmanagements in Venedig
Auszug aus dem Buch
2.4 Definition des Overtourism
Seit dem Sommer 2017 beginnen die weltweiten Medien verstärkt den Fokus auf die negativen Aspekte vom Tourismus zu legen, wofür das neue Schlagwort „Overtourism“ (zu Deutsch „Über-Tourismus“) verwendet wird. Bisher sind nur wenige Definitionen für diesen Begriff vorhanden. Die Onlinezeitschrift „Bento“ versteht unter Overtourism eine gesteigerte Form des Massentourismus. Der Journalist Greg Dickinson hat beim Collins Dictionary eine Erläuterung eingereicht, welche Overtourism als ein Phänomen beschreibt, bei dem ein „beliebtes Reiseziel oder eine Sehenswürdigkeit auf unhaltbare Weise von Touristen überrannt wird.“ Günther Greul umschreibt in einem Artikel der Fachzeitung „Tourismuswirtschaft, Austria & International“ den Über-Tourismus als einen ausufernden Tagestourismus, der sich meist auf begrenzte Zentren konzentriert und die Infrastruktur mehr belastet, als dass er die lokale Wirtschaft bereichert.
Obwohl die aufgeführten Definitionen bereits einen hilfreichen Einblick in die Bedeutung des Wortes geben, wird der Begriff hinsichtlich seiner Auswirkungen und den daraus folgenden Kennzeichen in der Literatur nur unvollständig dargestellt. Aus diesem Grund wird für die vorliegende Bachelorarbeit eine ergänzende Definition ausgearbeitet. Dafür wird sich an den bisherigen Definitionen orientiert. Da Overtourism eine gesteigerte Form des Massentourismus ist, wird diese Form des Tourismus zunächst genauer betrachtet, sodass dessen Aspekte miteinbezogen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Overtourism ein, definiert die Forschungsfragen und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur Bewältigung dieser Herausforderungen.
2 Destinationsmanagement und das Phänomen Overtourism: Dieses Kapitel definiert Destinationen und den Overtourism, analysiert dessen Auswirkungen, Ursachen sowie Triebkräfte und stellt Instrumente für das Destinationsmanagement vor.
3 Messung von Wirkungen der Maßnahmen gegen Overtourism: Das Kapitel erläutert wissenschaftliche Methoden wie Umfragen, Kennzahlen, Regression und Punktwertverfahren, um die Wirksamkeit touristischer Gegenmaßnahmen messbar zu machen.
4 Der Fall Venedig: Hier wird die aktuelle Situation Venedigs analysiert und das dortige Destinationsmanagement mittels der zuvor erarbeiteten Kriterien bewertet.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse zu Overtourism, den Triebkräften und den Erfolgschancen des Destinationsmanagements bei der Bekämpfung negativer Tourismusfolgen.
Schlüsselwörter
Overtourism, Destinationsmanagement, Massentourismus, Venedig, touristische Nachfrage, Nachhaltigkeit, Lebenszyklus, DMO, Infrastruktur, Einwohner, Maßnahmen, Punktwertverfahren, Tourismuspolitik, soziale Auswirkungen, ökologische Folgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung des Overtourism und dessen Auswirkungen auf das Destinationsmanagement, wobei insbesondere die Situation in Venedig als Fallbeispiel dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition und Abgrenzung von Overtourism, die Analyse der zugrunde liegenden Triebkräfte der touristischen Nachfrage sowie die Untersuchung von Gegenmaßnahmen und deren Messbarkeit.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Hürden Overtourism für das Destinationsmanagement schafft und ob die angewandten Managementstrategien am Beispiel Venedig als sinnvoll bewertet werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Untersuchung nutzt eine Kosten-Nutzen-Analyse, die Auswertung von Fachliteratur sowie ein Punktwertverfahren zur Bewertung der Wirksamkeit von Managementmaßnahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Definitionen, Triebkräfte, Instrumente), die Erarbeitung von Messmethoden und die praktische Anwendung dieser Kriterien auf die Destination Venedig.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Overtourism, Destinationsmanagement, Venedig, touristische Nachfrage, Nachhaltigkeit und soziale Belastungen.
Welche Rolle spielen die Einwohner in dieser Arbeit?
Die Einwohner werden als eine der am stärksten betroffenen Gruppen betrachtet, deren Lebensqualität und Einstellung (gemessen durch den Irritationsindex) einen zentralen Indikator für die Bewertung des Overtourism darstellen.
Warum wird Venedig als Fallbeispiel gewählt?
Venedig gilt als eine der weltweit am stärksten von Overtourism betroffenen Metropolen, an der sich die komplexen Probleme und die Auswirkungen politischer Gegenmaßnahmen besonders deutlich aufzeigen lassen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Overtourism in Venedig. Wie Massentourismus das Destinationsmanagement herausfordert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510800