Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie die Entscheidung der USA, aus dem Vertrag auszutreten, zustande gekommen ist. Dies soll als erklärende Außenpolitikanalyse unter Kombination der von Kenneth N. Waltz etablierten drei „Images“ erfolgen: das „First Image“ beschäftigt sich mit der Ebene des Individuums, das „Second Image“ mit der internen Struktur von Staaten, und das „Third Image“ mit der Ebene des internationalen Systems. Die Forschungsfrage lautet also: Inwieweit kann der Austritt der USA aus dem INF-Vertrag durch Kombination der Analyseebenen Individuum, Staat/Gesellschaft und System erklärt werden?
Die von Kenneth Waltz entwickelten drei Images werden in Kapitel zwei genauer erläutert. Anschließend werden die Umstände beleuchtet, die zum Austritt der USA aus dem Vertrag führten. Im Folgenden wird die Analyse der drei Images in einem jeweils eigenen Kapital angewandt, woran sich der Versuch der Kombination der Images unter Verwendung des Sozialkonstruktivismus anschließt. Im Fazit werden die Folgerungen aus diesen Ergebnissen gezogen und die Forschungsfrage beantwortet.
Bei der Untersuchung wird auf auf bereits vorhandenes Material zurückgegriffen, etwa auf Operational Code (OPC) Analysen von Donald Trump sowie auf Beschreibungen der nationalen Identität der USA. Im Third Image wird der Neorealismus verwendet, welcher von Kenneth Waltz selbst entscheidend mitentwickelt wurde
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die drei Images als analytischer Rahmen
3. Hintergründe zur Austrittsentscheidung der USA
4. Betrachtung des Austritts aus unterschiedlichen analytischen Perspektiven
4.1 First Image: OPC
4.2 Second Image: Nationale Identität
4.3 Third Image: Neorealismus
4.4 Befunde und Zusammenspiel der Images: Sozialkonstruktivismus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den Austritt der USA aus dem INF-Vertrag. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese Entscheidung durch die Kombination der von Kenneth N. Waltz etablierten drei Analyseebenen – Individuum, Staat/Gesellschaft und internationales System – erklärt werden kann.
- Analyse der Entscheidungsfindung von Donald Trump mittels Operational Code (OPC).
- Untersuchung der nationalen Identität der USA und deren Einfluss auf die Außenpolitik.
- Anwendung des Neorealismus zur systemtheoretischen Betrachtung von Sicherheitsinteressen.
- Synthese der Ergebnisse unter Verwendung sozialkonstruktivistischer Ansätze.
Auszug aus dem Buch
4.1 First Image: OPC
„Alle Umweltfaktoren, seien sie international oder innerstaatlich, gewinnen auf die Außenpolitik erst Einfluss, wenn sie von menschlichen Akteuren aufgenommen und verarbeitet werden“ (Peters 2007: 827). Bei der Entscheidungsfindung haben diese Akteure in der Regel mehrere Handlungsoptionen (vgl. Breuning 2007: 28). Die Wahrnehmung und auch Schaffung von Möglichkeiten sowie die Durchführung erfolgreicher Diplomatie hängen wesentlich von den Fähigkeiten des einzelnen Anführers ab. Diese reagieren somit nicht nur einfach auf äußere Gegebenheiten: Ihr Erfolg dabei, Einfluss auf die Welt zu nehmen, hängt auch von ihrer Persönlichkeit ab. Sie bestimmt, wie Ereignisse wahrgenommen werden, und wie ihr Personal genutzt wird, um Informationen zu erhalten und Ratschläge zu empfangen (vgl. Breuning 2007: 31-33). Bei der Analyse der Persönlichkeit eines Politikers muss allerdings bedacht werden, dass sich die eigene Darstellung in der Öffentlichkeit oft von der tatsächlichen Persönlichkeit unterscheidet (vgl. Breuning 2007: 35, 37).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des INF-Vertragsausstiegs ein und definiert die Forschungsfrage, welche die Analyse anhand der drei Waltz'schen Ebenen vorsieht.
2. Die drei Images als analytischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Fundament der Arbeit, basierend auf Kenneth N. Waltz' Untersuchungsebenen Individuum, Staat und System.
3. Hintergründe zur Austrittsentscheidung der USA: Es werden die historischen Entwicklungen und sicherheitspolitischen Bedrohungslagen dargelegt, die zur Entscheidung der US-Regierung unter Trump führten.
4. Betrachtung des Austritts aus unterschiedlichen analytischen Perspektiven: In diesem Hauptteil wird der Austritt detailliert durch OPC-Analyse, Identitätsstudien und neorealistische Theorie hinterfragt sowie anschließend sozialkonstruktivistisch synthetisiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage unter Einbeziehung der kombinierten Analyseebenen.
Schlüsselwörter
INF-Vertrag, USA, Donald Trump, Außenpolitikanalyse, Waltz, First Image, Second Image, Third Image, OPC, Nationale Identität, Neorealismus, Sozialkonstruktivismus, Internationale Beziehungen, Rüstungskontrolle, Sicherheitspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Austritt der USA aus dem INF-Vertrag aus politikwissenschaftlicher Sicht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Themen sind die US-Außenpolitik, Rüstungskontrolle, die Persönlichkeit von Entscheidungsträgern und systemische Machtverhältnisse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, inwieweit der Austritt der USA aus dem INF-Vertrag durch die Kombination der drei Analyseebenen Individuum, Staat/Gesellschaft und System erklärt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden der Operational Code (OPC), identitätstheoretische Ansätze und der Neorealismus verwendet und durch den Sozialkonstruktivismus integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine psychologische Analyse des US-Präsidenten, eine Untersuchung der nationalen Identität sowie eine neorealistische Analyse der internationalen Anarchie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernelemente sind INF-Vertrag, Neorealismus, Nationale Identität, OPC, Anarchie und die US-Außenpolitik.
Inwiefern beeinflusst Donald Trumps Persönlichkeit die Entscheidung?
Die OPC-Analyse deutet auf ein hohes Maß an Konfliktorientierung und Misstrauen hin, was den Austritt als eine für Trump logische Reaktion auf wahrgenommene Vertragsverletzungen erscheinen lässt.
Wie trägt der Sozialkonstruktivismus zur Erklärung des Austritts bei?
Er dient als Bindeglied, um zu zeigen, wie Identitäten und Normen wie der „American Exceptionalism“ die Wahrnehmung der internationalen Bedrohungslage durch China mitformen.
- Arbeit zitieren
- Matthias Hartig (Autor:in), 2019, Der Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510880