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Die Rolle Japans in der ASEAN

Titre: Die Rolle Japans in der ASEAN

Dossier / Travail , 2003 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Kober (Auteur)

Politique - Région: Extrême-Orient
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Résumé Extrait Résumé des informations

Japan hat im letzten Jahrhundert eine wechselvolle Rolle auf der Bühne der internationalen Politik gespielt. Das klassische Bild Japans als „wirtschaftlicher Riese und politischer Zwerg“ muss als überholt gelten, und entspricht nicht mehr dem heutigen wissenschaftlichen Stand. Nach der Wirtschaftskrise im asiatisch-pazifischen Raum, die von Thailand ausgehend ihren Höhepunkt 1997 fand und deren Auswirkungen bis heute spürbar sind, kam es zu einem deutlichen Wandel in den internationalen Beziehungen Japans. So wurde die bisherige enge Kooperation mit den USA neu bewertet, und auch das Verhältnis zu den ostasiatischen Staaten sowie zu China veränderte sich drastisch. Nachdem Japan seiner weltweiten Verantwortung als Führungsnation in den 80er Jahren nicht gerecht werden wollte und nunmehr auch aufgrund ökonomischer Schwierigkeiten nicht wahrnehmen kann, stellt sich die Frage, welche Rolle Japan wahrzunehmen in der Lage ist, und welche Einflüsse dafür entscheidend sein werden. Insofern will diese Hausarbeit der Versuch sein, eben diesen Wandel zu untersuchen und mögliche Perspektiven Japans aufzuzeigen. Dabei soll der Fokus dieser Hausarbeit auf der zukünftigen Rolle Japans innerhalb der ASEAN+3 liegen, und diese mithilfe einer Theorie der Internationalen Beziehungen analysiert werden. Warum engagiert sich Japan innerhalb der ASEAN+3 und welche Ziele verfolgt es dabei?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung der Hausarbeit

1.1 Vorgehensweise bei der Analyse der Leitfrage

1.2 Rationalistische und konstruktivistische Ansätze

2 Die Rolle Japans in der Entwicklung der ASEAN+3

3 Methodik japanischer Außenpolitik nach dem Kalten Krieg – Wandel von bilateraler zu multilateraler Außenpolitik –

3.1 Außenpolitik als Wirtschaftpolitik

3.2 Außenpolitik als Sicherheitspolitik

4 Stabilität in Japan durch Stabilität in Asien

5 Ziele und Perspektiven Japans innerhalb der ASEAN+3

6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Wandel der japanischen Außenpolitik nach dem Kalten Krieg und der Asienkrise von 1997. Ziel ist es, die Motive für Japans verstärktes Engagement innerhalb der ASEAN+3 zu identifizieren und dabei zu analysieren, welche Rolle Japan im Rahmen regionaler Kooperationsstrukturen einnimmt und welche strategischen Ziele das Land dabei verfolgt.

  • Analyse des außenpolitischen Wandels Japans von bilateralen zu multilateralen Ansätzen.
  • Untersuchung der Bedeutung der ASEAN+3 für Japans wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen.
  • Anwendung des Neoliberalen Institutionalismus zur Erklärung der Kooperationsmechanismen.
  • Einbezug konstruktivistischer Ansätze zur Erläuterung des Wandels von Identitäten und Images in der Region.
  • Bewertung Japans als "Mentor" und Vermittler in einer heterogenen ostasiatischen Staatengemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

3 Methodik japanischer Außenpolitik nach dem Kalten Krieg – Wandel von bilateraler zu multilateraler Außenpolitik –

Nachdem Japan seinen Schwerpunkt auf bilaterale Beziehungen insbesondere mit den USA gelegt hat, veränderte sich dies erstmals mit dem Beitritt 1956 zur UNO. Die UN-orientierte Außenpolitik wurde neben der Zusammenarbeit mit den Staaten der freien Welt und Japans Selbstverständnis als Mitglied der asiatischen Staatengemeinschaft zu einem der drei wesentlichen Prinzipien japanischer Außenpolitik, welche 1957 im ersten Blaubuch zur Außenpolitik und Diplomatie festgeschrieben wurden und bis heute Gültigkeit beweisen.

Die Vereinbarkeit dieser Prinzipien birgt offensichtlich Konfliktpotential, was eine zukünftige Gewichtung dieser außenpolitischen Ziele nötig machen wird. So wurde erste Kritik der internationalen Gemeinschaft an Japans Auftreten während des zweiten Golfkrieges (1990-1991) laut, als Japans betont passive Haltung internationales Unverständnis hervorrief, und man Tokio „Scheckheft-Diplomatie“ vorwarf. Tatsächlich standen zu dieser Zeit wirtschaftliches Potential und außenpolitisches Engagement in krassem Missverhältnis. Der zweite Wandel in den internationalen Beziehungen fand unter dem Eindruck der Asienkrise statt, als Japan seine sicherheitspolitische wie wirtschaftliche Kooperation mit den USA neu bewertete. Seither verstärkt Japan seine Bemühungen durch Stabilität in der Region Asiens für eigene ökonomische und politische Stabilität zu sorgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Zielsetzung der Hausarbeit: Die Einleitung erläutert den Wandel Japans vom „wirtschaftlichen Riesen“ hin zu einer aktiveren außenpolitischen Rolle und definiert die ASEAN+3 als zentrales Forschungsfeld.

2 Die Rolle Japans in der Entwicklung der ASEAN+3: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entstehung der ASEAN+3 im Kontext der Asienkrise nach und beschreibt Japans Motivation, regionale Abhängigkeiten zu reduzieren.

3 Methodik japanischer Außenpolitik nach dem Kalten Krieg – Wandel von bilateraler zu multilateraler Außenpolitik –: Hier wird der strategische Wandel Japans analysiert, wobei zwischen wirtschaftspolitischen und sicherheitspolitischen Dimensionen differenziert wird.

4 Stabilität in Japan durch Stabilität in Asien: Dieser Abschnitt thematisiert die historische Einbindung Japans in das US-amerikanische Bündnissystem und dessen Transformation hin zu einem regionalen Engagement zur Sicherung der eigenen Stabilität.

5 Ziele und Perspektiven Japans innerhalb der ASEAN+3: Kapitel 5 beleuchtet die schwierige Balance Japans zwischen Kooperation mit China und der Wahrung eigener Interessen sowie die Herausforderungen durch regionale Sicherheitsdispute.

6 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Japans Rolle als potenzieller „Mentor“ und Teil einer „geteilten Führung“ innerhalb der asiatischen Region.

Schlüsselwörter

ASEAN+3, Japan, Außenpolitik, Neoliberaler Institutionalismus, Konstruktivismus, Regionale Integration, Asienkrise, Sicherheitskooperation, Wirtschaftspolitik, Identitätsbildung, Multilateralismus, Bilateralismus, Regionale Stabilität, Mentor-Rolle, Außenpolitische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle Japans in den internationalen Beziehungen nach dem Ende des Kalten Krieges, mit besonderem Fokus auf die Einbindung in die ASEAN+3-Kooperationsstruktur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Neuausrichtung Japans, der Prozess der regionalen Integration in Ostasien sowie der Einfluss von kollektiven Identitäten auf die Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, warum sich Japan in der ASEAN+3 engagiert, welche spezifische Rolle es innerhalb dieser Gemeinschaft einnimmt und welche strategischen Ziele es dabei verfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einem theoretischen Analysemuster, das den Neoliberalen Institutionalismus zur Erklärung rationaler Handlungsspielräume mit konstruktivistischen Ansätzen zur Analyse von Identitätswandel verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der ASEAN+3, die zweigeteilte Außenpolitik Japans (Wirtschaft vs. Sicherheit), die Rolle der USA als externer Akteur sowie die zukünftigen Perspektiven der sino-japanischen Beziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem ASEAN+3, Regionalismus, Japan, Kooperation, Identitätsbildung und multilaterale Außenpolitik.

Wie bewertet der Autor den Einfluss Chinas auf Japans Rolle innerhalb der ASEAN+3?

Der Autor sieht in der Einbindung Chinas eine notwendige, aber schwierige Strategie Japans, um einerseits wirtschaftliche Potenziale zu nutzen und andererseits chinesisches Machtstreben regional einzubinden.

Inwiefern hat die Asienkrise von 1997 das Handeln Japans beeinflusst?

Die Asienkrise fungierte als Katalysator, da sie die Abhängigkeit von westlichen Institutionen aufzeigte und Japan dazu bewegte, durch regionale Kooperation eigene Stabilität und Unabhängigkeit voranzutreiben.

Warum ist laut der Arbeit eine „geteilte Führung“ (multiple leadership) notwendig?

Da unilaterale Führungsansprüche Japans auf mangelnde Akzeptanz stoßen, ist eine geteilte Führung durch wirtschaftlich gefestigte Akteure nötig, um die Integration und Festigung des Bündnisses zu legitimieren.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle Japans in der ASEAN
Université
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Einführung in die Internationalen Beziehungen
Note
1,3
Auteur
Thomas Kober (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
26
N° de catalogue
V51100
ISBN (ebook)
9783638471572
ISBN (Livre)
9783656791034
Langue
allemand
mots-clé
Rolle Japans ASEAN Einführung Internationalen Beziehungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Thomas Kober (Auteur), 2003, Die Rolle Japans in der ASEAN, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51100
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Extrait de  26  pages
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