Materialvergleich zwischen Frank Stella und Jean Tinguely


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Rezension

2. Einleitung

3. Bildbeschreibung, Komposition und Material der Skulptur „Garrison“ von Frank Stella

4. Bildbeschreibung, Komposition und Material der Skulptur „Poja“ von Jean Tinguely

5. Materialvergleich

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Rezension

Frank Stella ist einer der innovativsten Künstler der Gegenwart, der seine neusten Werke in Jena vor stellte. Seit seiner Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art 1959 erregte er großes Aufsehen und ist wohl der Öffentlichkeit seit je her bekannt. Seine Werke, Skulpturen und Reliefs schmücken Museen auf der ganzen Welt.

Seit Frank Stella am 6. Februar 1996 die Würde eines Doctor philosophiae honoris causa Philosophischen Fakultät der Friedrich – Schiller - Universität verliehen wurde, besteht ein enger Bezug zu Jena. Aus diesem Grund übergab er bei seinem zweitem Besuch aus seiner Hudson River Valley Serie fünf Skulpturen, die seit dem den Ernst Abbe - Platz schmücken. Die einzelnen Werke entstanden 1995 und erhielten Namen nach Städten sowie einem markanten Landschaftsmotiv in der Nähe von New York City. Bei den einzelnen Werken handelt es sich um die Skulpturen Garrison, Newburgh, Fishkill, Bear Mountain und Peekskill. Ursprünglich bestand die Hudson River Valley Serie aus einer weiteren Skulptur mit dem Namen Wappingers Falls, doch diese ist bei der Eröffnung der Larry Gagosian Gallery in Los Angeles geblieben. Damals wurden alle Skulpturen unter dem Titel Frank Stella. New Sculpture gezeigt.

Jean Tinguely ist für seine beweglichen Konstruktionen bekannt. Eine wesentliche Rolle für diese Entwicklung spielte Alexander Calder, der auch von der Idee der Bewegung fasziniert war. Tinguely sprach über Calder als „Inspirationsquelle, Vorläufer und Wegmacher“. Dazu gefiel ihm die Freiheit, die sich Calder nahm, indem er sich bewegende Kunstwerke erschaffte, was ihm selbst auch Freiheit gab. Tinguely war seinerseits jedoch vielseitiger und freier in seiner Gestaltung, das heißt er war auch durch seine nicht vorhandene Technikerausbildung nicht in so großen Maße von vorgegeben Methoden beeinflusst. Er spielte beinahe unbefangen mit der Mechanik herum. Seine erste Einzelausstellung war in der Buchabteilung der Galerie Arnaud in Paris.

„Sie wurde am 27. Mai 1954 eröffnet und umfaßte auch >meta - mechanische< Reliefs, denen ähnlich, der Künstler in Basel geschaffen hatte.“

Er arbeitete meist mit elektrischen Motoren, die einen versteckten Mechanismus aus Rollen verschiedener Größe antreiben. Diese Rollen sind normalerweise mit einem Gummigurt miteinander verbunden. Allerdings ist es beispielsweise bei der beweglichen Skulptur „Poja (Hochaltar)“ anders, bei ihr sieht der Betrachter nämlich den gesamten Mechanismus. Diese Konstruktion wurde zum erstem Mal in der Düsseldorfer Galerie 1984 zum Gedenken des 1981 verstorbenen Alfred Schmela ausgestellt.

2. Einleitung

Nach diesem kurzen Einblick über die Hudson River Valley Serie, in Form einer Rezension soll nun eine Auseinandersetzung zwischen Frank Stella und Jean Tinguely folgen, die sich speziell auf ein Werk bezieht. Zuerst möchte ich auf den erstgenannten Künstler näher eingehen.

Wie in meinem Überblick schon erwähnt, umfasste die in Jena befindliche Ausstellung fünf Objekte des Amerikanischen Künstlers. Aus diesen fünf Plastiken soll nun ein konkretes Werk des Künstlers im Mittelpunkt stehen. Es handelt sich bei dieser um die Tafel/Plate LXXXIV, mit dem Titel „Garrison“ von 1995. Auf den ersten Blick scheinen die Objekte von ihm nichts mit seiner vorausgehenden Malerei zu tun zu haben. Doch das ist ein Trugschluss, denn alle Arbeiten sind eine Fortführung von der Malkunst, nur mit anderen Mitteln. Zum Beispiel hat er seine Theorie der Bildlichkeit in die Architektur mit übertragen und somit ausgeweitet.

Am Beispiel der Kunstwerke „Garrison“ und „Poja (Hochaltar)“ wird in dieser Ausarbeitung auf folgende Fragen eingegangen.

Wie ist der Aufbau der Werke und in wie Weit ist die Komposition erkennbar? Was für eine Rolle spielt die Oberflächenbeschaffenheit bei der Gesamtwirkung der Kunstwerke?

Um diesen Ansatzpunkten auf den Grund zu gehen ist es jedoch erforderlich, einige Vergleiche zu anderen Künstlern vorzunehmen. Einer von ihnen ist der Schweizer Jean Tinguely mit seiner Montage „Poja (Hochaltar)“. An Hand dieser beiden Abbildungen, soll der Frage nach dem Material nach gegangen werden.

Zu Beginn dieser Werkanalyse steht zunächst jedoch eine Bildbeschreibung, die es ermöglichen soll, einen Einblick von dem Kunstwerk Stellas und dann von der Konstruktion Jean Tinguelys bekommen.

Zuerst möchte ich zu der Betrachtungsweise des Werkes „Garrison“ von Frank Stella schreiben.

„Man muss das Gefühl haben, in dem Gemälde, der Skulptur oder dem Gebäude leben zu können- in Harmonie mit sich, mit dem, was man sieht, und mit der Welt außen rum. Man muss in jedes dieser Bilder hineinmarschieren und ein Teil davon werden können.“[1]

In diesem Zitat wird deutlich, was für einen Eindruck die Werke des Künstlers, Frank Stella, auf den Betrachter haben. Bei dieser Arbeit von ihm, hat man nahezu das gleiche Gefühl. Nur bei seiner Skulptur kommt noch hinzu, dass der Betrachter mehrere Möglichkeiten hat, diese anzusehen. Diese neue Art der Möglichkeit in das Werk hineinzusehen und es von allen Seiten zu umkreisen, ruf bei dem Zuschauer eine Faszination hervor. Jeder Standortwechsel ermöglicht so ein neues und zugleich „bewegliches“ Abbild der Plastik.

Bei Tinguely hat man das Gefühl eine ästhetische Komplexität und Einzigartigkeit der Werke vorzufinden. Seine Maschinen sind alles andere als auf dem neuesten Stand der damaligen Technik. Er benutzt eher die Technik des 19. Jahrhunderts. Er will somit die Linearität des mechanischen Zeitalters spielerisch aufheben. Dem Künstler geht es in seinen Werken, um die geistige Mobilität. Einige seiner Skulpturen bewegen sich nicht mehr und jene, die noch funktionstüchtig sind, dürfen nicht ununterbrochen in Betrieb genommen werden.

Tinguely möchte in seinen Werken die Beteiligung des Betrachters erreichen und außerdem verarbeitet er die Faszination von Geschwindigkeit und dem Tod. In seinen Konstruktionen erkennt man seine Experimentierlust, die sich auf den Beobachter überträgt. Überhaupt ist er nach Alexander Calder einer der Wenigen, der sich mit beweglichen Elementen im Kunstwerk selbst beschäftigte. Die gebauten Maschinen – Skulpturen sind nicht für den schnellen Zerfall gedacht, dennoch gibt es viele Verschleißteile, die das jeweilige Gebilde unbrauchbar machen könnte. Deshalb wird die Bewegung der Meisten Kunstwerke dem Besucher per Video gezeigt.

[...]


[1] Frank Stella zitiert nach Ulf Poschardt, Es gibt hier keine Ideen. Interview, in Süddeutsche Zeitung Magazin, 9. Februar 1996, S.41.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Materialvergleich zwischen Frank Stella und Jean Tinguely
Hochschule
Universität Erfurt  (Kunst)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V51118
ISBN (eBook)
9783638471688
ISBN (Buch)
9783656797005
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit enthält ein Materialvergleich zwischen Frank Stella mit der Skulptur 'Garrison' und Jean Tinguely mit der Skulptur 'Poja'.
Schlagworte
Materialvergleich, Frank, Stella, Jean, Tinguely
Arbeit zitieren
Manja Schiller (Autor), 2005, Materialvergleich zwischen Frank Stella und Jean Tinguely, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51118

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