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Das 'Sozialistengesetz' - Was steckte hinter Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie?

Title: Das 'Sozialistengesetz' - Was steckte hinter Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 31 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ivo Jarowinsky (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Summary Excerpt Details

Gegen Mitte der 1870er Jahre befand sich das Deutsche Kaiserreich in der ersten schweren politischen wie auch ökonomischen Krise seit seiner Gründung und die zukünftige Ausrichtung des Obrigkeitsstaates ließ sich an der Ambivalenz einer Person festmachen: der des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Wie gedacht er nun mit den Problemen, die sich aus den Vorkommnissen der Jahre 1873-1875 ergaben, umzugehen, um einerseits seine politische Macht zu sichern und andererseits die Stabilität des Reiches zu wahren? Es sollten dafür mehrere Projekte ins Blickfeld rücken und eines davon soll in dieser Arbeit genauer unter die Lupe genommen werden, ohne jedoch die anderen - wegen der engen Verflechtungen der Politik Bismarcks - aus der Betrachtung völlig ausschließen zu wollen. In dieser Arbeit möchte ich dann der Frage nachgehen, ob die vereinzelt in der Forschung aufgestellte These von der“zweiten Reichsgründung“ 1878/79 wirklich zulässig ist. Hat also die geplante Finanzreform des Reichskanzlers in Verbindung mit dem Rechtsruck des Parlaments nach dem 2. Attentat und der daraus resultierenden Einführung des “Sozialistengesetzes“ einen solchen von Bismarck geplanten Wendepunkt in der Reichsgeschichte gebildet? Es scheint mir wenig darauf hinzudeuten, denn eine lineare Herrschaftstechnik von Bismarck wurde die Forschung im letzten Vierteljahrhundert in Zweifel gezogen, so daß ein hagiographisches Überhöhen des Fürsten unwahrscheinlich ist. Vielmehr möchte ich die eigentliche Intention hinter Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokraten erläutern, die im Zurückdrängen der Liberalen im speziellen und des gesellschaftlichen Fortschritt im allgemeinen lag und so schließt sich dann der Kreis zum Thema dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung

Der Sinn der Politik Bismarcks: Hat der Zweck wirklich die Mittel geheiligt ?

B. Hauptteil

1. Der Wechsel in der Innenpolitik zwischen 1875 und 1877

2. Die Entwicklung der Sozialdemokratie bis 1877/78

3. Die Gunst der Stunde: Die beiden Attentate auf den Kaiser

4. Die Nationalliberalen als Steigbügelhalter: Gelungener Versuch der Erpressung

5. Die Idee hinter Bismarcks Sozialversicherungsmodell mißlingt

6. Der Kanzler und die „Reichsfeinde“ zwischen 1881 und 1889

7. Das völlige Scheitern: Bismarck tritt ab und das “Sozialistengesetz“ läuft endgültig aus

C. Zusammenfassung / Persönliche Bewertungen

Warum hat Bismarck mit dem “Sozialistengesetz“ nicht erreicht, was er beabsichtigt hat? Ein Versuch, die politische Fehleinschätzung des Fürsten und seine historische Einordnung zu klären

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und das Scheitern von Otto von Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie im Deutschen Kaiserreich. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern das „Sozialistengesetz“ und die damit verbundene Doppelstrategie des „Zuckerbrots und der Peitsche“ dazu dienten, politische Gegner auszuschalten und den konservativen Obrigkeitsstaat zu festigen.

  • Die innenpolitische Wende Bismarcks zwischen 1875 und 1877
  • Die Instrumentalisierung der Attentate auf Kaiser Wilhelm I.
  • Die Rolle der Nationalliberalen als politische Steigbügelhalter
  • Das Versagen der Sozialversicherungsgesetzgebung als Mittel zur Loyalitätsgewinnung
  • Die historische Bilanz des „Sozialistengesetzes“ und Bismarcks Rücktritt

Auszug aus dem Buch

3. Die Gunst der Stunde: Die beiden Attentate auf den Kaiser

Zwei Attentate auf den greisen Kaiser Wilhelm I. im Mai und Juni 1878 gehören zur Vorgeschichte des "Sozialistengesetzes". Sie veränderten die Situation für Bismarcks Zielsetzungen schlagartig. Die Formulierungen der Vorlage des ersten Entwurfs zum geplanten Sondergesetz hatte der Reichskanzler so gestalteten lassen, daß die Liberalen es ablehnen mußten. Dies war dann für später Bismarck eine plausible Begründung, Neuwahlen ausschreiben zu können. Beim zweiten Anschlag wurde nämlich das Staatsoberhaupt schwer verletzt. Und obwohl es keine näheren Verbindungen der Attentäter zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) gab, dienten ihre Verbrechen als willkommener Anlaß für die Terrorisierung und Unterdrückung dieser politischen Richtung.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die politische Krisensituation Mitte der 1870er Jahre und stellt die Forschungsfrage, ob Bismarcks Kampf gegen die Sozialisten Teil einer linearen Herrschaftstechnik oder eine Reaktion auf günstige Umstände war.

1. Der Wechsel in der Innenpolitik zwischen 1875 und 1877: Dieses Kapitel beschreibt die ökonomische Depression nach dem „Gründerkrach“ und Bismarcks daraus resultierenden Kurswechsel hin zu einem konservativen Protektionismus.

2. Die Entwicklung der Sozialdemokratie bis 1877/78: Es wird die Entstehung der frühen Arbeiterorganisationen und deren programmatische Entwicklung bis zur Entstehung der SAPD dargelegt.

3. Die Gunst der Stunde: Die beiden Attentate auf den Kaiser: Die Attentate werden als strategischer Anlass für Bismarck genutzt, um eine repressivere Gesetzgebung gegen die Sozialdemokratie zu forcieren.

4. Die Nationalliberalen als Steigbügelhalter: Gelungener Versuch der Erpressung: Der Autor zeigt, wie Bismarck die Liberalen instrumentalisiert, um durch Neuwahlen seine machtpolitische Basis zu stärken.

5. Die Idee hinter Bismarcks Sozialversicherungsmodell mißlingt: Das Kapitel analysiert Bismarcks „Zuckerbrot und Peitsche“-Taktik und warum diese trotz der Einführung von Sozialversicherungen die Arbeiterklasse nicht an das System binden konnte.

6. Der Kanzler und die „Reichsfeinde“ zwischen 1881 und 1889: Hier wird der ineffiziente Kampf gegen die als „Reichsfeinde“ stigmatisierten Parteien sowie die sinkende Wirkung des Ausnahmegesetzes thematisiert.

7. Das völlige Scheitern: Bismarck tritt ab und das “Sozialistengesetz“ läuft endgültig aus: Das Abschlusskapitel beschreibt das politische Ende Bismarcks im Jahr 1890 und das Scheitern seiner Strategie, die Sozialdemokratie als politische Kraft zu vernichten.

C. Zusammenfassung / Persönliche Bewertungen: Die Arbeit resümiert, dass Bismarcks Politik der Stigmatisierung und Unterdrückung letztlich kontraproduktiv war und die Sozialdemokratie ungewollt zur stärksten politischen Kraft heranwachsen ließ.

D. Anhang: Enthält die Anmerkungen, die Bibliographie und die Bildnachweise der Arbeit.

Schlüsselwörter

Bismarck, Sozialistengesetz, Sozialdemokratie, Deutsches Kaiserreich, Innenpolitik, Nationalliberale, Arbeiterbewegung, Staatssozialismus, Zuckerbrot und Peitsche, Reichsfeinde, Parlamentarismus, Konservatismus, Obrigkeitsstaat, Wilhelm I., Sozialversicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die innenpolitische Strategie Otto von Bismarcks und sein Vorgehen gegen die aufstrebende Sozialdemokratie zwischen 1878 und 1890.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen das „Sozialistengesetz“, die Rolle der Liberalen als politische Steigbügelhalter und Bismarcks gescheiterte Sozialversicherungsreform.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum Bismarck die Sozialdemokraten bekämpfte und warum diese Strategie trotz seiner Bemühungen, den Arbeiterstand zu integrieren, als gescheitert angesehen werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine strukturgeschichtliche Analyse durch, die den politischen Prozess vor dem Hintergrund der sozioökonomischen Bedingungen des Kaiserreichs betrachtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung der Ereignisse von 1875 bis zur Entlassung Bismarcks im Jahr 1890, unterteilt in sieben Kapitel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bismarck, Sozialistengesetz, Sozialdemokratie, Kaiserreich, Innenpolitik, Staatssozialismus, Arbeiterbewegung, politisches Scheitern.

Wie reagierte die Sozialdemokratie auf das Sozialistengesetz?

Die Partei wurde in die Illegalität gedrängt, bewies jedoch eine hohe Widerstandsfähigkeit und nutzte die parlamentarische Vertretung sowie das Parteiblatt „Der Sozialdemokrat“, um ihre Strukturen zu erhalten und auszubauen.

Warum wird Bismarck als „politisches Epigonentum“ bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass Bismarck keine eigenen neuen politischen Ideen kreierte, sondern auf regressive Maßnahmen setzte und lediglich die Methoden seiner Vorgänger und Zeitgenossen imitierte.

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Details

Title
Das 'Sozialistengesetz' - Was steckte hinter Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie?
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Bismarck
Grade
2,3
Author
Ivo Jarowinsky (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V51137
ISBN (eBook)
9783638471848
ISBN (Book)
9783656787884
Language
German
Tags
Sozialistengesetz Bismarcks Kampf Sozialdemokratie Hauptseminar Bismarck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ivo Jarowinsky (Author), 2004, Das 'Sozialistengesetz' - Was steckte hinter Bismarcks Kampf gegen die Sozialdemokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51137
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