In dieser Ausarbeitung wird die Bedeutung von Märchen für Kinder thematisiert. Märchen fungieren als Spiegel des menschlichen Lebens, dessen Bilder uns ein gewisses Bewusstsein über fremde und eigene Ansichten und mit der Welt einhergehende Beziehungen gestatten. Dahingehend erfahren wir Märchen, explizit im Kindesalter, als „Recht und Unrecht in extremer Form“ , indem wir unter Einbezug unseres Gedächtnisses, der Phantasie, Moral, Bildung und Erfahrung das Wesen des Märchens zu begreifen versuchen.
Dahingehend lässt sich sagen, dass jedes Märchen eine Moral impliziert, welche an das individuelle Lebens- und Weltverständnis appelliert und zur Herausbildung ethischen Bewusstseins beiträgt. Dabei gilt es das Phantastische des Märchens in voller Gänze zu durchdringen, sodass die eigentliche Geschichte einen Erfahrungsraum der Wertevermittlung und emotionaler Mimesis eröffnet und individuelle Lebensweisheiten, Dilemmata und Sehnsüchte zu bündeln versucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Rolle der Phantasie in der kindlichen Entwicklung
3. Das Wunderbare und Zauberhafte im Märchen
4. Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung durch Märchen
5. Das Beispiel des Froschkönigs
6. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf die Wertevermittlung, die Identitätsbildung und die Förderung des seelischen Gleichgewichts durch die Anregung der Phantasie.
- Die Funktion von Märchen als Spiegel menschlicher Erfahrungen und Werte.
- Die Bedeutung der Phantasie als Werkzeug zur Konstruktion psychischer Realitäten.
- Die Rolle des Zauberhaften und Wunderbaren für die psychologische Entwicklung.
- Die mimetische Aneignung von Verhaltensweisen und Werten durch Kinder.
- Das Märchen als Unterstützung bei der Bewältigung von Ängsten und Entwicklungsprozessen.
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Phantasie und Mimesis in Märchen
Die Erschließung von Märchen auf ganzheitlicher Basis geht dabei mit der Wertevermittlung einher und fokussiert des Weiteren die Anregung und den Einbezug der Phantasie der Kinder. „Phantasien stammen aus den innersten Schichten der Seele, dort, wo unsere tiefsten und geheimsten Sehnsüchte und Ängste leben.“ Sie stellen sich als eine charakteristische Form der Geistesfähigkeit eines Menschen heraus, indem sie psychische Realitäten herausbilden. Dabei bewegt sich das Phantasieren ständig zwischen Träumen und hellwachem Bewusstsein. Diese Zustände ermöglichen den Prozess der Selbstbeobachtung anhand seitheriger Erfahrungen inkludierenden, nicht zwingend der Realität entsprechenden Vorstellungen. Dabei schaffen wir mit der Phantasie immer wieder neue Wirklichkeiten, die sowohl gefühlvoll, intuitiv als auch empfindend sind.
Die Erschließung der Welt tritt also durch den Einsatz an Phantasie, Ideen und schöpferischen Kräften, sowie durch das konstruktive Weiterentwickeln von Wertvorstellungen in Kraft. Märchen bilden sich demnach als mimetische Erzeugnisse der menschlichen Phantasie heraus. Hierbei ist aber nicht nur die Rede von unser materiellen, sondern auch der mentalen Welt der Erfahrungen und der uns meist unbewussten Welt der Handlungsmotive. Mimetische Handlungsweisen beschreiben ein gewisses Verständnis und die Verkörperung der umgebenden Welt. Dabei nimmt der Begriff Mimesis Bezug auf die „Nachahmung der Handlungen einer Person durch eine andere.“ Daraus resultierend versucht der Mensch aus beobachteten Verhaltens- und Handlungsweisen Bezüge zum Vorbild und seiner eigenen Person herzustellen, sodass die Mimesis „Brücken zwischen Innen und Außen, auf denen ein Hin und Her, eine lebendige Bewegung möglich wird“ schlägt und somit fundamental die Orientierung an Anderen, die Selbstgestaltung und die soziale Verbundenheit beeinflusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die grundlegende Funktion von Märchen als Spiegel des menschlichen Lebens und ihre Bedeutung für die Wertevermittlung im Kindesalter.
2. Die Rolle der Phantasie in der kindlichen Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert, wie Märchen durch die Anregung der Phantasie Kindern helfen, psychische Realitäten zu konstruieren und sich mit eigenen Gefühlen sowie Ängsten auseinanderzusetzen.
3. Das Wunderbare und Zauberhafte im Märchen: Der Text analysiert die psychologische Funktion des Zauberhaften, welches Kindern als Voraussetzung dient, um Lösungswege zu imaginieren und ein seelisches Gleichgewicht zu finden.
4. Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung durch Märchen: Hier wird dargelegt, wie Märchen als Identifikationsangebote fungieren und bei der Ablösung von kindlicher Unmündigkeit hin zur Eigenständigkeit unterstützen.
5. Das Beispiel des Froschkönigs: Anhand des Märchens „Der Froschkönig“ wird beispielhaft verdeutlicht, wie durch einen Reifeprozess und die Auseinandersetzung mit Werten wie Wahrheit und Ehrlichkeit die Persönlichkeitsentwicklung gefördert wird.
6. Fazit und Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, dass Märchen eine tragende Rolle beim Aufbau der Identität spielen und Kindern einen stetigen Raum für neue Fantasie und sprachliche Erfahrungen bieten.
Schlüsselwörter
Märchen, Kinder, Phantasie, Identitätsbildung, Wertevermittlung, Mimesis, psychische Realität, Persönlichkeitsentwicklung, Zauberhaftes, seelisches Gleichgewicht, Erziehung, Weltverständnis, Selbsterkenntnis, Der Froschkönig, Symbolsprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen und psychologischen Bedeutung von Märchen für die Entwicklung von Kindern, insbesondere im Kontext von Werten, Phantasie und Identitätsbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Rolle der kindlichen Phantasie, das mimetische Lernen, die psychologische Wirkung des Wunderbaren und die moralische Wertevermittlung in klassischen Märchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Märchen als Instrument zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und der psychischen Resilienz von Kindern eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachliterarischen Quellen und pädagogischen Theorien zur Märchenforschung und Entwicklungspsychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Märchen Ängste und Sehnsüchte adressieren, sowie die Bedeutung von Identifikationsfiguren und ethischen Botschaften im Märchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Märchen, Phantasie, Identitätsbildung, Mimesis, Wertevermittlung und Persönlichkeitsentwicklung.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise des Autors von einer rein oberflächlichen Betrachtung der Märchen?
Der Autor betrachtet Märchen nicht nur als Unterhaltung, sondern als psychologisches Werkzeug, das es Kindern ermöglicht, reale Lebenserfahrungen in einer symbolischen, sicheren Umgebung zu verarbeiten.
Welche Bedeutung kommt dem Märchen "Der Froschkönig" in der Argumentation zu?
Der Froschkönig dient als Paradebeispiel dafür, wie ein Reifeprozess und der Übergang von der kindlichen Welt in eine verantwortungsbewusste Existenz anhand einer literarischen Erzählung erfolgreich dargestellt und gelernt werden kann.
- Citation du texte
- Helene Fraas (Auteur), 2019, Die Bedeutung von Märchen für Kinder. Wie tragen sie zum Aufbau einer Identität bei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511392