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Strukturanpassungsprogramme - Zur Politik des Internationalen Währungsfonds seit dem Ende des Systems von Bretton Woods

Title: Strukturanpassungsprogramme - Zur Politik des Internationalen Währungsfonds seit dem Ende des Systems von Bretton Woods

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Boris Herrmann (Author)

Economics - International Economic Relations
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"Wenn man einem Papagei den Spruch 'fiskalische Austerität, Privatisierung und Marktöffnung' beigebracht hätte, dann hätte man in den achtziger und neunziger Jahren auf den Rat des IWF verzichten können", schreibt Joseph Stiglitz in seinem Buch "Die Schatten der Globalisierung" (Globalization and its discontents, New York 2001), das in 28 Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller wurde. Stiglitz war 1997 bis 2000 Vizepräsident der Weltbank und hat 2001 den Nobelpreis für Wirtschaft verliehen bekommen. Eine unbezweifelbare Autorität also, die hier spricht. Und es klingt nicht sehr schmeichelhaft. In der Tat fällt Stiglitz Kritik der Politik des IWF vernichtend aus. Der IWF habe in nur wenigen Fällen Erfolge vorzuweisen, vielmehr aber zahlreiche Staaten ruiniert, Finanzkrisen ausgelöst oder zumindest verschärft. Das Bild, welches Stiglitz vom IWF zeichnet, ist derart vernichtend, dass, "könne man vor Scham im Boden versinken, sich in Washington ein Loch auftun müsste." [vgl. Rühle, Alex: www.bücher.de] Neben der theoretischen Auseinandersetzung und Kritik am IWF entwickelte sich der IWF zu einem der zentralen Angriffspunkte weltweiten, zivilgesellschaftlichen Protestes regelmäßig an den Orten, wo die Gipfeltreffen der IWF-Akteure und Finanzminister stattfinden, man spricht auch von den "IMF-Riots". "Fome é Miseria Internacional" (Hunger und Armut international), wurde das portugiesische Kürzel für IWF, FMI, zu Zeiten der brasilianischen Währungskrise von den Demonstranten übersetzt. [vgl. Grefe, Christiane: attac, S. 36]
Mit dieser sehr umstrittenen, brisanten und mächtigen Finanzorganisation, deren eigentliche Aufgabe doch die Wahrung weltwirtschaftlicher Stabilität sein sollte, beschäftigen wir uns im Folgenden und dabei insbesondere mit den Strukturanpassungsprogrammen (SAP), die das zentrale Instrument der IWF-Politik bilden. Hintergründe, Entstehung und die wechselnde Rolle des IWF werden im ersten Teil behandelt. In Teil 2 geht es speziell um SAP. Teil 3 beschäftigt sich mit dem Beispiel Argentinien und in Teil 4 geht es um Kritik und Reformansätze der IWF-Politik.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Konferenz von „Bretton Woods“ – Geburtsstunde des IWF

3 Rollenwandel des IWF nach Bretton Woods

3.1 Strukturanpassungsprogramme (SAP)

3.1.1 Definition und Bedingungen der SAP

3.1.2 Überwachung der Durchführung der SAP

3.2 „Washington Konsens“

4 IWF-Politik am Beispiel von Argentinien

4.1 Die Ausgangssituation

4.2 Die IWF-Anpassungsprogramme auf dem Weg in die Krise

5 Probleme der SAP im Speziellen und des IWF im Allgemeinen

5.1 Beschneidung nationaler Souveränität

5.2 Schema F - Konditionalität

5.3 Falsche Konditionalitäten

5.4 Armutsstrategieanpassungspapiere (PRSP) - Neuanfang in der Strukturanpassungspolitik oder Etikettenschwindel?

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Rolle und Politik des Internationalen Währungsfonds (IWF) seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems, mit besonderem Fokus auf die Strukturanpassungsprogramme (SAP) und deren Auswirkungen auf betroffene Nationalstaaten.

  • Historische Entwicklung des IWF nach 1973
  • Mechanismen und Konditionalitäten der Strukturanpassungsprogramme
  • Der „Washington Konsens“ als Leitbild der IWF-Politik
  • Fallstudie zur Krise in Argentinien
  • Kritische Reflexion der IWF-Strategien und alternative Ansätze wie die PRSP

Auszug aus dem Buch

3.1 Strukturanpassungsprogramme (SAP)

SAP bezeichnen „ein Bündel wirtschaftspolitischer Maßnahmen, welche die Länder der Dritten Welt und Osteuropas im Gegenzug für Kredite des IWF durchführen müssen.“11 Diese Auflagen sollen den Entwicklungsländern helfen, ihre Zahlungsbilanzprobleme zu lösen, um das weltwirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Die vorgegebenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen des IWF unterliegen dabei marktwirtschaftlichen Prinzipien, die das Wirtschaftswachstum der verschuldeten Staaten ankurbeln und ihnen Devisen einbringen sollen. Die SAP beinhalten vor allem:12

Liberalisierung der Märkte für den internationalen Handel und für ausländisches Kapital, somit eine Öffnung für ungehinderte Investitionen

Privatisierung des öffentlichen Sektors

Setzen auf exportorientierte Industrialisierung und Drosselung der Importe zur Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits

Abwertung der Währung und Einschränkung der Geldmenge („restriktive Geldpolitik“)

Abschaffung von Preiskontrollen und Subventionen

Senkung von Steuern

Reduzierung der staatlichen Ausgaben (v.a. für soziale Absicherung und Bildung)

Drastische Senkung der Zahl der Staatsbediensteten und ihrer Bezüge

Deregulierung vor allem bei den Arbeitsbedingungen und den Löhnen

Zulassung und Durchführung bevölkerungspoltischer Maßnahmen

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Kritik am IWF durch Joseph Stiglitz und Ankündigung der thematischen Schwerpunkte.

2 Die Konferenz von „Bretton Woods“ – Geburtsstunde des IWF: Erläuterung der historischen Gründung des IWF als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise.

3 Rollenwandel des IWF nach Bretton Woods: Analyse der Neuausrichtung des IWF nach 1973 und Einführung der Strukturanpassungspolitik.

4 IWF-Politik am Beispiel von Argentinien: Detaillierte Untersuchung des Scheiterns der IWF-Empfehlungen im Kontext der argentinischen Wirtschaftskrise.

5 Probleme der SAP im Speziellen und des IWF im Allgemeinen: Kritische Auseinandersetzung mit der Souveränitätseinschränkung, der „Schema-F“-Methodik und den Armutsstrategieanpassungspapieren.

6 Fazit: Resümee der IWF-Politik als Instrument der Entwicklungshilfe unter neoliberaler Dominanz mit kritischem Ausblick.

Schlüsselwörter

Internationaler Währungsfonds, IWF, Strukturanpassungsprogramme, SAP, Washington Konsens, Argentinien, Konditionalität, Neoliberalismus, Finanzkrise, Souveränität, Weltbank, Armutsbekämpfung, PRSP, Wirtschaftswachstum, Verschuldungskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die politische Praxis des Internationalen Währungsfonds (IWF) seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems und hinterfragt die Wirksamkeit der auferlegten ökonomischen Reformprogramme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Strukturanpassungsprogramme (SAP), die Rolle des IWF in der Schuldenkrise der 80er Jahre sowie die ideologische Basis des „Washington Konsens“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die vom IWF verordneten marktwirtschaftlichen Auflagen die nationale Souveränität beeinflussen und warum diese oft zu sozialen und wirtschaftlichen Verschlechterungen in den betroffenen Ländern führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen, insbesondere der argentinischen Wirtschaftskrise ab Ende der 90er Jahre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der SAP, deren Implementierung, der Einfluss der US-Interessen auf die IWF-Strategie sowie die PRSP als potenzieller Reformansatz diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind IWF, Strukturanpassung, Konditionalität, Washington Konsens, Souveränitätsverlust und Krisenmanagement.

Welche Rolle spielte der IWF bei der Krise in Argentinien?

Der IWF fungierte als Taktgeber für die neoliberalen Reformen, deren Umsetzung (wie die Bindung des Peso an den US-Dollar) laut der Arbeit maßgeblich zur Verschärfung der Krise und zum Zusammenbruch des Landes im Jahr 2001 beitrug.

Was genau beschreibt die „Schema-F“-Methodik?

Dies ist eine Kritik an der schematischen Vorgehensweise des IWF, bei der standardisierte Rezepte (Austerität, Privatisierung) ungeachtet der spezifischen nationalen Bedürfnisse auf unterschiedliche Länder angewendet werden.

Inwiefern sind die Armutsstrategieanpassungspapiere (PRSP) eine Neuerung?

Die Arbeit hinterfragt, ob PRSP einen tatsächlichen Paradigmenwechsel bedeuten oder lediglich ein neues „Antlitz“ für die bestehende, kritisch betrachtete Methode der Strukturanpassung darstellen.

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Details

Title
Strukturanpassungsprogramme - Zur Politik des Internationalen Währungsfonds seit dem Ende des Systems von Bretton Woods
College
University of Bremen  (EWIG - Institut für Europäische Wirtschaft, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik)
Grade
1,3
Author
Boris Herrmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V51141
ISBN (eBook)
9783638471886
ISBN (Book)
9783638598279
Language
German
Tags
Strukturanpassungsprogramme Politik Internationalen Währungsfonds Ende Systems Bretton Woods
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Boris Herrmann (Author), 2005, Strukturanpassungsprogramme - Zur Politik des Internationalen Währungsfonds seit dem Ende des Systems von Bretton Woods, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51141
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