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Maria Stuart: Ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeth's

Title: Maria Stuart: Ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeth's

Term Paper , 2000 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Charlotte Diez (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Friedrich Schillers poetische und dramatische Begabung wurde durch seine Arbeit als Geschichtsprofessor an der Jenaer Universität, die jetzt seinen Namen trägt, richtungsweisend beeinflußt. Er schuf im Verlaufe seiner Entwicklung das große klassische Geschichtsdrama, womit er die Grundlagen für ein deutsches Nationaltheater setzte, das sich nun von den bis dahin französischen (Molière) und englischen (Shakespeare) Vorbildern befreite. Nach „Don Carlos“ und der gigantischen Dramentriologie „Wallenstein“ entstand im letzten Jahr des 18. Jahrhunderts „Maria Stuart“ und wurde im Juni 1800 in Weimar uraufgeführt. Dieses Trauerspiel stellt erdichtete und tatsächliche historische Vorgänge, private und politische Verwicklungen1an den zwei antipodischen Hauptgestalten Maria und Elisabeth dar. Die Begegnung der beiden Königinnen im dritten Akt ist der Höhepunkt der symmetrischen Antithetik,2zugleich aber auch der psychologischdramatische Schwerpunkt der Tragödie, in welchem das Schicksal Maria Stuarts scheinbar endgültig entschieden wird, worauf wir im Kapitel III.3. näher eingehen. Da, wie bereits erwähnt, historische Tatsachen für Schiller als Grundlage für dieses Drama dienten, ist es wichtig, in die Überlegung, ob Maria Stuart tatsächlich ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeths ist, diese geschichtlichen Hintergründe miteinzubeziehen. In nahezu jeder Sekundärliteratur werden gleich zu Beginn die tatsächlichen historischen Verflechtungen erwähnt, um die konträren Verhaltensweisen der beiden Protagonistinnen zu verdeutlichen. Auch wir versuchen, diese realen Geschehnisse in unsere Argumentation miteinzubeziehen, denen Schillers psychologische Dramaturgie zu Grunde liegen. Natürlich beschreibt die Sekundärliteratur die historischen Vorgänge sehr unterschiedlich. Die Verhaltensweisen von Maria Stuart und Elisabeth werden oft verschieden bewertet, wie auch Marias Schuld am Tode ihres Gatten Darnley. In „Königs Erläuterungen und Materialien“ zu Schillers Maria Stuart wird in keiner Weise erwähnt, daß Maria nie offen auf den englischen Thron verzichtet und dadurch Elisabeth natürlich alarmiert hat. Es wird nur gesagt, daß Elisabeth Marias Bitten um Freundschaft kalt ablehnte, aber nicht, weshalb sie das tat. Wir haben versucht, die Frage, ob Maria Stuart ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeths war, so explizit wie möglich zu klären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historischer Verlauf:

II.1. Marias Vorgeschichte - Elisabeths Reaktion

II.2. Entlastungsfaktoren zu Gunsten Marias

III. Elisabeth und Maria als Gegenbilder:

III.1. Elisabeths weibliche Eifersucht auf die Schönheit Marias

III.2. Elisabeths politische Machtgelüste

III.3. Begegnung der beiden Königinnen

IV. Maria als moralische Siegerin:

IV.1. Das Todesurteil-Die Unvereinbarkeit von Moral und Politik

IV.2. Versuch, die historische Realität zu Schillers „Maria Stuart“ darzustellen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und dramaturgische Konstellation in Friedrich Schillers „Maria Stuart“, mit dem zentralen Ziel zu klären, inwieweit Maria Stuart tatsächlich als Opfer des politischen Machtstrebens von Elisabeth I. betrachtet werden kann.

  • Historische Analyse der dynastischen Konflikte zwischen Maria Stuart und Elisabeth I.
  • Gegenüberstellung der beiden Königinnen als psychologische und moralische Antipoden.
  • Untersuchung der Rolle von Eifersucht und Machtkalkül in Elisabeths Handeln.
  • Diskussion der Unvereinbarkeit von politischer Notwendigkeit und moralischem Anspruch.
  • Interpretation der dramatischen Begegnung der beiden Königinnen als Wendepunkt.

Auszug aus dem Buch

Elisabeths politische Machtgelüste

Elisabeth krönte ihre Herrschaft durch gezielte, ihr nützliche Inhumanität. Ihr Streben nach Macht war so stark, daß sie menschliche Nähe oder gar eine Liebesbeziehung letztlich vollkommen ausschloß. Mögliche Anwärter auf eine Partnerschaft hielt sie immer wieder hin – wie beispielsweise Leicester, der sich darüber oft beklagte – weil sie die Männer ihrer Umgebung geschickt als Komplizen benutzte; eventuell aber auch aus femininer Unsicherheit im zärtlichen Umgang mit Kavalieren, die ihrerseits vielleicht durch eine Liaison mit der Königin ihre Machtstellung am Hofe zu festigen suchten.

In vielen Quellen wird Elisabeth stets als eine unweibliche Frau beschrieben, deren Männlichkeit sie unsympathisch macht, wogegen man für die zarte und schöne Stuart sofort Sympathie entwickelt. Weiter schreibt Bernd Leistner, Elisabeth sei das „Zerrbild des Weiblichen“, durch und durch in der Rolle als Politikerin, die sie „mit einem Höchstmaß an Energie, staatspolitischer Umsicht und Disziplin auszufüllen sucht. Und im Grunde sieht sie sich vor die Notwendigkeit gestellt, in der Ausübung dieser Tugenden männlicher zu sein als ein Mann.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung von Schillers „Maria Stuart“ und führt in die Fragestellung ein, ob Maria lediglich ein Opfer politischer Machtverhältnisse war.

II. Historischer Verlauf:: Dieses Kapitel analysiert die komplexen dynastischen Hintergründe und die Rolle von Elisabeths Reaktion auf Marias Thronanspruch.

III. Elisabeth und Maria als Gegenbilder:: Hier wird die psychologische Differenz zwischen den Königinnen, geprägt von Eifersucht und entgegengesetzten Lebensentwürfen, herausgearbeitet.

IV. Maria als moralische Siegerin:: Das letzte Kapitel behandelt den Konflikt zwischen Moral und politischem Zwang im Todesurteil und reflektiert Schillers dramaturgische Intention.

Schlüsselwörter

Maria Stuart, Elisabeth I., Friedrich Schiller, Geschichtsdrama, politisches Machtstreben, Moral und Politik, dynastischer Anspruch, Eifersucht, Historischer Verlauf, Opferrolle, Emanzipation, Machtkalkül, Psychologie der Tragödie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Trauerspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller hinsichtlich der Frage, ob die Titelfigur lediglich als Opfer der politischen Machtinteressen von Königin Elisabeth I. zu sehen ist.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die historische Legitimität des Thronanspruchs, die Psychologie der Macht, die Konfrontation von Weiblichkeit und Regierungsamt sowie der unauflösbare Konflikt zwischen moralischem Handeln und politischer Notwendigkeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, inwieweit Maria Stuart tatsächlich ein Opfer des politischen Machtstrebens von Elisabeth I. war, unter Einbeziehung sowohl historischer Fakten als auch Schillers dramatischer Umsetzung.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Schillers Dramentext mit historischen Kontexten und Sekundärliteratur zu den Themen Macht, Moral und Identität verknüpft.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Konflikte, die psychologische Gegenüberstellung der beiden Königinnen und die Untersuchung des Todesurteils als moralischen Wendepunkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Schlüsselbegriffe sind Machtkalkül, moralische Integrität, dynastischer Konflikt, weibliche Identität und Schillers Dramaturgie.

Wie bewertet die Arbeit die historische Rolle Elisabeths?

Elisabeth wird als eine Frau dargestellt, die ihre eigene Weiblichkeit zugunsten staatspolitischer Macht und Disziplin unterdrückt, was zu einer harten und bisweilen inhumanen Herrschaftspraxis führt.

Was macht Maria zur „moralischen Siegerin“?

Obwohl sie politisch scheitert und hingerichtet wird, gewinnt Maria durch ihre innere Wandlung und die Bejahung ihres Schicksals eine moralische Überlegenheit gegenüber der einsamen und psychisch isolierten Elisabeth.

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Details

Title
Maria Stuart: Ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeth's
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Charlotte Diez (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V51145
ISBN (eBook)
9783638471909
ISBN (Book)
9783656786832
Language
German
Tags
Maria Stuart Opfer Machtstreben Elisabeth
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Diez (Author), 2000, Maria Stuart: Ein Opfer des politischen Machtstreben Elisabeth's, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51145
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