Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Spracherwerb bei türkischen Kindern. Da viele Problemen bei dem Erwerb einer neuen Sprache auftreten können, beschränkt sich die Arbeit mit dem Pluralerwerb und den damit verbundenen Problemen bei türkischen Kindern. Das Ziel ist zu untersuchen, ob eine Gemeinsamkeit zwischen dem Pluralerwerb bei deutschen und türkischen Kindern besteht. Zunächst werden die Begriffe Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb definiert und es werden die Phasen des Grammatikerwerbs in der Erstsprache Deutsch genannt sowie die Phasen des kindlichen Zweitspracherwerb. Anschließend wird der Erwerb der deutschen Pluralbildung in der Erstsprache und der Pluralerwerb in der Zweisprache erläutert. Danach wird erklärt, wie das Pluralsystem im Deutschen und Türkischen funktioniert. Nachfolgend werden Studien, die sich mit dem Pluralerwerb von türkischen Kindern beschäftigen, vorgestellt.
Im Zeitalter der Globalisierung ist Migration zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Die Migranten müssen sich in einem neuen Land an die neue Kultur anpassen und werden mit einer Fremdsprache konfrontiert. Unter diesen Migranten sind häufig auch eine große Zahl von Kindern, die mit ihrer Familie oder auch allein in ein anderes Land umsiedeln. Kinder mit Migrationshintergrund umfassen in Deutschland 20 Prozent der deutschen Bevölkerung. Die größte Gruppe wird durch türkische Kinder vertreten. Da beide Elternteile in der Regel Türkisch mit den Kindern sprechen, ist Türkisch folglich ihre Erstsprache. Ein Problem ergibt sich meist dann, wenn die Kinder ab einem Alter von drei bis vier Jahren einen deutschen Kindergarten besuchen müssen. Diese Kinder besitzen in der Regel fast keine Sprachkenntnis der deutschen Sprache und es lässt sich vermuten, dass diese Kinder Schwierigkeiten bei dem Erwerb der deutschen Sprache haben können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erst- und Zweitspracherwerb im Vergleich
2.1 Grundlegendes zur Spracherwerbsforschung
2.2 Erstspracherwerb
2.3 Entwicklungsphasen zum Grammatikerwerb in der Erstsprache nach Clahsen
2.4 Zweitspracherwerb
2.5 Phasen des kindlichen Zweitspracherwerbs
3. Erwerb der deutschen Pluralbildung in der Erstsprache
3.1 Phasen zum deutschen Pluralerwerb in der Erstsprache und ihre Schwierigkeiten
3.2 Phasen der Pluralerwerb in der Zweisprachigkeit nach Marouani
4. Unterschied zwischen dem türkischen und deutschen Pluralsystem
4.1 Pluralsystem im Deutschen
4.2 Pluralsystem im Türkischen
5. Studien zur Pluralbildung bei türkischen Vorschulkindern
5.1. Experiment 1: Das Zauberkisten-Experiment
5.2 Experiment 2: Das Kunstwort- Experiment
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Spracherwerb von Kindern mit Türkisch als Erstsprache, die ab einem Alter von drei Jahren Deutsch als Zweitsprache erlernen. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob Gemeinsamkeiten zwischen dem Erwerb der deutschen Pluralbildung bei diesen DaZ-Kindern und dem Pluralerwerb bei monolingualen deutschen Kindern bestehen.
- Vergleich von Erst- und Zweitspracherwerb
- Strukturen der deutschen und türkischen Pluralbildung
- Entwicklungsphasen der Pluralmorphologie
- Empirische Analyse durch das Zauberkisten- und Kunstwort-Experiment
- Untersuchung von Übergeneralisierungserscheinungen bei der Pluralmarkierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Im Zeitalter der Globalisierung ist Migration zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden, sie gehört zu der Geschichte der Menschheit. Die Gründe dafür können vielseitig sein: Kriege, demographische Entwicklung, politische oder religiöse Verfolgung oder umweltbedingte Gründe (Mutlu, 2006, S. 1). Die Migranten müssen sich in einem neuen Land an die neue Kultur anpassen und werden mit einer Fremdsprache konfrontiert. Unter diesen Migranten sind häufig auch eine große Zahl von Kindern, die mit ihrer Familie oder auch allein in ein anderes Land umsiedeln. Kinder mit Migrationshintergrund umfassen in Deutschland 20% der deutschen Bevölkerung (Günay, 2016, S. 11). Die größte Gruppe wird durch türkischen Kinder vertreten. Da beide Elternteile in der Regel Türkisch mit den Kindern sprechen, ist Türkisch folglich ihre Erstsprache. Ein Problem ergibt sich meist dann, wenn die Kinder ab einem Alter von drei bis vier Jahren einen deutschen Kindergarten besuchen müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Migration dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Pluralerwerbs bei türkischsprachigen DaZ-Kindern im Vergleich zu monolingualen Kindern.
2. Erst- und Zweitspracherwerb im Vergleich: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Spracherwerbsforschung sowie die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitspracherwerb.
3. Erwerb der deutschen Pluralbildung in der Erstsprache: Das Kapitel präsentiert die Phasen des Pluralerwerbs bei Kindern und thematisiert die Komplexität und Schwierigkeiten der deutschen Pluralmorphologie.
4. Unterschied zwischen dem türkischen und deutschen Pluralsystem: Hier werden die kontrastiven Unterschiede zwischen dem deutschen System und der agglutinierenden Struktur des Türkischen aufgezeigt.
5. Studien zur Pluralbildung bei türkischen Vorschulkindern: Dieses Kapitel stellt zwei empirische Untersuchungen vor, das Zauberkisten- und das Kunstwort-Experiment, um den tatsächlichen Erwerbsprozess zu analysieren.
6. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass zweitsprachige Kinder ähnliche Erwerbsprozesse bei der Pluralbildung durchlaufen wie monolinguale Kinder.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, DaZ, Türkisch, Pluralbildung, Pluralerwerb, Erstsprache, Zweitsprache, Zweisprachigkeit, Morphologie, Übergeneralisierung, Zauberkisten-Experiment, Kunstwort-Experiment, Migration, Vorschulalter, Nominalflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie türkischsprachige Kinder, die im Alter von drei Jahren beginnen Deutsch als Zweitsprache zu erlernen, die deutsche Pluralbildung erwerben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Spracherwerb im Kindesalter, der Kontrast zwischen der deutschen und türkischen Sprachstruktur sowie die Analyse von Fehlern bei der Pluralmarkierung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich der Erwerb der Pluralbildung bei DaZ-Kindern mit Türkisch als Erstsprache von dem Pluralerwerb bei monolingualen deutschen Kindern unterscheidet.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden zwei empirische Studien analysiert: das "Zauberkisten-Experiment" und das "Kunstwort-Experiment", bei denen die Elizitation von Pluralformen bei den Probanden durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Entwicklungsphasen des Grammatikerwerbs, die strukturellen Eigenheiten beider Sprachen sowie die Auswertung der empirischen Experimente dargelegt.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Pluralerwerb, Übergeneralisierung, Nullmarkierung, Türkisch als Erstsprache und der Prozess des sukzessiven Bilingualismus.
Warum wird das Türkische als Vergleichssprache herangezogen?
Da Türkisch die Erstsprache der größten Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland ist, bietet sie eine essenzielle Grundlage für den kontrastiven Vergleich der Pluralmorphologie.
Welches Hauptergebnis liefern die untersuchten Experimente?
Die Studien zeigen, dass sowohl DaZ-Kinder als auch monolinguale Kinder ähnliche Stadien durchlaufen, wobei die Übergeneralisierung von Suffixen und die Nutzung der Nullmarkierung zentrale Beobachtungen darstellen.
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- Yaki Bilmez (Author), 2018, Spracherwerb bei türkischen Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511456