Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Erwerbstätigkeit von Frauen. Zur Einführung in das Thema werden die Begriffe Erwerbstätigkeit und Reproduktionsarbeit beleuchtet. Danach wird die Entwicklung im Bereich der Frauenarbeit verfolgt, die in den letzten fünzig Jahren stattgefunden hat. Dabei wird deutlich, dass es nicht immer selbstverständlich war, dass Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Auswahl sowie die Chancen eines Berufes sind kurz und knapp abschließendes Thema der Darstellung.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Frauen und Erwerbstätigkeit
1.1. Erwerbsarbeit vs. Reproduktionsarbeit
1.2. Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg
1.3. Berufswahl
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Situation von Frauen in der Erwerbstätigkeit und analysiert die historische Entwicklung sowie die strukturellen Hürden, die eine tatsächliche berufliche Gleichstellung bis heute erschweren. Im Fokus steht dabei die Frage, inwieweit gesellschaftliche Rahmenbedingungen und traditionelle Rollenbilder die Erwerbschancen und die Berufswahl von Frauen beeinflussen.
- Differenzierung zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
- Historische Entwicklung der Frauenerwerbstätigkeit seit 1945
- Strukturelle Benachteiligungen im Arbeitsleben
- Einfluss von Familien- und Gleichstellungspolitik
- Berufswahlverhalten und geschlechtsspezifische Segregation
Auszug aus dem Buch
1.1. Erwerbsarbeit vs. Reproduktionsarbeit
Das Lexikon definiert Arbeit als „zielgerichtetes, bewusstes Handeln von Menschen zum Zweck der Existenzsicherung und Bedürfnisbefriedigung“ des Einzelnen oder der Allgemeinheit. Arbeit bildet dementsprechend seit jeher die Grundlage der menschlichen Existenz, auch wenn das kulturelle Verständnis von Arbeit einem kontinuierlichen Wandel unterliegt (vgl. http://www.wissen.de). Wenn wir in unserer heutigen Arbeitsgesellschaft von Arbeit sprechen, so meinen wir in erster Linie die Erwerbsarbeit, die als Grundlage wirtschaftlicher Kraft wie auch als Grundlage der Systeme der sozialen Sicherung angesehen wird. Für den Einzelnen bedeutet Arbeit in diesem Sinne ein individuelles Einkommen und einen gewissen sozialen Status (vgl. Lenz 2001, 45 – 58).
Demgegenüber steht die Reproduktionsarbeit, die sich noch einmal in die individuelle und in die generative Reproduktionsarbeit aufspalten läßt. Unter dem Begriff der individuellen Reproduktion werden Arbeiten wie Hausarbeit und Beziehungsarbeit zusammengefasst, die normalerweise in jedem Haushalt bzw. bei jedem Menschen anfallen. Zur generativen Reproduktion zählt man die „Ausübung der Gebärfähigkeit“, die Erziehung bzw. Versorgung der Kinder sowie die Versorgung und Pflege von Angehörigen (vgl. Lenz 2001, 58 – 63). Traditionell gesehen ist die Reproduktionsarbeit schon immer die Domäne der Frauen gewesen, während der Mann für die wirtschaftliche Versorgung der Familie zuständig war. Erst die konstanten Bemühungen der sich seit 1840 in Deutschland entwickelnden Frauenbewegung machten es möglich, dass sich die uralte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung langsam auflöste. Heutzutage ist es in unserer Gesellschaft glücklicherweise keine Ausnahme, dass Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen, auch wenn ihre Chancengleichheit außerhalb des Hauses meist immer noch durch die tradierte Zuständigkeit für Haushalt und Familie gemindert wird (vgl. BpB 1997 a, 4).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die thematische Auseinandersetzung mit der weiblichen Erwerbstätigkeit und benennt die Schwerpunkte der Arbeit, von Begriffsdefinitionen bis hin zur historischen Entwicklung.
1. Frauen und Erwerbstätigkeit: Dieses Kapitel analysiert die Abgrenzung zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit, zeichnet die rechtliche und gesellschaftliche Entwicklung seit 1945 nach und beleuchtet aktuelle Tendenzen sowie Hürden bei der Berufswahl.
Schlüsselwörter
Frauen, Erwerbstätigkeit, Reproduktionsarbeit, Gleichberechtigung, Arbeitsmarkt, Berufswahl, Geschlechterverhältnis, Familienpolitik, Teilzeitbeschäftigung, Chancengleichheit, Arbeitsgesellschaft, Doppelbelastung, Sozialer Status, Erwerbsquote, Frauenbewegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Rolle der Frau in der Erwerbstätigkeit und untersucht, warum eine vollständige berufliche Gleichstellung trotz rechtlicher Grundlagen noch nicht erreicht ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Unterscheidung von Erwerbs- und Hausarbeit, die historische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg, rechtliche Rahmenbedingungen sowie das spezifische Berufswahlverhalten von Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Frauen im Beruf trotz theoretischer Gleichstellung strukturell benachteiligt sind und welche Faktoren zu dieser Diskrepanz beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle soziologische und politische Befunde sowie Rechtsgrundlagen ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die historische Nachkriegsentwicklung und eine Analyse aktueller Herausforderungen bei der Berufswahl und Einkommenssituation.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Zentrale Begriffe sind die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, die Doppelbelastung, das Grundgesetz und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Wie hat sich das Leitbild der "Hausfrauenehe" historisch verändert?
Das Leitbild wandelte sich von einer rechtlichen Verpflichtung der Frau zur Haushaltsführung hin zu einer partnerschaftlichen Regelung, wie sie insbesondere mit der Rechtsreform von 1977 verankert wurde.
Welchen Einfluss hat die "Babypause" auf den beruflichen Werdegang?
Trotz gestiegener Erwerbsquoten stellt die familienbedingte Unterbrechung weiterhin ein Haupthindernis für den nahtlosen Karriereverlauf und die berufliche Chancengleichheit dar.
Warum konzentrieren sich Frauen auf nur wenige Berufsgruppen?
Dies ist häufig auf die Sorge vor Benachteiligungen in "Männerdomänen" sowie auf die gezielte Suche nach Sinn, Autonomie und Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen.
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- Simone Kaletsch (Author), 2002, Frauen und Erwerbstätigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51157