Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen der digitalen Transformation, basierend auf wissenschaftlicher Literatur ebenso anhand von Praxisbeispielen zu erarbeiten und die Auswirkungen auf die funktionale Ebene, sowie Erstellung einer eigens erstellten Roadmap darzustellen. Die hierfür eigens entwickelte Roadmap soll das Forschungsergebnis der vorliegenden Arbeit wiedergeben.
Immer mehr vernetzen sich die Lebensbereiche heutzutage in unserem von Digitalisierung geprägten Alltag. Hierdurch entstehen nicht nur neue Abhängigkeiten und Souveränitätsverluste, sondern auch bis dahin nicht gekannte Chancen und neue Handlungsmöglichkeiten. Digitale Transformation, Industrie 4.0 oder schlicht Digitalisierung: Die Digitalisierung ist in aller Munde. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in einer Videobotschaft kurz vor der Cebit 2016: "Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts".
Der Digitalisierungswandel ist in vollem Gange. Schnelllebig steigen die technologischen Entwicklungen und verändern die Art wie wir untereinander kommunizieren, uns informieren und wie wir konsumieren. Wir sind längst in einer digitalisierten Welt angekommen. Die Digitalisierung betrifft nicht mehr nur klassische IT-Unternehmen, sondern Unternehmen quer durch sämtliche Branchen und Sektoren. Neue oder veränderte Geschäftsmodelle entstehen.
Das Thema Digitalisierung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und Aufmerksamkeit erlangt. Hierbei spielen technologische Potenziale, die eine Digitalisierung ermöglichen, eine immer größere Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsdefinition Digitalisierung
1.2 Bedeutung der Digitalisierung für Unternehmen
2 Methodisches Vorgehen
2.1 Methodischer Zugang
2.2 Inhaltsanalyse
2.3 Gesamtmodell der Methodik
3 Digitale Konzepte in der Praxis
3.1 AB Volvo
3.2 Kaeser Kompressoren SE
3.3 Encana Oil & Gas Inc.
3.4 EnBW Energie Baden-Württemberg AG
3.5 Erkenntnisse
4 Digitale Konzepte in der Theorie
4.1 Total Quality Management
4.2 Business Model Canvas
4.3 Design Thinking
4.4 Balanced Scorecard
5 Vergleich der theoretischen Konzepte
5.1 Total Quality Management, DevOps und ITIL
5.2 Business Model Canvas, Customer Experience und Digitale Matrix
5.3 Design Thinking, Scrum und Creative Problem Solving
5.4 Balanced Scorecard und Strategy Map
6 Matrix zur Schnittstellenanalyse zwischen Theorie und Praxis
7 Roadmap zur digitalen Transformation von Geschäftsmodellen
8 Erstellung einer Roadmap
8.1 Total Quality Management
8.2 Business Model Canvas
8.3 Design Thinking
8.4 Balanced Scorecard
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Studienarbeit ist die Erarbeitung eines systematischen und nachhaltigen Ansatzes zur Führung technischer Industrieunternehmen in die Digitalisierung. Durch die Verknüpfung wissenschaftlicher Grundlagen mit analysierten Praxisbeispielen wird eine strukturierte Roadmap entwickelt, die Unternehmen als Orientierungshilfe für ihren digitalen Transformationsprozess dient.
- Grundlagen und Definition der digitalen Transformation in der Industrie.
- Analyse und Vergleich bestehender digitaler Konzepte in der Praxis (Fallstudien).
- Evaluation theoretischer Managementkonzepte wie TQM, BMC, Design Thinking und BSC.
- Entwicklung und methodische Herleitung einer Roadmap für die digitale Transformation.
- Operationalisierung und Überprüfung der Roadmap anhand einer integrierten Modellstruktur.
Auszug aus dem Buch
3.1 AB Volvo
2010 setzte sich eine kleine Gruppe von Managern der Automarke Volvo zusammen, um an einer zukünftigen Vision der Marke zu beraten. Ein Bestandteil dieser Vision war das Vernetzte Fahrzeug. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Volvo nicht über die entsprechenden Fähigkeiten, um effektiv gegen die stetig steigende digitale Umgebung anzukämpfen. Deshalb musste sich die Firma innerhalb erneuern, was einfacher gesagt war, als getan. Ein Problem war, dass einige Manager keinen Grund in der digitalen Innovation sahen Es fehlte an überzeugenden Argumenten, wie das Ziel der Digitalisierung erfolgreich erreicht werden sollte. Selbst wenn Manager es für sinnvoll erachteten, fehlte ihnen die Idee zur Umsetzung.
Der Vorstand von Volvo kommunizierte eine Vision, welche den Fokus auf das Kerngeschäft (Entwicklung und Produktion von Autos) um nachträgliche digitale Ergänzungen aufwertet. Die neuen Technologien sollten einen Mehrwert für den Kunden sein, und neue Erlösströme generieren. Damit sollte erreicht werden, dass digitale Features auch nach der Produktion und dem Verkauf durch den Kunden erworben werden können, und somit den immer kürzer werdenden Entwicklungszeiträumen Stand gehalten werden kann. Ein weiterer Ansatz war die Zusammenarbeit mit Firmen im Bereich der Consumer Electronic. Diese Herangehensweise änderte signifikant das bestehende Geschäftsmodell von Volvo. Um die genannten Herausforderungen anzugehen, bestimmte das Führungsteam von Volvo ein unternehmensübergreifendes verantwortliches Team, für die Entwicklung und Befähigung neuer Innovationen im Bereich vernetzter Fahrzeuge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Digitalisierung für Unternehmen und Definition des Ziels der Arbeit, eine praxisorientierte Roadmap zur digitalen Transformation zu erstellen.
2 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der Anwendung des Design Science Ansatzes nach Hevner in Kombination mit einer Inhaltsanalyse, um ein systematisches Gesamtmodell zu entwickeln.
3 Digitale Konzepte in der Praxis: Analyse von Fallbeispielen aus der Industrie (Volvo, Kaeser, Encana, EnBW), um unterschiedliche Ansätze zur Digitalisierung zu identifizieren und zu vergleichen.
4 Digitale Konzepte in der Theorie: Definition der für die Roadmap relevanten theoretischen Managementmodelle TQM, Business Model Canvas, Design Thinking und Balanced Scorecard.
5 Vergleich der theoretischen Konzepte: Kritische Gegenüberstellung und Bewertung verschiedener theoretischer Ansätze hinsichtlich ihrer Eignung für die Phasen der Roadmap.
6 Matrix zur Schnittstellenanalyse zwischen Theorie und Praxis: Methodische Gegenüberstellung von Theorie und Praxis mittels einer Matrix, um die Anwendbarkeit der Konzepte zu validieren.
7 Roadmap zur digitalen Transformation von Geschäftsmodellen: Vorstellung des Gesamtkonzepts der Roadmap, die die vier ausgewählten Methoden in einer logischen Hausstruktur vereint.
8 Erstellung einer Roadmap: Detaillierte Beschreibung der Anwendung der vier Phasen (TQM, BMC, Design Thinking, BSC) innerhalb des digitalen Transformationsprojekts.
9 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Betonung der Notwendigkeit einer individuellen Digitalisierungsstrategie und Ausblick auf die Bedeutung detaillierter Planung.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Digitale Transformation, Roadmap, Industrie 4.0, Total Quality Management, TQM, Business Model Canvas, BMC, Design Thinking, Balanced Scorecard, BSC, Prozessorientierung, Produktorientierung, Unternehmensstrategie, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines systematischen und nachhaltigen Ansatzes, um technische Industrieunternehmen durch den Prozess der digitalen Transformation zu führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Digitalisierung, die Analyse von Praxisbeispielen sowie die Entwicklung einer anwendbaren Roadmap für Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Grundlagen der digitalen Transformation zu erarbeiten und eine spezifische Roadmap zu entwickeln, die als Forschungsergebnis für Industrieunternehmen dienen soll.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den Design Science Ansatz nach Hevner sowie eine Inhaltsanalyse, um theoretische Modelle mit praktischen Anforderungen zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse von Praxisbeispielen, die Definition theoretischer Konzepte (TQM, BMC, Design Thinking, BSC), deren Vergleich und die schrittweise Herleitung der entwickelten Roadmap.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Digitalisierung, Roadmap, TQM, Business Model Canvas, Design Thinking und Balanced Scorecard charakterisieren.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Unternehmenstypen im Hinblick auf Digitalisierung?
Die Arbeit unterscheidet zwischen produktorientierten Ansätzen (z.B. Volvo, Kaeser) und prozessorientierten Ansätzen (z.B. Encana, EnBW), um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Geschäftsmodelle digitalisiert werden können.
Warum spielt das "Total Quality Management" (TQM) eine fundamentale Rolle in der vorgeschlagenen Roadmap?
TQM dient als Fundament, da es einen ganzheitlichen Ansatz zur Verankerung von Qualität in allen Unternehmensbereichen bietet und somit die notwendige Basis für eine nachhaltige Transformation bildet.
Welche Funktion übernimmt die "Balanced Scorecard" (BSC) am Ende der Roadmap?
Die BSC dient als Messinstrument zur Überprüfung der erreichten Ergebnisse, zur Bewertung der wirtschaftlichen Funktionalität und zur Steuerung der Zielerreichung im Transformationsprozess.
Warum wird beim "Design Thinking" besonders auf das multidisziplinäre Team und den variablen Raum Wert gelegt?
Diese Elemente sind essenziell, um kreative Innovationen jenseits bestehender Abteilungsstrukturen zu fördern und ein Umfeld zu schaffen, das komplexe Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln durchdringen kann.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Sax (Autor:in), 2019, Systematische, nachhaltige Heranführung eines technischen Industrieunternehmens an die Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511629