Einleitung
Aufgrund des wachsenden Medienangebots in der heutigen Zeit hat sich eine Diskussion über den Verfall der Lesekultur entfacht. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema des Lese- und Medienverhaltens von Jugendlichen in der Pubertät und soll einen Eindruck dieser Diskussion ermöglichen.
Im ersten Kapitel werden, zum besseren Verständnis, die Bedeutung des Lesens, die Teilbereiche des Lesens sowie der Begriff der Lesekompetenz und Veränderungen des Leseverhaltens skizziert. Das zweite Kapitel enthält Ausführungen zur literarischen Pubertät, wobei die pubertäre Lesesucht einen zentralen Punkt bildet. Im dritten Kapitel wird das geschlechtsspezifische Leseverhalten in der Pubertät vor dem Hintergrund PISA-Studie thematisiert. Darüber hinaus werden Ursachen für die Geschlechterunterschiede in der Lesekompetenz dargelegt.
Das vierte Kapitel enthält Darstellungen zum allgemeinen Medien- und Freizeitverhalten von Jugendlichen in der Pubertät, woraufhin im fünften Kapitel didaktische Konsequenzen für den Deutschunterricht gezogen werden. Leitendes Interesse bei der Erstellung dieser Arbeit war, aus der komplexen Thematik die wichtigsten Inhalte darzustellen und ihre Bedeutung für den Deutschunterricht zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Die Bedeutung des Lesens
1.1 Teilbereiche des Lesens
1.2 Der Begriff Lesekompetenz
1.3 Veränderungen des Leseverhaltens: Lese-Zapping
2 Literarische Sozialisation
2.1 Familiäre Lesesozialisation
2.2 Definition des Begriffs der Pubertät
2.3 Literarische Pubertät
2.3.1 Pubertäre Lesesucht
2.3.2 Formen der Identifikation nach Erich Schön
2.3.3 Lesekrise
2.3.4 Funktionen des Lesens in der Pubertät
3 Geschlechtsspezifisches Leseverhalten in der Pubertät
3.1 Lesequantität und Leseintensität: Mädchen lesen mehr als Jungen
3.2 Lesestoffe und Leseweisen: Mädchen lesen anderes und anders als Jungen
3.3 Lesefreude und Leseneigung: Mädchen bedeutet das Lesen mehr als Jungen
3.4 Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Lesen – Ergebnisse der PISA-Studie
3.4.1 Mädchen lesen besser als Jungen
3.4.2 Beeinflussung der Leseleistung durch die Textsorte
3.4.3 Lesegeschwindigkeit
3.5 Ursachen für Geschlechterunterschiede in der Lesekompetenz
4 Allgemeines Medienverhalten von Jugendlichen
4.1 Mediennutzung Im Hinblick auf verschiedene Bildungstypen
4.2 Freizeitverhalten von Jugendlichen
4.3 Ersetzung oder Ergänzung der Printmedien durch die Bildschirmmedien
5 Didaktische Konsequenzen für den Deutschunterricht
5.1 Jugendliteratur und Deutschunterricht
5.2 Leseförderung
5.3 Geschlechtsspezifische Leseförderung
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Lese- und Medienverhalten von Jugendlichen während der Pubertät, um den Einfluss von Medienangeboten auf die Lesekultur zu analysieren und didaktische Handlungsempfehlungen für den Deutschunterricht abzuleiten.
- Die literarische Sozialisation und Pubertät als Entwicklungsphase.
- Geschlechtsspezifische Differenzen in Lesekompetenz und Leseintensität.
- Der Einfluss der PISA-Studie auf die fachliche Diskussion.
- Allgemeines Mediennutzungsverhalten und der Wandel von Print- zu Bildschirmmedien.
- Didaktische Strategien zur Leseförderung und Stärkung der Lesemotivation.
Auszug aus dem Buch
1.3 Veränderungen des Leseverhaltens: Lese-Zapping
Durch das enorme Medienangebot und damit verbundenen Veränderungen im Bereich des Medienverhaltens haben sich auch die Lesegewohnheiten verändert. So ist nicht nur ein Rückgang der individuellen Lesedauer zu vermerken, sondern ebenso qualitative Veränderungen beim Lesen selbst.
Immer häufiger werden Textstellen übersprungen oder lediglich überflogen, was als „Lese-Zapping“12 bezeichnet wird. Jugendliche passen demnach ihr Leseverhalten immer mehr dem Fernseh- und Computerverhalten an. Dies hat zur Folge, dass weniger intensiv gelesen wird, sich ein „instrumenteller Umgang mit Büchern“13 entwickelt.
Daraus ergeben sich didaktische Konsequenzen für den Deutschunterricht: zum einen müssen Hilfestellungen zur Bewältigung und zum Überschauen des großen Medienangebots angeboten werden, da im Zeitalter von Internet und Informationsüberflutung die Fähigkeit zum schnellen Navigieren in großen Textmengen eingeübt werden muss, zum anderen muss die Fähigkeit zum genauen Lesen und Erfassen gefördert werden, welche möglicherweise verloren geht.14
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den Einfluss der modernen Medienwelt auf das Leseverhalten Jugendlicher in der Pubertät zu untersuchen und didaktische Konsequenzen aufzuzeigen.
1 Die Bedeutung des Lesens: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Lesekompetenz, die verschiedenen Teilbereiche des Lesens und beleuchtet das Phänomen des "Lese-Zapping".
2 Literarische Sozialisation: Es wird die familiäre Prägung des Lesens beschrieben und der Begriff der "literarischen Pubertät" mit seinen spezifischen Ausprägungen wie der Lesesucht und der Lesekrise eingeführt.
3 Geschlechtsspezifisches Leseverhalten in der Pubertät: Dieser Teil analysiert Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in Bezug auf Lesequantität, Stoffwahl und Rezeptionsmuster unter Einbeziehung der PISA-Ergebnisse.
4 Allgemeines Medienverhalten von Jugendlichen: Hier wird das Medienumfeld der Jugendlichen, insbesondere der Einzug von Computer und Internet, sowie dessen Einfluss auf die Freizeitgestaltung dargestellt.
5 Didaktische Konsequenzen für den Deutschunterricht: Auf Basis der theoretischen Erkenntnisse werden Ansätze zur Leseförderung und zur gezielten Unterstützung von Jungen und Mädchen diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, trotz veränderter Medienlandschaften die Lesemotivation in der Schule aktiv zu fördern.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Medienverhalten, Pubertät, Lesesozialisation, PISA-Studie, Lese-Zapping, Geschlechterdifferenz, Leseförderung, Jugendliteratur, Mediennutzung, Lesemotivation, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Lesekrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Lese- und Medienverhaltens von Jugendlichen in der Phase der Pubertät vor dem Hintergrund des wachsenden modernen Medienangebots.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die literarische Sozialisation, geschlechtsspezifische Unterschiede beim Lesen, das allgemeine Mediennutzungsverhalten sowie didaktische Strategien zur Leseförderung.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die wichtigsten inhaltlichen Aspekte der komplexen Thematik darzustellen und ihre Bedeutung für einen zeitgemäßen Deutschunterricht zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung empirischer Studien und der fachwissenschaftlichen Literatur zu den Themen Lese- und Mediensozialisation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse des geschlechtsspezifischen Leseverhaltens, eine Untersuchung des allgemeinen Medienverhaltens und die Ableitung didaktischer Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Lesekompetenz, Pubertät, Lese-Zapping, Leseförderung und geschlechtsspezifische Mediennutzung.
Was genau versteht die Autorin unter dem Begriff "Lese-Zapping"?
Damit ist das Phänomen gemeint, bei dem Jugendliche Textstellen überspringen oder Texte nur noch überfliegen, ähnlich ihrem Verhalten bei der Nutzung von Fernseh- oder Computermedien.
Warum schneiden Jungen in der PISA-Studie oft schlechter ab als Mädchen?
Die Arbeit führt dies vor allem auf motivationale Faktoren zurück; Jungen lesen seltener zum Vergnügen und zeigen weniger Interesse an der klassischen Schullektüre als Mädchen.
- Citation du texte
- Christina Weiser (Auteur), 2005, Lese- und Medienverhalten von Jugendlichen in der Pubertät, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51171