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Die Kathedrale von Chartres. Wie funktioniert sie als Wallfahrtsstätte?

Título: Die Kathedrale von Chartres. Wie funktioniert sie als Wallfahrtsstätte?

Trabajo de Investigación , 2018 , 58 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Victoria Landmann (Autor)

Arte - Historia del Arte
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Das Ziel dieser Arbeit ist zu untersuchen, wie die Kathedrale von Chartres als Wallfahrtskirche funktioniert. Hierbei steht die Heilige Jungfrau und deren Heilsbotschaft, die sie durch ihre multimediale Präsenz im äußeren und inneren der Kathedrale an die Gläubigen richtet, im Mittelpunkt.

„So wächst aus urgrauen Tagen die Kathedrale empor: Wie sie mit ihrer Krypta tief in der Erde wurzelt, so wurzelt sie in der Zeit; weiterhin überragt sie die Landschaft, die ihr das beste Ihres Wesens zugetragen hat, und mit ihren Türmen stößt sie an den Himmel. Wenn man es nirgends sonst erführe, hier erfährt man es, dass die Wahrheit und die Schönheit von uns nie begriffen, sondern nur erpilgert werden können.“ Diese ekstatischen Zeilen schrieb einst der Dichter Charles Péguy (1873-1914), der 1912 zur Kathedrale Nôtre-Dame von Charters pilgerte um zu beten, dass sein Sohn vom Typhus geheilt werde und dort Erlösung fand.

Bereits seit Jahrhunderten gilt die dreischiffige Kreuzbasilika, welche nach einem Brand der romanischen Kirche im Jahre 1194 neu errichtet wurde, als wichtigster Marienwallfahrtsort von Frankreich. Hier tritt die Jungfrau nicht nur als Schutzpatronin in Erscheinung. Der gesamte Bau ist von zahlreichen, sich wiederholenden Darstellungen der Muttergottes durchzogen, die auf die übergeordnete Bedeutung der Mutterfigur hinweisen wollen. Dabei wird man in der Kathedrale mit Maria nicht nur durch ihre verehrten Reliquien und Kultbilder konfrontiert, sondern auch durch die Reliefs an den Außenportalen und in den biblischen Erzählungen der überaus bedeutsamen Glasmalereien. Der Ursprung dieses Marien-Kanons in Chartres liegt dabei in einem nicht eindeutig bestätigten Kult um eine Mutterfigur mit Kind, der so genannten Virgo paritura, die schon in vorchristlicher Zeit in Charters verehrt worden sein soll, jedoch die Marienverehrung und die Bedeutung der Kathedrale als Marienwallfahrtsstätte maßgeblich geprägt hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Reliquien und Kultbilder in der Kathedrale von Chartres

3.1 Der Marienkult um die Marienreliquie von Chartres

3.2 Die Legende der Virgo Paritura

4. Die Wiederspieglung Mariens in der Architektur und Glasmalerei

4.1 Der Multimediale Ausdruck der Kathedrale

4.2. Der Westkomplex

4.2.1 Die Muttergottes am Königsportal

4.2.2 Maria in den Glasmalereien der Westfassade

4.3 Der Nordkomplex

4.3.1 Maria und Anna am nördlichen Querhaus

4.3.2 Maria und Anna in der Glasmalereien des nördlichen Querhauses

4.4 Das Südkomplex

4.4.1 Die Madonnen der drei Giebelreliefs der südlichen Portalanlage

4.4.2 Maria in der Glasmalereien des südlichen Querhauses

4.5 Der Chor

4.5.1 Maria in den sieben Apsisfenstern

4.5.2 Die Nôtre-Dame de la Belle-Verrière

5. Der mittelalterliche Pilgerweg durch die Kathedrale

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die Funktionsweise der Kathedrale von Chartres als bedeutende Wallfahrtskirche zu untersuchen. Dabei steht die Heilige Jungfrau Maria und ihre Heilsbotschaft, die durch ihre multimediale Präsenz im Inneren und Äußeren der Kathedrale an die Pilger gerichtet wird, im Zentrum der Analyse.

  • Die historische Bedeutung und die Legenden um die Marienreliquien und Kultbilder in Chartres.
  • Die Darstellung Mariens und ihre ikonographische Einbettung in der Architektur und Glasmalerei.
  • Die Analyse der verschiedenen Portal- und Fensterkomplexe (West-, Nord-, Südportal und Chor) und ihre marianischen Bedeutungsebenen.
  • Die Untersuchung der Rolle der heiligen Anna als Mutterfigur im Kontext des Marienkultes.
  • Die Rekonstruktion des mittelalterlichen Pilgerweges und die spirituelle Erfahrung der Pilger durch die Kathedrale.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Marienkult um die Marienreliquie von Chartres

Die Geschichte von Chartres ist eng mit der Figur der Jungfrau Maria verbunden. Seit den Anfängen der Kathedrale zu Beginn des 12. Jahrhunderts und teilweise noch bis in unsere Gegenwart hinein umhüllt ein undurchsichtiger Schleier von Legenden die Marienwallfahrt von Chartres. Der Ruf Chartres‘ als Marienheiligtum wurde dabei im Wesentlichen von einer Reliquie geprägt. Hierbei handelt es sich um das Hemd der Heiligen Jungfrau, la Sainte chemise oder die Sancta camisia, welches sie bei der Verkündigung oder der Geburt Christi getragen haben soll. Diese Reliquie wurde der Kathedrale im Jahr 876 von KARL DEM KAHLEN, dem Enkel KARLS DES GROßEN, gestiftet. Um die Geschichte der Reliquie ranken sich zahlreiche Legenden: Am Sterbebett übergab die Jungfrau das Kleidungsstück über Johannes an zwei Nachbarinnen, von denen er an zwei Edelleute gelangte. Diese konnten den Aufenthaltsort nicht verheimlichen, da sich um den Aufbewahrungsort zahlreiche Wunderheilungen ereigneten.

Dies hatte zur Folge, dass Kaiser Leo des oströmischen Reiches im 5. Jahrhundert für die Reliquie eine Kirche in Konstantinopel errichten ließ. Schließlich soll der Kaiser CONSTANTIN V die Reliquie zwischen 780 und 802 Karl dem Großen geschenkt haben, da er Constantin im Krieg gegen die Sarazenen beigestanden hatte. KARL DER GROßE bewahrte das Hemd Mariens im Domschatz des Aachener Doms auf und schenkte ihn anschließend seinem Enkel KARL DEM KAHLEN, von wo aus das kostbare Stück nach Chartres gelangte. Nach MÜLLER könnte der Anlass für die Schenkung der Reliquie auch die Weihe der 858 unter Bischof Gislebertus wiedererrichteten Kathedrale von gewesen sein, die zuvor von den Wikingern zerstört worden war. Dagegen wird nach GABRIELA SIGNORI in der Literatur weitgehend verschwiegen, dass KARL DER KAHLE die Hemdreliquie 876 von KARL DEM GROßEN nicht geschenkt, sondern die Reliquie dem kaiserlichen Aachen unerlaubt entwendet hatte. Das diese besondere Marienreliquie gerade der Chartreser Kathedrale gestiftet wurde, lässt sich nach HALFEN nicht ausschließlich durch persönliche Beziehungen zwischen dem damaligen Bischof von Chartres und dem König begründen, vielmehr unterstellt er, dass der Ort schon vor der Stiftung eine herausragende Bedeutung als Marienheiligtum hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Chartres als wichtigen Marienwallfahrtsort vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Funktion der Kathedrale als Wallfahrtskirche.

2. Forschungsstand: Hier wird ein Überblick über die relevante Literatur zur Kathedrale, insbesondere zur Marienthematik, den Glasmalereien und den Portalanlagen gegeben.

3. Reliquien und Kultbilder in der Kathedrale von Chartres: Dieses Kapitel behandelt die zentralen Kultobjekte, namentlich die Marienreliquie (Sainte chemise) und die Legende der Virgo Paritura.

4. Die Wiederspieglung Mariens in der Architektur und Glasmalerei: Der Hauptteil analysiert, wie marianische Themen in den verschiedenen Baukomplexen der Kathedrale durch Portalskulpturen und Fensterzyklen multimedial dargestellt werden.

5. Der mittelalterliche Pilgerweg durch die Kathedrale: Hier wird rekonstruiert, welchen Weg die Pilger im Mittelalter durch die Kathedrale nahmen und an welchen Kultorten sie Station machten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle der Kathedrale als „theologische Abhandlung“, in der Maria als Herzstück der Heilsgeschichte durch alle Bereiche des Baus präsent ist.

Schlüsselwörter

Chartres, Marienverehrung, Wallfahrtskirche, Kathedrale, Sainte chemise, Virgo Paritura, Glasmalerei, Portalarchitektur, Marienreliquie, Ikonographie, Heilsgeschichte, Nôtre-Dame, Mittelalter, Pilgerweg, Kultbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Forschungsarbeit untersucht die Kathedrale von Chartres als zentralen Marienwallfahrtsort und analysiert, wie die multimediale Ausgestaltung der Kathedrale – von Reliquien über Portalskulpturen bis hin zu Glasmalereien – die Heilsbotschaft Mariens an die Gläubigen vermittelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Marienkult, die Bedeutung von Reliquien (wie der Sainte chemise), Legenden wie die Virgo Paritura, sowie die architektonische und künstlerische Veranschaulichung marianischer Themen an den verschiedenen Portalen und in den Fensterzyklen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie die Kathedrale als Wallfahrtskirche funktioniert und auf welche Weise die Heilige Jungfrau Maria durch ihre multimediale Präsenz im Äußeren und Inneren der Kathedrale den Pilger in seinem Heilsweg leitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kunsthistorische Analyse der Architektur, Skulptur und Glasmalerei durchgeführt, wobei die Gebäude- und Kultgeschichte in den Kontext der zeitgenössischen Liturgie und Theologie gestellt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert der West-, Nord- und Südkomplex sowie der Chor analysiert. Besonderes Augenmerk liegt auf den marianischen Darstellungen in den Reliefs und Glasmalereifenstern sowie deren ikonographischen Zusammenhängen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Marienfrömmigkeit, Kathedrale von Chartres, Wallfahrtsstätte, Ikonographie, Virgo Paritura, Sainte chemise, Glasmalerei und Heilsgeschichte.

Warum spielt die heilige Anna eine besondere Rolle in dieser Studie?

Die Arbeit identifiziert Anna als bedeutende Mütterfigur, deren prominente Darstellung am Nordportal und in den Glasfenstern das Verständnis von Maria als Teil einer göttlichen Heilsgeschichte und "Urmutter" erweitert.

Welchen speziellen Stellenwert hat das Fenster "Nôtre-Dame de la Belle-Verrière"?

Dieses Fenster wird als Kultbild innerhalb der Kathedrale hervorgehoben. Die Arbeit analysiert seine liturgische Funktion und die Art und Weise, wie es die Verkörperung des Neuen Bundes durch Maria und die "Wohnung der Weisheit" darstellt.

Final del extracto de 58 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Kathedrale von Chartres. Wie funktioniert sie als Wallfahrtsstätte?
Universidad
LMU Munich  (Kunstgeschichte)
Curso
Kultbilder und Wallfahrtskirchen
Calificación
1,3
Autor
Victoria Landmann (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
58
No. de catálogo
V511812
ISBN (Ebook)
9783346093004
ISBN (Libro)
9783346093011
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kultbilder Wallfahrtskirchen Kathedrale von Chartres Chartres Mittelalter Pilgertum Pilger Kathedralen Gotik Spätmittelalter Frühmittelalter Forschungsarbeit Wallfahrtsstätten Wallfahrt Wallfahrtsstätte Schwarze Madonnen Marienkult Maria Muttergottes Glasmalerei Frankreich Reliquienkult Reliquie Architektur Kirchenarchitektur Symmetrie Notre-Dame Mittelaltermarketing Marketing Kirchen Kirche Marienkirche Königsportal Virgo Paritura
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Victoria Landmann (Autor), 2018, Die Kathedrale von Chartres. Wie funktioniert sie als Wallfahrtsstätte?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511812
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