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Ist Sprache eine soziale Tatsache? Ferdinand de Saussure und Strukturalismus

Title: Ist Sprache eine soziale Tatsache? Ferdinand de Saussure und Strukturalismus

Term Paper , 2019 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mohamed Mbathie (Author)

German Studies - Linguistics
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Diese Arbeit geht, ausgehend von den Thesen von Ferdinand de Saussure, der Frage nach, ob Sprache als soziale Tatsache betrachtet werden kann.

Das Postum Cours de Linguistique Générale zählt als Grundlage, wodurch sich die Linguistik erst zu einer selbstständige Disziplin entwickelt hat. Die Cours de Linguistique Générale (in der nachfolgenden Arbeit mit C.L.G. abgekürzt) kann demzufolge auch als so genannte „Bibel der Linguist/innen“ bezeichnet werden und De Saussure als "Vater der Linguistik" betrachtet werden.

Im Kern seiner Arbeit geht es um die intensive Auseinandersetzung mit dem internen Charakter der Sprache bzw. die Sprache als ein sozialer Produkt der Fakultät der Sprachfähigkeit und als ein Ensemble von notwendige Bedingungen adoptiert von dem sozialen Korpus für das Ermöglichen der Ausübung dieser Fakultät bei dem Subjekt. In dem Kapitel drei der C.L.G, dem "Gegenstand der Sprachwissenschaft", unternimmt De Saussure einen Versuch die Sprache zu definieren, indem er "Langue", "Parole" und "Langage" (auf Deutsch: die "Sprache", die "Rede" und das "Sprachsystem") differenziert. Eines der wichtigsten Merkmale der Sprache ist jedoch, dass die Sprache sozial ist, denn die Sprache existiert nur im Kollektiven.

Der erste Teil dieser Arbeit widmet sich daher dem Verstehen von De Saussure der "Langue"als ein "Fait social" (hier: soziale Realität). Im darauffolgenden Teil wird der Zeichenbegriff nach De Saussure genauer betrachtet, der sich auf den sozialen Aspekt der "Langue" konzentriert. In Kapitel 3 soll am Beispiel aus dem Phänomen "Kiezdeutsch"die sozialen Realität der Sprache, basierend auf der Forschung von De Saussure, analysiert werden, um zu verstehen, wie die Sprache als "fait social" (soziale Realität) zu verstehen ist. Ein zusammenfassendes Fazit schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Saussuresche Trichotomie: langage – langue – parole

2.1 Die soziale Realität der Sprache

2.2 Das sprachliche Zeichen nach Ferdinand De Saussure

2.2.1 Eigenschaften der sprachlichen Zeichen

2.2.2 Die Beliebigkeit des sprachlichen Zeichens

2.2.3 Die Veränderlichkeit und Unveränderlichkeit des sprachlichen Zeichens

2.2.4 Die Lineare Charakter der sprachlichen Zeichen

3. Analyse der sozialen Realität der Sprache am Beispiel vom Kiezdeutsch

3.1 Kiezdeutsch und seine Partikularität

3.2 Die Entstehung des Kiezdeutsches als eine soziale Tatsache

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verständnis von Sprache als soziale Tatsache („Fait social“) basierend auf den theoretischen Grundlagen von Ferdinand de Saussure. Das primäre Ziel ist es, die saussuresche Sprachwissenschaft, insbesondere die Konzepte Langue, Parole und das sprachliche Zeichen, zu erläutern und diese theoretischen Rahmenbedingungen auf das Phänomen „Kiezdeutsch“ anzuwenden, um dessen Entstehung und Charakter als moderne soziale Variation des Standarddeutschen zu analysieren.

  • Die saussuresche Trichotomie von langage, langue und parole.
  • Die Konstitution und die Eigenschaften des sprachlichen Zeichens.
  • Die Rolle der „Masse parlante“ bei der Stabilisierung und Veränderung von Sprache.
  • Kiezdeutsch als eigenständiger Dialekt und multilinguale Variante.
  • Die Entstehung neuer Dialekte als soziale Tatsache durch den Faktor Zeit und soziale Dynamiken.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Die Beliebigkeit des sprachlichen Zeichens

Wie schon in dem vorherigen Kapitel erwähnt, besteht laut De Saussure das sprachliche Zeichen aus zwei mentalen Seiten: Konzept und lautliches Bild (s. Abbildung 2). Das Sprachliche Zeichen ist arbiträr in dem Sinn, dass die Verbindung dieser beiden Seiten nur von der „Langue“ bestimmt wird. Es gibt weder eine natürliche noch eine willentliche Zuordnung. Das Individuum ist nicht in der Lage die „Langue“ willkürlich zu manipulieren.

Für das sprechende Individuum ist die Zuordnung per Langue ein absoluter Zwang. Ihm gelingt es nicht einmal, mit einem etablierten Satz gegen die Bedeutung etwas Anderes zu meinen, etwa mit ‚Schönes Wetter draußen‘ zu meinen ‚ich habe keinen Hunger.‘ Das Individuum ist der Langue ausgeliefert, auf sie angewiesen. Würde es sich nicht daran halten, würde es nicht verstanden.

Dieser erste Charakter des Zeichens: die Arbitrarität macht das Zeichen rein gesellschaftlich auch, weil es die Masse ist, die die Zeichen sanktioniert und tradiert. Das sprachliche Zeichen ist außerdem arbiträr, weil die Gesellschaft die Institution ist, die Zeichen aber unmotiviert bestimmt und festlegt. Die Meinung des einzelnen Individuums wird in dem Fall nicht gefragt.

Das „beliebig“ erfordert hierbei eine Bemerkung. Es soll nicht die Vorstellung erwecken, als ob die Bezeichnung von der freien Wahl der sprechenden Person abhinge (weiter unten werden wir sehen, daß es nicht in der Macht des Individuums steht, irgendetwas an dem einmal bei einer Sprachgemeinschaft geltenden Zeichen zu ändern); es soll besagen, daß es unmotiviert ist, d. h. beliebig im Verhältnis zum Bezeichneten, mit welchem es in Wirklichkeit keinerlei natürliche Zusammengehörigkeit hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk "Cours de Linguistique Générale" von Ferdinand de Saussure ein und formuliert das Ziel, dessen Theorie der "Langue" als soziale Tatsache anhand des Phänomens Kiezdeutsch zu untersuchen.

2. Saussuresche Trichotomie: langage – langue – parole: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Langage, Langue und Parole und arbeitet die zentrale Rolle der "Langue" als soziales, gesellschaftlich verankertes System heraus.

2.1 Die soziale Realität der Sprache: Es wird dargelegt, dass Sprache als soziale Tatsache existiert und nur durch die kollektive Verwendung und Sanktionierung innerhalb einer Gemeinschaft ihre Bedeutung erhält.

2.2 Das sprachliche Zeichen nach Ferdinand De Saussure: Hier wird das Zeichen als doppelseitige psychische Einheit definiert, bestehend aus einem lautlichen Bild und einem Konzept.

2.2.1 Eigenschaften der sprachlichen Zeichen: Einführung der zentralen Merkmale des Zeichens: Arbitrarität, Linearität, Veränderlichkeit und Unveränderlichkeit.

2.2.2 Die Beliebigkeit des sprachlichen Zeichens: Erläuterung der Arbitrarität als fehlende natürliche Verbindung zwischen Zeichen und Bezeichnetem, was das Zeichen der individuellen Manipulation entzieht.

2.2.3 Die Veränderlichkeit und Unveränderlichkeit des sprachlichen Zeichens: Analyse der Rolle der Gesellschaft und des Faktors Zeit, die gleichzeitig Stabilität wahren und dynamische sprachliche Veränderungen ermöglichen.

2.2.4 Der Lineare Charakter der sprachlichen Zeichen: Beschreibung der Linearität als notwendige Eigenschaft, da sprachliche Einheiten nacheinander in der Zeit artikuliert werden müssen.

3. Analyse der sozialen Realität der Sprache am Beispiel vom Kiezdeutsch: Anwendung der saussureschen Theorie auf das Kiezdeutsch, um es als moderne und dynamische Sprachvariation zu deuten.

3.1 Kiezdeutsch und seine Partikularität: Definition des Kiezdeutsch als eigenständiger Dialekt, der aus einem sozialen Umfeld mit Migrationshintergrund hervorgeht und sich durch grammatische und lexikalische Besonderheiten auszeichnet.

3.2 Die Entstehung des Kiezdeutsches als eine soziale Tatsache: Bestätigung des saussureschen Ansatzes, dass Sprachen keine starren Systeme sind, sondern durch den Gebrauch einer Sprechergemeinschaft in ständigem Wandel stehen.

4. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Kiezdeutsch eine moderne, durch eine multilinguale Sprechergemeinschaft legitimierte soziale Tatsache darstellt, die das saussuresche Modell bestätigt.

Schlüsselwörter

Ferdinand de Saussure, Langue, Parole, Kiezdeutsch, Soziale Tatsache, Fait social, Arbitrarität, Sprachzeichen, Linguistik, Sprachwandel, Dialekt, Multiethnolekt, Sprachwissenschaft, Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das linguistische Konzept der "Sprache als soziale Tatsache" von Ferdinand de Saussure und analysiert, wie diese Theorie zum Verständnis moderner Sprachvariationen wie Kiezdeutsch beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die saussuresche Sprachphilosophie (Langue/Parole), die Eigenschaften des sprachlichen Zeichens und die soziolinguistische Analyse von Kiezdeutsch als neuem Dialekt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu erörtern, inwieweit eine Sprache eine soziale Tatsache ist, und am Beispiel des Kiezdeutsch zu zeigen, wie eine neue Sprachvariation durch soziale Dynamiken und Zeitfaktoren entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der "Cours de Linguistique Générale" von de Saussure und einer anschließenden exemplarischen Anwendung dieser Theorie auf das Phänomen des Kiezdeutsch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der saussureschen Trichotomie und Zeichenlehre sowie in die praktische Untersuchung des Kiezdeutsch hinsichtlich seiner Partikularität und sozialen Entstehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ferdinand de Saussure, Soziale Tatsache, Kiezdeutsch, Arbitrarität, Sprachsystem, Langue und Sprachwandel.

Warum wird im Kontext des Kiezdeutsch oft der Begriff "Multiethnolekt" genannt?

Der Begriff betont, dass Kiezdeutsch durch den Kontakt mehrerer Sprachen und eine diverse, multiethnische Sprechergemeinschaft entstanden ist, was über eine rein ethnische Zuschreibung hinausgeht.

Welche Rolle spielt der Faktor "Zeit" in der Theorie von Saussure?

Der Faktor Zeit ist entscheidend, da er die Kontinuität der Sprache sichert, gleichzeitig aber durch die Interaktion mit der "Masse parlante" die Veränderlichkeit des Sprachsystems über längere Perioden ermöglicht.

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Details

Title
Ist Sprache eine soziale Tatsache? Ferdinand de Saussure und Strukturalismus
College
University of Hamburg
Course
Saussure und der Strukturalismus
Grade
1,7
Author
Mohamed Mbathie (Author)
Publication Year
2019
Pages
18
Catalog Number
V511847
ISBN (eBook)
9783346097484
ISBN (Book)
9783346097491
Language
German
Tags
sprache tatsache ferdinand saussaure strukturalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mohamed Mbathie (Author), 2019, Ist Sprache eine soziale Tatsache? Ferdinand de Saussure und Strukturalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511847
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