Leadership und Kommunikation

Ein Kollege/eine Kollegin wird zum/zur Vorgesetzten befördert. Welche Auswirkungen könnte das haben und wie lässt sich darauf reagieren?


Essay, 2019

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Einleitung

In diesem Essay wird auf die Fragestellung eingegangen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn ein Kollege zum Vorgesetzten befördert wird. Es wird auch die Frage behandelt, wie von der neuen Führungskraft darauf reagiert werden kann. Es werden dabei besonders die ersten Schritte der Kommunikation zwischen der Führungskraft und den Mitarbeiten betrachtet. Diese Arbeit erhält außerdem einen Bericht aus der eigenen Erfahrung in der Praxis. Er zeigt Maßnahmen auf, die der neue Vorgesetzte für diese Herausforderung nutzen kann. Es wird dabei der Ansatz des ,Golden Circle‘ von Simon Sinek näher beschrieben, sowie ein agiles Meetingformat namens Retrospektive aufgezeigt. Ebenso werden allgemeine Tipps und Hinweise erwähnt, um diese neue Zusammenarbeit, sowohl für die neue Führungskraft als auch für die Mitarbeiter, erfolgreich zu machen.

Hauptteil

Welche großen Herausforderungen gibt es, wenn ein Kollege zum Vorgesetzten wird? Zu Beginn kann gesagt werden, dass es aus Sicht der Führungskraft wichtig ist, dass sie aufgrund der neuen Aufgabe nicht zu übermotiviert agiert. Sofortige Veränderungen, ohne nachvollziehbarem Grund, lösen bei den Mitarbeitern Unverständnis aus. Das Gewinnen von Vertrauen ist in der ersten Phase in der neuen Rolle sehr wichtig. Die Planung einer guten Kommunikation ist dabei besonders von Bedeutung.[1] Aus eigener Erfahrung kann gesagt werden, dass es im ersten Schritt von Vorteil ist, wenn sich die neue Führungskraft mit jedem Mitarbeiter einzeln zusammensetzt. Dabei sind keine spontanen Termine, sondern geplante Besprechungen gemeint, bei denen sich beide Teilnehmer, die Führungskraft und der Mitarbeiter, genug Zeit nehmen. Möglicherweise kann der neue Vorgesetzte, dem Mitarbeiter zur Vorbereitung, Fragen für die zukünftige Zusammenarbeit mitgeben. Als Beispiel können folgende Fragen vom Mitarbeiter ausgearbeitet werden:

- Welche Erwartungen hast du an mich als neue Führungskraft?
- Was ist dir für eine erfolgreiche Erledigung deiner Arbeit wichtig?
- Wie kann ich dich dabei unterstützen?
- Was würdest du in unserer Abteilung verändern?

Es ist aber nicht nur wichtig, dass sich der Mitarbeiter vor dem Gespräch Gedanken macht, sondern auch der neue Vorgesetzte. Er kann im Voraus bereits überlegen, welche eigenen Vorstellungen er in den Austausch mitnehmen will. Der Mitarbeiter will gegebenenfalls auch wissen, welche Erwartungen die neue Führungskraft an ihn hat und welche Ziele sie verfolgt. Ein Vorteil dieses Einzelgesprächs kann sein, dass der Mitarbeiter in diskreter Atmosphäre seine Bedenken äußern kann, die der Vorgesetzte im Idealfall abmildern kann. Ebenso ist dabei wichtig, dass die neue Führungskraft, die zuvor Kollege war, authentisch bleibt und sich in der neuen Rolle nicht verstellt. Wenn sich die beiden Kollegen zuvor geduzt haben, dann soll das auch nach der Beförderung beibehalten werden. Entscheidend für die neue Führungskraft ist es, dass sie den Mitarbeitern das Gefühl gibt, dass sie alle Teammitglieder ident behandelt und keinen Einzelnen bevorzugt.[2] Deshalb kann aus persönlicher Erfahrung angemerkt werden, dass die Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern sehr zeitnah erfolgen sollen. Ist dieser erste Schritt der Gespräche erledigt kann als nächste Maßnahme ein gemeinsames Teammeeting geplant werden. Für die Führungskraft ist es dabei von Bedeutung, dass sie sich vorher überlegt, welches Ziel sie damit erreichen will. Die Vorbereitung von Terminen ist ein wichtiger Baustein zum Erfolg bei der Durchführung von Besprechungen. Die Führungskraft soll dabei herausfinden, ob alle Teammitglieder die Bedeutung ihrer Tätigkeit für das Unternehmen verstehen, oder ob es unterschiedliche Ansichten gibt.[3] Dabei soll auch der Zeitrahmen, der Ort und die Agenda der Besprechung im Vorfeld für alle Teammitglieder eindeutig kommuniziert werden. Das ist die Aufgabe der Führungskraft. Oftmals ist das Warum der eigenen Aufgabe im Unternehmen für den Mitarbeiter nicht klar. Der Vorgesetzte hat die Aufgabe, dem Team das Warum zu erklären. Dafür muss er aber zuvor selbst das Warum der eigenen Aufgabe verstehen und sich gut auf die Besprechung vorbereiten. Für diese Vorbereitung kann der Ansatz des ,Golden Circle‘ des US-amerikanischen Journalisten Simon Sinek helfen. Dieser besagt, dass Menschen zuerst wissen müssen, warum sie eine Tätigkeit ausführen, anschließend wird das Wie betrachtet und zuletzt das Was. Mit dem Warum ist für den Vorgesetzten der Zweck des Unternehmens gemeint, für das gearbeitet wird. Unter dem Wie wird der Prozess für die Umsetzung verstanden. Das Was zeigt auf, was das Team tun kann, um den Zweck zu erfüllen.[4] Die nachstehende Grafik erklärt den Ansatz von Simon Sinek (Vgl. dazu Abbildung 1):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Golden Circle von Simon Sinek[5]

Der Vorgesetzte kann diese erste Besprechung aber auch als Workshop nutzen, bei dem die Mitarbeiter als Aufgabenstellung das Warum, das Was und das Wie selbst ausarbeiten. Das Ergebnis kann der Führungskraft aufzeigen, ob das Bild des Unternehmenszwecks ein gemeinsames Bild ist, oder ob die Teammitglieder unterschiedliche Sichtweisen haben. Es kann empfohlen werden, dass die neue Führungskraft bei diesem Workshop gemeinsam mit dem Team die Aufgabenstellung ausarbeitet. Das kann als positives Zeichen innerhalb des Teams gesehen werden, vor allem, wenn der Vorgesetzte vor kurzem noch ein Kollege war. Die Führungskraft arbeitet gemeinsam mit dem Team an dem Verständnis für den Unternehmenszweck und dadurch kann die Identifikation jedes Einzelnen mit dem Ergebnis des Workshops erhöht werden. Darauf aufbauend können gemeinsam Maßnahmen für eine erfolgreiche Tätigkeit vereinbart werden. Aus Erfahrung kann angemerkt werden, dass im Anschluss an so eine erste gemeinsame Teambesprechung, ein gemütlicher Ausklang mit Essen und Trinken organisiert werden kann. Ein Austausch in gemütlicher Atmosphäre kann das Team noch enger zusammenschweißen.

[...]


[1] https://www.stefanbrandt.de/die-6-wichtigsten-stolperfallen-auf-dem-weg-vom-mitarbeiter-zur-fuehrungskraft/ (abgefragt am 5.7.19 22:44)

[2] https://www.stefanbrandt.de/die-6-wichtigsten-stolperfallen-auf-dem-weg-vom-mitarbeiter-zur-fuehrungskraft/ (abgefragt am 5.7.19 22:57)

[3] https://bc-vision.eu/fuehrung-teamsitzungen/ (abgefragt am 5.7.19 23:04)

[4] https://simonsinek.com/find-vour-whv/?ref=mainNav (abgefragt am 5.7.2019 23:30)

[5] https://www.newworkstories.com/simon-sinek-fragt-warum/ (abgefragt am 5.7.19 23:20)

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Leadership und Kommunikation
Untertitel
Ein Kollege/eine Kollegin wird zum/zur Vorgesetzten befördert. Welche Auswirkungen könnte das haben und wie lässt sich darauf reagieren?
Hochschule
Fachhochschule des bfi Wien GmbH  (E-Learning Group)
Veranstaltung
Leadership und Kommunikation
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
7
Katalognummer
V511941
ISBN (eBook)
9783346097286
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leadership, kommunikation, kollege/eine, kollegin, vorgesetzten, welche, auswirkungen
Arbeit zitieren
Yvonne Allinger (Autor:in), 2019, Leadership und Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511941

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