Die Wirkung und der Einfluss von Massenmedien auf die Mediensozialisation des mündigen Bürgers und die daraus resultierende Verantwortung der Medienkompetenz


Bachelorarbeit, 2016

57 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie
2.1. Dermundige Burger
2.2. Bildung
2.3. Die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie

3. Medien
3.1. Was versteht man unter Medien?
3.2. Funktionen der Medien
3.3. Die Massenmedien
3.3.1. Definition und Unterbegriffe
3.3.2. Aufgaben der Massenmedien in einer Demokratie

4. Medienpadagogik: Mediensozialisation und Medienkompetenz
4.1 Mediensozialisation als Bestandteil der Medienpadagogik
4.1.1. „Sozialisation“ als Begriffsbestandteil von Mediensozialisation
4.1.2. Theoretische Grundlagen zur Mediensozialisation
4.2 Medienkompetenz als Bestandteil der Medienpadagogik
4.2.1. „Kompetenz“ als Begriffsbestandteil von Medienkompetenz
4.2.2. Theoretische Grundlagen zur Medienkompetenz

5. Kritik an den Leitmedien und Beispiele der medialen Einflussnahme auf den mundigen Burger
5.1 Okonomische Abhangigkeiten der Leitmedien
5.2 Elitenorientierung und Ideologische Abhangigkeiten der Leitmedien
5.3 Fallbeispiele von Beeinflussung des mundigen Burgers durch Leitmedien anhand der Frage nach Krieg und Frieden

6. Konsequenzen fur den mundigen Burger, die Medien und die Medienpadagogik durch die Beeinflussung der Massenmedien
6.1 Konsequenzen fur die Medien
6.1 Konsequenzen fur den mundigen Burger und die Demokratie
6.3 Konsequenzen fur die Medienpadagogik (Mediensozialisation und Medienkompetenz)

7. Fazit

8. Literaturangaben

1. Einleitung

Am 13.01.2001 wurde im Wochenmagazin der Spiegel uber die Gefahren von Uranmunition berichtet. Im Kosovo-Krieg und im Bosnien-Krieg wurden nach Informationen der naturwissenschaftlichen Fakultat der Universitat Oldenburg insgesamt 11,5 Tonnen Uran in Geschossen verwendet (Universitat Oldenburg 2016). Diese radioaktive Munition zerstort und durchbricht mit Leichtigkeit Panzer und Gebaude und hinterlasst dabei einen „todlichen Staub“ (Ilsemann 2001: 118), welcher fur alle Soldaten1 und Zivilisten die ihn einatmen, eine Gesundheitsgefahrdung darstellt2. Dies fuhrte dazu, dass der damalige Verteidigungsminister, Rudolf Scharping, sich dazu gezwungen sah, auf die Vorwurfe, dass er ,,von der NATO vor den moglichen Gefahren der Uran-Munition“, gewarnt wurde (Frankfurter Allgemeine Zeitung 2001), was die Frankfurter Allgemeine Zeitung veroffentlichte, zu reagieren. ,,Die Angst vor der Strahlung jener Uran-Munition“ (Ilsemann 2001: 118) und der offentliche Druck veranlassten Scharping dazu, eine Kommission zu grunden, welche die Gefahrdungslage der deutschen Soldaten untersuchen sollte. Diese Kommission wurde von Theo Sommer, dem ehemaligen Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit geleitet. Sommer hatte deutliche Verbindungen zum AuBenministerium, da er vor Jahren Leiter des Planungsstabs und Mitglied der Wehrstrukturkommission der Bundesregierung gewesen war (Kruger 2013a: 21). Die Kommission fuhrte Experteninterviews durch, befragte Wissenschaftler und Arzte, Soldaten und Zivilisten und besuchte das deutsche KFOR-Kontingent im Kosovo. Dabei kam die Kommission nach vier Monaten zu dem Befund, dass die Uran-Munition „weder fur Soldaten noch fur die Zivilbevolkerung eine gesundheitliche Gefahr“ darstelle (Arbeitsstab Dr. Sommer 2001: 6). Demgegenuber steht ein Report der Deutschen Sektion der Internationalen Arzte fur die Verhutung des Atomkrieges/Arzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW), welche berichten: ,,[W]enn Menschen Uran einatmen oder mit Nahrung und Wasser aufnehmen, besteht ein hohes Risiko an Krebs zu erkranken“3 (IPPNW-Report 2012: 12). Insgesamt wurde der Uranmunition eine Gefahrdung fur Leib und Leben diagnostiziert. Theo Sommer wurde nach dem Bericht von Scharping das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold uberreicht und die Zeit titelte: „Uransyndrom: Die Blamage der Alarmisten“, in welchem Theo Sommer und seine Arbeit gelobt und alien Kritikem eine „Massenhysterie“ vorgeworfen wurde (Randow 2001). Seit diesem Zeitpunkt geht der Krieg (bspw. im Irak) mit Uranmunition weiter und die mediate Berichtserstattung uber den Einsatz von Uranmunition ist ausgesprochen leise, oder wie die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer schreibt: „Seitdem herrscht Schweigen“ (Schiffer 2008: 52). So schreibt Hannah Arendt: ,,[D]ie Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information uber die Tatsachen nicht garantiert ist“ (Arendt 2015: 58).

Medien haben Macht - Medien haben Einfluss. Die einen halten die Medien neben der Judikative, der Exekutive und der Legislative fur die vierte Gewalt im Staat. Die anderen halten sie fur die Handlanger der Reichen und Machtigen. Wir leben in einem Medienzeitalter in welchem die Medien einen groBen Teil unserer Wirklichkeitskonstruktionen darstellen. Medien beeinflussen Meinungen und Urteile, sie generieren Wahrheiten uber gesellschaftliche Vorgange und spielen somit eine zentrale Rolle im Leben der jeweiligen Bevolkerung. Wenn die Medien Nachrichten nicht veroffentlichen, oder nur sehr sparlich uber eine Thematik berichten (wie im vorgestellten Beispiel), ist es fur den Rezipienten schwierig, sich eine ausgeglichene Meinung zu bilden, was die Gefahr der Einseitigkeit verstarkt und das Tor fur Manipulationen und Propaganda offnet und somit gegen das Prinzip des aufgeklarten Menschen spricht.

Die Erziehungswissenschaften haben den Auftrag, den Menschen zu einem mundigen Burger zu erziehen, welcher autonom sein Leben gestaltet und durch reftektierendes und analytisches Denken eine eigene Meinung bildet. In einer Demokratie wird von einem mundigen Burger ausgegangen, welcher informiert und partizipiert am politischen Leben teilnimmt. Eine Demokratie braucht Demokraten und Demokraten brauchen Informationen, welche zu Bildung generiert werden konnen und so fur die politische Willensbildung unerlasslich sind.

Aus diesen Zusammenhangen ergibt sich fur diese Bachelorarbeit folgende Fragestellung: Welchen Einfluss und welche Wirkung haben Massenmedien auf den mundigen Burger und welche Auswirkungen hat diese auf die Mediensozialisation und die Medienkompetenz?

Um diese Fragestellung zu beantworten, muss als erstes die Bildung des mundigen Burgers vorgestellt werden, um ein Grundgerust des hier vorgestellten Menschen zu schaffen. Was bedeutet Bildung, was ist ein mundiger Burger und welches Verhaltnis hat dieser zur Demokratie (Kap.2)? Danach werden die Medien in das Blickfeld dieser Arbeit geruckt. Was versteht man unter Medien und wie funktionieren diese, um anschlieBend anhand dieser Fragen eine Eingrenzung des Medienbegriffs vorzunehmen und die Massenmedien als Untersuchungsgegenstand darzustellen (Kap. 3). Dann folgt die Arbeit der Frage nach der Medienpadagogik, hier explizit in Form der Mediensozialisation und Medienkompetenz beschrieben (Kap. 4), um daran anschlieBend Beeinflussungsmoglichkeiten der Massenmedien auf den mundigen Burger zu erortern. Um die Relevanz der Beeinflussung zu unterstreichen, werden konsekutiv Fallbeispiele von Beeinflussung des mundigen Burgers durch Informationsmedien aufgelistet, welche sich mit der Frage nach Krieg und Frieden beschaftigen (Kap. 5). Zum Schluss werden die Auswirkungen der Beeinflussung der Informationsmedien auf die Medien selbst, den mundigen Burger und die Medienbildung erortert und in Bezug zu den vorangebrachten Argumenten und Thesen gesetzt (Kap.8).

2. Die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie

Im Folgenden wird die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie beschrieben. Dies hat den Sinn und Zweck, Bildung zu erlautern, ein Idealbild des aufgeklarten Menschen zu zeichnen und die Verbindung des mundigen Burgers mit Bildung und der freiheitlichen Demokratie zu ziehen, um die Relevanz der Mundigkeit des Menschen hinsichtlich der Bildung, der Demokratie aber auch hinsichtlich des Menschseins auf die Gesellschaft zu ubertragen.

2.1 Der mundige Burger

„Thema der Padagogik ist die Erziehung, die den Menschen im Zustand der Unmundigkeit antrifft. Erziehung muB diesen Zustand verandem, aber nicht beliebig, sondem orientiert an einer unbedingten Zwecksetzung, an der Mundigkeit des Menschen“ (Blankertz 1982: 306).

Der Terminus Burger bezeichnet alle Staatsburger in einem politischen Gemeinwesen, welchen bestimmte Rechte und Pflichten zugestanden werden (Klein/Schubert 2011: 62ff). Mundigkeit ist demgegenuber „auf Vormundschaft uber sich selbst“ (Maier 1981: 15) ausgerichtet, was bedeutet, um Mundigkeit zu verwirklichen, muss beim Menschen die Fahigkeit des eigenen, autonomen Denkens vorausgesetzt werden (ebd.: 28). Angewandte Mundigkeit ist also nichts anderes als eigenstandiges Denken. Dieses eigenstandige Denken kam erstmals4 in der Aufklarung zum tragen, als Kant die Frage: „Was ist Aufklarung“ mit dem Satz beantwortete: „Aufklarung ift der Ausgang des Menfchen aus feiner felbft verfchuldeten Unmundigkeit. Unmundigkeit ift das Unvermogen, fich feines Verftandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“ (Kant 1784: 481). Aufklarung ist somit der Anspruch des Individuums nach Mundigkeit und fordert demzufolge die geistige und politische Selbstbestimmung (Borst 2016: 29).

Der Philosoph Bernd Villhauer beantwortet die Frage nach der Aufklarung folgendermaBen: ,,Die Freiheit der Menschen, sich offentlich ihres Verstandes zu bedienen, ihre Meinung zu vertreten und im Austausch miteinander weiterzuentwickeln, ist die Grundlage der Aufklarung“ (Villhauer 2009: 15). Hierbei geht der Wissenschaftler auch auf den wichtigen Aspekt der Freiheit ein, welcher auch fur die Bildung eine zentrale Rolle spielt. Da ohne freie Entscheidungsgewalt keine Autonomie des Menschen, weder geistig noch auf einer handlungsorientierten Ebene gewahrleistet werden kann. Mundigkeit zeigt sich also als „Vermogen zum eigenen Gebrauch der Vernunft5, wobei dieser Gebrauch als ein Selbstverhaltnis des Subjekts zu sich selbst in Bezug auf anderes zu denken ist“ (Maier 1981: 30). Mundigkeit bedeutet somit Selbstbestimmung durch selbstreflexives Denken. Allerdings muss hierbei beachtet werden, dass das Ergebnis des selbstreflexiven Denkens demnach auch in die Tat umgesetzt wird, da die Erkenntnis andemfalls umsonst gewesen ware. Nach Maier kann sich Mundigkeit auf drei Ebenen manifestieren: 1. „Mundigkeit als Vermogen“ zur Handhabung der Vernunft und Besinnung auf Sittlichkeit und Werte. 2. „Angewandte Mundigkeit“ als wahrhaftiges Denken. 3. „Verwirklichte Mundigkeit“ als praktische Anwendung des theoretisch Konzipierten (ebd.: 42).

Ebenso wird Mundigkeit als Ziel eines jeden Bildungsprozesses genannt (Borst 2016: 170) und die Padagogik wird im Zeitalter der Aufklarung6 als ..die zustandige Instanz“7 hinsichtlich der Vermittlung von Mundigkeit genannt (Gruschka 2009: 70). Individuelle Mundigkeit kann sich „aber nur innerhalb eines Rahmens kollektiver Mundigkeit verwirklichen“ lassen (Borst 2016: 173) und benotigt aus diesem Grund einen Vermittler zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese Vermittlung „kann aber nur uber eine Bildung geschehen, die auf die gesellschaftlichen Zwange reflektiert“ (ebd.) und sich somit kritisch mit der Umwelt auseinandersetzt.

Somit ist der mundige Burger definiert als Mitglied einer politischen Gemeinde, das selbststandig und reflektiert denkt, deshalb vemunftige Entscheidungen trifft und ebenso handelt und demzufolge ein autonomer und unabhangiger Lebensgestalter ist. Um dies alles zu realisieren, benotigt der Mensch Bildung.

2.2 Bildung

Durch die Aufklarungsphilosophie und das Erreichen der Gleichrangigkeit des Burgertums mit dem Adel und dem Lossagen von kirchlicher Bevormundung im 18. Jahrhundert erwirkt der Begriff der Bildung den Grundgedanken seiner heutigen Konnotation (Schaub/Zenke 1995: 74). „Bildung enthalt sowohl die Idee der Formung des einzelnen Menschen als auch die Vorstellung einer universalen Bestimmung menschlichen Daseins in der Welt“ (Andresen 2009: 79). Im padagogischen Aspekt bedeutet Bildung die Vertiefung des Menschen mit sich selbst und seiner Umwelt. Ziel der Bildung ist die Bildung selbst, d. h. „Bildung wird zur Selbstbildung der Individuality in der Auseinandersetzung des Menschen mit den Erscheinungsformen seiner Kultur“8 (Schaub/Zenke 1995: 74). Als Uberprufung und Erweiterung von Wirklichkeitskonstruktionen und dem kritischen Reflektieren dieser ist Bildung mehr als die bloBe Vermittlung und Aneignung von Wissen und Qualifikationen, sondern ruft in ihrem Wesen zur Freiheit und Mundigkeit des Burgers auf, was im weitesten Sinne Selbstaufklarung und Emanzipation bedeutet (ebd.). Bildung kann von auBen gefordert, aber nur vom Individuum selbst verwirklicht werden, „indem es sich zu sich selbst und zu seiner Lebenswelt unter der Maxime von Humanismus9 in kritischer Distanz stellt“ (ebd.: 75).

Der Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt schreibt, dass „[d]er wahre Zwek des Menschen [...] die hochste und proportionirlichste Bildung seiner Krafte“ ist (Humboldt 1985: 5). Dabei spielt Humboldt auf die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Bildung“ an, der einmal „etwas bilden“ oder ,,sich bilden“ bedeuten kann (vgl. Klafki 2013: 27). Der Padagoge Wolfgang Klafki benennt diese „Zweipoligkeit“ als Vorgang und Zustand, welche in einer „innigen Wechselbeziehung stehen“ (Klafki 2013: 26). Bildung kann einerseits als Prozess (Wissensaneignung), aber auch als Produkt dieses Prozesses verstanden werden. So definiert Klafki Bildung als „das Werden und Sein einer einheitlichen personlichen Gestalt werthaften Menschentums“10 (ebd.: 29). Humboldt und Klafki begreifen Bildung als Prozess der Menschwerdung, als Selbstverwirklichung zu einem „wahren“ und „werthaften“ Menschen. Hierbei wird deutlich, dass Bildung in diesem Sinne die Konnotation der heutigen allgemeinen Auffassung ubertrifft. Jemand, der viel Allgemeinwissen besitzt, wird oft als „gebildet“ angesehen. Nach dem Verstandnis von Klafki und Humboldt ist reine Wissensaneignung noch keine Bildung, sondem um aus Wissen Bildung zu kompilieren, benotigt der Mensch nach Klafki drei Grundfahigkeiten: die Fahigkeit zur Selbstbestimmung, die Fahigkeit der Mitbestimmung und die Fahigkeit der Solidaritat (Klafki 1990: 93f). Alle drei Fahigkeiten werden allerdings nicht ohne das schon angesprochene Prinzip der Freiheit erreicht. So postuliert Joachim Ebert Klafkis Bildungstheorie explizit das Bildungsziel der Freiheit (vgl. Ebert 1986: 133) und auch fur Humboldt ist ,,Freiheit die erste und unerlaBliche Bedingung“, um Bildung zu generieren (Humboldt 1985: 5). Ohne die Freiheit, aus Wissen durch Selbsterkenntnis Bildung zu entwickeln, ist das Ziel die Vervollstandigung des Personlichkeitsbewusstseins oder, wie Richard Seyfert sagt, des „Personlichkeitsinhaltes“ (Seyfert 1930: 388), nicht zu erreichen. Bildung entsteht also, wenn ,,ich die Erkenntnisweisen als eigene Leistung vollziehen leme“ (ebd.: 199). Die kritische Auseinandersetzung des Individuums mit sich selbst und seiner Umwelt; lernen zu erkennen, zu verstehen und Zusammenhange zu deuten und zu interpretieren und so die gesellschaftlichen Abhangigkeiten und Zwange zu Verknupfungspunkten seiner Selbst mit der Umwelt zu machen, verhilft dem Individuum zu „lebendiger Erkenntnis“, zu „klarer Einsicht“ und zur vollen Entfaltung seiner Krafte, welche sich als Bildung darstellen (Klafki 1959: 88).

Die von Klafki geforderten Fahigkeiten, um an Bildung zu gelangen, namlich Mitbestimmung und Selbstbestimmung, erwarten, dass jeder Mensch das Recht auf seine individuelle Lebenswirklichkeit und „Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religioser Art“ und ,,insofern jeder Anspruch, Moglichkeit und Verantwortung fur die Gestaltung [der] gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhaltnissen hat“ (Klafki 1990: 93f). Aus diesen beiden Fahigkeiten ergibt sich die dritte, welche in Form von Solidaritat auftritt. Diese ist wichtig, da alien Menschen, denen durch Zwange oder Einschrankungen die erstgenannten Fahigkeiten verwehrt bleiben, die Unterstutzung und der Zusammenhalt anderer Individuen zugesichert werden muss, um an der Gesellschaft partizipieren zu konnen. Hier wird wiederum die Maxime des Humanismus und der politischen Partizipation sowie das Bestreben zur Mundigkeit deutlich, wie in Kap. 2.1 beschrieben.

Die vorangegangene Ausfuhrung verdeutlicht die Verbindungen von Bildung und Mundigkeit. Fur Klafki ist Selbstbestimmung eine Grundfahigkeit, um zu Bildung zu gelangen. Fur Eva Borst fordert die Mundigkeit ebenfalls Selbstbestimmung, woran zu erkennen ist, dass Bildung und Mundigkeit eng verwurzelt sind. Nach Maier zeichnet sich Mundigkeit in erster Linie durch die Fahigkeit aus, seinen vemunftbegabten Verstand zu benutzen. Um vernunftige Entscheidungen zu fallen, benotigt der Mensch wiederum Informationen. Diese Informationen in kritischer Abhangigkeit zu seiner Umwelt zu analysieren und daraus seine eigenen Resultate und Meinungen zu entwickeln, bedeuten den ersten Schritt zur Bildung. DemgemaB sehen wir, dass Bildung und Mundigkeit nicht bloB miteinander verwurzelt sind, sondern in Korrelation zueinander stehen. So wird plastisch, dass ohne Mundigkeit keine Bildung entstehen kann. Aber genauso wird Bildung benotigt, um die Mundigkeit des Individuums zu garantieren.

2.3 Die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie

Im weiteren Verlauf werden die gerade erbrachten Erkenntnisse auf die Gesellschaftsform, welche in der Konstitution der Demokratie auftritt, angewendet. Dabei wird erklart, warum Bildung fur eine Demokratie von zentraler Bedeutung ist und wie sie die Aufgabe, gebildete Demokraten zu erzeugen, erfullt.

Demokratie eroffnet die Basis fur eine Vielfalt moderner politischer Ordnungen, „deren gemeinsames Kennzeichen die Volkssouveranitat und die Beschrankung politischer Herrschaft“ ist, d. h. das Volk ist oberster Souveran und die „Ausubung politischer Herrschaft wird [...] durch das Rechtsstaatsprinzipu11 “ geregelt und beschrankt (Klein/ Schubert 2011: 72). Weiter ist fur eine Demokratie charakteristisch, dass die Machtausubung durch eine Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative), gekennzeichnet ist. Diese Gewalten sind in gewisser Weise voneinander abhangig und kontrollieren sich somit gegenseitig. Kollektives und solidarisches Handeln beruht in einer Demokratie auf der Basis der Freiwilligkeit, ebenso das Engagement in Parteien und Verbanden, Interessengruppen oder Initiativen. Desgleichen gilt fur die Freiheit der Medien, welche auch oft als sogenannte vierte Gewalt bezeichnet werden und denen in einer Demokratie wichtige Aufgaben zukommen (mehr uber Medien und Demokratie in Kap. 3.3.2) (vgl. ebd.). Die gerade genannten Bedingungen sind das Grundgerust einer demokratischen Ordnung und spiegeln die Gesellschaftsstruktur wider, in welchem der mundige Burger eine mitwirkende und demzufolge unentbehrliche Position einnimmt12.

Bei der Bildung des mundigen Burgers in einer Demokratie spielt ebenso die Zeit des 18. Jahrhunderts eine herausragende Rolle. Wie schon bei der Mundigkeit und der Bildung erwahnt, war auch bei der Entwicklung der modernen13 Demokratie die Aufklarungsepoche von zentraler Bedeutung, da sie fur enorme Veranderungen der damaligen Herrschaftsform und Gesellschaftsordnung sorgte. Die Bevolkerung in Deutschland und Europa loste sich von ihren alten Strukturen der Monarchic und Feudalherrschaft und entdeckte den Menschen als Individuum. Das Burgertum stellte dem „Adel des Blutes“ den „Adel des Geistes“ entgegen (Lenz 2004, S. 13). Durch die Aufklarungsphilosophen und groBen Denker der damaligen Zeit konnte sich eine „Pluralitat von Weltanschauungen“ (Maier 1981, S. 37) entwickeln, welche die Bildungsidee der Moderne kreierte. Hier schlieBt sich der Kreis mit der Bildung und Mundigkeit, wenn der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft fur Erziehungswissenschaften, Rudolf Tippelt, schreibt:

,,Bildung als eine Idee der Modeme druckt also die Notwendigkeit der Entfaltung eigener Vemunft (Autonomie) aus, unterstreicht die Selbstentfaltung und die Einmaligkeit jedes Einzelnen und ist darauf gerichtet, die Wurde des Menschen gegen die Vereinnahmung fremd gesetzter Zwecke zu bctoncn” (Tippelt 2010: 20).

Die Botschaft von Kant, selbst zu denken und sich nicht von ,,so genannten Autoritaten etwas vormachen“ zu lassen, hatte eine Auseinandersetzung mit den hiesigen Machtverhaltnissen zur Folge (Villhauer 2009: 16). ,,Insoweit Bildung also auf Mundigkeit zielt, ist sie notwendige Bedingung der Moglichkeit von Demokratie“ (Aufenanger/Hamburger 2010: 8), d. h. ohne Mundigkeit und Bildung ware die Entstehung der modemen Demokratie nicht denkbar gewesen. Anders ausgedruckt, kann man sagen: Demokratie ist „die Staatsform, die prinzipiell auf die Bildung der Burger angewiesen ist“ (Velthaus 2008: 684). So attestieren die Erziehungswissenschaftler Stefan Aufenanger und Franz Hamburger Bildung und Demokratie ein „enges Verhaltnis“ und dennoch, dass sie nur „auf hochst fragile Weise miteinander verschwistert“ sind, da es sehr wohl auch Bildung in nicht demokratischen Gesellschaftsordnungen gibt (Aufenanger/Hamburger 2010:8). So sieht man, dass Bildung kein Garant fur Demokratie ist, jedoch den ersten Schritt auf dem Weg zu dieser bedeuten kann. Allerdings wird sichtbar, dass Bildungsinteressen oft mit politischen Emanzipationsbestrebungen, die ohne den Einfluss und die Inspiration der Aufklarung mutmaBlich nicht durchfuhrbar gewesen waren, Hand in Hand gegangen sind. „Burgertum und Arbeiterklasse verstanden Bildung nicht nur als individuelle Wissenserweiterung, sondern auch als Grundvoraussetzung fur die Demokratisierung der Gesellschaft“ (Zeuner2010: 169)

Um die Demokratie zu erhalten, ist es stringent, dass die Demokratie selbst gebildete Burger hervorbringen muss. Denn:

,,Der Mundige Burger fallt nicht vom Himmel” (Theodor Eschenburg), ,,Noch nie war Demokratie ein Selbstlaufer“ (Siegfried Schiele), „Niemand wird als Demokrat geboren“ (Michael Graven), „Demokratie ergibt sich nicht naturwuchsig“ (Jurgen Habermas), „Demokratie muss gelemt werden, um gelebt werden zu konncn” (Kurt Gerhard Fischer) [...] „Demokratie muss gelebt werden, um gelemt werden zu konncn” (Gisela Bchrmann)” (zitiert nach Himmelmann 2006: 75)

Aus diesen Zitaten, welche Gerhard Himmelmann in seinem Werk „Leitbild Demokratieerziehung“ zusammenstellte, ist zu entnehmen, dass sich viele Wissenschaftler uber die Bildung in einer Demokratie und hin zu einer Demokratie Gedanken machen und die Komplexitat und Vielschichtigkeit der Thematik verdeutlicht wird. Mit den Schlagwortem „Demokratische Erziehung“ (Aufenanger/Hamburger 2010:8), „Demokratie als Lebensform“ (Himmelmann 2006: 77), „Demokratiepadagogik“ (Fauser 2007: 16) oder ,,Schule in der Demokratie und fur die Demokratie“14 (Edelstein 2014: 138) wird deutlich gemacht, wie groB der Konnex von Bildung und Demokratie hinsichtlich der Padagogik ist. Demokratiepadagogik kann dabei als „ubergreifende Kategorie“ der politischen Bildung begriffen werden (Himmelmann 2007: 42), welche wiederum als ^Erziehung zu demokratischer Teilhabe und Erziehung zu Veranlworlung"15 dieser Teilhabe benannt werden kann (Edelstein 2014: 136). Insofern hat sich eine Padagogik entwickelt, welche den Bildungsprozess und Erwerbsprozess der „demokratietheoretisch notwendigen sozialen Kompetenzen“ fordert, beschreibt und weiterentwickelt (ebd.: 138). Im „Magdeburger Manifest zur Demokratiepadagogik“ wurden 2005 im Rahmen der Konferenz der Bund-Lander- Kommission von Wolfgang Edelstein, Peter Fauser und Gerhard de Haan zehn Punkte formuliert, welche die Erwartungen und Engagements rechtfertigen und darlegen, warum demokratiepadagogischer Aktivismus in Deutschland forciert werden sollte (vgl. Edelstein/Fauser/Haan 2005). Folglich sind die Selbsterkenntnisse der Schuler uber die Demokratie und ihre Umwelt, die Bereitwilligkeit, sich den Herausforderungen einer modernen Demokratie zu stellen und sich selbst in ihr zu platzieren und die Fahigkeiten, Problemen gewahr zu werden, zu analysieren und auf Handlungs- sowie Gestaltungsraume zu erweitern, Bestandteil der Lernzielebenen dieser politisch- padagogischen Teilwissenschaft (Himmelmann 2006: 83). So ist die Erziehung zur Mundigkeit und zur Demokratie vom Kindergarten bis zur Vollendung der Schule zweifelsohne ein zentrales Thema der Curricula, wobei Andreas Gruschka einen beachtlichen Hinweis liefert, da er mahnt: „Unmundige Erzieher konnen nicht zur Mundigkeit erziehen“ (Gruschka 2009: 69) und wenn Selbstbestimmung ein Erziehungsziel ist, so mussen die Zoglinge auch wie selbstbestimmte Menschen behandelt werden, denn niemand kann unter Zwang mundig gemacht werden. Deshalb haben Aufenanger und Hamburger recht, wenn sie schreiben, dass „Bildung ohne Selbstbestimmung des Individuums nicht gedacht werden“ kann (Aufenanger/Hamburger 2010:8) und die Gesellschaftsordnung Demokratie dennoch den Kindern und Jugendlichen nahergebracht werden soll.

Also mussen die Schulen den Kindem und Jugendlichen die Moglichkeiten dazu geben, ein erstes Grundvertrauen in die Prinzipien der Demokratie aufzubauen. Dies kann nur geschehen, indem eigene Erfahrungen ,,in und mit Demokratie“ gemacht werden (Himmelmann 2006: 87). „Demokratie wird erfahren durch Zugehorigkeit, Mitwirkung, Anerkennung und Verantwortung“ (Edelstein/Fauser/Haan 2005). Zum einen sollte der Unterricht mit Beteiligung der Schuler organisiert und durchgefuhrt werden, um so die Schule zu einem Ort der lebendiger Demokratie zu machen. Zum anderen konnen Projekte als Orte fur erfahrungsgeleitetes Lernen dienen, da durch bspw. Sozialprojekte, Okoprojekte etc. die Beteiligung der Schuler durch Planung, Kooperation und Evaluation von hoher Intensitat und so die selbstreflexive Erfahrung am hochsten ist (Edelstein 2014: 139f). Ebenso muss die politische Bildung Platz fur Eigeninitiativen einraumen und den Kindern und Jugendlichen die Sinnhaftigkeit des Erhalts der Demokratie und der erwarteten Verantwortung demgegenuber naherbringen. Hingegen gilt es dabei zu beachten, dass der Vorwurf der Indoktrination nicht gegeben ist und sich die Lehrenden an den Beutelsbacher Konsens16 halten, um die freie Entfaltung der Schuler zu garantieren.

In Anbetracht des voran Geschriebenen lasst sich sagen, dass die Bildung des mundigen Burgers in der Demokratie ein stetiger Prozess der Gesellschaft ist. Desgleichen gehoren Demokratie lernen und Demokratie leben zusammen, was bedeutet, dass auf die Lehrer und Erzieher eine groBe Verantwortung zukommt. Da schon in den Institutionen Schule und Kindergarten ein respektvoller Umgang sowie die Maxime des Humanismus, Mundigkeit und die sich daraus ergebende Autonomie im Denken und Handeln, als Selbstverstandlichkeit aufgezeigt werden sollten und demzufolge der Grundstein der Bildung von mundigen Burgern in einer Demokratie und der Erhalt dieser auch teilweise von der Padagogik abhangt.

3. Medien

Um der Beantwortung der Fragestellung naherzukommen, muss im weiteren Verlauf dieser Arbeit der Fokus auf die Medien gerichtet werden. Dabei werden die zentralen Aspekte hinsichtlich dieser untersucht. So ist es wichtig, erst deutlich zu machen, was man unter Medien versteht und wie diese funktionieren, um danach primar die Massenmedien zu untersuchen, welche ebenfalls noch einmal untergliedert und auf ihre Ziele und Aufgaben bzw. Verantwortung bezuglich der Gesellschaft ergrundet werden.

3.1 Was versteht man unter Medien?

Laut dem Gabler Kompakt-Lexikon fur Medien wird ein Medium im Allgemeinen als ,,ein Mittel oder eine Instanz, die zwischen Einheiten, z. B. zwischen Personen oder Gruppen, vermittelt“, beschrieben (Sjurts 2006: 136). Der Duden beschreibt „Medium“ und „Medien“ als ^etwas, was eine Verbindung oder Beziehung zwischen mehreren Personen oder Gegenstanden herstellt oder ermöglicht"17 (DUDEN 2010: 635). Der Erziehungswissenschaftler Werner Sesink definiert den Begriff der Medien als „Vermittlungsinstanzen im menschlichen Weltverhaltnis“ (Sesink 2014: 12), allerdings subsumiert er den Begriff: 1. Als Sammelbezeichnung (summarisch verallgemeinernd) fur alle Medien, die es gibt, gab oder geben wird: bspw. Fernsehen, Filme, Foto etc., 2. als Gattungsbegriff (abstrakt/allgemein): bspw. Printmedien, Elektronische Medien oder 3. Medien als „konkrete Allgemeinheit der Potenzialitat aller moglichen Manifestationen“ (ebd.: 13). Auch der Medienpadagoge Bernward Hoffmann unterscheidet vier Bereiche der Medien, um den Medienbegriff einzugrenzen: 1. ,,Ein kulturphanomenologischer Medienbegriff versteht Medium als materielle[n] Zeichentrager“. 2. ,,Ein kommunikationswissenschaftlicher Medienbegriff konzentriert sich auf die sogenannten Massenmedien “. 3. „Ein padagogisch-didaktischer Medienbegriff fasst alle Objekte, die Lehr- und Lemzwecken dienen“, zusammen und ,,[i]m kultur- und sozialpadagogischen Feld werden auch kreative Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Theater [...] u.a. als „Medien“ (4.) bezeichnet“ (Hoffmann 2003: 14f).

[...]


1 Aus stilistischen Grunden wird in dieser Arbeit auf geschlechtsspezifische Wortendungen verzichtet, sofem diese keine Relevanz fur den Inhalt mit sich bringen.

2 „Nachdem die radioaktiven Stoffe uber den Magen-Darm-Trakt oder die Lunge ins Blut gelangt sind, konnen sie sich in bestimmten Organen anreichem. Im Faile von Uran sind die Anreicherungsorgane vor allem [...] die Knochen (ca. 60%), die Leber (ca. 15%) und die Niere (ca. 10%). Die dort freigesetzte radioaktive Strahlung kann in den Organen zu einer Strahlendosis fuhren, durch die eine Krebserkrankung ausgelost werden kann. Auberdem und vor allem kann Lungenkrebs entstehen, da insbesondere grobere Staubpartikel sich im Lungengewebe festsetzen konnen und dort dann uber lange Zeit ihre radioaktive Strahlung frcisctzcn'' (Universitat Oldenburg 2016).

3 Ebenso zeigt dieser Bericht die Umweltfolgen durch den Einsatz von Uranmunition und erwahnt auch die Vorsorgemabnahmen der Militars angesichts der Einsatze in Landem in denen Uranmunition zum Einsatz kam. So werden auf Seite 43 verschiedene Leitlinien und Verhaltenshinweise aufgefuhrt, wie sich Soldaten zu verhalten haben, wenn sie mit Uranmunition in Kontakt kommen. Dies wird als Beispiel genommen, dass auch die Militars Bedenken hinsichtlich der Gesundheit ihrer Soldaten haben, obwohl sie offentlich die entstehenden Gesundheitsprobleme in Abrede stellen. Der Bericht vermutet, dass die verantwortlichen Lander Schadensersatzzahlungen in Milliardenhohe entgehen mochten. Falls sie zugeben wurden, dass auf Grund der Uranmunition tausende Menschen an Krebs erkrankten und das Grundwasser in bspw. Basra (Irak) verseucht ist, mussten sie Unmengen an Wiedergutmachungen zahlen (IPPNW-Report 2012).

4 Hier soil nicht der Eindruck erweckt werden, dass es vor der Aufklarung kein eigenstandiges Denken gab. Allerdings wurde durch die Aufklarung das heutige Verstandnis von Freiheit und Autonomie enorm gepragt. Kants Ausspruch: „Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verftandes zu bedienen!” (Kant 1784: 481) wurde ein Leitspruch der Aufklarung und dementsprechend ist die Formulierung ..erstmals” zu verstehen.

5 Vemunftiges Handeln besteht darin, das Fur und Wider einer Handlung abzuwagen und sich nach dem Prinzip des Kategorischen Imperativs moralisch richtig zu verhalten (vgl. Reuter 2003).

6,,Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklarten Zeitalter? fo ill die Antwort: Nein, aber wohlineinemZeitalter der Aufklarung“ (Kant 1784: 491).

7 Kursiv im Original

8 Kursiv im Original

9 Humanismus bezeichnet eine Geistesbewegung, in deren Mitte der Mensch selbst steht. Im 18/19. Jh. wurde der Neuhumanismus u.a. von Schlegel, Goethe, Schiller und Humboldt gepragt. Dieser sieht die geistige und sittliche Bildung des Menschen als wichtigste Maxime und fordert ein Menschenbild der ethischen Integritat: eine Haltung, die die Achtung der Wurde des Menschen als unumganglich sieht (vgl. Burkard 2008: 248). Im Weiteren wird Humanismus und Neuhumanismus synonym verwendet.

10 Kursiv im Original

11 Das Rechtsstaatsprinzip fordert, dass alle Menschen und Staatsgewalten an das Recht gebunden sind (Rechtssicherheit, Rechtsschutz), welches in der Regel durch eine festgeschriebene Verfassung (Grundgesetz) vereinbart wird. Eine Gewaltenteilung (Legislative, Judikative, Exekutive) ist fur den Rechtsstaat von zentraler Bedeutung, wobei die Unabhangigkeit der Justiz von besonderer Wichtigkeit ist, um als Kontrolloigan fungieren zu konnen (vgl. Klein/ Schubert 2011: 246).

12 Es konnte hier noch tiefer ins Detail gegangen werden, da es verschiedene Arten von Demokratien gibt. Diese werden allerdings nicht im Einzelnen erlautert, da es in Anbetracht der Fragestellung genugt, eine allgemeine Grundstruktur einer Demokratie zu skizzieren. Fur weitere Informationen: Abromeit/Stoiber 2006

13 Moderne Demokratie deshalb, weil der Grundgedanke der Demokratie schon vor 2500 Jahren in der Antike bekannt war, auch wenn sich die damalige „Athenische Demokratie“ in vielen Bereichen von der heutigen Idee der Demokratie unterscheidet, bspw.: dass alle Staatsburger wahlen durfen. Frauen durften in der Athenischen Demokratie nicht wahlen (vgl. Note 2012: 26ff).

14 Kursiv im Original

15 Kursiv im Original

16 Der Beutelsbacher Konsens sind drei Regeln der padagogischen Praxis in der politischen Bildung, welche 1977 bei einem Treffen der wichtigsten politischen Bildner auf Einladung des damaligen Leiters der politischen Bildung in Baden-Wurttemberg , Siegfried Schiele, verfasst wurden. Die drei Leitgedanken lauten: 1. Uberwaltigungsverbot (keine politische Indoktrination) 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. 3. Der Schuler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren (vgl. Bundeszentrale fur politische Bildung 2011).

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Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Die Wirkung und der Einfluss von Massenmedien auf die Mediensozialisation des mündigen Bürgers und die daraus resultierende Verantwortung der Medienkompetenz
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
57
Katalognummer
V512000
ISBN (eBook)
9783346095213
ISBN (Buch)
9783346095220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Medienkompetenz, Mediensozialisation, mündige Bürger, Mündigkeit, Massenmedien, Demokratie, Funktionen von Medien, Leitmedien, mediale Einflussnahme, Eliten, Alphajournalismus, Krieg und Frieden, Bildung, Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Cristian Claus (Autor), 2016, Die Wirkung und der Einfluss von Massenmedien auf die Mediensozialisation des mündigen Bürgers und die daraus resultierende Verantwortung der Medienkompetenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512000

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