Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung


Hausarbeit, 2016

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frage nach Moral
2.1 Moral im Singular oderMoralen im Plural?
2.2 Der kategorische Imperativ und/oder moralisches Handeln

3. Ethnologische Moralaspekte
3.1 Moral in der Disziplin Ethnologie
3.1.1 „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik in der Ethnologie
3.1.2 Code of Ethics of the American Anthropological Association (AAA)
3.1.3 Bemerkung zur „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik in der Ethnologie und dem „Code of Ethics of the American Anthropological Association“
3.2 Moral in der ethnologischen Feldforschung
3.2.1 Feldforschung als moralischer Gegenstand
3.2.2 Das moralische Spannungsverhältnis zwischen Forscherund Individuum

4. Mögliche Beantwortung der Fragestellung

5. Literaturhinweise

1. Einleitung

Die Frage nach der Moral in der ethnologischen Feldforschung ist angesichts der historischen Verantwortung der Ethnologen1 von zentraler Bedeutung für die Disziplin. „Daß sich der Ethnologie ethische Fragen stellen, legt ihre eigene Entstehungsgeschichte im Umkreis des Kolonialismus nahe“ (Hornbacher 1993: 40). Allerdings wurde erst ab den 1960er Jahren die Thematik der Moral von der Ethnologie aufgegriffen und Ungerechtigkeiten wie der Vietnam-Krieg2, Rassismus, Ungleichbehandlung der Geschlechter oder ökonomische Ungerechtigkeiten kritisiert (Zigon 2008: 10). Hätte man nicht erwarten können, dass gerade die Nachkriegsethnologie sich mehr und schneller mit moralischen Fragen beschäftigt, nachdem sich wissenschaftliche Vertreter „jahrelang in den Dienst nationalsozialistischefr] Terrorherrschaft stellten?“ (Ambom 1993: 7). So ist die Relevanz in der Ethnologie und gerade in der ethnologischen Feldforschung nach dem Sinn und Zweck der Moral zu fragen, vollkommen verständlich, da sich die Verantwortung nach dieser Frage aus der Geschichte des Faches selbst ergibt.

Somit lautet meine Fragestellung für die vorliegende Hausarbeit: Inwiefern spielt die Moral eine zentrale Rolle in der ethnologischen Feldforschung?

Um zu befriedigenden Antworten zu gelangen, muss als erstes die Frage nach der Moral gestellt werden (Kap. 2). Was ist die Moral eigentlich und woraus setzt sie sich zusammen? Gibt es eine Universalmoral oder womöglich mehrere Moralen (Kap. 2.1)? Da sich die Fragestellung, um Feldforschung als ethnologische Forschungsmethode dreht und darin enthalten ist, dass der Ethnologe sich als teilnehmender Beobachter definiert, muss, nachdem die Moral verständlich gemacht wurde, der Fokus auf moralisches Handeln gelegt werden, was durch die Vorstellung des kategorischen Imperativs erfolgt. Hier werden auch Grundtermini der Moral wie die praktische Vernunft und vernünftiges Handeln erläutert (Kap. 2.2). Darauf folgend werden die ethnologischen Moralaspekte in den Fokus dieser Hausarbeit gerückt (Kap. 3), um danach die Moral in der Disziplin der Ethnologie vorzustellen (Kap. 3.1), welche in Form der „Frankfurter Erklärung“ zur Ethik (Kap. 3.1.1) und dem „Code of the American Anthropological Association“ (Kap. 3.1.2) dargestellt werden. Um das Kapitel zu vollenden, wird hier noch eine Abschlussbemerkung folgen, welche die wichtigsten Punkte abschließend zusammenfasst (Kap. 3.1.3). Hiernach wird die Moral in der ethnologischen Feldforschung vorgestellt (Kap. 3.2), wobei die Feldforschung als moralischer Gegenstand untersucht wird (Kap. 3.2.1), um anschließend auf das moralische Spannungsverhältnis zwischen Forscher und Individuum einzugehen, welches verschiedene Rollenbilder beinhaltet und anhand eines ausgesuchten Fallbeispiels dargestellt wird (Kap. 3.2.2). Am Schluss dieser Arbeit werde ich im Hinblick auf die zuvor erarbeiteten Argumente und Thesen versuchen, die Fragestellung zu beantworten (Kap. 4).

2. Die Frage nach Moral

Die Frage nach der Moral beschäftigt die Menschheit schon seit den großen Denkern der Antike3 und ist etwas durch und durch Menschliches4. Hierbei ist die Moral auch ohne Zweifel ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Bereich, da sich Psychologen, Soziologen und natürlich Philosophen eingehend mit Fragen der Ethik beschäftigen. Ethik und Moral sind somit zum einen eine wissenschaftliche Disziplin, zum anderen drückt man mit den Termini das Ideal menschlichen Handelns sowie gesellschaftliche Werte und Normen aus5 (Vgl. Höffe 2013). So fragt Michael Reuter: Kann die Moral als theoretisches Konstrukt überhaupt Auswirkungen auf die Praxis haben, welche in unserem Fall die ethnologische Feldforschung wäre (Reuter 2003: 109)? Hier wird deutlich, dass sich die Frage nach dem Theorie-Praxis-Verhältnis, welche für alle wissenschaftlichen Disziplinen von großer Bedeutung ist, auch bei der Frage nach der Moral stellen lässt. Inwiefern können theoretische Annahmen das praktische Handeln bestimmen und in welcher Weise spielen Verantwortung und Freiheit im Verhalten der Menschen eine Rolle, wenn Hannah Arendt der Meinung ist, dass in der „modernen Welt" das „fast automatische Abwälzen der Verantwortung“ schon üblich ist und der Mensch „sich nur als ein Rädchen in einer Art von Maschinensystem“ betrachtet (Arendt 2006: 21)? Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Frage nach Moral nicht einfach mit drei Sätzen zu beantworten ist, sondern nach dem Innersten des Menschentums verlangt.

2.1 Moral im Singular oder Moralen im Plural?

Im Zentrum des folgendem Kapitels soll die Frage nach der Definition der Moral stehen. Dabei wird zwangsläufig auch die Frage geklärt werden, ob es eine Universalmoral oder den Anspruch auf eine Weltethik überhaupt gibt oder ob wir tatsächlich von Moralen reden müssen, da es zu kurz gedacht ist, von einer Moral im Singular zu sprechen. Auch muss hier untersucht werden, inwieweit Kultur eine Rolle im Verständnis dieser einnimmt und ob dies eine wesentliche Auswirkung auf sie besitzt.

Ich werde nun die Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit der Termini Moral und Ethik näher analysieren und definieren. So definiert der bekannte Moralphilosoph Otfried Höffe im „Lexikon der Ethik“ Moral folgendermaßen: „Moral [...] (lat. mores: Sitten, Charakter) stellen den für die Daseinsweise der Menschen konstitutiven [...] normativen Grundrahmen für das Verhalten vor allem zu den Mitmenschen, aber auch zur Natur u. zu sich selbst dar“ (Höffe 1992: 185f). Zur Ethik schreibt er weiter: „Ethik (griech. éthos: gewohnter Ort des Lebens, Sitte, Charakter) [...] von der Idee eines sinnvollen menschlichen Lebens geleitet [sucht die Ethik nach] allgemein gültigen Aussagen über das gute u. gerechte Handeln“ (ebd. 1992: 61f). Die Etymologie macht hier schon deutlich, dass die Wortbedeutungen sehr eng verbunden sind, da jeweils die Sitte oder der Charakter ebenfalls mit diesen Worten beschrieben wird. Die Moral hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur das Wissen über diese voranzutreiben, sondern moralische Tätigkeit als aktives Handeln zu generieren (Höffe 2013: 21). Für diese Arbeit liegt es nahe, die Begriffe Moral und Ethik nach der Definition Höffes, also synonym zu verwenden, um den Kontext dieser Arbeit zu vereinfachen.6

Ebenso ist der Begriff der Tugend von zentraler Bedeutung, um Moral zu verstehen. Man spricht von der Tugend, wenn „Normen im Sinne moralischer Verhaltensregeln“ gemeint sind (Müller 1998: 13). Weiter spricht der Moralphilosph Müller von der Tugendethik, welche Grundstein der Moralphilosophie darstellt, die sich seit Jahrtausenden mit den Fragen der Moral beschäftigt7. Dabei spielt der Terminus der Vernunft (auf den ich im nächsten Kapitel ausführlicher eingehen werde) eine bedeutende Rolle, wenn Müller sagt: „Denn wirkliche Tugend ist Ergebnis und Quelle vemunftgeleiteter und selbstständiger Lebensgestaltung“ (ebd.: 15). Hier ist die Frage gestattet, inwieweit es selbstständige Lebensgestaltung überhaupt geben kann. Werden wir nicht durch die Sozialisation des jeweiligen Kulturkreises, in dem wir leben, geprägt und wird nicht in dieser Weise auch unser moralisches Empfinden mitgestaltet? So kann hier nochmals auf das griechische Wort éthos Bezug genommen werden, welches schon als „gewohnter Ort des Lebens“ übersetzt wird. Der alte Grundsatz „andere Länder, andere Sitten“ kann hier Anwendung finden (Höffe 2013: 74). Wenn wir davon ausgehen, dass die Moral etwas kulturell Kreiertes ist und ebenso religiöse Vorstellungen wie persönliche Erfahrungen in die Entwicklung hineinspielen, so kann gesagt werden, dass moralisches Empfinden grundsätzlich einzigartig und individuell ist. Somit kann es keine Universalmoral geben, dajeder Mensch seine persönliche Ethik im Laufe seines Lebens entwickelt und diese als Prozess verstanden werden muss, da neue Erfahrungen auch neue Moralansichten mit sich bringen könnten. Allerdings wird hier die Komplexität der Bedeutung noch einmal deutlich, da Otfried Höffe bei verschiedenen Kulturen auf ihrer Fundamentalebene der Ethik Gemeinsamkeiten sieht, welche nach Höffe als Grundmoral aller Menschen zu verstehen sind. „Vor allem kennen so gut wie alle Kulturen, so etwa schon Alt-Ägypten, Alt-Indien und Alt-China8 [...], ein Lügenverbot, einen Lebensschutz und die positive Bewertung von Hilfsbereitschaft und Tapferkeit bzw. Zivilcourage“ (Höffe 2013: 75). Höffe schränkt sich bei seiner Formulierung allerdings selber ein, indem er „so gut wie alle“ schreibt, da ihm klar ist, dass er nicht pauschalisieren kann. Dennoch ist dies ein interessanter Einwurf, denn durch die Annahme einer Grundethik der Menschheit werden alle augenscheinlichen Unterschiede der Menschen (Sprache, Aussehen, Religionen, Gebräuche etc.) überdeckt, was dazu verleitet, der Menschheit und damit den unterschiedlichsten Kulturen Einigkeit und Konsens in gewissen moralischen Fragen zu postulieren (ebd. : 75).

Unter Berücksichtigung des gerade Geschriebenen fühle ich mich dazu angewiesen, jedem Menschen eine eigene Ethik, welche sich individuell bei diesem Menschen entwickelt, zu bescheinigen und nichtsdestotrotz auch von einem „Weltmoralerbe“ (ebd. : 75) zu sprechen, in welchem die Grundeinstellungen und Grundregeln des Lebens die gleichen oder zumindestens sehr ähnlich sind. Damit kann sehr wohl von Moralen im Plural gesprochen werden, aber ebenso auch von der Moral im Singular. Diese Erkenntnis ist für die Beantwortung der Fragestellung von großem Wert, da damit deutlich wurde, dass Moral auf einer subjektiven und ebenso auf einer kollektiven Ebene existiert.

2.2 Der kategorische Imperativ und/oder moralisches Handeln

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit möchte ich nun auf den kategorischen Imperativ eingehen, welcher von Immanuel Kant 1785 entwickelt wurde. Zu diesem Zweck muss ich nocheinmal ausführlicher auf die Vernunft bzw. die reine praktische Vernunft eingehen, welche den Grundstein des kategorischen Imperativs bilden und den Weg zum moralischen bzw. guten Handeln vorbereiten. Ebenso ist es unerlässlich, um den Sinn des kategorischen Imperativs nachzuvollziehen, dass man sich die Frage stellt, warum man überhaupt moralisch handeln soll.

"Gewiß, Kant glaubte, er hätte der Formel, die der menschliche Verstand anwendet, wann immer er Recht von Unrecht unterscheiden muß, Worte verliehen. Er nannte diese Formel den kategorischen Imperativ“ (Arendt2006: 281).

Wie aus diesem Zitat zu entnehmen ist, ist der kategorische Imperativ eine Formel, mithilfe derer man angeblich Recht von Unrecht bei Handlungen unterscheiden kann. Kant versucht eine moralische Entscheidungshilfe zu kreieren, um moralische Handlungen zu erschließen und damit eine Allgemeingültigkeit für ethische Entscheidungen zu schaffen. Bevor ich nun weiter über den kategorischen Imperativ schreibe, muss der kategorische Imperativ an dieser Stelle angeführt werden. Dieser lautet: „handle nur nach derjenigen Maxime'', durch die du zugleich 'wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde." (Kant 2007: 52).

Kants Idee ist also eine Aufforderung, etwas zu tun (was die Natur eines Imperativs ausmacht), nachdem über diese Handlung reflektiert und über die Gründe des Handelns nachgedacht wurde. „Das Vermögen des Menschen aus Gründen zu handeln, heißt praktische Vernunft9 10 11 12 (Reuter 2003: 114). Das Für und Wider abzuwägen und danach eine vernünftige Entscheidung und daraus folgend eine vernünftige Handlung zu generieren, ist Teil des kategorischen Imperativs. Die „Reine Vernunft ist für sich allein praktisch, und gibt (dem Menschen) ein allgemeines Gesetz, welches wir das Sittengesetz nennen“ (Kant 1983: 43). Kant begreift den Sittenbegriff nicht als Regelwerk oder Tradition einer bestimmten Kultur, sondern explizit als das „Moralische im engeren Sinn“ (Horn, Mieth, Scarano 2007: 322), so wie die Bedeutung im Lateinischen und Griechischen schon zeigt. Daraus lässt sich schließen, dass die reine praktische Vernunft die Forderung beinhaltet, aus moralischen bzw. sittlichen bzw. tugendhaften Gründen zu handeln.

Durch das selbstständige Reflektieren der inneren und äußeren Lebensbedingungen, durch das Wahmehmen und Bewerten der Umstände des Lebens, kann sich der Mensch willentlich entscheiden, so oder auch so zu handeln und ist demzufolge in seiner Handlung frei. Der Mensch kann durch gemachte Erfahrungen aus vergangenen Tagen lernen und durch diese Erfahrungsmomente seine Handlungen in der Zukunft abwägen, um zu wissen, welche Auswirkungen seine Tätigkeiten mit sich bringen, um sich situationsgemäß zu verhalten und das Resultat seines Tuns und Nichttuns bewusst13 abzuschätzen. Deshalb schreibt Kant: „Die Autonomie des Willens ist das alleinige Prinzip aller moralischen Gesetze“ (Kant 1983: 44). So spielt der Gedanke der freien Entscheidung, der Autonomiegedanke des bewusst menschlichen Handelns eine zentrale Rolle im Verständnis des kategorischen Imperativs. Damit „drückt das moralische Gesetz [der kategorische Imperativ] nichts anders aus, als die Autonomie der reinen praktischen Vernunft, d. i.[14] der Freiheit, und diese ist selbst die formale Bedingung aller Maximen“ (ebd. : 45). Die Maximen (Lebensgrundsätze) richten sich also nach einer freien Willensbestimmung, ohne die es den Gedanken von Kant nicht geben kann. Erst wenn der Mensch sich von äußeren Zwängen und Bestimmungen frei gemacht hat, kann er autonom handeln und demzufolge sein Handeln nach dem kategorischen Imperativ ausrichten.

Um der Beantwortung der Fragestellung näher zu kommen, muss noch geklärt werden, was eigentlich der Sinn des kategorischen Imperativs ist und warum überhaupt moralisch gehandelt werden soll. Darauf antwortet die renommierte Moralforscherin Philippa Foot: „Wahrhaft moralische Handlungen müssen >um ihrer selbst willen< getan werden, >weil sie richtig sind<, und nicht eines weiteren Zweckes willen“ (Foot 1997: 98). So soll sich jeder Mensch der Maxime der Freiheit und Gerechtigkeit verschreiben, um a priori anzuerkennen, „daß die Ethik notwendigerweise ein Ideal gelungenen Lebens 15 beinhaltet“ (Reuter 2003: 111). Natürlich ist ein Ideal gelungenen Lebens subjektiv. Allerdings kann man sich darauf einigen, dass ein Grundziel jedes Menschen darauf beruht, ein glückliches Leben zu führen. Glücklich kann man aber nur sein, wenn man mit sich selbst zufrieden ist. Man ist aber nur dann mit sich selbst zufrieden, wenn man die richtigen Entscheidungen trifft, damit man an seine jeweiligen Ziele gelangt. So gesehen hat jeder Mensch eine Verpflichtung sich selbst gegenüber, um glücklich zu sein bzw. zu werden. Und so kommen wir auch nocheinmal auf den Sinn des kategorischen Imperativs zu sprechen, welcher schon am Anfang dieses Kapitels aufgeführt wurde, und zwar ist er eine Hilfe zur Überprüfung, richtige und somit moralische Entscheidungen zu treffen, um an seine Ziele zu gelangen und ein glückliches Leben führen zu können. Kant beschreibt diesen Vorgang folgendermaßen: „Ich verwandle also die Zumutung der Selbstliebe in ein allgemeines Gesetz und richte die Frage: wie es denn stehen würde, wenn meine Maxime ein allgemeines Gesetz würde“ (Kant 2007: 54). Kann ich diese Frage mit "Ja" beantworten, so wäre meine Handlung moralisch und somit gut. Kann ich diese Frage nur mit "Nein" beantworten, so wäre meine Handlung unmoralisch und nicht gut im Sinne Kants16. So ist es „ein notwendiges Gesetz für alle vernünftigen Wesen, ihre Handlungen jederzeit nach solchen Maximen zu beurteilen, von denen sie selbst wollen können, daß sie zu allgemeinen Gesetzen“ werden (ebd. : 59), denn wo etwas vernünftig sein will, muss es für jeden vernünftig sein (Schwemmer 1992: 83). Dies ist der Kern des kategorischen Imperativs17.

...


1 Aus stilistischen Gründen wird in dieser Arbeit auf geschlechtsspezifische Wortendungen verzichtet, sofern diese keine Relevanz für den Inhalt mit sich bringen.

2 Die indirekte Beteiligung von Ethnologen am Vietnam-Krieg und die daraus resultierende Kritik an der ethnologischen Feldforschung werden bei Elixhauser beschrieben, welche auf kriegsbezogene Ethnologie und den missbrauch von ethnolgischen Daten zur Spionage aufmerksam macht. Vgl. Elixhauser2006: 23

3 Vgl.Ludwig2015

4 Hier spiele ich auf die Bemerkung von Otfried Höffe an, der der Meinung ist, dass nur der Mensch ein Moralempfinden besitzt und Tiere dies nicht haben, demzufolge Moral was durch und durch menschliches ist. Vgl. Höffe 2013: 11

5 Eine genauere Definition von Moral und Ethik siehe Kapitel 2.1

6 Hier soll nicht der Eindruck erweckt werden, dass Ethik und Moral exakt das gleiche sind. Zum besseren Verständnis empfehle ich: Vgl. Höffe 1992, Höffe 2013

7 Tugendethik: Vgl. Höffe 2013:83ff

8 vgl. Höffe, 2007: 30ff

9 Maxime wird von Kant als Grundsatz, nachdem der Mensch handeln soll, beschrieben. Vgl. Kant 2007:52

10 Kursiv im Original

11 Hier soll erwähnt sein, dass es noch weitere Unterformeln gibt. Für diese Arbeit werde ich mich allerdings nur auf das Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft beziehen so wie Kant ihn in der Kritik der praktischen Vernunft aufgeführt hat. Für weitere Informationen empfehle ich: Vgl. Höffe 2013: 68ff

12 Kursiv im Original

13 Hier muss angemerkt werden, dass nicht „jedes menschliche Verhalten bewußt und freiwillig“ geschieht (Höffe 2013: 40f) und sich der Mensch natürlich auch irren und falsche oder schlechte Entscheidungen treffen kann.

14 d. i. bedeutet "das ist", wird aber auch oft in philosophischen Texten als "das heißt" übersetzt.

15 Kursiv im Original

16 Kant beschreibt verschiedene Beispiele, um moralische und unmoralische Handlungen zu begründen. Aus Platzmangel muss hier ein Verweis ausreichen. Eins soll allerdings gesagt werden. Wenn man Lügen als allgemeine Maxime begreifen würde und somitjeder immer lügen würde, könnte eine Gesellschaft nicht überleben, was deutlich macht, dass dies eine unmoralische Handlung wäre. Vgl. Kant2007: 53ff

17 Selbstverständlich ist der kategorische Imperativ damit noch lange nicht in seiner ganzen Spanne erklärt. Allerdings würde eine weitere Ausführung zu weit gehen und ist im Rahmen dieser Fragestellung für diese Arbeit auch nicht vonnöten.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V512004
ISBN (eBook)
9783346087386
ISBN (Buch)
9783346087393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moral, Feldforschung, Ethnologie, Frankfurter Erklärung, Ethnologische Moral
Arbeit zitieren
Cristian Claus (Autor), 2016, Die Bedeutung der Moral in der ethnologischen Feldforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512004

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