Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Pedagogía - Pedagogía de los medios

Sind Märchen für Kinder geeignet?

Die Positionen von Otto F. Gmelin und Bruno Bettelheim

Título: Sind Märchen für Kinder geeignet?

Trabajo de Seminario , 2003 , 14 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Marie Schneider (Autor)

Pedagogía - Pedagogía de los medios
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

In dieser Arbeit geht der Autor auf die grundsätzliche Eignung von Märchentexten für Kinder ein. Hierfür werden zunächst die zwei Extrempositionen von Otto F. Gmelin und Bruno Bettelheim gegenübergestellt. Zum besseren Verständnis werden die Entstehungsgeschichte und wichtige formale Merkmale des Märchens behandelt. Im abschließenden Fazit werden die Positionen Gmelins und Bettelheims in den Kontext der Forschungsliteratur eingeordnet, wobei die mediale Umsetzungen von Märchen und Bedeutung des Märchens für die Lesesozialisation Beachtung finden. Aus der Forschungsliteratur werden außerdem zwei Kriterien extrahiert, bei deren Beachtung Kinder auch Märchen mit grausamen Elementen rezipieren können, ohne mit Angstzuständen zu reagieren.

Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm begegnen uns bis heute überall. Das Märchenbuch ist noch immer in vielen Kinderzimmern zu finden; die Grimm’schen Märchen wurden auf vielfältige Weise in andere Medien übertragen: Das Angebot reicht von der Aschenputtel-Barbie über Hörspielkassetten bis hin zum Disney-Film. Diese Vielfalt zeugt von der ungebrochenen Faszination, die die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm auf zahlreiche Menschen ausüben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungsgeschichte und Formales zum Märchen

2.1. Entstehungsgeschichte

2.2. Formale Kennzeichen des Märchens

3. Exemplarische Positionen zur Eignung von Märchen für Kinder

3.1. Otto F. Gmelin

3.2. Bruno Bettelheim

4. Fazit und Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Eignung von Grimms Märchen für Kinder, indem sie zwei gegensätzliche wissenschaftliche Positionen analysiert und in den Kontext der Lesesozialisation stellt.

  • Entstehungsgeschichte und formale Gattungsmerkmale des Märchens nach Max Lüthi
  • Kritische Auseinandersetzung mit Otto F. Gmelin zur historischen Verortung
  • Positive Würdigung und psychoanalytische Deutung durch Bruno Bettelheim
  • Diskussion über die Bedeutung von Märchen für die Lesemotivation
  • Reflektion über die Vermittlung von Märchen durch verschiedene Medien

Auszug aus dem Buch

2.2. Formale Kennzeichen des Märchens

Der Schweizer Forscher Max Lüthi hat Märchen einer strukturalistischen und literaturwissenschaftlichen Analyse unterzogen, wobei er fünf große Gattungsmerkmale extrahiert hat.

Eindimensionalität bedeutet, dass Diesseits und Jenseits im Märchen nicht getrennt sind. „Das Wunderbare ist dem Märchen nicht fragwürdiger als das Alltägliche“ (Lüthi 1974, 11).

Das Märchen hat keine Tiefengliederung in Bezug auf Zeit, Raum, Geist oder Seele. Eigenschaften und Gefühle der Märchenfiguren werden nur in ihren Handlungen sichtbar (Lüthi 1974, 23). Selbst soziale Beziehungen werden verdinglicht, durch einen Gegenstand dargestellt – das kann zum Beispiel ein Haar oder ein Ring sein. Lüthi nennt dieses Merkmal Flächenhaftigkeit. Selbst bei schlimmen Verstümmelungen der Figuren äußere sich weder körperlicher noch seelischer Schmerz. Tränen flössen nur, wenn dies für die weitere Handlung wichtig sei (Lüthi 1974, 14). „Eigenschaften und Gefühle sprechen sich in Handlungen aus – das heißt aber: sie werden auf dieselbe Fläche projiziert, wo sich auch alles andere abspielt. Die Gefühlswelt als solche fehlt der Märchenfigur, und damit geht ihr jede seelische Tiefe ab“ (Lüthi 1974, 15). Auch „verwandtschaftliche Gefüge“ kommen nach Lüthi im Märchen nicht vor (1974, 18).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ungebrochene Faszination der Grimm’schen Märchen und führt in die zentrale Fragestellung der pädagogischen Eignung unter Berücksichtigung von Gmelin und Bettelheim ein.

2. Entstehungsgeschichte und Formales zum Märchen: Dieses Kapitel erläutert die komplexe Entstehungsgeschichte der Sammlung sowie die von Max Lüthi definierten formalen Merkmale, wie Flächenhaftigkeit und abstrakter Stil.

2.1. Entstehungsgeschichte: Es wird dargelegt, dass die KHM aus einer Vielzahl an Quellen und Erzählern entstanden sind und eine romantische Volkstumsideologie widerspiegeln.

2.2. Formale Kennzeichen des Märchens: Hier werden die strukturalistischen Analyseergebnisse Max Lüthis detailliert vorgestellt, die das Märchen als eine vom Kind distanziert wahrnehmbare, flächenhafte Erzählform charakterisieren.

3. Exemplarische Positionen zur Eignung von Märchen für Kinder: Dieser Teil kontrastiert die kritische Sicht von Otto F. Gmelin mit der befürwortenden psychologischen Perspektive von Bruno Bettelheim.

3.1. Otto F. Gmelin: Gmelin argumentiert gegen Märchen für Kinder, da diese ein falsches historisches Modell vermittelten und das Kind die feudalen Prinzipien nicht in die Gegenwart übertragen könne.

3.2. Bruno Bettelheim: Bettelheim sieht im Märchen ein essenzielles Mittel, um dem Kind bei der Bewältigung innerer Konflikte und der Sinnsuche zu helfen, wobei er die Polarisierung als hilfreich betont.

4. Fazit und Vergleich: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Ablehnung von Märchen aufgrund ihrer Grausamkeit wissenschaftlich kaum haltbar ist, da Kinder diese durch die spezifischen formalen Merkmale des Märchens angstfrei distanzieren können.

Schlüsselwörter

Kinder- und Hausmärchen, Gebrüder Grimm, Max Lüthi, Otto F. Gmelin, Bruno Bettelheim, Märchenrezeption, Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, Lesesozialisation, Kinderpsychologie, psychoanalytische Deutung, historische Verortung, pädagogische Eignung, Lesemotivation, Märchenmedien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die pädagogische Eignung der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm unter Berücksichtigung ihrer Wirkung auf Kinder und ihrer Relevanz für die Lesesozialisation.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Sammlung, die formale Analyse nach Max Lüthi sowie die Debatte zwischen den Kritikern und Befürwortern von Märchen als Lektüre für Kinder.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob Märchentexte aufgrund ihrer teils grausamen Inhalte für Kinder geeignet sind und wie diese Grausamkeit wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene fachwissenschaftliche Positionen und Theorien einander gegenübergestellt und miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Entstehung und Form der Märchen sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der extremen Positionen von Otto F. Gmelin und Bruno Bettelheim.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen neben den Autorennamen insbesondere die Begriffe Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, psychologische Verfasstheit und Lesemotivation.

Warum lehnt Otto F. Gmelin Märchen für Kinder ab?

Gmelin argumentiert, dass Märchen ein historisch veraltetes Gesellschaftsmodell vermitteln und Kinder, die noch kein historisches Bewusstsein haben, diese Inhalte unkritisch auf ihre moderne Lebenswelt übertragen könnten.

Welchen Wert schreibt Bruno Bettelheim den Märchen zu?

Bettelheim sieht in Märchen ein mächtiges Instrument, das dem Kind hilft, seine eigenen emotionalen Spannungen und inneren Konflikte durch die symbolische Sprache des Märchens besser zu verarbeiten.

Welche Rolle spielt die Vermittlung durch Medien?

Die meisten Autoren im Text sehen technische Medien wie Fernsehen oder Hörspielkassetten kritisch, da sie die individuelle Phantasie des Kindes einschränken, anstatt sie wie das vorgelesene Märchen zu fördern.

Wie wirkt sich das Märchenprojekt auf die Lesemotivation aus?

Wie das Beispiel des Märchenprojekts zeigt, können Märchen eine atemlose Spannung erzeugen und Kinder zum aufmerksamen Zuhören sowie zum Genuss von Sprache anregen, was die allgemeine Leselust fördert.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Sind Märchen für Kinder geeignet?
Subtítulo
Die Positionen von Otto F. Gmelin und Bruno Bettelheim
Universidad
University of Siegen
Curso
Proseminar "Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur"
Calificación
1
Autor
Marie Schneider (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
14
No. de catálogo
V512006
ISBN (Ebook)
9783346088376
ISBN (Libro)
9783346088383
Idioma
Alemán
Etiqueta
Märchen Pädagogik Grimms Märchen Medienpädagogik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marie Schneider (Autor), 2003, Sind Märchen für Kinder geeignet?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512006
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  14  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint