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Palenquero. Beschreibung einer auf dem Spanischen basierenden Kreolsprache

Titel: Palenquero. Beschreibung einer auf dem Spanischen basierenden Kreolsprache

Seminararbeit , 2014 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jakub Duch (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Kreolsprache "Palenquero", die nur noch in einem einzigen Dorf in Kolumbien gesprochen wird, ist das Ergebnis des Sprachkontakes des Spanischen mit den Muttersprachen von nach Kolumbien verschleppten afrikanischen Sklaven. Die vorliegende Arbeit nimmt eine Beschreibung dieser Sprache vor und diskutiert, inwiefern ihre Eigenschaften relevant für die allgemeine Forschung zu Kreolsprachen sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche und soziolinguistische Eigenschaften von Palenque de San Basilio

2.1 Einleitung

2.2 Geschichtliches

2.3 Kultur und Lebensweise der Einwohner

2.3 Soziolinguistische Situation

3. Lexikologie

4. Morphologie

4.1 Fehlende Flexion

5. Phonologie

5.1 Phoneminventar des Palenquero

5.2 Anlautnasalierung

5.3 Lautumformungen und -verschiebungen

5.4 Silbenstruktur

5.5 Intonation und Prosodie

6. Syntax

6.1 Satzbau und Stellung der Pronomen

6.2 Artikelsystem

6.3 Verneinung

7. Forschung zur Entstehung und zur Geschichte des Palenquero

7.1 Die Herkunft der Dorfbewohner und die Suche nach der Substratsprache

7.2 Entstehungstheorien

7.3 Mögliche Erklärungen für die geringe Anzahl spanischbasierter Kreolsprachen

8. Abschließender Kommentar

Zielsetzung & Themen

Diese linguistische Arbeit untersucht die sprachlichen Eigenschaften des Palenquero, einer auf dem Spanischen basierenden Kreolsprache aus dem kolumbianischen Dorf Palenque de San Basilio, unter Berücksichtigung ihres soziolinguistischen Hintergrunds und ihrer historischen Entwicklung.

  • Analyse der Lexik, Morphologie, Phonologie und Syntax des Palenquero.
  • Untersuchung des soziolinguistischen Kontextes und der kulturellen Stigmatisierung der Sprache.
  • Diskussion der wissenschaftlichen Debatte zur Entstehung des Palenquero und seiner Verbindung zu afrikanischen Sprachen.
  • Evaluierung von Theorien zur Genese spanischbasierter Kreolsprachen.
  • Darstellung der Bedeutung der Sprache als identitätsstiftendes Element für die afrokolumbianische Gemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

3. Lexikologie

Clements (2012: S.33) gibt auf der Grundlage einer persönlichen Korrespondenz mit Moñino aus dem Jahr 2010 eine Schätzung ab, nach der der Wortschatz des Palenquero zu ~90% spanischen, zu ~4% portugiesischen und zu ~4% afrikanischen Ursprungs ist. Da Ludwig (2003: S.297) für Kreolsprachen im allgemeinen eine Übernahme von etwa 80% des Wortschatzes der Superstratsprache veranschlagt, ist der aus dem Spanischen übernommene Teil des Wortschatzes also verhältnismäßig groß. Zu Beginn der systematischen Erforschung des Palenquero mussten die Wissenschaftler von deutlich weniger Afrikanismen ausgehen: Schwegler (2011: S.231-232) erläutert, dass in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts kaum mehr als ein Dutzend Afrikanismen im Alltag gebraucht wurden und führt das auf die in Kapitel 2 erwähnte Stigmatisierung des Palenquero und insbesondere seiner „schwarzen“, also afrikanischen Aspekte, zurück.

Die jüngste Umkehr dieses Trends (siehe vorangegangenes Kapitel) hat deswegen eine große Anzahl verborgener Afrikanismen ans Tageslicht gebracht. Schwegler (2001: S.243-244) hat eine Liste von etwa 300 Wörtern erstellt, von denen etwa zwei Drittel im übrigen Kolumbien nicht vorkommen. Die übrigen 100 finden sich ebenso um regionalen Spanischen der kolumbianischen Küstengebiete. Der Forscher teilt die Gesamtheit der Wörter afrikanischen Ursprungs in drei Gruppen ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die isolierte Geschichte von Palenque de San Basilio, stellt die zentralen Linguisten vor, die das Palenquero erforscht haben, und legt den methodischen Fokus der Arbeit auf die linguistische Beschreibung der Kreolsprache fest.

2. Geschichtliche und soziolinguistische Eigenschaften von Palenque de San Basilio: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge als Fluchtsiedlung, die soziokulturelle Struktur des Dorfes und die Stigmatisierung, die den Gebrauch des Palenquero maßgeblich beeinflusst hat.

3. Lexikologie: Der Fokus liegt hier auf der Zusammensetzung des Wortschatzes, insbesondere der Rolle der Afrikanismen, deren Bedeutung sich durch den Wandel in der sozialen Wertschätzung der Sprache verändert hat.

4. Morphologie: Das Kapitel behandelt die für Kreolsprachen typischen Vereinfachungen in der Morphologie, insbesondere den Mangel an Flexion und den Einsatz von Markern zur Zeit-, Modus- und Aspektbestimmung.

5. Phonologie: Hier werden das Phoneminventar, spezielle lautliche Phänomene wie die Anlautnasalierung sowie die Silbenstruktur und die Prosodie untersucht, die das Palenquero deutlich vom umgebenden Spanisch abgrenzen.

6. Syntax: Es wird die Satzstellung sowie das System der Pronomen, der Artikel und die komplexen Strukturen der postverbalen Verneinung analysiert, die das Palenquero als eigenständiges Sprachsystem ausweisen.

7. Forschung zur Entstehung und zur Geschichte des Palenquero: Dieses Kapitel diskutiert die wissenschaftlichen Theorien zur Sprachgenese, insbesondere die Suche nach der Substratsprache Kikongo sowie die Debatte zwischen Monogenese und Polygenese.

8. Abschließender Kommentar: Das abschließende Kapitel reflektiert die linguistische Einzigartigkeit des Palenquero, würdigt die kulturelle Trendwende im Dorf und ordnet das Palenquero in den breiteren Kontext der lateinamerikanischen Identitätssuche ein.

Schlüsselwörter

Palenquero, Palenque de San Basilio, Kreolsprache, Afrikanismen, Soziolinguistik, Morphologie, Syntax, Phonologie, Sprachgenese, Kikongo, Sprachkontakt, Identität, Kolumbien, Spanisch, TMA-Marker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine linguistische Beschreibung der Kreolsprache Palenquero, die in dem kolumbianischen Dorf Palenque de San Basilio gesprochen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Lexik, Morphologie, Phonologie und Syntax des Palenquero sowie dessen soziolinguistische Geschichte und die Debatte um die Entstehung der Kreolsprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Eigenschaften des Palenquero darzustellen und diese in den historischen und wissenschaftlichen Kontext der Kreolistik einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Arbeit, die auf der Analyse bestehender Forschungsergebnisse und Sprachdaten namhafter Linguisten wie Armin Schwegler basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen linguistischen Ebenen (Lexik, Morphologie, Phonologie, Syntax) und erörtert die wissenschaftlichen Theorien zur Genese des Palenquero.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Palenquero, Kreolsprache, Sprachgenese, Afrikanismen, Soziolinguistik und Sprachkontakt.

Welche Rolle spielt der Kikongo-Einfluss für das Palenquero?

Kikongo wird als die wahrscheinlich wichtigste Substratsprache identifiziert, die maßgeblich den Wortschatz und bestimmte grammatikalische Strukturen des Palenquero geprägt hat.

Wie unterscheidet sich die Verneinung im Palenquero vom Standardspanischen?

Im Gegensatz zum Standardspanischen weist das Palenquero ein komplexes System postverbaler Verneinung auf, bei dem die „Reichweite“ des Verneinungspartikels nu durch bestimmte Nebensatzstrukturen beeinflusst wird.

Was hat es mit der „Trendwende“ für die Sprache auf sich?

Ab Mitte der 90er Jahre wandelte sich die Wahrnehmung des Palenquero: Die Dorfbewohner begannen, ihre Sprache nicht mehr als „schlechtes Spanisch“, sondern als wertvolles kulturelles Erbe anzusehen.

Warum ist das Pronominalsystem des Palenquero bemerkenswert?

Es ist aufgrund der Unterscheidung zwischen Subjekt- und Objektformen sowie der Übernahme von Pronomen aus dem Spanischen, Portugiesischen und Kimbundu für Kreolsprachen ungewöhnlich.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Palenquero. Beschreibung einer auf dem Spanischen basierenden Kreolsprache
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Romanistik)
Note
1,7
Autor
Jakub Duch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V512021
ISBN (eBook)
9783346088888
ISBN (Buch)
9783346088895
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Romanistik Deskriptive Linguistik Kreolsprachen Spanisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jakub Duch (Autor:in), 2014, Palenquero. Beschreibung einer auf dem Spanischen basierenden Kreolsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512021
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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