Geschlechterstereotypen in den Medien und deren Einfluss auf die Identitätsbildung von Jugendlichen


Hausarbeit, 2019

14 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1 Identität
2.2 Identitätsbildung
2.3 Geschlechterstereotypen

3. Geschlechterstereotypen in den Medien
3.1 Die Präsenz von Geschlechterstereotypen in den Medien _

4. Identitätsbildung von Jugendlichen in der postmodernen
4.1 Einfluss der Medien auf die Identitätsbildung

5. Zusammenhang von Geschlechterstereotypen und Identitätsbildung am Beispiel von YouTube

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

I.Einleitung

Leben in einer postmodernen Gesellschaft bedeutet sich täglich weiterzubilden um den Anschluss nicht zu verlieren, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben, in einer sich täglich weiterentwickelnden Welt. Ohne Medien wäre dies wohl kaum zu schaffen, so genügt schon ein Klick um zu wissen, was in der Welt geschieht. Massenmedien verbreiten täglich Darstellungen von Frauen und Männern - seien dies Stereotypen, Rollenbilder oder einfach nur Klischees (Eckes, Geschlechterstereotype: Von Rolle, Identitäten und Vorurteilen, o.J.) Diese in den Medien dargestellten Rollenbilder und Geschlechterdifferenzen werden somit von Jugendlichen täglich rezipiert und verinnerlicht. So prägen die in den Medien und somit in der Öffentlichkeit tradierten Bilder von Frauen und Männern sich in dem Denken und Verhalten Heranwachsender Jugendlicher ein, dies geschieht sowohl bewusst als auch unbewusst. Denn insbesondere das Leben der Heranwachsenden in unserer Gesellschaft ist gekennzeichnet von technischen Neuerungen und modernen Medien. Die Heranwachsenden leben in einer komplexen Welt, die durch Technik geprägt ist. Somit sind Massenmedien ein wesentlicher Bestandteil der Adoleszenz und nehmen dadurch auch eine Rolle in der Identitätsbildung der Jugendlichen ein (Luca, 1998, S.86).

Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Wo gehöre ich hin?“ tragen maßgeblich zu dem Prozess der Identitätsbildung von Jugendlich bei und werden im Verlauf der Adoleszenz versucht zu beantworten.

In dieser Arbeit soll auf beide Aspekte ein Fokus gesetzt werden. Ich werde mich mit der Fragstellung bezüglich der Präsenz der Geschlechterstereotypen in den Medien befassen und dem damit möglicherweise ein herlaufende Einfluss auf die Identitätsbildung der Jugendlichen als Hauptrezipienten.

Im ersten Teil der Arbeit soll durch verschiedenen Begriffserklärungen eine Grundlage zum Verständnis geschaffen werden. Im weiteren Verlauf möchte ich näher auf Geschlechterstereotypen und deren Präsenz in den Medien eingehen, gefolgt von der Verdeutlichung der Identitätsbildung von Jugendlichen. Um die Fragstellung der Arbeit möglichst adäquat beantworten zu können, werde ich einen Zusammenhang zwischen beiden Thematiken herstellen und diese am Ende durch ein Fallbeispiel versuchen zu belegen.

2.Begriffserklärung

Zum vollständigen und adäquaten Verständnis dieser Arbeit folgen im folgenden Absatz einige Begriffserklärung und Definition der wichtigsten literarischen Begrifflichkeiten.

2.1 Identität

Der Begriff der „Identität“ ist im alltäglichen Sprachgebrauch gängig und wird selbstverständlich genutzt und definiert. Jedoch stellt die Definition in der Literatur eine Schwierigkeit da, weshalb verschiedene Definitionen vorzufinden sind.

Die Philosophen Erik.H.Erikson und George Herbet Mead, veröffentlichten Ende des 19. Jahrhunderts, zwei grundlegende Definitionen der „Identität“ (Korte, 2002, S.69ff)

Mead geht von der „Self-Identität“ aus, welche als eine Struktur der Selbstbeziehung einer Person ausgeht. Aus dieser können dann Bezüge und Beziehungen zu anderen Personen oder Gruppen entstehen, welches das Individuum im Verlauf deines Lebens kennenlernt. Die Zusammenführung dieser beiden Aspekte bildet laut Mead die Identität eines Individuums (Korte, 2002, S.69ff).

Die „Ich-Identität“ nach Erikson sieht die Identität als die Leistung einer Einzelperson welche im Verlauf des Lebens Schritt für Schritt erworben wird. Eine Voraussetzung nach Erikson, ist der ständige Prozess des Austarierens und des Angleichens unterschiedlicher Einflüsse und Erwartungen an jemanden selbst, aber auch an die gesellschaftlichen Einflüsse (Korte, 2002, S.69ff) Die Soziologin Katharina Liebsch bezeichnet den Begriff Identität als eine Verhaltensdisposition, welche Menschen im Verlaufe ihres Lebens entwickeln. Sie geht davon aus, dass Individuen sich selbst aber auch von anderen typisiert werden und sich somit beispielsweise sozialen Gruppen zuordnen oder von anderen in diese zugeordnet werden. Für das Individuum stellt die Identität somit das Erleben der Einheit des Selbst dar und wird durch beispielsweise Sprache, Gestik, Denkweise, oder Verhalten zum Ausdruck gebracht (Korte, 2002, S.71f). Die Identität aus der persönlichen und der sozialen Identität zusammen. Die persönliche Identität setzt sich aus individuellen Eigenschaften eines Individuums zusammen, zu dieser gehören beispielsweise Interessen, Charaktereigenschaften oder Merkmale des Individuums. Gegensätzlich dazu basiert die soziale Identität auf den Wahrnehmungen des sozialen Umfeldes. Sie wird also von anderen bestimmt, dies geschieht fundiert auf den von außen wahrnehmbaren Merkmalen. Aufgrund dieser Fremdwahrnehmung ist die soziale Identität wesentlich schwieriger zu Formen, denn der Eindruck anderer ist nur eingeschränkt zu beeinflussen (Gassen, Palfrey, 2008, S.19ff)

Die Identität stützt und orientiert sich somit zusammenfassen an den sozialen Regeln und Normen einer Gesellschaft und ist abhängig von kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen, welche aufgrund von historischen oder kulturellen Einflüssen variieren können (Luca, 1998, S.65f)

2.Identitätsbildung

Die Identitätsbildung wird als Vergesellschaftungsprozess des Menschen in symbolischer und interaktionistischer Sicht beschreiben (Witzke, 2004, S.74). Grundsätzlich lässt sie sich auch als Identitätsentwicklung beschreiben und bezieht sich auf die Entwicklung und Bildung der eigenen Identität eines handelnden Individuums. Die Identitätsbildung ist ein stetiger und anhaltender Prozess im Verlauf des Lebens eines Individuums, doch insbesondere in der Adoleszenz nimmt diese eine große und relevante Stellung im Leben der Jugendlichen ein. Die Bildung der Identität ist durch verschiedene Faktoren, wie beispielsweise dem sozialen Umfeld aber auch Massenmedien beeinflussbar.

2.2 Geschlechterstereotypen

Der Begriff „Stereotyp“ leitet sich aus dem griechischen Wort „stereos“ ab, welches soviel wie hart, fest oder starr bedeutet, somit lässt sich der Begriff Stereotyp mit den Worten „feste Form“ oder „charakteristisches Gepräge“ vergleichen (Thiele, 2015, S.27)

Generell sind Stereotypen Annahmen bezüglich der Merkmale und des Verhaltens Mitglieder sozialer Gruppen. Man verallgemeinert also Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit und somit wird eine Vorstellung basierend auf der Gruppenzugehörigkeit der Individuen erstellt. Diesen Individuen werden identische Merkmale zu beispielsweise physischen Attributen oder Persönlichkeitseigenschaften zugeteilt. Basierend auf den Primär- und Sekundärerfahrungen erschließen sich Individuen Stereotypen. Die Primärerfahrung geht von dem eigenen selbst kreierten aus, wohin hingegen die Sekundärerfahrung auf den Berichterstattungen und Erzählungen Zweiter und Dritter basiert (Thiele, 2015, S.50f). Ebenfalls gibt es mehrere Begrifflichkeiten die sich mit der Definition von Stereotypen vergleichen lassen, außerdem lassen sich eine Vielzahl von Stereotypen bilden. Für das Verständnis dieser Arbeit beschränkt sich dieser Abschnitt auf die Definition von Geschlechterstereotypen. Geschlechterstereotypen basieren auf dem Prinzip der Zweigeschlechtlichkeit, in der Regel wird zwischen männlich und weiblich unterscheiden (Thiele, 2015, S.28). Es findet somit eine Kategorisierung der Individuen aufgrund ihrer Zugehörigkeit in eine Geschlechtergruppe und der daraus resultierenden geschlechtertypischen Merkmale und Verhaltensmuster statt (Erbert, Steffens, 2016, S.15f).

Es sind kognitive Strukturen, die sozial geteiltes Wissen über charakteristische Merkmale von Frauen und Männern enthalten und gehören zum individuellen Wissensbegriff der Menschen. Im Wesentlichen setzten sich diese aus zwei Teilen zusammen, dies wären auf der einen Seite die deskriptiven Anteile, welche von den traditionellen Geschlechterrollen ausgehen. Frauen werden als verständnisvoll und emotional beschrieben, wohin Männer hingegen als dominant und zielstrebig gelten. Der deskriptive Anteil beschreibt also die Eigenschaften und Verhaltensweisen, welche Männer und Frauen traditionell und geschichtlich betrachtet haben müssen. Auf der anderen Seite gibt es die präskriptiven Ansätze, welche sich mit der Frage beschäftigen wie Männer und Frauen aufgrund ihres Geschlechtes sein sollten. Man geht somit von der Selbstverständlichkeit und Existenz bestimmter Verhaltensweisen und Eigenschaften basieren auf der Geschlechterzugehörigkeit aus. Sind diese nicht vorhanden, kann es prinzipiell zu einer Ablehnung oder gar Bestrafung durch die Gesellschaft kommen (Eckes, Geschlechterstereotype: Von Rolle, Identitäten und Vorurteilen, o.J., S.178),. Auch wenn diese Stereotypen verletzt werden sollten, was in der heutigen Postmodernen immer wieder vorkommt, da sich die Gesellschaft nicht mehr nur in Männlich und Weiblich kategorisieren lässt, führen diese nur selten zu einer Änderung der Stereotypen. Generell werden diese nämlich als „änderungsresistent“ eingestuft (Thiele, 2015, S.79).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Geschlechterstereotypen in den Medien und deren Einfluss auf die Identitätsbildung von Jugendlichen
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2.3
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V512101
ISBN (eBook)
9783346089328
ISBN (Buch)
9783346089335
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlechterstereotypen, medien, einfluss, identitätsbildung, jugendlichen
Arbeit zitieren
Zena Tair (Autor), 2019, Geschlechterstereotypen in den Medien und deren Einfluss auf die Identitätsbildung von Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512101

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