Ich werde mich mit der Fragestellung bezüglich der Präsenz der Geschlechterstereotypen in den Medien befassen und dem damit möglicherweise ein herlaufende Einfluss auf die Identitätsbildung der Jugendlichen als Hauptrezipienten.
Im ersten Teil der Arbeit soll durch verschiedenen Begriffserklärungen eine Grundlage zum Verständnis geschaffen werden. Im weiteren Verlauf möchte ich näher auf Geschlechterstereotypen und deren Präsenz in den Medien eingehen, gefolgt von der Verdeutlichung der Identitätsbildung von Jugendlichen. Um die Fragestellung der Arbeit möglichst adäquat beantworten zu können, werde ich einen Zusammenhang zwischen beiden Thematiken herstellen und diese am Ende durch ein Fallbeispiel versuchen zu belegen.
Leben in einer postmodernen Gesellschaft bedeutet sich täglich weiterzubilden um den Anschluss nicht zu verlieren, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben, in einer sich täglich weiterentwickelnden Welt. Ohne Medien wäre dies wohl kaum zu schaffen, so genügt schon ein Klick um zu wissen, was in der Welt geschieht. Massenmedien verbreiten täglich Darstellungen von Frauen und Männern – seien dies Stereotypen, Rollenbilder oder einfach nur Klischees.
Diese in den Medien dargestellten Rollenbilder und Geschlechterdifferenzen werden somit von Jugendlichen täglich rezipiert und verinnerlicht. So prägen die in den Medien und somit in der Öffentlichkeit tradierten Bilder von Frauen und Männern sich in dem Denken und Verhalten Heranwachsender Jugendlicher ein, dies geschieht sowohl bewusst als auch unbewusst. Denn insbesondere das Leben der Heranwachsenden in unserer Gesellschaft ist gekennzeichnet von technischen Neuerungen und modernen Medien. Die Heranwachsenden leben in einer komplexen Welt, die durch Technik geprägt ist. Somit sind Massenmedien ein wesentlicher Bestandteil der Adoleszenz und nehmen dadurch auch eine Rolle in der Identitätsbildung der Jugendlichen ein.
Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Wo gehöre ich hin?“ tragen maßgeblich zu dem Prozess der Identitätsbildung von Jugendlich bei und werden im Verlauf der Adoleszenz versucht zu beantworten. In dieser Arbeit soll auf beide Aspekte ein Fokus gesetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Identität
2.2 Identitätsbildung
2.3 Geschlechterstereotypen
3. Geschlechterstereotypen in den Medien
3.1 Die Präsenz von Geschlechterstereotypen in den Medien
4. Identitätsbildung von Jugendlichen in der postmodernen
4.1 Einfluss der Medien auf die Identitätsbildung
5. Zusammenhang von Geschlechterstereotypen und Identitätsbildung am Beispiel von YouTube
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von medial vermittelten Geschlechterstereotypen auf die Identitätsbildung von Jugendlichen in der postmodernen Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie tradierte Rollenbilder in modernen Medien – unter besonderer Berücksichtigung der Plattform YouTube – von Heranwachsenden rezipiert und internalisiert werden.
- Wissenschaftliche Definition von Identität und Identitätsbildung in der Adoleszenz
- Theoretische Grundlagen und Wirkungsweisen von Geschlechterstereotypen
- Die mediale Präsenz und Konstruktion von Geschlechterrollen
- Mediennutzungsverhalten Jugendlicher im digitalen Zeitalter
- Empirische Einordnung der Geschlechterdarstellung auf der Videoplattform YouTube
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Präsenz von Geschlechterstereotypen in den Medien
Das Geschlecht ist in unserer Kultur und auch in der postmodernen immer noch einer der wesentlichen Aspekte, nach denen Personen kategorisiert werden. In diesem Teil der Arbeit wird erörtert, inwiefern diese Geschlechtertypisierung und Geschlechterstereotypen in den Massenmedien vorzufinden sind (Eber, Steffens, 2016, S.13)
Die Beschäftigung mit den Medien und dem Geschlecht hat sich in den Sozial- und Kulturwissenschaften seit der 1970er Jahre etabliert (Eckes, Geschlechterstereotype: Von Rolle, Identitäten und Vorurteilen, o.J., S.178) Schon damals waren die Männer deutlich präsenter und häufiger in den Massenmedien vertreten, sie dominerten den Markt und hatten somit auch gesellschaftlich betrachtet eine relevantere Wichtung als die Frauen. Erst durch die Frauenbewegung in den 1970er Jahren wurde auf die Ungleichheit in der medialen Präsenz von Frauen und Männern hingewiesen und das wissenschaftliche Interesse geweckt (Thiele, Medien und Stereotypen, 2016).
Basierend auf den Ergebnissen zahlreicher internationalen Studien, wird das Missverhältnis in der medialen Geschlechterdarstellung immer wieder repräsentativ dargestellt und kritisiert (Eber, Steffens, 2016, S.15). Um der daraus resultierenden Unterrepräsentanz und Stereotypisierung der Frau in den Massenmedien entgegenzuwirken ,wurde die Quote an weiblichen Journalistinnen erhöht. Empirisch betrachtet konnten dadurch jedoch nur bedingt Besserungen gemessen werden, welche zuzüglich nicht auf die Erhöhung der Quote zurückzuführen sind (Thiele, Medien und Stereotypen, 2016). In allen Journalistischen Gattungen ist dieses Missverhältnis messbar, insbesondere wird jedoch der Bereich der Werbung kritisiert und mit Sexismus Vorwürfen konfrontiert, entgegengewirkt wird hier deshalb mit verschiedenen Angebotserweiterungen, Produktvertifizierung und der Definition von neuen Zielgruppen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Medien für Jugendliche dar und formuliert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Geschlechterstereotypen und Identitätsbildung zu untersuchen.
2. Begriffserklärungen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Identität, Identitätsbildung und Geschlechterstereotypen geschaffen, um ein Verständnis für die weitere Analyse zu ermöglichen.
3. Geschlechterstereotypen in den Medien: Dieses Kapitel thematisiert die historische und aktuelle Unterrepräsentation sowie die stereotype Darstellung von Frauen in Massenmedien.
4. Identitätsbildung von Jugendlichen in der postmodernen: Es wird die hohe Medienrelevanz im Alltag Jugendlicher beleuchtet und der Einfluss medialer Inhalte auf die Selbstkonstitution erläutert.
5. Zusammenhang von Geschlechterstereotypen und Identitätsbildung am Beispiel von YouTube: Anhand einer Studie der MaLisa Stiftung wird belegt, wie die Videoplattform YouTube geschlechtsspezifische Stereotype reproduziert und auf die Identität der Rezipienten wirkt.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis ab, dass Medien einen maßgeblichen Einfluss auf die Identitätsbildung haben und Geschlechterstereotype weiterhin fest in der medialen Welt verankert sind.
Schlüsselwörter
Identitätsbildung, Geschlechterstereotypen, Mediensoziologie, Adoleszenz, Rollenbilder, YouTube, Digitale Medien, Selbstinszenierung, Gender-Advertising, Massenmedien, Sozialisation, Geschlechterrollen, Postmoderne, Medienrezeption, Identifikationsmöglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie in Medien dargestellte Geschlechterstereotypen die Identitätsbildung von Jugendlichen in einer digital geprägten Gesellschaft beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die soziologischen Begriffe der Identität, die Definition von Geschlechterstereotypen, die Rolle der Massenmedien und die spezifischen Auswirkungen auf Jugendliche in der Adoleszenz.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob und wie Geschlechterstereotype in den Medien die Identitätsentwicklung von Heranwachsenden maßgeblich beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die durch eine Fallbeispiel-Analyse (YouTube) und die Einbeziehung aktueller Studien untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der medialen Präsenz von Geschlechterrollen, die Beschreibung der Identitätsbildung im digitalen Zeitalter und eine konkrete Fallbetrachtung der Plattform YouTube.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Identitätsbildung, Geschlechterstereotypen, Mediensoziologie, Adoleszenz, digitale Medien und soziale Rollenbilder.
Wie beeinflusst die Plattform YouTube konkret die Identitätsbildung?
YouTube reproduziert laut der zitierten Studien traditionelle Geschlechterrollen, indem Männern und Frauen unterschiedliche Themenbereiche zugeschrieben werden, was das Weltbild der jugendlichen Rezipienten prägt.
Was ist das Fazit der Autorin bezüglich der Leitfrage?
Die Autorin kommt zu dem eindeutigen Schluss („Ja“), dass Geschlechterstereotype in Medien existieren und von Jugendlichen verinnerlicht werden, wodurch sie einen direkten Einfluss auf deren Identitätsbildung ausüben.
- Quote paper
- Zena Tair (Author), 2019, Geschlechterstereotypen in den Medien und deren Einfluss auf die Identitätsbildung von Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512101