Friede und Krieg als Komponenten des Politischen


Seminararbeit, 2013

37 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. HISTORISCHES
Friede im Alten Testament
Der Friedensbegriff der Spätantike und des Mittelalters
Die Neuzeit
Der Beginn der Friedenserziehung zur Zeit der Aufklärung
Das 20. Jahrhundert
Die Gründung des Völkerbundes:
Die Gründung einer Nachfolgeorganisation des Völkerbundes: Die Vereinten Nationen (UNO)
Friedensbewegungen und Friedensforschung:
Eine sozialwissenschaftliche Wende in der Friedenspädagogik:
Neue Theorien und Ideen in der Friedensforschung:
Das 21. Jahrhundert

III. DEFINITIONEN VON FRIEDEN UND KRIEG UND

FRIEDENSANSÄTZE
1. DEFINITIONEN VON FRIEDEN
Andere Friedensdefinitionen bzw. Aussagen zum Thema Frieden
2. FRIEDEN INNERHALB EINER GESELLSCHAFT
2.1 Die innere Sicherheit
2.2. Die äußere Sicherheit
3. DEFINITIONEN VON KRIEG
4. POSTMODERNE FRIEDENSANSÄTZE
Energetische und moralische Friedensbegriffe
5. DER TRANS-RATIONALE FRIEDENSANSATZ
6. DER DEMOKRATISCHE FRIEDENSANSATZ
Das Strukturell - Institutionelle Erklärungsmodell:
Das Kulturell - Normative Erklärungsmodell:
Das Sozial - Konstruktivistische Erklärungsmodell:

IV. DIE ERZIEHUNG FÜR EINE KULTUR DES FRIEDENS
1. Grundlegendes
Der Schlüsselbegriff „Frieden“:
Der Begriff „Friedenskultur“:
Überlegungen des Präsidenten der Luxemburger Kommission „Justitia et Pax“:
Wie erzieht man Menschen zum Frieden?
2. Die Arbeitsfelder im Bereich der Friedenserziehung
3. Das Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Österreich): Ein wesentlicher Beitrag zur Friedenserziehung und Konfliktlösung
4. Friedenserziehung im Schulbereich
Definition:
Historisches:
Friedenserziehung, eine komplexe Größe auf vielen Ebenen:

V. ZUSAMMENFASSUNG, BEMERKUNGEN

VI. VERWENDETE LITERATUR

I. EINLEITUNG

Die Schwerpunkte der vorliegenden Arbeit liegen in den Bereichen post-moderner Friedensansätze, wie beispielsweise energetische und moralische Frieden, des trans-rationalen Friedensansatzes und des demokratischen Friedensansatzes, bei dem auch die drei wichtigsten politikwissenschaftlichen Erklärungsmodelle Thema sind. Die Werke der Autoren Carl Schmitt „Der Begriff des Politischen“ und Dolf Sternberger „Begriff des Politischen“ waren und sind fundamental im Bereich Politischer Theorie und Ideengeschichte zu den Themen Krieg und Frieden sowie auch zum Thema Freund und Feind. Eine Untersuchung und ein Vergleich zu Kernaussagen bzw. Kernfragen der Völkerrechtsordnung im Kontext der Thematik Krieg und Frieden, hier vor allem politische Motive und Handlungen, sind wesentliche Inhalte, die kontrovers diskutiert werden. Definitionen von Frieden und Krieg und Fridens-ansätze, auch im historischen Kontext, werden fokussiert und behandelt. Hier liegt ein Schwerpunkt auf wissenschaftlich fundierten Fiedensansätzen. Beispielsweise wird im Bereich „Demokratischer Frieden“ die Theorie in ein normatives Postulat und ein analytisches Forschungsprogramm unterteilt. Hier existieren auch „Demokratische Frieden“ und „Demokratische Kriege“ nebeneinander. Innerhalb der Theorien der internationalen Beziehungen als subsystemischer Ansatz erfolgt die Zuordnung dem Paradigma des Liberalismus. Diese liberalen Ansätze sehen im Unterschied zum klassischen Realismus oder Neorealismus die Ursachen für Frieden und/oder Krieg nicht primär im Bereich der zwischenstaatlichen Ebene, sondern sind auf die innerstaatliche Situation der Konfliktparteien zentriert. Neben diesen Ansätzen ist auch das Thema Friedensforschung eine wesentliche Komponente im Bereich der Politik. In der modernen Friedensforschung sind auch die Themen Friedenserziehung, Friedenspädagogik und Friedenskultur von zunehmender Relevanz. Im Kontrext der Erziehung für eine Kultur des Friedens werden auch Arbeitsfelder im Bereich der Friedenserziehung aufgezeigt. Ausgewählte Inhalte zum Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung in Österreich, mit deren Forschungsschwerpunkten und der jährlich stattfindenden Konferenz „State of Peacebuilding“ und ein Ausblick auf die Friedenserziehung im Schulbereich sowie eine Reflexion runden die gegenständliche Arbeit ab.

II. HISTORISCHES

Mit Ausnahme weniger Urgesellschaften war Friede in ältesten Zeiten meist ein von den Menschen herbeigeführter Zustand, der mehr oder weniger ausdrücklicher Sicherungen durch Macht bzw. besonderer Vereinbarung bedurfte (http://de.wikipedia. org/wiki/Friedenspolitik, 12.04.2013, Seite 2).

Es gab in der Urgesellschaft aber auch noch keine Kriege im Sinne einer Spaltung der Gesellschaft in antagonistische Klassen zur Durchsetzung ökonomischer und politischer Klassenziele, somit zur Fortsetzung der Politik einer Klasse mit gewaltsamen Mitteln. Es gab also zu dieser Zeit noch keine Kriege im Innenverhältnis von Gesellschaften (Lexikon der Antike, S 299).

Im Innenverhältnis antiker Gesellschaften wurde von den damals herrschenden göttlichen und menschlichen Machthabern besonders die Sicherung der Ordnung erwartet. Darunter verstand man den inneren Frieden. Die Kooperation mit der politischen Herrschaft bedeutete eine Kriegsbereitschaft nach außen, jedoch Friedfertigkeit nach innen (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenspolitik,12.04.2013,Seite 2).

Der Ursprung der Kriege begann dann erst mit der Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln und mit der Spaltung der Gesellschaft in antagonistische Klassen. Krieg wurde nun zur gesetzlichen Erscheinung und war bewaffneter Kampf zwischen Klassen verschiedener Staaten oder innerhalb eines Landes, das war der Bürgerkrieg. Die meisten Kriege dieser Zeit waren Raubkriege zur Unterjochung der Nachbarn, zur Plünderung fremder Völker oder zur Erbeutung von Sklaven (Lexikon der Weltgeschichte, S 299).

Die herrschende Klasse entwickelte zur Rechtfertigung solcher Kriege auch politische Theorien. Von besonderer Bedeutung waren jene von Aristoteles und von Platon im antiken Griechenland (Lexikon der Weltgeschichte, S 299).

Im antiken Rom wurden dann Kriege gegen äußere Feinde als „Bella iusta“ (gerechte Kriege“ bezeichnet. Es gab aber auch Kriege der Sklaven wie etwa gegen die Unterdrückung. Ein Paradebeispiel ist hier der Spartakusaufstand, ein Befreiungskrieg der Sklaven. Für die Römer galten solche Kriege aber als „Bella iniusta“, d.h. als ungerechte Kriege (Lexikon der Weltgeschichte, S 299).

Friede im Alten Testament

Im Alten Testament wurde Friede als das heilsame „Intaktsein“ einer Gemeinschaft verstanden. Friede galt als Gabe Jahves, das war der gnädige Schöpfer mit seiner Gerechtigkeit. Daher verstand man in diesem Sinne Frieden auch mehr als göttliches Geschenk und weniger als menschliche Aufgabe. Schalom wurde im zwischenmenschlichen Bereich als eine Geste des Willkommens und des Friedens verstanden. Diese Ansicht hatte sich bei orientalischen Nomaden aus der Aufnahmebereitschaft in der Oase bzw. an Wasserstellen entwickelt, welche einem neu ankommenden Menschen gewährt wurde und auch mit einer Umarmung oder einer anderen Zeremonie verbunden sein konnte. Eine Verweigerung des Schalom konnte aber für die betroffene Person lebensbedrohend sein (http://de.wikipedia.org/ wiki/ Friedenspolitik, 12.04.2013,Seite 2).

Diese Auffassung des Alten Testaments wurde im Neuen Testament weiter verstärkt, weil dessen gesamte Heilsbotschaft auch als Verkündigung des Friedens verstanden wurde. Beispielsweise benutze Jesus oft die Grußformel „Der Friede sei mit euch“. Aus theologischer Sicht ist in Jesus Christus auch der Friede der ganzen Welt beschlossen. Wer ihm folgte wurde bzw. wird im Sinne der Bergpredigt als Friedensstifter gesehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenspolitik, 12.04.2013, Seite 2).

Der Friedensbegriff der Spätantike und des Mittelalters

In der Spätantike und im Mittelalter prägten dann bedeutende Personen auch den Friedensbegriff. Beispielsweise unterscheidet der Kirchenlehrer Augustinus (354 bis 430) im 19. Buch von „De civitate Dei“ klar und streng zwischen dem geistigen und den innerweltlichen Bereich. Im weltlichen Bereich wurde der Friede mit Macht und Herrschaft gesichert, im Notfall auch durch einen “gerechten Krieg“, dem „bellum iustum“. Augustinus sah damals auch einen Bereich eschatolischer Friedenserwartung, einer die letzten Dinge betreffende Friedenserwartung, die aber den Möglichkeiten irdischer Politik entzogen war (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenspolitik, 12.04.2013,Seite 2).

Im Mittelalter war dann überwiegend eine entsprechende Zweiteilung des Friedensbegriffs vorhanden. Das war die Teilung in „Weltfrieden“ und in „Gottesfrieden“. Die politische Welt sollte damals christliche Ordnungsvorstellungen aufnehmen. „Pax et Iustitia“ bedeutete Frieden und Recht und war auch die Zielbestimmung der öffentlichen Ordnung über viele Jahrhunderte (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenspolitik, 12.04.2013, Seiten 2 f).

Die Neuzeit

In der Neuzeit diente das Recht dem Frieden und war auch selbst Ausdruck des Friedens. Die Herrschaftsinstanzen entwickelten sich dann auch zu Trägern der Rechts- und Friedensidee. Es war die Epoche des Gottes- und Landfriedens, die im Jahre 1495 im „Ewigen Landfrieden“* ihren Höhepunkt erreichte. Unter Maximilian I. wurde damals auf dem Reichstag zu Worms mit Zustimmung der Reichsstände der Ewige Landfriede im Zuge einer Reichsreform als Reichsgesetz verkündet (Lexikon der Weltgeschichte 1977, S 317).

*Es war nun der Frieden in der Neuzeit. Unter Landfriede verstand man im deutschen Mittelalter den öffentlichen Frieden, “Pax terrae“, der anstelle der unaufhörlichen Fehden und der allgemeinen Rechtsunsicherheit, durch das Raubritterwesen usw. sein sollte. Jede Fehde wurde nun als Landfriedensbruch geahndet. Durch die endgültige Beseitigung des Fehderechts im gesamten Reich wurde eine Befriedung des Gesamtvolkes und das Reich zu einer Rechtsgemeinschaft (Lexikon der Weltgeschichte 1977, S 317).

Die Prinzipien einer rechtlich verfassten Friedensordnung bekamen dann in Zeitalter der Renaissance und des Humanismus auch eine globale Bedeutung. Beispielsweise verwarf der damals führende humanistische Theologe Erasmus von Rotterdam* den Krieg als naturwidrig und forderte Schiedsgerichte und zwischenstaatliche Garantieerklärungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenspolitik, 12.04.2013, Seite 3).

*Erasmus von Rotterdam veröffentlichte 1517 sein Werk mit dem Titel „Die Klage des Friedens“, in der derselbe während des erbarmungslosen Machtkampfes um die Oberherrschaft in Italien dem Friedenswillen eine Stimme verlieh. Damit vertrat er eine dezidierte pazifistische Position und lehnte Kriege mit einer Ausnahme ab. Diese Ausnahme bedeutete, dass ein Krieg seiner Ansicht nur legitim sei, wenn das gesamte Volk sich für einen Krieg ausspreche (http://de.wikipedia.org/ wiki/Erasmus_von_Rotterdam, 14.07.2013, Seite 4).

1625 wurde dann erstmals die Idee eines Völkerbundes als Bund in einer Staatengemeinschaft und der Begriff „Völkerrecht“ vom niederländischen Rechtsgelehrten Hugo Grotius in seinem Werk mit dem Titel „De iure belli ac pacis“, d.h. „Über das Recht des Krieges und des Friedens“ als wesentliche völkerrechtliche Grundlagen erörtert (http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Grotius, 21.07.2013, Seite 1 ; vgl. auch Grotius 1625).

Trotz all dieser Leistungen und Ideen blieben aber Zweifel an der Unvermeidbarkeit von Kriegen, besonders im Zeitalter der Aufklärung. Neben dem Theologen Erasmus von Rotterdam und Hugo Grotius war besonders auch der Philosoph Immanuel Kant bedeutend. Kant umriss in seinem Entwurf „Zum ewigen Frieden“ aus dem Jahre 1795 die Bedingungen einer globalen Rechtsordnung als Friedensordnung und postulierte eine unbedingte sittliche „Friedenspflicht“. Diese Friedenspflicht schloss eine Rechtfertigung des Krieges als „Ultima Ratio“ aus (http://de.wikipedia.org/wiki/ Friedenspolitik, 12.04.2013, Seite 3).

Die weitere Entwicklung zeigte dann aber eine neue Kriegsbereitschaft der europäischen Völker, die aus der teilweisen Euphorie der Befreiungskriege hervorging. Besonders intensiv war das z.B. auch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges erkennbar (Wegl u.A. 1995, S 10 ff).

Der Beginn der Friedenserziehung zur Zeit der Aufklärung

Im Zeitalter der Aufklärung begann auch die moderne Form der Friedenserziehung die auf die europäische Philosophie der Neuzeit zurückgeht (http://de.wikipedia.org/ wiki/Friedenserziehung, 01.07.2013, Seite 1).

Der Schweizer Jean Jacques de Sellon war einer der Pioniere auf dem Gebiet der Friedenserziehung. Sellon war Anhänger der Demokratie Idee von Jean Jaques Rousseou und der Rechtsstaat Idee Cesare Beccarias und ging wie dieser ebenfalls vom Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit aus und lehnte auch die Todesstrafe ab. Diese Ablehnung galt auch für zwischenstaatliche Konflikte, weshalb er 1828 auch anregte, alle stehenden Heere abzuschaffen* und durch Milizen zu ersetzen (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenserziehung, 01.07.2013, Seite 2).

*1830 forderte Sellon dies dann auch in einem öffentlichen Brief so wie auch die Gründung eines

Schiedsgerichtes und gründete in diesem Jahr auch die Societe de la Paix. Deren Statut legte fest: „Die Abschaffung des Krieges könne nur auf dem Willen der Völker beruhen. Aufklärungsarbeit und bewusste Erziehung zum Frieden sind deshalb notwendig (http://de.wikipedia.org/wiki/ Friedenserziehung ,01.07.2013, Seite 2).

Seit etwa 1830 wurde Friedenserziehung dann auch als eine der wichtigsten Aufgaben der internationalen Friedensbewegungen erkannt und definiert. Der Grundgedanke war bzw. ist es, Menschen durch gezielte, bewusste Bildung zum Erkennen und Umwandeln von Gewalt in friedliche Handlungsweisen anzuleiten (http://de. wikipedia.org/wiki/Friedenserziehung, 01.07.2013, Seite 1).

Hier waren in der Neuzeit neben Erasmus von Rotterdam besonders auch Niccolo Machiavelli und Montesquieu bedeutend, sie zeigten damals den Zusammenhang zwischen Herrschaftsform und Frieden auf. Beide sahen in der Gleichverteilung von Gütern bzw. von Werten einen wesentlichen Grund, dass von Republiken als Einzelstaaten keine Gewalt ausginge (Czempiel 1996, S 301 ff).

Dagegen wurde im „Plan des Ewigen Friedens“ von Abbe de Saint-Pierre, der durch Jean-Jaques Rousseau im Jahre 1761 bekannt gemacht wurde, ein Friedensansatz der auf eine Interaktion mehrerer Staaten bezogen war, verfolgt. Es war auch bereits eine Idee einer internationalen Organisation, die für Sicherheitsgarantien der Staaten zuständig sein sollte (Czempiel 1996, S 316 ff).

Wie bereits dargestellt sah auch Immanuel Kant die Notwendigkeit einer Organisation für den Frieden, die er als Friedensbund (foedus pacificum) bezeichnete. Er legte mit seinem Werk „Zum ewigen Frieden“ eine philosophische Grundlage für den Demokratischen Frieden. Seiner Ansicht nach seien Kriege im Interesse politischer Machthaber, das waren damals besonders die Fürsten, nicht aber im Interesse der Staatsbürger. Diese müssten im Kriege beispielsweise ihr Leben und ihr Eigentum aufs Spiel setzen. Kant zog daraus den Schluss, dass ein Staat, in dem die außenpolitischen Entscheidungen von Staatsbürgern durch Mehrheitsentscheid beeinflusst werden können, eine friedfertige Außenpolitik betreiben würde. Als weitere notwendige Bedingung für den Ewigen Frieden sah Kant den bereits erwähnten Friedensbund (http:// de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigenFrieden, 21.07.2013, seite 1).

Abschließend zu diesem Jahrhundert kann festgehalten werden, dass die Ideen der Aufklärung bereits im 19. Jahrhundert eine internationale Friedensbewegung in Gang setzten, die dann auch 1899 und 1907 zur Zusammenkunft in der Haager Friedenskonferenz führten. Der „Neo.Kantianer“ Walther Schücking bezeichnete diese Einrichtung für den Frieden als „Haager Staatenverband“, der dann im Wesentlichen aber am Deutschen Reich in der Frage der obligatorischen internationalen Schiedsbarkeit scheiterte (http://de.wikipedia.org/wiki/völkerbund, 21.7.2013, Seite 1 bis 4).

Das 20. Jahrhundert

Die Gründung des Völkerbundes:

Im 20. Jahrhundert ergaben sich dann erhebliche Änderungen bereits nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurde der Versuch unternommen eine ständige internationale Einrichtung zu schaffen die den Frieden sichern sollte, das war der Völkerbund. Er war im 14.Punkteprogramm von US-Präsident Wilson vorgesehen und lautete „Eine allgemeine Vereinigung der Nationen muss gebildet werden“ Seine Gründung erfolgte dann auch im Jahre 1919 (Wegl 1995, S 20).

Es war gleichzeitig auch eine Umsetzung der Kant’schen Forderungen die damals ausgelöst durch die Schrecken des Ersten Weltkrieges wieder besonders aktuell waren. Die Monroe –Doktrin war integraler Bestandteil der Statuten des Völkerbundes, die nach 1945 auch in die Charta der Vereinten Nationen Eingang fand. Am 15. November 1920 trat der Völkerbund erstmals zusammen. 1923 wurde Lord Robert Cecil Präsident des Völkerbundes und blieb dies bis zur Auflösung im Jahre 1946 (http:// de.wikipedia.org/wiki/Völkerbund, 21.07.2013, S 1).

1928 erfolgte dann eine wesentliche völkerrechtliche Entscheidung mit dem Briand - Kellog Pakt womit nun *Angriffskriege auch völkerrechtlich geächtet wurden. Mit diesem Pakt verzichteten die Unterzeichnerstaaten auf das ius ad bellum, d.h. auf den Krieg als Instrument bei gegenseitigen Konflikten. Dieser Pakt der Zwischenkriegszeit ist noch immer in Geltung und bindet auch die insgesamt vierzig ratifizierenden Staaten (http://de.wikipedia.org/wiki/Angriffskrieg, 11.05.2013, Seite 1).

*Angriffskrieg bezeichnet die Kriegsführung eines Staates, bei der dieser als Angreifer einen anderen Staat auf dessen Territorium angreift, ohne dass der Angreifer (oder ein anderer Staat) entweder von dem angegriffenen Staat vorher selbst angegriffen worden wäre, ein solcher Angriff unmittelbar bevorstehen würde, oder der angegriffene Staat dem Angreifer den Krieg erklärt hätte oder Teile seines Territoriums besetzt hält. Die Festlegung eines Angreifers ist hier unbedingt notwendig. Aus der Sicht des Angegriffenen handelt es sich in der Regel um einen Verteidigungskrieg (http:// de. wikipedia.org/wiki/Angriffskrieg, 11.05.2013, S 1).

In der Zwischenkriegszeit griff dann auch der Völkerbund oftmals schlichtend in Auseinandersetzungen zwischen Staaten ein wie beispielsweise in die Grenzstreitigkeiten zwischen Bulgarien und Griechenland 1921. Der Völkerbund leistete Vieles, er war aber bei Konflikten zwischen Großmächten relativ machtlos und konnte auch den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern (http://de.wikipedia.org/wiki/völkerbund, 21.7.2013, Seite 1 ff; vgl. auch www.womo-weltenbummler.de7griechenland/ geschichte_und_kultur.htm).

Die Gründung einer Nachfolgeorganisation des Völkerbundes: Die Vereinten Nationen (UNO)

Bereits 1943, also noch während des Zweiten Weltkrieges, vereinbarten die Staatsmänner Churchill (GB), Stalin (UdSSR) und Roosevelt (USA) die Gründung einer Nachfolgeorganisation des Völkerbundes. Am 26. Juni 1945 unterzeichneten dann in San Francisco, als Ergebnis dieser Staatenkonferenz, Vertreter von 50 Staaten die „Charta der Vereinten Nationen“. Die Charta der UNO setzte sich zum Ziel, den Frieden zwischen den Staaten zu sichern und Krieg nach Möglichkeit zu vermeiden* (Charta der Vereinten Nationen 1945).

*In Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen (UNO) ist die Verpflichtung festgeschrieben, nicht nur auf Anwendung von Gewalt zu verzichten, sondern sogar die Drohung damit. Das ist das allgemeine Gewaltverbot (Charta der Vereinten Nationen 1945).

Neben diesem Ziel sollten aber auch die Rechte und der Schutz der einzelnen Menschen weltweit durchgesetzt werden. Am 10. Dezember 1948 beschloss deshalb die Generalversammlung der UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948).

Friedensbewegungen und Friedensforschung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs dann grundsätzlich auch die Einsicht, dass sich Kriege in der Konsequenz gegen die Menschheit in ihrer Gesamtheit richten bzw. jedenfalls richten können. Friedensbewegungen und Akteure der Friedensforschung engagierten sich deshalb in verstärktem Maße (Wintersteiner 2011, S 345).

Beispielsweise engagierte sich die Studiengesellschaft für Friedensforschung in München ab Ende der 1950er Jahre auch für Friedenspädagogik als Instrument der Völkerverständigung, gegen Vorurteile und Aggression als Ursachen für Krieg und Gewalt. Es war damals ein wichtiger Schritt im Bereich der Friedensbewegung bzw. der Friedensforschung* (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenserziehung, 01.07.2013, Seite 2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Friede und Krieg als Komponenten des Politischen
Hochschule
Universität Salzburg  (Politikwissenschaft)
Note
1,5
Autor
Jahr
2013
Seiten
37
Katalognummer
V512195
ISBN (eBook)
9783346093332
ISBN (Buch)
9783346093349
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friede, Krieg, Politik, Friedensforschung, Bildung, Geschichte, Friedensbegriffe, Innere Sicherheit, Äußere Sicherheit, Friedensansätze, Friedenskultur, Friedenserzierhung
Arbeit zitieren
Dr. Franz Zeilner (Autor), 2013, Friede und Krieg als Komponenten des Politischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512195

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Friede und Krieg als Komponenten des Politischen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden