Das Streben nach Glück gehört für die meisten zum Menschsein dazu. In den letzten Jahren rückte die Glücksthematik vermehrt in den Fokus des öffentlichen Lebens, doch nicht in der Sozialen Arbeit. Dabei, so die Annahme der vorliegenden Bachelorarbeit, scheint die Ausrichtung der Sozialen Arbeit auf die Frage nach dem Glück ihrer Klienten elementar. Die Arbeit ermittelt auf Grundlage der aktuellen Glücksforschung und wissenschaftlicher Literatur die Bedeutung von Glück für die Soziale Arbeit und zieht Schlussfolgerungen für die berufliche Praxis. Soziale Arbeit hat den Auftrag, im Sinne der Chancengleichheit auf Glück, die Freiheit im Glücksstreben durch Schaffen optimaler Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Sie kann das Glück somit indirekt durch das Ebnen der Glückswege auf der Makro-, Meso- und Mikroebene fördern. Das entworfene Lebensberatungskonzept für
Erwachsene mit dem Schwerpunkt der Glücksförderung dient als Vorschlag für die berufliche Praxis, um der bisher begrenzten Angebotsauswahl in der Sozialen Arbeit entgegenzuwirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Glück
2.1. Etymologie und sprachliche Verwendung
2.2. Grundformen des Glücks
3. Einblicke in die aktuelle Glücksforschung
3.1. Was ist Glück?
3.2. Ist Glück messbar?
3.3. Wie glücklich sind wir?
3.4. Was macht uns glücklicher bzw. unglücklicher?
3.5. Lässt sich das Glücksbefinden steigern?
4. Bedeutung von Glück für die Soziale Arbeit
4.1. Übersicht zur Profession Sozialer Arbeit
4.1.1. Begriffsbestimmung
4.1.2. Berufsmandat
4.1.3. Auftrag
4.2. Subjekt- und gesellschaftsorientierte Ziele Sozialer Arbeit
4.3. Relevanz von Glück für die Soziale Arbeit
4.4. Problematik der Orientierung an subjektiven Glücksvorstellungen
4.5. Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit
4.6. Positive Effekte von Glückserleben
5. Möglichkeiten der Förderung von Glück für die Soziale Arbeit
5.1. Glücksförderung auf der Makroebene
5.2. Glücksförderung auf der Mesoebene
5.3. Glücksförderung auf der Mikroebene
6. Vorschlag für ein Lebensberatungskonzept für Erwachsene mit dem Schwerpunkt der Glücksförderung
6.1. Berufsethische Grundhaltung
6.2. Zielgruppe
6.3. Ausgangslage und Bedarfe
6.4. Ziele
6.5. Leistungen
6.6. Perspektiven
6.7. Methoden
6.8. Gesprächstechniken
6.9. Durchführungsplan
6.10. Standort und Raumbedarf
6.11. Personalbedarf
6.12. Sachmittel und Finanzierung
6.13. Evaluation
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Glück innerhalb der Sozialen Arbeit und entwickelt ein darauf ausgerichtetes Lebensberatungskonzept, um die bisher limitierte Angebotsstruktur in diesem Bereich zu erweitern und eine systematische Glücksförderung zu ermöglichen.
- Analyse des Glücksbegriffs und der aktuellen wissenschaftlichen Glücksforschung
- Verknüpfung von Glückstheorien mit den professionellen Mandaten der Sozialen Arbeit
- Kritische Reflexion der Orientierung an subjektiven Glücksvorstellungen im Kontext lebensweltorientierter Ansätze
- Konzeption eines Lebensberatungsmodells zur Förderung von Glück für Erwachsene
Auszug aus dem Buch
3.1. Was ist Glück?
Das Wort „Glück“ ist wissenschaftlich nicht eindeutig definiert (vgl. Lützenkirchen 2015: 21).
Oft wird der Begriff als Synonym für Lebensqualität, Wohlbefinden und Zufriedenheit verwendet und nimmt Bezug auf das individuelle und soziale Wohlergehen. In diesem Zusammenhang wird Glück weitestgehend im Sinne eines Überbegriffs für alle Vorstellungen vom guten Leben verstanden (vgl. Veenhoven 2011b: 396). Trotzdem gibt es zwischen den Begrifflichkeiten feine Bedeutungsunterschiede. Während mit Zufriedenheit eher eine Bewertung aus dem Verstand heraus bezeichnet und in der Fachliteratur oft mit wirtschaftlichen Komponenten verknüpft wird, ist unter Glück eher ein Gefühlszustand zu verstehen, der aus positiven Ereignissen und Erfahrungen hervorgeht (vgl. Opaschowski 2002, zit. nach Grünsteidl 2015: 6; Popp et al. 2011, zit. nach Lützenkirchen 2015: 21). Mit Lebensqualität ist eher die Beschreibung der gesamten Lebenssituation unter Einbezug von subjektiven, objektiven, gesellschaftlichen sowie individuellen Faktoren gemeint. Wohlbefinden und Glück beziehen sich hingegen auf die psychische und subjektive Seite des Individuums. Im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs nimmt die Bedeutung von subjektiven und auf die Person bezogenen Faktoren deutlich zu, wodurch der Glücksbegriff vermehrt in den Vordergrund der Untersuchungen tritt. Gleichzeitig ist eine sichtliche Subjektivierung der Glücksvorstellungen und des Glücksbegriffs zu beobachten (vgl. Lützenkirchen 2015: 21).
Im spezifischeren Sinn zielt der Glücksbegriff vornehmlich auf die Relevanz der subjektiven Wertschätzung des eigenen Lebens ab (vgl. Veenhoven 2011b: 396). In der vorliegenden Arbeit wird der Glücksbegriff, im Sinne der subjektiven Wertschätzung des eigenen Lebens, entsprechend der Definition des niederländischen Glücksforschers Ruut Veenhoven verwendet: „Glück ist das Maß oder der Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens insgesamt zufrieden ist. Anders ausgedrückt bezeichnet Glück das Maß, in dem man das eigene Leben mag. In diesem Sinn kann man nicht glücklich sein, ohne es auch zu wissen, und in diesem Sinn ist auch illusorisches Glück immer noch Glück.“ (ebd.: 396f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Vernachlässigung des Glücks in der Sozialen Arbeit und formuliert die Forschungsfrage nach dessen Bedeutung für die berufliche Praxis.
2. Glück: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff durch Etymologie und sprachliche Analyse an und unterteilt das Konstrukt in sechs Grundformen.
3. Einblicke in die aktuelle Glücksforschung: Es werden zentrale wissenschaftliche Fragen zum Glück behandelt, darunter Messbarkeit, Verbreitung und Einflussfaktoren auf das individuelle Glücksbefinden.
4. Bedeutung von Glück für die Soziale Arbeit: Das Kapitel verknüpft professionelle Mandate und Ziele der Sozialen Arbeit mit der Glücksthematik und erläutert das lebensweltorientierte Konzept.
5. Möglichkeiten der Förderung von Glück für die Soziale Arbeit: Hier werden Interventionsansätze auf Makro-, Meso- und Mikroebene vorgestellt, um Glücksförderung in die Praxis zu integrieren.
6. Vorschlag für ein Lebensberatungskonzept für Erwachsene mit dem Schwerpunkt der Glücksförderung: Es wird ein konkretes, an der Praxis orientiertes Beratungsprogramm skizziert, das wissenschaftliche Methoden zur Lebensgestaltung und Stärkung einbindet.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit, Glück als relevanten Aspekt in der Sozialen Arbeit zu etablieren.
Schlüsselwörter
Glücksbegriff, Glücksforschung, Soziale Arbeit, Relevanz, Glücksförderung, Lebensberatungskonzept, Lebensweltorientierung, Empowerment, Klientenzentrierte Gesprächsführung, Zürcher Ressourcen Modell, Subjektives Wohlbefinden, Lebensqualität, Handlungskompetenz, Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bislang marginale Rolle des Themas Glück in der Sozialen Arbeit und argumentiert dafür, dass eine stärkere Ausrichtung auf das Glücksbefinden der Klienten für deren Unterstützung essenziell ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die wissenschaftliche Glücksforschung, die Ziele der Sozialen Arbeit, die Relevanz des Glücks für benachteiligte Gruppen sowie die Entwicklung eines praktischen Beratungskonzepts.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Bedeutung Glück für die Soziale Arbeit hat und welche praktischen Schlussfolgerungen sich daraus für professionelles Handeln ableiten lassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachpublikationen und integriert Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung sowie bestehende Konzepte der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Glücksbegriffs, die Verknüpfung mit den professionellen Aufträgen der Sozialen Arbeit sowie die Darstellung konkreter Möglichkeiten der Glücksförderung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Glücksförderung, Soziale Arbeit, Lebensberatungskonzept, Glücksforschung und Empowerment.
Was unterscheidet dieses Lebensberatungskonzept von herkömmlichen Angeboten?
Es verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse über Glücksprozesse explizit mit der berufsethischen Grundhaltung und den methodischen Standards der Sozialen Arbeit, um eine gezielte Unterstützung für das Wohlbefinden zu bieten.
Welche Bedeutung kommt dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) zu?
Das ZRM dient als zentrale Selbstmanagementmethode, um Klienten zu befähigen, eigene Ressourcen zu aktivieren und selbstbestimmt auf ihre persönlichen Glücksziele hinzuarbeiten.
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- Hannah Lehmann (Author), 2017, Glück und Soziale Arbeit. Eine Herausforderung für die berufliche Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512200