Das Thema Doping stellt im Leistungssport einen besonders komplexen Forschungsgegenstand dar, da es in einem psychosozialen Kontext gesehen werden muss und trotz seiner unbestreitbaren Gegenwärtigkeit nahezu unbeachtet geblieben ist. Ziel dieser Arbeit wird es deshalb sein, die Gründe für Doping, oder dopingäquivalentes Verhalten, aufzuzeigen und mit der modernen Gesellschaft sowie dem Leistungssport zu kontextualisieren.
Der erste Teil beschäftigt sich dazu mit dem Begriff des Dopings und dem Versuch der Dopingkontrolle, sowie der Frage, wie die Gesellschaft zu dem Thema Doping und Sport steht. Danach soll auf den Leistungssport und die Entwicklung seiner Charakteristika und Strukturen eingegangen werden, gefolgt vom Kommerzialisierungsprozess und den einzelnen daran beteiligten Akteuren. Abschließend werden in diesem Kontext die moralischen Aspekte des Dopings diskutiert und es wird den Fragen nachgegangen was Athleten dazu bewegt, illegale leistungssteigernde Substanzen zu gebrauchen und wie man den Trend zum Doping stoppen könnte.
Die heutige Gesellschaft thematisiert Doping hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Leistungssport. Auch wenn der gesamtgesellschaftliche Trend dahin geht, den Körper mithilfe von Medikamenten und Operationen zu optimieren, besteht der Dopingbegriff im Wesentlichen aus Assoziationen von den vielen Skandalen der Dopingüberführung aus dem Leistungssport. Nicht nur massenhafte Dopingüberführungen wie bei der Tour de France 2006 schürten das Interesse am Thema Doping, sondern auch die enormen Rekorde von Michael Phelps oder Usain Bolt bei den olympischen Sommerspielen 2008 ließen die Fernsehzuschauer mit einiger berechtigter Skepsis zurück. Das vermehrte Auftreten von Doping resultiert im Leistungssport allerdings nicht einzig aus dem Fehlverhalten der Athleten, sondern ist als gesellschaftlicher Teilbereich, der die Ideale der Leistungsgesellschaft vertritt, vielmehr auf die Organisation und Entwicklung des modernen Leistungssports zurückzuführen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Doping in der modernen Gesellschaft
- Die Definition des Dopingbegriffs
- Das Problem einer rechtlich gültigen Definition
- Grenzen der Dopingkontrolle
- Doping in der Gesellschaft
- Das Thema Doping in den Medien
- Die kommerziell und politisch genutzte Berichterstattung
- Die Entstehung des Leistungssportgedankens
- Coubertins Olympia und der Weg vom Amateursport zum Profisport
- Das System des Leistungssports und seine Dopingnotwendigkeit
- Die Kommerzialisierung des Leistungssports
- Politische Instrumentalisierung
- Innenpolitische Instrumentalisierung
- Außenpolitische Instrumentalisierung
- Das Zuschauerinteresse
- Die Nutzung durch Medien und Wirtschaft
- Der Markt für Werberechte
- Der Markt für Fernsehrechte
- Politische Instrumentalisierung
- Schlussdiskussion: Das Dopingproblem, die Doppelmoral und ein Lösungsansatz
- Die Pfadabhängigkeit der Athleten
- Die Moralisierung
- Ein Lösungsansatz für das Dopingproblem
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Gründe für Doping oder dopingäquivalentes Verhalten im Leistungssport und kontextualisiert diese im Hinblick auf die moderne Gesellschaft und den Leistungssport. Sie analysiert das Dopingphänomen aus verschiedenen Perspektiven, einschließlich der Definition des Dopingbegriffs, der Schwierigkeiten der Dopingkontrolle, der gesellschaftlichen Wahrnehmung und den Auswirkungen des Kommerzialisierungsprozesses im Leistungssport.
- Die Definition und Problematik des Dopingbegriffs
- Die Rolle der Medien und der Gesellschaft im Umgang mit Doping
- Die Entstehung und Entwicklung des Leistungssports
- Die Kommerzialisierung des Leistungssports und deren Einfluss auf Doping
- Die moralischen Aspekte des Dopings und der Druck auf Athleten
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet den Dopingbegriff und die Schwierigkeiten, ihn zu definieren. Es werden auch die Grenzen der Dopingkontrolle und die gesellschaftliche Wahrnehmung des Themas diskutiert. Das zweite Kapitel analysiert die Entstehung und Entwicklung des Leistungssports, wobei der Fokus auf die Professionalisierung und die wachsenden Anforderungen an Athleten liegt. Im dritten Kapitel wird die Kommerzialisierung des Leistungssports untersucht, die die Interessen von Politik, Wirtschaft und Medien berücksichtigt. Es werden die Auswirkungen der Kommerzialisierung auf den Leistungssport und den Druck auf Athleten beschrieben.
Schlüsselwörter
Doping, Leistungssport, Kommerzialisierung, Gesellschaft, Medien, Ethik, Moral, Pfadabhängigkeit, Athleten, Dopingkontrolle, Dopingprävention, Leistungsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Doping im Leistungssport als komplexes Problem betrachtet?
Doping ist nicht nur ein individuelles Fehlverhalten, sondern tief in den Strukturen des kommerzialisierten Leistungssports und den Idealen der Leistungsgesellschaft verwurzelt.
Welchen Einfluss hat die Kommerzialisierung auf das Dopingverhalten?
Der enorme wirtschaftliche Druck durch Sponsoren, Medienrechte und das Zuschauerinteresse zwingt Athleten oft dazu, ihre Leistung um jeden Preis zu steigern.
Was sind die Grenzen der aktuellen Dopingkontrollen?
Schwierigkeiten liegen in der rechtlich eindeutigen Definition von Substanzen sowie in der Tatsache, dass die Entwicklung neuer Dopingmittel den Testverfahren oft einen Schritt voraus ist.
Wie reagieren die Medien auf Dopingskandale?
Medien nutzen Dopingberichterstattung oft kommerziell oder politisch, was einerseits zur Aufklärung beiträgt, andererseits aber auch eine Doppelmoral in der Gesellschaft fördert.
Was bedeutet 'Pfadabhängigkeit' im Kontext von Profisportlern?
Athleten befinden sich oft in einem System, aus dem sie aufgrund von Verträgen und Karriereerwartungen schwer ausbrechen können, selbst wenn sie moralische Bedenken gegen Doping haben.
Gibt es Lösungsansätze für das Dopingproblem?
Die Arbeit diskutiert verschiedene Ansätze, darunter eine stärkere Moralisierung, bessere Prävention und eine kritische Hinterfragung der kommerziellen Strukturen des Sports.
- Quote paper
- Matthias Marin (Author), 2019, Doping im Kontext der Kommerzialisierung des Leistungssports, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512231