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Doping im Kontext der Kommerzialisierung des Leistungssports

Título: Doping im Kontext der Kommerzialisierung des  Leistungssports

Tesis (Bachelor) , 2019 , 58 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Matthias Marin (Autor)

Salud - Ciencias del deporte
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Das Thema Doping stellt im Leistungssport einen besonders komplexen Forschungsgegenstand dar, da es in einem psychosozialen Kontext gesehen werden muss und trotz seiner unbestreitbaren Gegenwärtigkeit nahezu unbeachtet geblieben ist. Ziel dieser Arbeit wird es deshalb sein, die Gründe für Doping, oder dopingäquivalentes Verhalten, aufzuzeigen und mit der modernen Gesellschaft sowie dem Leistungssport zu kontextualisieren.

Der erste Teil beschäftigt sich dazu mit dem Begriff des Dopings und dem Versuch der Dopingkontrolle, sowie der Frage, wie die Gesellschaft zu dem Thema Doping und Sport steht. Danach soll auf den Leistungssport und die Entwicklung seiner Charakteristika und Strukturen eingegangen werden, gefolgt vom Kommerzialisierungsprozess und den einzelnen daran beteiligten Akteuren. Abschließend werden in diesem Kontext die moralischen Aspekte des Dopings diskutiert und es wird den Fragen nachgegangen was Athleten dazu bewegt, illegale leistungssteigernde Substanzen zu gebrauchen und wie man den Trend zum Doping stoppen könnte.

Die heutige Gesellschaft thematisiert Doping hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Leistungssport. Auch wenn der gesamtgesellschaftliche Trend dahin geht, den Körper mithilfe von Medikamenten und Operationen zu optimieren, besteht der Dopingbegriff im Wesentlichen aus Assoziationen von den vielen Skandalen der Dopingüberführung aus dem Leistungssport. Nicht nur massenhafte Dopingüberführungen wie bei der Tour de France 2006 schürten das Interesse am Thema Doping, sondern auch die enormen Rekorde von Michael Phelps oder Usain Bolt bei den olympischen Sommerspielen 2008 ließen die Fernsehzuschauer mit einiger berechtigter Skepsis zurück. Das vermehrte Auftreten von Doping resultiert im Leistungssport allerdings nicht einzig aus dem Fehlverhalten der Athleten, sondern ist als gesellschaftlicher Teilbereich, der die Ideale der Leistungsgesellschaft vertritt, vielmehr auf die Organisation und Entwicklung des modernen Leistungssports zurückzuführen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Doping in der modernen Gesellschaft

2.1 Die Definition des Dopingbegriffs

2.2 Das Problem einer rechtlich gültigen Definition

2.3 Grenzen der Dopingkontrolle

2.4 Doping in der Gesellschaft

2.5 Das Thema Doping in den Medien

2.6 Die kommerziell und politisch genutzte Berichterstattung

3. Die Entstehung des Leistungssportgedankens

3.1 Coubertins Olympia und der Weg vom Amateursport zum Profisport

3.2 Das System des Leistungssports und seine Dopingnotwendigkeit

4. Die Kommerzialisierung des Leistungssports

4.1 Politische Instrumentalisierung

4.1.1 Innenpolitische Instrumentalisierung

4.1.2 Außenpolitische Instrumentalisierung

4.2 Das Zuschauerinteresse

4.3 Die Nutzung durch Medien und Wirtschaft

4.3.1 Der Markt für Werberechte

4.3.2 Der Markt für Fernsehrechte

5. Schlussdiskussion: Das Dopingproblem, die Doppelmoral und ein Lösungsansatz

5.1 Die Pfadabhängigkeit der Athleten

5.2 Die Moralisierung

5.3 Ein Lösungsansatz für das Dopingproblem

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen Doping im Kontext des modernen, kommerzialisierten Leistungssports, um die systemischen Ursachen für illegale Leistungssteigerung aufzudecken. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Doping lediglich als individuelles Fehlverhalten zu werten ist oder als logische Konsequenz innerhalb eines durch Politik, Medien und Wirtschaft geprägten Leistungssystems begriffen werden muss.

  • Soziologische Analyse des Dopingbegriffs und der Problematik der Dopingkontrolle
  • Historische Entwicklung des Leistungssports und des modernen Leistungsgedankens
  • Untersuchung der Kommerzialisierung durch Politik, Wirtschaft und Medien
  • Erörterung der systemischen "Dopingfalle" und der Pfadabhängigkeit von Athleten
  • Diskussion pädagogischer Lösungsansätze gegen den Dopingdruck

Auszug aus dem Buch

2.3 Grenzen der Dopingkontrolle

Die Dopingkontrolle stellt einen großen Punkt der Problematik des Themas Doping im Sport dar. Laut Franke hat sich zwischen dem Kontrollwesen der Verbände und den Anwendern des Doping ein regelrechter Meta-Wettkampf ergeben, welcher hinter den Kulissen des eigentlichen Sporttreibens stattfindet (vgl. Franke, 2012, S. 23). Wie auch im Bereich der Drogen mit den Legal Highs gibt es hier den Erstanwender-Vorteil, durch den man vom „toten Recht“ Gebrauch machen kann (Müller, 2015, S. 50). Gemeint ist damit, dass Wissenschaftler Substanzen synthetisieren, welche die Eigenschaften der verbotenen Dopingmittel besitzen, jedoch nicht auf der Liste der Wirkstoffe stehen, die verboten sind. Dadurch sind sie nicht genau als Dopingmittel deklariert und dürfen bei den Athleten bis zu den Tests und der darauffolgenden Aufnahme auf die Liste der Dopingmittel genutzt werden. Dies verschafft den Athleten einen signifikanten Vorteil und ist damit nicht länger dem erhofften Ziel der Chancengleichheit entsprechend.

Ebenfalls problematisch ist das Festlegen der Grenzwerte für die auf der Dopingliste verzeichneten Substanzen. Erneut ist es so wie bei der Kontrolle von Drogen, dass erst juristische Sanktionen durchgeführt werden können, wenn der Getestete einen gewissen Grenzwert überschreitet. Daraufhin stellt sich natürlich die Frage, wie diese Werte festgelegt werden. Auch diese werden wie die Substanzen, die als Doping definiert wurden, von einem Komitee niedergeschrieben und befinden sich ebenfalls immer hinter dem Wissensstand der konsumierenden Athleten oder ihrer Berater. Auch die Auswahl von Analysegeräten und deren Kalibrierung spielen hier eine bedeutende Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende gesellschaftliche Relevanz des Themas Doping und formuliert die Forschungsfrage nach dem Kontext zwischen Doping und dem kommerzialisierten Leistungssport.

2. Doping in der modernen Gesellschaft: Dieses Kapitel definiert den Dopingbegriff, diskutiert die Schwierigkeiten einer rechtlich haltbaren Definition sowie die Grenzen der Kontrolle und betrachtet die Rolle von Doping in Medien und Gesellschaft.

3. Die Entstehung des Leistungssportgedankens: Hier wird der historische Wandel vom Amateursport zum modernen, auf Rekorden basierenden System des Leistungssports und dessen systemische Dopingnotwendigkeit analysiert.

4. Die Kommerzialisierung des Leistungssports: Das Kapitel untersucht die gegenseitigen Abhängigkeiten von Politik, Medien, Wirtschaft und Publikum, die den Sport als kommerzielles Spektakel konstituieren und damit den Druck zur Leistungsmaximierung erhöhen.

5. Schlussdiskussion: Das Dopingproblem, die Doppelmoral und ein Lösungsansatz: Die Diskussion verknüpft die Pfadabhängigkeit der Athletenkarriere mit der systemischen Doppelmoral und schlägt pädagogische Ansätze zur Entschärfung der Dopingproblematik vor.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Doping innerhalb des kommerzialisierten Hochleistungssystems als strukturell bedingt anzusehen ist, was bisherige Kontrollmaßnahmen weitgehend unwirksam macht.

Schlüsselwörter

Doping, Leistungssport, Kommerzialisierung, Sportethik, Dopingkontrolle, Pfadabhängigkeit, Leistungsgesellschaft, Sportpolitik, Mediensport, Dopingfalle, Leistungsmaximierung, Fairness, Sponsoring, Sportpädagogik, Wettkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe von Doping im Leistungssport und untersucht, wie strukturelle Zwänge durch Kommerzialisierung und Leistungsdruck Athleten in den Dopinggebrauch drängen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Begriffsdefinition von Doping, der Historie des Leistungssportgedankens, der Verflechtung von Sport mit Wirtschaft und Politik sowie der ethischen Diskussion über Fairness und Gesundheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit versucht zu klären, in welchem Kontext Doping zum kommerzialisierten Leistungssport steht und ob es sich um ein individuelles Fehlverhalten oder eine notwendige Konsequenz des etablierten Systems handelt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es wurde eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt, um die verschiedenen Schnittstellen der Thematik zu analysieren und die Erkenntnisse systematisch strukturiert zusammenzufassen und zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Einordnung von Doping, die Entstehung des modernen Leistungssportverständnisses, eine detaillierte Analyse der Kommerzialisierung durch Sponsoring und Medien sowie die Diskussion über die "Dopingfalle" und Lösungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Doping, Leistungssport, Kommerzialisierung, Sportethik, Dopingkontrolle, Pfadabhängigkeit, Sportpolitik und Mediensport.

Was versteht die Arbeit unter der "Dopingfalle"?

Die Dopingfalle beschreibt eine Situation, in der Athleten durch den Konkurrenzdruck gezwungen sind, Doping als rationale Strategie zur Chancengleichheit bzw. zum Überleben im System einzusetzen, wobei Umfeldakteure diesen Prozess eher fördern als verhindern.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Sportmedien?

Die Sportmedien werden als Teil der wirtschaftlichen Verflechtungen kritisch gesehen, da sie Doping oft ausblenden oder skandalisieren, um das Image des Sports und der Geldgeber nicht zu gefährden und ihre Unterhaltungsfunktion zu wahren.

Welcher Lösungsansatz wird vorgeschlagen?

Der Autor plädiert für einen pädagogischen Ansatz, der bei der Förderung der Identitätsbildung junger Sportler ansetzt, um kritische Distanz zum Sport aufzubauen und nicht primär erfolgs- und leistungsfixiert zu agieren.

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Detalles

Título
Doping im Kontext der Kommerzialisierung des Leistungssports
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Matthias Marin (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
58
No. de catálogo
V512231
ISBN (Ebook)
9783346122759
ISBN (Libro)
9783346122766
Idioma
Alemán
Etiqueta
Doping Leistungssport Kommerzialisierung Entstehung Probleme
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Marin (Autor), 2019, Doping im Kontext der Kommerzialisierung des Leistungssports, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512231
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