Das Reisen und der Tourismus zählen zu den interessantesten Phänomenen im Freizeit- und Geschäftsbereich und haben zahlreiche Facetten, unter welchen sie betrachtet werden können. Der Tourismus umfasst den nationalen und internationalen Reiseverkehr, das heißt den Verkehr von Reisenden oder den Touristen zwischen ihrem Heimatort und ihrem jeweiligen Reiseziel. Er umfasst ebenfalls den vorübergehenden Aufenthalt an einem Reiseziel, sowie die Organisation der Reisevorbereitung. Der Begriff Fremdenverkehr ist eine deutschsprachige Besonderheit. In anderen Sprachen hat dieser Begriff meist keine Entsprechung. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Begrifflichkeit zum ersten Mal verwendet und beinhaltet die Aspekte Verkehr und Fremde, was dem Aufenthalt in der Fremde entsprechen soll. Fremdenverkehr hatte sich als Fachbegriff für alle mit dem Reisen zusammenhängenden Phänomenen im deutschen Sprachraum im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts durchgesetzt.
Potenziell Reisende wollen einen individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Urlaub erleben. Sei es der Pauschalurlaub, der Erholungs- und Wellnessurlaub, eine Tagesreise oder ein Wochenendtrip, sowie der Erlebnisurlaub, welcher beispielsweise auf sportliche Aktivitäten angepasst ist. Hierfür holen sich die Interessenten vorab Informationen aus dafür konzipierten und von Reiseanbietern als Werbung bereitgestellten Reisekatalogen. Im medialen Zeitalter des Internets bietet sich auch immer mehr die Informationsbeschaffung im World Wide Web an, wie beispielsweise auf den einzelnen Reiseportalen verschiedener Anbieter.
Auf den vielen Fotos, sowohl in den Katalogen, als auch auf den Reiseportalen wird das beworbene Hotel von seiner besten und vorteilhaftesten Seite gezeigt. Dennoch ist nicht immer klar, ob das was da abgebildet ist, auch der Realität entspricht. Die Anbieter nutzen ebenfalls die Möglichkeit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszuzeichnen, indem in Katalogen die Basispreise angepriesen werden, welche dann, beim weiteren Buchungsverlauf, mehr und mehr steigen.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Sprache der Reisebranche, wobei die Beziehung zwischen Reisesprache und Multimodalität in Reisekatalogen aufgezeigt werden soll. Dabei wird das Medium Reisekatalog intensiv betrachtet und entsprechende Merkmale herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Reisekatalog: Mallorca
2.1. Definition: Reisekatalog
2.2. Aufbau
3. Reisekatalogsprache
3.1. Allgemeine gesetzliche Grundlagen
3.2. Sprache im Reisekatalog „Mallorca“ – Grat zwischen Wahrheit und Verschleierung
3.2.1. Syntaktische Eigenschaften der beiden Angebote
3.2.2. Stilmittel
3.2.3. Lexikalische Mittel
3.2.4. Katalogsprache
4. Multimodalität im Reisekatalog „Mallorca“
4.1. Das Katalog-Cover
4.2. Vorwort
4.3. Abschnitt: Mallorca
4.4. Ausgewählte Angebote
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche und multimodale Gestaltung von Reisekatalogen, um aufzuzeigen, wie Reiseanbieter durch eine spezifische Kombination aus Text und Bild Kaufentscheidungen bei potenziellen Kunden beeinflussen und manipulieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit die mediale Darstellung der Realität vor Ort entspricht oder durch strategische Gestaltung geschönt wird.
- Analyse der spezifischen "Reisekatalogsprache" und ihrer Funktionen.
- Untersuchung der multimodalen Gestaltung (Text-Bild-Komposition) als Marketinginstrument.
- Anwendung des AIDA-Modells auf die Struktur von Reisekatalogen.
- Kritische Analyse von Fallbeispielen am Beispiel der Destination Mallorca.
- Herausarbeitung der Diskrepanz zwischen werblicher Versprechung und touristischer Realität.
Auszug aus dem Buch
3.2. Sprache im Reisekatalog „Mallorca“ – Grat zwischen Wahrheit und Verschleierung
Eine Reiseentscheidung wird immer auf der Grundlage von Informationen getroffen. Diese Informationen erhalten potenziell Reisende aus den diversen Angeboten der Reiseveranstalter, welche unter anderem auch den vielzähligen Reisekatalogen zu entnehmen sind. Der/die potenziell Reisende informiert sich über Angebote und nimmt dabei die verschiedenen Einflussgrößen war, welche er/sie mit seinen/ihren Wunschvorstellungen über das Reiseziel abgleicht. Viele Entscheidungen des täglichen Lebens erfolgen unter Unsicherheit, vor allem infolge von Unkenntnis über die Folgen der Entscheidung. Potenziell Reisende versuchen dann diese Unsicherheit durch Informationen zu reduzieren. Eine Kaufentscheidung wird laut STIGLITZ/WALSH (2010) „als vollkommen rationaler und bewusster Optimierungsprozess eines Homo oeconomicus angesehen“ (siehe: Stiglitz/Walsh 2010, S.45). Unter bestimmten Restriktionen (v.a. Einkommen, Preis, Leistung) wird eine Auswahl getroffen, die einen möglichst hohen Nutzen verspricht (vgl.: ebd, S.46). Nutzen kann dementsprechend als Freude, Spaß und Glück beschrieben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Tourismus als Phänomen ein und erläutert die Relevanz von Reisekatalogen für die Urlaubsentscheidung sowie die Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Der Reisekatalog: Mallorca: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Reisekatalogs, beschreibt dessen allgemeinen Aufbau und Funktion als Werbemittel und definiert den Untersuchungsgegenstand.
3. Reisekatalogsprache: Hier wird die spezifische Sprache der Reisebranche analysiert, inklusive gesetzlicher Grundlagen sowie syntaktischer, stilistischer und lexikalischer Mittel, die zur Vermarktung eingesetzt werden.
4. Multimodalität im Reisekatalog „Mallorca“: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung von Bild-Text-Kompositionen und der psychologischen Wirkung der Gestaltung sowie deren Einfluss auf den Entscheidungsprozess des Kunden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die enge Beziehung zwischen Multimodalität und Sprache bei der Manipulation der Kundenwahrnehmung.
Schlüsselwörter
Reisekatalog, Tourismus, Reisesprache, Multimodalität, Marketing, AIDA-Modell, Bild-Text-Komposition, Mallorca, Reiseentscheidung, Werbesprache, Hotelbewertung, Manipulation, Urlaubsdestination, Reiseanbieter, TUI
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung sowie die multimodale Bild-Text-Komposition in Reisekatalogen und untersucht deren manipulative Wirkung auf die Reiseentscheidung von Kunden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die linguistische Analyse der Werbesprache, die psychologische Wirkung der Gestaltung (Farben, Bilder) sowie die Diskrepanz zwischen Katalogversprechen und Realität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Beziehung zwischen Reisesprache und Multimodalität aufzudecken und zu zeigen, wie durch diese Kombination Kunden für eine bestimmte Destination (Mallorca) gewonnen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz aus Linguistik und Kommunikationswissenschaft, kombiniert mit marketingstrategischen Modellen wie dem AIDA-Modell, um Fallbeispiele systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der speziellen Katalogsprache (Syntax, Stilmittel, Fachbegriffe) und eine detaillierte Analyse der multimodalen Gestaltungselemente, wie Cover-Design und Foto-Text-Arrangements bei konkreten Hotelangeboten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Reisekatalog, Multimodalität, Reisesprache, AIDA-Modell, Werbemanipulation und Tourismus sind die maßgeblichen Begriffe, die diese Untersuchung prägen.
Warum wurde Mallorca als Destination ausgewählt?
Mallorca wurde gewählt, da die Insel bei deutschen Reisenden extrem beliebt ist und ein besonders breites und vielfältiges Spektrum an unterschiedlichen Reisemöglichkeiten und Hotelkategorien bietet, die sich hervorragend für Vergleichsanalysen eignen.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von Bildern in Katalogen?
Bilder werden nicht als objektive Abbildungen, sondern als strategisches Werbemittel verstanden, das durch Techniken wie Bildbearbeitung oder bewusste Auswahl von Ausschnitten den Betrachter emotional beeinflussen und Sehnsüchte wecken soll.
- Arbeit zitieren
- Bianca Pri (Autor:in), 2017, Die Sprache der Reisebranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512391