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Spanische Wahlplakate zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Wie gelingt es den Parteien, Distanz zu überbrücken?

Title: Spanische Wahlplakate zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Wie gelingt es den Parteien, Distanz zu überbrücken?

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 43 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stella Fritz (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Das Wahlplakat richtet sich an die breite Öffentlichkeit und ist für jedermann zugänglich. Untersucht man das Wahlplakat genauer, stellt sich die Frage, wie es die Parteien schaffen, die Wählerschaft mit Hilfe eines Plakates zu überzeugen. Wie schaffen sie es, Emotionen auszulösen und Werte wie Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit zu erwecken? Die These dieser Arbeit ist, dass die Parteien versuchen, die eigentliche Fremdheit und Distanz beider Kommunikationspartner zu überbrücken und im Gegenzug Vertrauen und Nähe zu ihrer Wählerschaft zu konstruieren. Diese Vermutung wird überprüft und untersucht, welcher sprachlichen und nichtsprachlichen Mittel sich die Produzenten der Wahlplakate bedienen, um ihre Ziele zu erreichen.

Um diese Fragen zu beantworten, widmet sich die Arbeit dem Thema der konzeptionellen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, welches sich mit Nähe und Distanz in sprachlichen Äußerungen befasst. Der schematischen Analyse von Koch und Oesterreicher entsprechend, werden die Wahlplakate der Reihe nach auf die Kommunikationsbedingungen, die Versprachlichungsstrategien und zuletzt auf die universalen nähesprachlichen Merkmale des Spanischen untersucht. Der Korpus setzt sich aus Wahlplakaten der Parlamentswahlen Spaniens aus den Jahren 1977 bis 2019 zusammen.

Für eine linguistische Textanalyse wird zunächst kurz erörtert, was ein Wahlplakat überhaupt zu einem Text macht: Ein Text ist eine sprachliche Äußerung innerhalb eines Kommunikationsaktes, die einen bestimmten Zweck verfolgt. Unter einer kommunikativen Funktion, oder kurz Textfunktion, versteht man die bezweckte Wirkung eines Textes in einer Kommunikationssituation. Ein Text kann zum Beispiel eine informative, unterhaltende oder appellative Funktion haben. Demnach ist es das Ziel des Produzenten, den Rezipienten zu informieren, zu unterhalten oder anzuweisen. Es können auch mehrere Funktionen parallel vertreten sein; in dem Fall bestimmt die dominierende Kommunikationsfunktion die Textfunktion. Ein Text muss nicht rein sprachlicher Natur sein; durch die Kombination aus sprachlicher und bildlicher Komponente stellt das Wahlplakat einen "gemischten Text" dar. Es dominieren sowohl linguale als auch außerlinguale Elemente.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. DAS WAHLPLAKAT ALS TEXT

3. MÜNDLICHKEIT IN WAHLPLAKATEN

3.1. Theoretisches

3.2. Analyse

3.2.1 Kommunikationsbedingungen

3.2.1.1 Grad der Öffentlichkeit

3.2.1.2 Grad der Vertrautheit

3.2.1.3 Grad der emotionalen Beteiligung

3.2.1.4 Grad der Situations- und Handlungseinbindung

3.2.1.5 Referenzbezug

3.2.1.6 Physische Nähe der Kommunikationspartner

3.2.1.7 Grad der Kooperation

3.2.1.8 Grad der Dialogizität

3.2.1.9 Grad der Spontaneität

3.2.1.10 Grad der Themenfixierung

3.2.1.11 Konzeptionelles Relief

3.2.2 Versprachlichungsstrategien

3.2.2.1 Präferenz von Kontexttypen

3.2.2.2 Planungsaufwand

3.2.2.3 Vorläufigkeit vs. Endgültigkeit

3.2.2.4 Sparsamkeit vs. Kompaktheit

3.2.3 Nähesprachliche Merkmale

3.2.3.1 Textuell-pragmatischer Bereich

3.2.3.2 Syntaktischer Bereich

3.2.3.3 Semantischer Bereich

4. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht spanische Wahlplakate im Zeitraum von 1977 bis 2019, um die Forschungsfrage zu beantworten, wie politische Akteure trotz der medialen Distanz und Fremdheit zu den Wählern mittels spezifischer sprachlicher und bildlicher Mittel Nähe und Vertrauen konstruieren.

  • Analyse des Wahlplakats als linguistisches Textphänomen
  • Anwendung des Nähe-Distanz-Kontinuums nach Koch/Oesterreicher
  • Untersuchung von Kommunikationsbedingungen und Versprachlichungsstrategien
  • Identifikation nähesprachlicher Merkmale (Kontaktsignale, Syntax, Semantik)

Auszug aus dem Buch

3.2.1.2 Grad der Vertrautheit

Der Grad der Vertrautheit der Kommunikationspartner ist schwieriger zu bestimmen. Inwiefern sich Produzenten und Rezipienten vertraut oder fremd sind, hängt von der „gemeinsamen Kommunikationserfahrung, dem gemeinsamen Wissen, dem Ausmaß an Institutionalisierung etc.“ (Koch/Oesterreicher, 2011: 7) ab. Bei dem Produzenten eines Wahlplakates handelt es sich in der Regel um einen Politiker und dessen Partei, die er bei der Wahl vertritt. Bei dem Rezipienten auf der anderen Seite handelt es sich um die gesamte Wählerschaft, die sowohl aus Bestandswählern als auch aus Neuwählern, die es zu überzeugen gilt, besteht. Da sich die genannten Kommunikationspartner in der Regel nicht persönlich kennen, könnte man von einer Fremdheit der Partner ausgehen. Allerdings kennt die Wählerschaft in der Regel die entsprechenden Politiker mit den zugehörigen Parteien. Außerdem sind ihre politischen Positionen und moralischen Werte allgemein bekannt, das heißt Produzenten und Rezipienten verfügen in dem Fall um gemeinsames Wissen. Zudem versuchen die Parteien mit ihren Wahlplakaten gezielt, Vertrautheit beim Rezipienten zu erwecken.

Dafür werden verschiedene Taktiken genutzt: auf sprachlicher Ebene wird die Verwendung der 2. Person Singular und 1. Person Plural von Verbformen deutlich. Die Verwendung der 2. Person Singular entspricht einem Imperativ oder einer direkten Ansprache des Rezipienten und wirkt dadurch sehr vertraut. Die Verwendung der 1. Person Plural erzeugt ein „wir-Gefühl“ zwischen dem Produzenten und Rezipienten und erweckt dadurch ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Auf außersprachlicher Ebene wird die Porträtierung des Politikers oder der Politikerin genutzt, um Vertrautheit zu schaffen. Der direkte Blick in die Kamera, der dem Rezipienten vermittelt, dass er direkt angeblickt werden würde, konstruiert Nähe.

Trotz eigentlicher Fremdheit der Kommunikationspartner wird also gezielt Vertrautheit geschaffen, weshalb man das Wahlplakat als Kommunikationsform zwischen den beiden Polen „großer Vertrautheit und völliger Fremdheit“ (Koch/Oestrreicher 2011: 7f.) einordnen könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung umreißt die Relevanz des Wahlplakats als politisches Instrument und definiert die These, dass durch gezielte sprachliche Mittel Vertrauen und Nähe trotz bestehender Distanz erzeugt werden.

2. DAS WAHLPLAKAT ALS TEXT: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Textlinguistik und bestimmt das Wahlplakat als „gemischten Text“, der durch eine Kombination aus verbalen und visuellen Elementen eine appellative Funktion erfüllt.

3. MÜNDLICHKEIT IN WAHLPLAKATEN: Der Hauptteil analysiert Wahlplakate auf Grundlage des Nähe-Distanz-Kontinuums, untersucht Kommunikationsbedingungen, Versprachlichungsstrategien sowie spezifische nähesprachliche Merkmale im Spanischen.

4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass Wahlplakate primär eine distanzsprachliche Form darstellen, die jedoch durch bewusst eingesetzte nähesprachliche Elemente gezielt Nähe zum Rezipienten konstruiert.

Schlüsselwörter

Wahlplakat, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Nähe-Distanz-Kontinuum, Koch und Oesterreicher, Sprachwissenschaft, Politische Kommunikation, Kommunikationsbedingungen, Versprachlichungsstrategien, Nähesprache, Textanalyse, Spanien, Wahlkampf, Pragmatik, Syntax

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert spanische Wahlplakate aus den Jahren 1977 bis 2019 im Hinblick auf ihre konzeptionelle Nähe oder Distanz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die linguistische Textanalyse politischer Werbung, das Nähe-Distanz-Modell nach Koch/Oesterreicher und die Untersuchung medialer Kommunikationsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, mit welchen sprachlichen und nichtsprachlichen Mitteln Parteien die Distanz zwischen sich und der Wählerschaft überbrücken, um Nähe und Vertrauen zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Korpusanalyse, die auf den Kriterien von Koch/Oesterreicher (Kommunikationsbedingungen, Versprachlichungsstrategien und nähesprachliche Merkmale) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt die detaillierte Analyse der Kommunikationsbedingungen (z.B. Öffentlichkeit, Vertrautheit), Strategien (z.B. Kontexttypen) und spezifischer sprachlicher Merkmale wie Kontaktsignale und Syntax.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wahlplakat, Nähe-Distanz-Kontinuum, konzeptionelle Mündlichkeit/Schriftlichkeit und Politische Kommunikation.

Wie wird Vertrautheit auf einem unpersönlichen Wahlplakat erzeugt?

Vertrautheit wird durch die Verwendung der 2. Person Singular, das „Wir-Gefühl“ der 1. Person Plural sowie durch visuelle Mittel wie den direkten Blick des Politikers in die Kamera konstruiert.

Warum ist das Wahlplakat trotz der Nähe-Elemente als Distanzmedium einzustufen?

Es handelt sich um ein Massenkommunikationsmittel mit raumzeitlicher Trennung, Themenfixierung, Monologizität und hohem Planungsaufwand, was primär für den Distanzpol spricht.

Welche Rolle spielen Bilder für die Analyse?

Bilder fungieren als nichtsprachlicher Kontext und sind entscheidend für die Konstruktion von Nähe, etwa durch Mimik, Gestik und den Blickkontakt des abgebildeten Politikers.

Was bedeutet der Begriff „Engführung“ im Kontext der Analyse?

Die Engführung ist ein nähesprachliches Mittel zur Wiederholung einer syntaktischen Konstituente, um einen politischen Wert oder eine Einstellung präzise mit einer Partei zu verknüpfen.

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Details

Title
Spanische Wahlplakate zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Wie gelingt es den Parteien, Distanz zu überbrücken?
College
University of Augsburg
Course
Gesprochene und geschriebene Sprache in der Romania: Theoretische Grundlagen und Methoden der Textanalyse
Grade
1,7
Author
Stella Fritz (Author)
Publication Year
2019
Pages
43
Catalog Number
V512444
ISBN (eBook)
9783346089830
ISBN (Book)
9783346089847
Language
German
Tags
Romanistik Sprachwissenschaften Mündlichkeit Schriftlichkeit Konzeptionelle Mündlichkeit Konzeptionelle Schriftlichkeit Wahlplakate Spanisch Spanien Textanalyse Medium Gesprochene Sprache Geschriebene Sprache Kommunikationsbedingungen Versprachlichungsstrategien Nähesprache Distanzsprache Sprache der Nähe Sprache der Distanz Nähesprachliche Merkmale Distanzsprachliche Merkmale Konzeptionelles Relief Konzeption
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Quote paper
Stella Fritz (Author), 2019, Spanische Wahlplakate zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Wie gelingt es den Parteien, Distanz zu überbrücken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512444
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