Wie wirken sich die Industrialisierung und die Teilnahme am internationalen Handel auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Entwicklungslandes aus?


Hausarbeit, 2018
19 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Internationaler Handel

2 Entwicklungsland, Schwellenland, Industrieland
2.1 Industrieländer und Schwellenländer
2.2 Entwicklungsländer

3 Importsubstituierende Industrialisierung
3.1 Strukturalismus
3.2 Importsubstituierende Industrialisierung
3.3 Kritik an der Importsubstituierenden Industrialisierung

4 das ostasiatische Modell

Fazit

Quellenverzeichnis

Einleitung

Seit den Weltkriegen wuchs die Welt immer mehr zu einer globalen Einheit zusammen und besonders in Bezug auf den Weltmarkt immer deutlicher für jeden Weltbürger / jede Weltbürgerin erkennbar. So können beispielsweise alle Europäer nicht nur Produkte aus anderen europäischen Staaten kaufen, sondern auch ohne Schwierigkeiten mit Produkten aus aller Welt, wie beispielsweise Amerika, Afrika oder Asien, zu handeln.

Die Strukturen dieses internationalen Handels wird zunächst im ersten Kapitel näher erläutert werden. Dabei wird deutlich, dass dabei Gewinner und Verlierer im internationalen Vergleich entstehen. Die Verlierer des globalen Handelns sind die Entwicklungsländer, während die Gewinner die Industrieländer sind. Was die Klassifizierungen Entwicklungsland, Schwellenland und Industrieland im globalen Markt bedeuten und wie die wirtschaftlichen Situationen dieser Länder aussehen wird in Kapitel zwei beschrieben. Des Weiteren werden die Probleme mit denen sich die Entwicklungsländer konfrontiert sahen, sowie ein paar Reformen der Regelungen des internationalen Handels im Laufe der Nachkriegszeit dargestellt.

Nachfolgend wird eine Möglichkeit erörtert, wie die Entwicklungsländer versuchten erfolgreich am Weltmarkt teilzunehmen und konkurrierend gegen die etablierten Unternehmen zu handeln. Die populäre Wirtschaftstheorie der Nachkriegszeit war der Strukturalismus, der eine große Rolle des Staates im industriellen Entwicklungsprozess sah. Dieser Theorie folgend habend Entwicklungsländer unter anderem in Lateinamerika und Subsahara-Afrika versucht ihre Wirtschaft zu industrialisieren und mit Hilfe der so genannten Importsubstituierenden Industrialisierung sich erfolgreich am globalen Markt zu etablieren. Diese Importsubstituierenden Industrialisierung wird in Kapitel drei behandelt und die Vor- und Nachteile aufgezeigt.

Auch die ostasiatischen Länder sahen sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wie die in Lateinamerika und Subsahara-Afrika, haben jedoch nach ihrem eigenen Markt- bzw. Wirtschaftsmodell gehandelt. Wie diese Staaten es mit Hilfe des ostasiatischen Modells erreichen konnten inzwischen nicht mehr als ein Entwicklungsland, sondern als ein Schwellenland klassifiziert zu werden wird in Kapitel vier analysiert.

Zum Abschluss wird noch einmal Handlungsweisen der verschiedenen Entwicklungsländer zusammengefasst und die Forschungsfrage, wie sich die Industrialisierung und die Teilnahme am internationalen Handel auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Entwicklungslandes auswirkt, an den zuvor dargestellten Beispielen der Importsubstituierenden Industrialisierung und des ostasiatischen Modells beantwortet.

1 Internationaler Handel

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet Leben in einer globalen Wirtschaft, dass jedermann jederzeit Produkte aus der ganzen Welt kaufen kann, aber auch, dass wenn ein Produkt gekauft wird, es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in dem eigenen Land produziert wurde. Durch diesen weltweiten Handel profitieren alle Gesellschaften von der Teilnahme an der globalen Wirtschaft. Jedoch profitiert nicht jede Gesellschaft gleich viel und so gibt es Gewinner und Verlierer der Weltwirtschaft.

Um die Entwicklung der Weltwirtschaft besser verstehen und untersuchen zu können, müssen zunächst die die verschiedenen Elemente der internationalen politischen Wirtschaft verstanden werden. Dies bedeutet, es muss die Wirtschaftstheorie begriffen, die Innenpolitik erforscht, die Dynamik der politischen Interaktion zwischen den Regierungen untersucht und sich mit internationalen Wirtschaftsorganisationen vertraut gemacht werden. Da die Bearbeitung all dieser Elemente der Entwicklung der Weltwirtschaft für diese Arbeit zu viel werden wird und wir für die Beantwortung der Frage, wie sich die Industrialisierung und die Teilnahme am internationalen Handel auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Entwicklungslandes auswirken, auch nicht alle Elemente verstehen müssen, werden wir uns im Folgenden nur mit einigen wenigen Wirtschaftheorien befassen und die Dynamik der politischen Interaktion zwischen den Regierungen betrachten.

Forscher unterteilen die Weltwirtschaft in vier Problembereiche (siehe Oatley: 2011), wobei wir uns im weiteren Verlauf der Arbeit nur mit zwei der Bereiche beschäftigen werden, namentlich mit dem internationalen Handel sowie der wirtschaftlichen Entwicklung, um die Arbeit etwas einzugrenzen.

Ein Bereich ist das internationale Handelssystem, in dem die Welthandelsorganisation (WTO) im Mittelpunkt steht, dessen Ziel ist es sicherzustellen, dass der Handel so vorhersehbar und frei wie möglich verläuft (siehe www.wto.org). Hierzu erhält jedes Land Zugang zu allen Märkten der anderen WTO-Mitglieder zu gleichen Bedingungen.

Daneben gibt es noch verschiedene regionale Handelsabkommen, die sich aus wenigen Ländern zusammensetzen, die sich gegenseitig bevorzugten Zugang zu ihren Märkten gewähren, indem sie beispielsweise untereinander keine Zölle erheben.

Ein weiterer Bereich ist das internationale Währungssystem. Dieses ermöglicht Menschen verschiedener Länder mit unterschiedlichen Währungssystemen dennoch miteinander zu handeln, indem es die Währungen ineinander umrechnet. Des Weiteren gibt es die multinationalen Unternehmen, die ebenfalls einen Forschungsbereich bilden. Multinationale Unternehmen sind Firmen, die in mehr als einem Land Produktionsstätten aufgebaut haben. Diese Unternehmen haben einen großen Einfluss auf die Politik, da ihre Interessen über nationale Grenzen hinausgehen.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung bildet einen Forschungsbereich. Im Verlauf der Zeit haben die Regierungen der Entwicklungsländer verschiedene Entwicklungsstrategien verabschiedet, um die Einkommen zu erhöhen. Diese waren jedoch unterschiedlich erfolgreich. In einigen Ländern fruchteten die Entwicklungsstrategien zur Industrialisierung wenig, während andere Länder so erfolgreich mit ihren Strategien waren, dass sie inzwischen nicht mehr als Entwicklungsland klassifiziert werden.

Doch warum sollen die Staaten überhaupt miteinander Handel betreiben, wenn dabei doch so große Problembereiche entstehen und wenn es für einige Länder große Schwierigkeiten bedeutet? Die Beantwortung dieser Frage ist bedeutsam, um ein Verständnis für die globale Wirtschaft aufbauen zu können. Die Standardantwort dafür könnte lauten, dass Handel allen Beteiligten ermöglicht ein Produkt zu bekommen, welches der Handelspartner besitzt im Tausch mit einem Produkt, welches man selbst zu genüge hat. Doch wie sieht dieser Produkttausch im globalen Markt aus? Die Gründe für den internationalen Handel sind zum einen die so genannten Produktionsmöglichkeitsgrenze und zum anderen die Verbrauchsindifferenzkurven (siehe Oatley: 2011).

Die Produktionsmöglichkeitsgrenze besagt, dass Länder mit Faktoren für die Produktion von Gütern in endlichen Mengen ausgestattet sind. Demzufolge bedeutet jede Entscheidung Faktoren zu verwenden, um etwas zu produzieren, dass diese Faktoren nicht mehr für die Produktion anderer Güter verwendbar sind (siehe Oatley: 2011). Handel mit anderen Ländern entwickelt demzufolge eine Spezialisierung der Produktion, sodass Güter, die in einem Land aufgrund des

Mangels an zu verwendenden Faktoren nicht produziert werden können, aus anderen Ländern konsumiert werden können.

Jedes Land gewinnt durch die Spezialisierung auf Güter, die es relativ gut produziert, und handelt mit den Waren, die es relativ wenig produziert. Was die Spezialisierung auf Güter eines bestimmten Landes bestimmt lässt sich mit dem so genannten Hecksher-Ohlin (H-O) Modell erläutern, welches besagt dass sich ein komparativer Vorteil sich aus der Differenz der Faktorausstattung ergibt. Das bedeutet, dass es für einige Länder günstiger ist ein bestimmtes Gut herzustellen als für andere Länder, denn wenn Unternehmen Güter produzieren, implizieren sie Arbeit und Kapital, um Rohstoffe in Fertigwaren umzuwandeln. Dabei besitzen Länder die benötigten Produktionsfaktoren in unterschiedlichen Mengen. Demzufolge, dass die Länder unterschiedliche Faktorausstattung haben und so auch unterschiedliche Faktorpreise haben, werden unterschiedliche Länder einen komparativen Vorteil bei verschiedenen Gütern haben. Ein Land wird einen komparativen Vorteil in den Warenproduktionen haben, die viel von ihrem reichlichen Faktor verwenden, und einen komparativen Nachteil in den Waren produziert, die viel ihres knappen Faktors verwenden. Der komparative Vorteil besagt also, dass alle Länder vom internationalen Handel profitieren, indem sie sich auf die Waren spezialisieren, die in hohem Maße auf die von ihnen gehaltenen Produktionsfaktoren angewiesen sind, und sie gegen Güter austauschen, die die in ihrer Wirtschaft knappen Produktionsfaktoren intensiv nutzen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Wie wirken sich die Industrialisierung und die Teilnahme am internationalen Handel auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Entwicklungslandes aus?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Internationaler Handel und Global Governance
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V512473
ISBN (eBook)
9783346102935
ISBN (Buch)
9783346102942
Sprache
Deutsch
Schlagworte
industrialisierung, teilnahme, handel, entwicklung, entwicklungslandes
Arbeit zitieren
Mira Wiegand (Autor), 2018, Wie wirken sich die Industrialisierung und die Teilnahme am internationalen Handel auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Entwicklungslandes aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512473

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