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Kollokationen und Musterhaftigkeit in der politischen Sprache. Am Beispiel des Schweizer Waffenrechts in deutschsprachigen Zeitungsartikeln

Título: Kollokationen und Musterhaftigkeit in der politischen Sprache. Am Beispiel des Schweizer Waffenrechts in deutschsprachigen Zeitungsartikeln

Trabajo de Seminario , 2018 , 33 Páginas , Calificación: 2,5

Autor:in: Ugur Koc (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Die aktuelle Debatte um eine Verschärfung des Schweizer Waffenrechts im Rahmen des multilateralen Schengen-Abkommens birgt ein nicht zu unterschätzendes politisches Konfliktpotenzial und wird aus diesem Grund regelmässig in den Tages- und Wochenzeitungen behandelt. Dabei geht es vorrangig nicht um das Waffenrecht per se, sondern vielmehr um das politische Selbstbestimmungsrecht der Schweiz, welches von vielen Beobachtern zunehmend in Gefahr gesehen wird. Diverse Institutionen und Abkommen nehmen in diesem politischen Kontext eine zentrale Rolle eine, welche für ihre sprachliche Kommunikation wiederum eigene Terminologien und Wortcluster erzeugen, die es zu erfassen und analysieren gilt.

Sprechen und Handeln sind in der Politik unzertrennlich mit einander verwoben, weshalb eine Analyse der politischen Sprache nicht nur dem linguistischen Interesse dient, sondern darüber hinaus auch einen sozial-politischen Erkenntniswert mit sich bringt. Schon der sozialdemokratische Politiker Erhard Eppler hat zu Recht festgestellt, dass es in der Politik faktisch unmöglich sei, eine klare Grenze zwischen Rede und Handlung zu ziehen, „weil das Reden sehr wohl Handeln bedeutet“.

Insofern ist es wichtig, die linguistischen Merkmale und Besonderheiten in der politischen Kommunikation zu erörtern, was in dieser Seminararbeit unter anderem anhand des Schweizer Waffenrechts in Zeitungstexten als konkrete Beispielanalysen veranschaulicht werden soll. Hierzu wurde ein Textkorpus aus Artikeln diverser deutschsprachiger Tages- und Wochenzeitungen zusammengestellt, welches zunächst quantitativ auf seine politisch relevanten Lexeme und rekurrent erscheinende Kollokationen hin untersucht wird. Jene herauskristallisierten Kollokationen sind anschliessend Gegenstand der qualitativen Analyse, bei der anhand von Sprachbeispielen und diversen syntaktischen Konstellationen die Semantik und Funktion jener Kollokationen innerhalb der politischen Sprache näher zu beleuchten sind. Nach einer abschliessenden Konklusion der jeweils gewonnenen Ergebnisse aus der Korpusanalyse wird der Versuch einer Bewertung im Sinne der Diskursanalyse nach Foucault unternommen, um die linguistischen Erkenntnisse in einen übergeordneten Kontext zu übertragen und dadurch ihre Bedeutung für die politische Kommunikation via Zeitungsmedien besser zu verstehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Merkmale der politischen Sprache

3. Politische Sprache in der Schweiz

4. Textwahl für die Korpusanalyse

5. Analyse nach Rekurrenz

6. Kollokationen und lexikale Musterhaftigkeit

6.1. Schweiz

6.2. EU

6.3. Pro Tell

7. Analyse zweier gegensätzlicher Zeitungsartikel

7.1 Schweizer Beispiel

7.2 Deutsches Beispiel

7.3 Resultat

8. Vergleich mit den USA und diskursanalytische Bewertung

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die linguistischen Merkmale und sprachlichen Musterhaftigkeiten in der politischen Debatte um das Schweizer Waffenrecht im Kontext des Schengen-Abkommens, wie sie in ausgewählten deutschsprachigen Zeitungsartikeln thematisiert werden.

  • Analyse der politischen Sprache und ihrer rhetorischen Funktion
  • Untersuchung der sprachlichen Besonderheiten in der Schweizer Politik
  • Quantitative Korpusanalyse mittels AntConc zur Identifikation rekurrenter Lexeme und Kollokationen
  • Qualitative Diskursanalyse anhand von zwei gegensätzlichen Zeitungsartikeln
  • Theoretische Einordnung der Ergebnisse mittels diskursanalytischer Ansätze nach Michel Foucault

Auszug aus dem Buch

6. Kollokationen und lexikale Musterhaftigkeit

Nach der Ermittlung von Lexemen mit der höchsten Rekurrenzaufweisung wäre nun für die quantitative Analyse von Bedeutung, innerhalb welcher Kollokationen und Muster diese in den Zeitungsartikeln aufzufinden sind, um deren Kontext besser zu durchdringen. Dabei spielen sowohl ihre grammatische als auch semantische Funktion eine besondere Rolle, was im Folgenden anhand von ausgewählten Satzbeispielen behandelt werden soll.

6.1. Schweiz

Das Lexem Schweiz kommt am meisten in Verbindung mit den Satzteilen als Schengen-Mitglied (5 Wiederholungen) und als Schengen-Staat (3 Wiederholungen) vor, was die Rolle der Schweiz in erster Linie als konkreter Staat im internationalen Geflecht und nicht als Land im abstrakten und kulturellen Sinne betont. Die Satzmuster sind folgendermassen realisiert:

(1) Die Schweiz als Schengen-Mitglied muss die Richtlinie übernehmen. (St. Galler Tagblatt: 11.12.2017)

(2) Die EU-Richtlinie, welche die Schweiz als Schengen-Mitglied übernehmen müsse, stelle Schützen und Milizsoldaten unter Generalverdacht, … (St. Galler Tagblatt: 19.09.2017)

(3) Der Bundesrat möchte, dass die Schweiz als Schengen-Mitglied das verschärfte EU-Waffenrecht übernimmt. (Luzerner Zeitung: 20.12.2017)

(4) Die Schweiz als Schengen-Mitglied soll die Verschärfung ebenfalls umsetzen. (St. Galler Tagblatt: 23.12.2017)

(5) Zur Übernahme ist die Schweiz als Schengen-Staat verpflichtet. (St. Galler Tagblatt: 16.10.2017)

(6) Er weist aber auch darauf hin, dass die Schweiz als Schengen-Staat die EU-Richtlinie zum Waffenrecht übernehmen müsse. (St. Galler Tagblatt: 19.09.2017)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Debatte um das Schweizer Waffenrecht und Erläuterung der Relevanz einer linguistischen Diskursanalyse für sozial-politische Erkenntnisse.

2. Merkmale der politischen Sprache: Erörterung der linguistischen und rhetorischen Aspekte politischer Kommunikation im Spannungsfeld von Konflikt und Konsens.

3. Politische Sprache in der Schweiz: Betrachtung der Besonderheiten der Schweizer Mehrsprachigkeit und der Verwendung von Dialekten sowie Soziolekten als identitätsstiftende oder volksnahe Kommunikationsmittel.

4. Textwahl für die Korpusanalyse: Beschreibung des Datensatzes bestehend aus 28 Zeitungsartikeln aus dem Zeitraum April 2017 bis August 2018.

5. Analyse nach Rekurrenz: Quantitative Untersuchung der häufigsten Lexeme zur Identifikation diskursprägender Schlagwörter und Fachtermini mittels des Programms AntConc.

6. Kollokationen und lexikale Musterhaftigkeit: Detaillierte qualitative Analyse ausgewählter Kollokationen der Begriffe Schweiz, EU und Pro Tell in ihrem syntaktischen Kontext.

7. Analyse zweier gegensätzlicher Zeitungsartikel: Kontrastive Untersuchung der Berichterstattung von 20 Minuten und Die Zeit bezüglich der unterschiedlichen Perspektiven auf denselben Diskurs.

8. Vergleich mit den USA und diskursanalytische Bewertung: Theoretische Reflexion der Ergebnisse mittels diskursanalytischer Ansätze von Michel Foucault und Vergleich mit der US-amerikanischen Waffendebatte.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die die Bedeutung der ideologisierenden Sprache für politische Akteure unterstreicht.

Schlüsselwörter

Schweizer Waffenrecht, Schengen-Abkommen, politische Sprache, Diskursanalyse, Kollokationen, Pro Tell, SVP, Bundesrat, EU-Richtlinie, Korpusanalyse, rhetorische Strategien, Sprachhandeln, Zeitungsmedien, Politolinguistik, Referendum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Gestaltung der Debatte um das Schweizer Waffenrecht im Rahmen des Schengen-Abkommens innerhalb deutschsprachiger Zeitungsmedien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle politischer Akteure, die Verwendung von Kriegsmetaphorik und die ideologische Ausrichtung der Berichterstattung durch verschiedene Zeitungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sprachliche Mittel wie Kollokationen und Fachtermini dazu genutzt werden, den politischen Diskurs zu dominieren und spezifische Narrative zu konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine quantitative Korpusanalyse zur Häufigkeitsbestimmung von Lexemen sowie eine qualitative Diskursanalyse nach den Ansätzen von Michel Foucault angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse rekurrenter Begriffe, der Untersuchung spezifischer Kollokationen von Akteuren wie der Schweiz, der EU und Pro Tell sowie dem Vergleich gegensätzlicher journalistischer Darstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Schweizer Waffenrecht, Diskursanalyse, politische Sprache, Schengen-Abkommen, Kollokationen und ideologische Berichterstattung.

Welche Rolle spielt der Verein Pro Tell in der Argumentation?

Pro Tell wird als zentraler oppositioneller Akteur identifiziert, dessen Wirken in den Zeitungsberichten häufig durch eine martialische Wortwahl und Kriegsmetaphorik rhetorisch gerahmt wird.

Warum wird Michel Foucaults Theorie herangezogen?

Foucaults Ansätze helfen dabei, die sozialen Mechanismen und Machtstrukturen innerhalb des Diskurses zu verstehen, die über die rein linguistische Ebene hinausgehen.

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Detalles

Título
Kollokationen und Musterhaftigkeit in der politischen Sprache. Am Beispiel des Schweizer Waffenrechts in deutschsprachigen Zeitungsartikeln
Universidad
University of Basel  (Deutsches Seminar)
Curso
Diskurs- und genre-spezifische Formulierungsmuster
Calificación
2,5
Autor
Ugur Koc (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
33
No. de catálogo
V512609
ISBN (Ebook)
9783346109071
ISBN (Libro)
9783346109088
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kollokation Musterhaftigkeit Wortgruppen Politik und Sprache Politische Sprache Zeitungsartikel Waffenrecht Debatte Diskussion USA Schweiz Amoklauf Gewalt Waffengesetze Diskurse Diskurstheorie Foucault Macht des Diskurses
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ugur Koc (Autor), 2018, Kollokationen und Musterhaftigkeit in der politischen Sprache. Am Beispiel des Schweizer Waffenrechts in deutschsprachigen Zeitungsartikeln, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512609
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