Im Jahr 1917 wurde John Fitzgerald Kennedy geboren. Nach seinem Studium an der Harvard – University, welches er 1940 abschloss, nahm er am 2. Weltkrieg teil. Im Jahr 1947 wurde er Abgeordneter im Repräsentantenhaus. 1952 wurde er zum Senator von Massachusetts gewählt. Im Jahr 1960 wurde John F. Kennedy der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod, am 22 November 1963, aus. Vor allem die außenpolitischen Fragen bestimmten das Handeln Kennedys. In seine Regierungszeit fiel die Kuba – Krise, der Konflikt in Vietnam und dem Bau der Berliner Mauer.
In dieser Arbeit soll Kennedys Freiheitsauffassung untersucht werden. Das wichtigste Instrument dafür wird die Berlin – Rede von 1963 sein. Ziel ist es dabei herauszufinden, welche Freiheitsauffassung Kennedy vertrat. Für die Untersuchung sollen auch frühere Reden Kennedys zu Rate gezogen werden. Zusätzlich werden die Ausführungen von Berlins Regierenden Bürgermeister Willy Brandt und Kennedys Berater Theodore C. Sorensen einbezogen. Zunächst soll die Deutschlandpolitik Kennedys charakterisiert werden. Danach soll eine Definition von Freiheit vorgenommen werden, um danach die Freiheitsgedanken Kennedys zu analysieren. Diese sollen dann im Fazit eingeordnet werden.
Kennedys Präsidentschaft war bereits häufig Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen. Insbesondere seine außenpolitischen Entscheidungen wurden dabei untersucht. Innenpolitisch war der Umgang mit Bürgerrechten von Interesse. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist das Attentat, welches zu seinem Tod führte. Die Berlin – Rede wurde ebenfalls mehrfach erforscht. Eine sehr präzise Darstellung bietet dabei das Buch von Andreas Daum, welches in diesem Werk mehrfach aufgegriffen wird. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Kennedys Biografie und sein politisches Handeln sehr gut erforscht wurde. Allerdings muss angemerkt werden, dass es wenige Darstellungen über Kennedys Freiheitsgedanken gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Deutschlandpolitik Kennedys
3. Kennedys Freiheitsgedanken anhand der Deutschlandpolitik
3.1 Kennedys Auffassung von Freiheit
3.2 Die Berlin – Rede
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Freiheitsverständnis von John F. Kennedy unter besonderer Berücksichtigung seiner historischen Berlin-Rede von 1963. Ziel der Untersuchung ist es, die spezifische Ausprägung seines Freiheitsbegriffs zu analysieren, kritisch in den Kontext seiner realpolitischen Entscheidungen zur Deutschlandpolitik einzuordnen und die symbolische Bedeutung seiner Rhetorik für den Kalten Krieg herauszuarbeiten.
- Charakterisierung der Deutschlandpolitik Kennedys während des Kalten Krieges
- Definition des Freiheitsbegriffs auf Basis historischer und theoretischer Quellen
- Analyse der rhetorischen Strategien und Symbolik in der Berlin-Rede
- Gegenüberstellung von Kennedys freiheitspolitischem Anspruch und seinem politischen Handeln
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Berlin – Rede
Im nachfolgenden Hauptteil kam zunächst das Zitat, welches die Rede berühmt gemacht hat. „(…), two thousand years ago the proudest boast was »civis Romanus sum.[«] Today, in the world of freedom, the proudest boast is »Ich bin ein Berliner.«“ Mit dieser Aussage verweist Kennedy auf das Römische Reich, welches in der Antike ein Weltreich war. In dieser Zeit verwiesen die Bürger immer auf der Bürgerrecht Roms. Der Ausspruch „Civis Romanus sum.“ wurde vor allem durch Cicero bekannt, welcher in seiner Anklagerede gegen den korrupten sizilianischen Stadthalter Verres diesen Satz verwendete. Cicero ging es dabei vor allem darum die Bürgerrechte Roms zu schützen. Kennedys Rolle ist dabei ähnlich gelagert, denn auch Kennedy will die Freiheit schützen. Die Rede hat ebenfalls eine anklagende Wirkung. Es muss auch angemerkt werden, dass diese Rhetorik keineswegs neu war. Kennedy verwendete sie bereits ein Jahr zuvor in New Orleans.
Danach baute Kennedy eine kurze Passage ein, die keine politischen Inhalte hatte. „I appreciate my interpreter translating my German!“ Es lässt sich hinterfragen, ob dieser Satz für die Aussage seiner Rede relevant war. Man sollte hierbei aber bedenken, dass Kennedy viele Reden hielt und dementsprechend erfahren war. Es ist also nicht davon auszugehen, dass Kennedy diesen Satz unbewusst eingefügt hat. Viel mehr ist dies ein stilistisches Mittel, denn auf diese Weise wirkt Kennedy sehr ungezwungen und natürlich. Es kann auch ein bewusstes Mittel sein, um den Leuten glaubhaft zu machen, dass die deutschsprachige Passage der Rede spontan war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Biografie Kennedys ein, definiert das Ziel der Arbeit, die Freiheitsauffassung des Präsidenten anhand der Berlin-Rede zu analysieren, und umreißt den aktuellen Forschungsstand.
2. Die Deutschlandpolitik Kennedys: Das Kapitel charakterisiert die außenpolitische Strategie Kennedys, insbesondere im Kontext der Berlin-Krise, und beschreibt die US-amerikanische Haltung zur Zeit des Mauerbaus.
3. Kennedys Freiheitsgedanken anhand der Deutschlandpolitik: Dieser Teil legt zunächst begriffliche und historische Grundlagen der Freiheit dar und analysiert anschließend Kennedys spezifische Freiheitsvorstellungen sowie die symbolische Aufladung seiner Berlin-Rede.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Berlin-Rede primär durch ihre enorme Symbolkraft im Kampf für die Freiheit besticht, während Kennedys politisches Handeln stets von realpolitischen Zielsetzungen geprägt blieb.
Schlüsselwörter
John F. Kennedy, Berlin-Rede, Freiheit, Deutschlandpolitik, Kalter Krieg, Berliner Mauer, Symbolik, Rhetorik, Demokratie, West-Berlin, Freiheitsauffassung, Realpolitik, Antikommunismus, Bürgerrechte, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von John F. Kennedys Freiheitsverständnis, wobei der Fokus gezielt auf seiner historischen Berlin-Rede aus dem Jahr 1963 liegt.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die US-Deutschlandpolitik im Kalten Krieg, die theoretische Herleitung des Freiheitsbegriffs und die Untersuchung rhetorischer Stilmittel in Kennedys Reden.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Es wird untersucht, welche konkrete Freiheitsauffassung Kennedy vertrat und inwiefern diese mit seinen tatsächlichen außenpolitischen Handlungen korrespondierte.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, unter Einbeziehung von Fachliteratur, zeitgenössischen Reden und Stellungnahmen von Beratern wie Theodore C. Sorensen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Deutschlandpolitik, die theoretische Definition von Freiheit und eine detaillierte textanalytische Untersuchung der Berlin-Rede.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Freiheitsauffassung, Kalter Krieg, Berlin-Rede, Symbolik und Realpolitik definiert.
Welche Rolle spielt die „Berlin-Rede“ für die Argumentation des Autors?
Die Rede dient als zentrales Instrument, um Kennedys rhetorische Strategie der Solidarisierung mit den West-Berlinern und seinen Kampf gegen den Kommunismus aufzuzeigen.
Wie bewertet der Autor Kennedys Verhalten während des Mauerbaus 1961?
Der Autor weist darauf hin, dass Kennedy zu diesem Zeitpunkt eher gleichgültig reagierte, da der Mauerbau die US-amerikanischen „Essentials“ nicht direkt berührte.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Symbolcharakters der Rede?
Der Autor kommt zu dem Fazit, dass die Rede vor allem durch ihre Wirkung als Freiheitsdokument und ihre symbolische Resonanz Bedeutung erlangte, auch wenn die politischen Ziele dahinter oft pragmatisch blieben.
- Citation du texte
- Christian Schwambach (Auteur), 2014, Kennedys Freiheitsauffassung anhand der Berlin-Rede von 1963, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512697