Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Institution des Stadtrates als außerschulischer Lernort geeignet ist. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung der politischen Urteilskompetenz. Diese ist für den Sozialkundeunterricht besonders wichtig, da in der Politik immer Entscheidungen getroffen werden müssen, welche auf Urteilen beruhen. Zunächst erfolgt eine Definition des Kompetenzbegriffes, bevor die politische Urteilskompetenz anhand des Kompetenzmodells der GPJE erläutert wird. Im Anschluss wird erklärt, was unter außerschulischen Lernorten zu verstehen ist. Im Zuge dessen werden auch die Vorteile dieser beleuchtet. Nach diesen Definitionen folgt die Darstellung der Planung eines kompetenzorientierten Besuches des Stadtrates. Zuletzt erfolgt ein Fazit zur Eignung des Stadtrates als außerschulischer Lernort in Hinblick auf die Förderung der politischen Urteilskompetenz.
Die föderale Gliederung der Bundesrepublik ermöglicht es, politische Prozesse in verschiedenen Bereichen zu untersuchen. Neben der Bundes- und Länderebene ist vor allem die kommunale Ebene interessant und bietet viele Gestaltungsoptionen für den Politikunterricht. Kommunale Organe der Exekutive, Legislative und Judikative haben aufgrund der lokalen Nähe eine hohe Relevanz für den Schüler und können im Verhältnis zu den Institutionen des Bundes wesentlich einfacher in den Unterricht integriert werden. Ein solches Organ ist auch der Stadtrat. Diese Institution ist die Bürgervertretung einer Kommune. Daraus ergibt sich eine große Chance für den Unterricht: Die politische Auseinandersetzung im Stadtrat hat den Fokus auf regionalen Themen und somit auf Bereichen, die den Schüler unmittelbar betreffen können. Dabei bietet es sich an, dieses Organ im Rahmen des Unterrichtes zu besuchen, um den Stadtrat zu einem außerschulischen Lernort im Sozialkundeunterricht zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Kompetenzbegriffes
3. Die politische Urteilskompetenz als Teil des Kompetenzmodells der GPJE
4. Definition von außerschulischen Lernorten
5. Planung einer Exkursion zum Stadtrat
5.1 Bedingungsanalyse
5.2 Stellung im Lehrplan
5.3 Sachanalyse
5.4 Didaktische Analyse
5.5 Begründung der Ziele der Unterrichtseinheit
5.6 Auswahl der Methoden, Medien und Sozialform
5.7 Verlaufsplan
5.8 Arbeitsaufträge
5.9 Lernerfolgskontrolle
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung des Stadtrates als außerschulischen Lernort im Sozialkundeunterricht, wobei der primäre Fokus auf der Förderung der politischen Urteilskompetenz der Schüler liegt.
- Definition und theoretische Einordnung des Kompetenzbegriffs.
- Analyse der politischen Urteilskompetenz innerhalb des GPJE-Modells.
- Evaluation außerschulischer Lernorte hinsichtlich ihrer pädagogischen Vorteile.
- Detaillierte Planung einer Exkursion zum Stadtrat im Kontext der Themenreihe Migration.
Auszug aus dem Buch
4. Definition von außerschulischen Lernorten
Damit die Planung zu einem außerschulischen Lernort erfolgreich ist, besteht die Notwendigkeit diesen zu bestimmen. Hierbei bietet Kurt Messmer einen guten Ansatz, welcher außerschulische Lernorte folgendermaßen definiert: „Orte ausserhalb des Schulhauses, an denen Personen jeglichen Alters im Rahmen formaler, non-formaler oder Informeller Bildung lernen können.“ Nach dieser Definition ist jeder Ort, welcher sich nicht im Schulhaus befindet, ein außerschulischer Lernort. D.h. selbst Bereiche, die Teil des Schulgeländes sind, wie beispielsweise der Pausenhof, gehören zu den außerschulischen Lernorten.
Außerschulische Lernorte können nach der methodisch-didaktischen Aufbereitung unterschieden werden. Es gibt Lernorte mit einer fehlenden Didaktisierung, wie beispielswiese der Stadtrat, bis hin zu Lernorten, die eigens für das Lernen geschaffen wurden, wie z.B. Lehrpfade.
Ein elementares Merkmal ist hierbei die unmittelbare Begegnung mit dem Lerngegenstand oder Sachverhalt. Diese Eigenschaft ist auch ein äußerst wichtiges Argument für die Integration von außerschulischen Lernorten in den Unterricht. Es bieten sich noch viele weitere Argumente, die für den Einsatz von außerschulischen Lernorten sprechen. Zunächst ist dabei die mögliche Verstärkung der Lernmotivation zu nennen, da die Schüler in einem anderen Umfeld lernen, welches deren Sinne stärker ansprechen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der kommunalen Ebene für den Politikunterricht dar und führt in das Ziel der Arbeit ein, den Stadtrat als außerschulischen Lernort zur Förderung der Urteilskompetenz zu untersuchen.
2. Definition des Kompetenzbegriffes: In diesem Kapitel wird der Begriff Kompetenz definiert und von der Intelligenz abgegrenzt, wobei insbesondere die Bedeutung von kognitiven Fähigkeiten und deren Beeinflussbarkeit durch Lernprozesse hervorgehoben wird.
3. Die politische Urteilskompetenz als Teil des Kompetenzmodells der GPJE: Dieses Kapitel erläutert das Kompetenzmodell der GPJE, welches sich auf politische Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit und methodische Fähigkeiten konzentriert.
4. Definition von außerschulischen Lernorten: Der Begriff des außerschulischen Lernortes wird definiert und durch Argumente wie Motivationssteigerung, soziales Lernen und die Verbindung von Theorie und Praxis begründet.
5. Planung einer Exkursion zum Stadtrat: Dieses Kapitel umfasst die konkrete didaktische Planung einer Exkursion, von der Bedingungsanalyse über die methodische Auswahl bis hin zu den spezifischen Arbeitsaufträgen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Stadtrat aufgrund seiner lokalen Nähe ein gut geeigneter außerschulischer Lernort ist, sofern die Thematik und der organisatorische Rahmen dies zulassen.
Schlüsselwörter
Politische Urteilskompetenz, Stadtrat, Außerschulischer Lernort, Politikunterricht, Sozialkunde, Kompetenzmodell, GPJE, Exkursion, Migration, Lernmotivation, Handlungsfähigkeit, Fachdidaktik, Politische Bildung, Unterrichtsplanung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzbarkeit eines Stadtrat-Besuchs als außerschulischer Lernort für den Sozialkundeunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Kompetenzentwicklung, insbesondere die politische Urteilskompetenz, und die didaktische Planung von Exkursionen in der politischen Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine Exkursion zum Stadtrat zur Förderung der politischen Urteilskompetenz von Schülern beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung von Kompetenzmodellen und didaktischen Konzepten sowie auf die praktische Stundenplanung für eine 9. Klasse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die Definition von Kompetenzen und Lernorten, die Analyse des GPJE-Modells sowie eine detaillierte Unterrichtsplanung inklusive Arbeitsaufträgen zum Thema Migration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Urteilskompetenz, Stadtrat, Außerschulischer Lernort, Sozialkunde und Unterrichtsplanung charakterisiert.
Warum wurde das Modell der GPJE für diese Untersuchung gewählt?
Das Modell der GPJE wurde gewählt, da es speziell auf die Kompetenzentwicklung im Politikunterricht ausgelegt ist und drei essenzielle Kompetenzbereiche klar definiert.
Welche Rolle spielt die "Vier-Ecken-Methode" in der Planung?
Die Vier-Ecken-Methode dient als aktivierender Einstieg, um erste Schülermeinungen zum Thema Migration sichtbar zu machen und eine Basis für die weitere Urteilsbildung zu schaffen.
- Citar trabajo
- Christian Schwambach (Autor), 2015, Der Stadtrat als außerschulischer Lernort zur Förderung der politischen Urteilskompetenz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512711