Die Facharbeit beschäftigt sich mit der Umsetzung ausgewählter Aspekte des sächsischen Bildungsplans in vogtländischen Kindertagesstätten. Betrachtet wurde dabei die Altersgruppe der 3- bis 7-jährigen Kinder.
Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Im theoretischen Teil wird ausführlich Bezug auf die historische Entwicklung (auch die der gesetzlichen Grundlagen) genommen und anschließend der sächsische Bildungsplan mit seinen grundlegenden Annahmen (vor allem das Bild vom Kind und die zugrunde liegende Bildungstheorie), das neue Rollenverständnis von Erziehern sowie der Bildungsplan selbst mit seinem Aufbau und einer groben Inhaltsbeschreibung vorgestellt.
Im empirischen Teil werden zunächst die betrachteten Teilbereiche, die aufgesuchten Einrichtungen und die Erhebungsmethoden vorgestellt. Es werden ausschließlich die qualitativen Methoden der Beobachtung und nicht leitfragengestützte Befragung durchgeführt. Darauffolgend werden die Ergebnisse besprochen und ausgewertet. Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung
2.1 Entwicklung bis Ende des 19. Jahrhunderts
2.2 Entwicklung von 1900 bis 1945
2.3 Entwicklung von 1945 bis 1990
2.4 Entwicklung ab 1990
3 Der sächsische Bildungsplan
3.1 Aufbau und Inhalte
3.2 Das neue Bild vom Kind
3.3 Das neue Verständnis von Bildung als Selbstbildungsprozess
3.4 Bedeutung des Spiels als Hauptaneignungstätigkeit
3.5 Die neue Rolle der Erzieher
4 Auswahl der betrachteten Teilbereiche
4.1 Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten
4.2 Mittagessen
4.3 Freies Spiel
5 Erhebungsmethoden
6 Vorstellung der untersuchten Einrichtungen
6.1 Kita 1
6.2 Kita 2
6.3 Kita 3
7 Ergebnisse
7.1 Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten
7.2 Mittagessen
7.3 Freies Spiel
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die praktische Umsetzung ausgewählter Aspekte des sächsischen Bildungsplans in drei vogtländischen Kindertagesstätten für Kinder im Alter von 3 bis 7 Jahren, um zu prüfen, ob in der pädagogischen Praxis Raum für die individuellen Bedürfnisse der Kinder besteht oder ob an starren Strukturen festgehalten wird.
- Umsetzung des sächsischen Bildungsplans in Kindertagesstätten
- Bedeutung der individuellen Bedürfnisse und Partizipation
- Gestaltung von Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten
- Mittagessenssituation als pädagogischer Aspekt
- Rahmenbedingungen und Qualität des Freispiels
Auszug aus dem Buch
3.5 Die neue Rolle der Erzieher
Bereits im Vorwort des sächsischen Bildungsplans weist die damalige sächsische Staatsministerin für Soziales, Helma Orosz, darauf hin, dass sich die Rolle der Erwachsenen ändere vom „Belehrenden“ und „Veranstaltenden“ zu „Ermöglichern der Bildung von Kindern, die das Aufwachsen der Mädchen und Jungen begleiten und ihre Entwicklung ganzheitlich fördern.“ Es werde „keine Belehrungspädagogik, sondern eine dem Entwicklungsstand des Kindes gemäße Lernpädagogik entwickelt.“ (Orosz, S. 3).
Im sächsischen Bildungsplan wird von einem „veränderten Arbeitsstil“ und einer „veränderten Rolle“ der Erzieher gesprochen, was „Ergebnis eines langen Prozesses individueller und gemeinschaftlicher Studien und fachlicher Reflexion“ sei. Die professionelle Rolle könne „nur definiert werden im Verhältnis der pädagogischen Fachkräfte zueinander und hängt zusammen mit dem Bild vom Kind als sozialem Akteur [..]“ (SMK, S. 30). Zusammenfassend wird die Rolle der Erzieher als „als partnerschaftlich, fördernd und begleitend“ beschrieben, wobei sich in „einer Atmosphäre der Anerkennung und emotionalen Zugewandtheit [..] Kinder und Erwachsene mit Respekt und Humor“ begegnen würden (ebd., S. 31). Die Erzieher sind im Sinne des sächsischen Bildungsplans „nur noch“ Begleiter, Ermöglicher und Co-Konstrukteure kindlicher Welt- und Wissensaneignung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Facharbeit ein und erläutert die Struktur sowie die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung des sächsischen Bildungsplans.
2 Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Kindertagesbetreuung von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur Zeit nach der Wende 1990 nach.
3 Der sächsische Bildungsplan: Hier werden der Aufbau, die grundlegende Philosophie, das Bild vom Kind sowie die neue Rolle der Erzieher gemäß dem sächsischen Bildungsplan dargestellt.
4 Auswahl der betrachteten Teilbereiche: Das Kapitel begründet die Auswahl der untersuchten Aspekte: Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten, Mittagessen und Freies Spiel.
5 Erhebungsmethoden: Es werden die gewählten empirischen Forschungsmethoden, Beobachtung und Befragung, sowie der entwickelte Erhebungsbogen beschrieben.
6 Vorstellung der untersuchten Einrichtungen: Hier werden die drei anonymisierten Kitas vorgestellt, inklusive ihrer Struktur, ihres Trägers und ihres pädagogischen Ansatzes.
7 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert und interpretiert die Beobachtungen zu den drei untersuchten Teilbereichen in den drei Kindertagesstätten.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt das erkennbare Potenzial sowie die Hürden bei der Umsetzung des sächsischen Bildungsplans auf.
Schlüsselwörter
Sächsischer Bildungsplan, Kindertagesstätte, Erzieherrolle, Selbstbildungsprozess, Freispiel, Mittagessen, Entspannungsmöglichkeiten, Partizipation, individuelle Bedürfnisse, pädagogische Praxis, Kindheitsforschung, Kita, Pädagogik, Vogtland, Bildungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit betrachtet die praktische Umsetzung des sächsischen Bildungsplans in drei Kindertagesstätten im Vogtland mit einem Fokus auf die Altersgruppe der 3- bis 7-jährigen Kinder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei spezifische Bereiche: Möglichkeiten zum Rückzug und zur Entspannung, die Gestaltung der Mittagessenssituation sowie die Rahmenbedingungen des Freispiels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu analysieren, ob und wie der sächsische Bildungsplan in der Praxis umgesetzt wird und ob den Kindern dabei Raum für ihre individuellen Bedürfnisse gelassen wird oder ob starre Strukturen überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative empirische Forschung, bestehend aus Beobachtungen vor Ort in den Kitas sowie nicht leitfragengestützten Befragungen des Fachpersonals.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur historischen Entwicklung und zum Bildungsplan sowie einen empirischen Teil, der die untersuchten Einrichtungen, Methoden und die Ergebnisse der Untersuchung darlegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sächsischer Bildungsplan, Partizipation, Selbstbildung, individuelle Bedürfnisse, Freispiel und die Rolle des Erziehers als Begleiter.
Welche Rolle spielt die DDR-Vergangenheit in den untersuchten Kitas?
Die Untersuchung zeigt, dass in den Abläufen teils noch Strukturen erkennbar sind, die der Pädagogik der ehemaligen DDR ähneln, auch wenn sich die Einrichtungen zunehmend am sächsischen Bildungsplan orientieren.
Inwiefern unterscheidet sich Kita 2 von den anderen untersuchten Einrichtungen?
Kita 2 orientiert sich am stärksten am Bildungsplan, was der Autor auf den freien Träger, den Montessori-Ansatz und eine offenere Raumstruktur zurückführt.
Was sind die Hauptergebnisse bezüglich der Rückzugsmöglichkeiten?
Die Untersuchung ergibt, dass Rückzugsmöglichkeiten für Kinder oft zeitlich und räumlich stark eingeschränkt sind, da der obligatorische Mittagsschlaf und feste Tagesstrukturen kaum Spielraum für individuelle Ruhebedürfnisse lassen.
Welche Empfehlung gibt der Autor für die Gestaltung des Mittagessens?
Der Autor empfiehlt eine stärkere Beteiligung der Kinder, zum Beispiel durch die Möglichkeit, sich selbst Essen zu nehmen, um so Individualität und Selbstständigkeit zu fördern.
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- Marcus Wölk (Author), 2019, Die Umsetzung des sächsischen Bildungsplans in vogtländischen Kindertagesstätten (Altersgruppe 3 bis 7), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512834