Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Komplex des Neuroleaderships in die Forschung einzuordnen sowie Ansätze und aktuelle Forschung zu Themen des Neuroleaderships vorzustellen. Im Zuge dessen soll die Frage geklärt werden, inwiefern Neuroleadership als moderner Führungsansatz zu betrachten ist. Dabei muss die Relevanz des Neuroleaderships anhand seiner vorliegenden Ansätze und Forschungsbeiträge kritisch beurteilt werden.
Zu klären ist hierbei außerdem, welchen Beitrag die Ansätze des Neuroleaderships zu den bisherigen Ansätzen zur Führung liefern. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sollen Ansätze des Neurochange-Managements ebenfalls auf ihre Relevanz geprüft werden sowie etwaige Erfolgspotenziale der Ansätze aufgezeigt werden. Diese Erfolgspotenziale sollen sich insbesondere auf die Schwächen bisheriger Change-Management Ansätze und die damit einhergehenden Probleme in der praktischen Umsetzung beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodischer Aufbau
2. Grundlagen der Führungsforschung
2.1 Begriffliche Grundlagen und Einordnung
2.2 Merkmale von Führung
2.3 Führungstheorien und Modelle im Laufe der Zeit
2.4 Grenzen der Führungsforschung
3. Neuroleadership
3.1 Neurowissenschaftliche Grundlagen
3.2 Konzept der Konsistenzregulation
3.3 Begriffseinordnung Neuroleadership
3.4 Bisherige Ansätze des Neuroleaderships
3.4.1 Neuroleadership nach Rock: SCARF-Modell
3.4.2 Neuroleadership nach Elger
3.4.3 Neuroleadership nach Hüther: supportive Leadership
3.4.4 Neuroleadership nach Peters & Ghadiri: AKTIV und PERFEKT
3.5 Bisherige Forschung im Bereich des Neuroleaderships
3.6 Kritische Würdigung und Ausblick
4. Neuroleadership & Change-Management
4.1 Einfluss von Führung auf das Change-Management
4.2 Grundlagen des Change-Managements
4.3 Ansätze des Neurochange-Managements
4.4 Erfolgspotenziale durch Neuroleadership
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zum Thema Neuroleadership und prüft, inwiefern dieses als moderner Führungsansatz in der Wirtschaftspraxis dienen kann. Ein zentrales Ziel ist es, die Relevanz der Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft für eine gehirngerechte Mitarbeiterführung sowie deren Anwendungsmöglichkeiten im Kontext des Change-Managements kritisch zu analysieren.
- Grundlagen der Führungsforschung und Defizite klassischer Modelle
- Neurowissenschaftliche Basiskonzepte für die Mitarbeiterführung
- Analyse prominenter Neuroleadership-Modelle (SCARF, AKTIV, PERFEKT)
- Verzahnung von Neuroleadership und Change-Management-Prozessen
- Bewertung von Erfolgspotenzialen und praktischen Anwendungsgrenzen
Auszug aus dem Buch
Neuroleadership nach Rock: SCARF-Modell
Das SCARF-Modell geht auf Rock, einen der Mitbegründer des Begriffs Neuroleadership, zurück und steht für die Anfangsbuchstaben der fünf Dimensionen Status, Certainty, Autonomy, Relatedness, Fairness (Status, Vorhersehbarkeit, Autonomie, Zugehörigkeit, Fairness). In der voranschreitenden Vernetzung und in dem ständigen Wandel der Umwelt sieht Rock eine wachsende Notwendigkeit zur Verbesserung von Mitarbeiterzusammenarbeit. (Rock, 2008)
Im Mittelpunkt des SCARF-Modelles stehen dabei Belohnungsmaximierung und Bedrohungsminimierung. Demnach strebt das menschliche Gehirn danach, das Belohnungssystem zu aktivieren und Bedrohungen zu vermeiden (vgl. Kap. 3.2). Dieses Konzept ist in der Literatur als „approach-avoid-response“ bekannt. Nach diesem Konzept wird ein Stimulus an das Gehirn entweder als gut oder schlecht erkannt. Ein guter Stimulus wird durch das Gehirn angenommen (approach), wohingegen ein schlechter Stimulus abgelehnt wird (avoid). Das SCARF-Modell beinhaltet fünf Dimensionen des menschlichen Arbeitsalltages, die als Ansatzpunkte für die Unterstützung der Belohnungsmaximierung sowie die Bedrohungsminimierung gesehen werden können. Diese können in jeglichen Situationen angewendet werden, in denen Personen zusammenarbeiten. Die fünf Dimensionen bieten somit Ansatzmöglichkeiten, um Handeln im organisationalen Kontext zu steuern. (Peters & Ghadiri, 2014: 91f; Rock, 2008: 1f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung ein, dass klassische Führungstheorien den Anforderungen der modernen Arbeitswelt nicht mehr gerecht werden, und erläutert den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2. Grundlagen der Führungsforschung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Definitionen und die historische Entwicklung von Führungstheorien sowie deren Grenzen bei der empirischen Überprüfung.
3. Neuroleadership: Hier werden die neurowissenschaftlichen Grundlagen dargestellt und verschiedene Modelle wie das SCARF-Modell oder der Ansatz von Hüther vorgestellt, um ein gehirngerechtes Führen zu definieren.
4. Neuroleadership & Change-Management: Dieses Kapitel verknüpft die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse mit Veränderungsprozessen im Unternehmen und diskutiert Ansätze, um Widerstände abzubauen.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Neuroleadership wichtige Impulse für eine moderne Führung bietet, jedoch eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Unternehmensumstände erfordert.
Schlüsselwörter
Neuroleadership, Führung, Mitarbeiterführung, Neurowissenschaften, SCARF-Modell, Change-Management, Belohnungssystem, Konsistenzregulation, Motivation, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Gehirngerechte Führung, Arbeitswelt, Verhaltenswissenschaft, Führungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden können, um zeitgemäße, gehirngerechte Führungskonzepte für Unternehmen zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Führungsforschung, den biologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens im Arbeitskontext sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse im Change-Management.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, inwiefern Neuroleadership als moderner und relevanter Führungsansatz zu betrachten ist und welchen Beitrag er gegenüber klassischen Modellen leistet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Sichtung und Analyse relevanter Fachliteratur, um einen Gesamtkonsens über den aktuellen Forschungsstand zu erzielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neurobiologischer Grundlagen, die Vorstellung verschiedener Neuroleadership-Modelle und deren Anwendung auf Veränderungsprozesse in Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neuroleadership, Gehirngerechte Führung, Belohnungssystem, Motivation und Change-Management charakterisiert.
Was ist das Ziel des SCARF-Modells nach Rock?
Das Ziel ist es, durch die Berücksichtigung von fünf Dimensionen (Status, Certainty, Autonomy, Relatedness, Fairness) die Belohnungsmaximierung im Gehirn zu fördern und Bedrohungen zu minimieren.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Emotionen beim Change-Management?
Emotionen spielen eine zentrale Rolle, da sie die Bewertung von Veränderungen im Gehirn beeinflussen; eine Missachtung dieser Faktoren kann zu Widerständen und einer geringeren Leistungsbereitschaft führen.
- Arbeit zitieren
- Jonas Kaufmann-Ludwig (Autor:in), 2016, Neuroleadership als moderner Führungsansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512846