Vorhersagbarkeit von individuellen Unterschieden bei der Gesichtsrekognition durch den Autismus-Spektrum-Quotienten


Bachelorarbeit, 2013

93 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Autismus-Spektrum-Störungen
2.2 Der Autismus-Spektrum-Quotient (AQ)
2.3 Gesichtsverarbeitung im Spektrum der autistischen Symptomatik
2.3.1 Rekognition bekannter Gesichter
2.3.2 Rekognition neu gelernter Gesichter
2.3.3 Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke
2.3.4 Abgleich unbekannter Identitäten
2.3.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil

3 Hypothesenformulierung

4 Methoden
4.1 Stichprobe
4.2 Messinstrumente
4.2.1 Die abhängigen Variablen
4.2.2 Facial expressions of emotion: stimuli and tests (FEEST)
4.2.3 Glasgow Face Matching Test (GFMT)
4.2.4 Die unabhängigen Variablen
4.3 Durchführung
4.4 Verwendete statistische Verfahren

5 Ergebnisse
5.1 Überprüfung der Hypothesen
5.1.1 Prüfung der Hypothese
5.1.2 Prüfung der Hypothese
5.1.3 Prüfung der Hypothese
5.1.4 Prüfung der Hypothese
5.1.5 Prüfung der Hypothese
5.2 Explorative Untersuchung der Emotionen des FEEST
5.3 Multiple Lineare Regressionsanalyse

6 Diskussion
6.1 Rekognition bekannter Gesichter
6.2 Rekognition neu gelernter Gesichter
6.3 Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke
6.4 Abgleich unbekannter Identitäten
6.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil
6.6 Weitere mögliche Einflussfaktoren auf die Ergebnisse
6.7 Konklusion

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kontinuum des Schweregrades autistischer Symptome

Abbildung 2: Navon Buchstaben: links konsistent, rechts inkonsistent (vgl. Behrmann et al., 2006a)

Abbildung 3: Beispiel für eine Identität des BFFT (hier: Bill Clinton). Zuerst wird das linke Bild gezeigt. Wird die drauf abgebildete Person nicht erkannt, werden die Namen (rechts) präsentiert (aus der Version der Allgemeinen Psychologie Jena nach Jänicke, 2001)

Abbildung 4: Beispiele von Stimuli, wie sie in der Testphase des dritten (A) und vierten (B) Stadiums des CFMT gezeigt werden (aus Duchaine & Nakayama, 2006b)

Abbildung 5: Zwei beispielhafte Testitems aus dem GFMT. A zeigt unterschiedliche und B gleiche Identitäten (aus Burton et al., 2010)

Abbildung 6: Streudiagramm zur Verdeutlichung des Zusammenhangs zwischen dem AQ und der Stapelanzahl gemischter Identitäten des TFAT und des Extremwertes bei 9 Stapeln mit gemischten Identitäten (s. schwarze Markierung)

Abbildung 7: Beispiele der „Greebles“ (aus Behrmann et al., 2006a)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Altersverteilung der Stichprobe

Tabelle 2 Einfache lineare Regressionen der Kriterien auf den AQ

Tabelle 3 Einfache lineare Regressionen der Emotionen des FEEST auf den AQ

Zusammenfassung

In den letzten Jahren haben Forschungen gezeigt, dass sich Menschen hinsichtlich der Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung stark unterscheiden. In der Vergangenheit kam daher wiederholt die Frage auf, wo die Ursachen dieser Differenzen liegen. Aus diesem Grund untersucht die vorliegende Arbeit den Grad an autistischen Zügen als einen Faktor, dem bisher wenig Beachtung geschenkt wurde. Es wird dabei überprüft, ob mit dessen Hilfe Vorhersagen auf die individuellen Unterschiede bei der Gesichtsverarbeitung möglich sind.

Bisher haben einige Studien gezeigt, dass Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ein Defizit bei der Rekognition von Gesichtern aufweisen (Reviews siehe Golarai, Grill-Spector, & Reiss, 2006; Harms, Martin, & Wallace, 2012). So wurden Beeinträchtigungen bei der Wiedererkennung neu gelernter und dem Abgleichen von unbekannten Gesichtern aufgedeckt. Weniger Forschungsergebnisse gibt es hingegen bei der Rekognition bekannter Gesichter, dennoch lassen auch diese Studien eine Tendenz hinsichtlich eines Defizites bei autistischen Personen vermuten. Weiterhin wird angenommen, dass Autisten bei visuellen Stimuli eher die Eigenschaften im Einzelnen, während Nicht-Autisten diese im Ganzen verarbeiten. Autistische Charakterzüge sind indes nicht nur im klinischen Bereich zu finden, sondern treten durchaus auch in milderen Formen in der neurotypischen Bevölkerung auf. Das bedeutet, dass auch bei Menschen, bei denen keine autistische Störung diagnostizierbar ist, dennoch einzelne autistische Symptome auftreten können. Der Autismus-Spektrum-Quotienten (Baron-Cohen, Wheelwright, Skinner, Martin, & Clubley, 2001) misst den Grad an autistischen Charakterzügen in der neurotypischen Bevölkerung. Mit dessen Hilfe werden in der vorliegenden Arbeit die Hypothesen überprüft, ob mit ansteigender Anzahl und Schwere autistischer Symptome Defizite in der Rekognition bekannter und neu gelernter Gesichter, bei dem Abgleichen unbekannter Identitäten und Veränderungen im Verarbeitungsstil visueller Stimuli (Verarbeitung der Eigenschaften im Einzelnen oder im Ganzen) einhergehen.

Nach ausführlicher Analyse konnte allerdings eruiert werden, dass diese Hypothesen nicht zutreffen. Daher kann zum einen angenommen werden, dass milde autistische Symptomatik bei neurotypischen Personen nicht im Zusammenhang zu Defiziten der Gesichtsverarbeitung steht, welche bei autistischen Menschen entdeckt werden. Zum andern ist es jedoch möglich, dass es die beschriebenen Defizite auch in der neurotypischen Bevölkerung mit autistischen Charakterzügen gibt, jedoch die Methoden nicht sensitiv genug dafür waren. Um dies zu eruieren, werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, so wird unter anderem der Aufbau des Autismus-Spektrum-Quotienten als Kritikpunkt aufgeworfen.

1 Einleitung

In der Schule, in der Universität und im Arbeitsleben ist es selbstverständlich, dass jeder Mensch unterschiedliche Leistungen erbringt. Während der eine besser mit Zahlen umgehen kann, kann der andere erfolgreicher Kunden von einem Projekt überzeugen. Dass es solche Differenzen auch bei der Fähigkeit, Personen am Gesicht wiederzuerkennen, gibt, ist hingegen kaum bekannt. Diesem Mechanismus werden selten die gleichen individuellen Unterschiede attestiert wie den eben genannten Beispielen. Doch sind die interindividuellen Ausprägungen der Fähigkeiten zur Gesichtsverarbeitung, wie etwa zur Wahrnehmung, zum Lernen oder zum Abrufen von Gesichtern, keineswegs homogen. Dies wird vor allem in Studien über Extreme der Gesichtsverarbeitung deutlich. So können beispielsweise Personen mit dem Störungsbild der erworbenen Prosopagnosie, welche nach spezifischen Hirnschädigungen auftritt, Verwandte oder Bekannte nicht mehr am Gesicht identifizieren (Bodamer, 1947). Ebenso werden Fälle berichtet, bei denen gesunde Personen Leistungen in Tests der Rekognition (Wiedererkennung bzw. Identifizierung) gelernter und bekannter Gesichter zeigen, die deutlich unterhalb des Durchschnitts der Normalbevölkerung liegen, allerdings ohne Hirnschäden oder sonstige Defizite aufzuweisen (Duchaine & Nakayama, 2006a). Diese Beeinträchtigung wird in der Forschung aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur erworbenen Prosopagnosie als entwicklungsbedingte oder kongenitale Prosopagnosie bezeichnet (Duchaine & Nakayama, 2006a). Jedoch gibt es auch Menschen, die deutlich über dem Leistungsdurchschnitt liegen und demnach ausgesprochen gut darin sind, Gesichter zu lernen und wiederzuerkennen. Sie werden deshalb in der englischsprachigen Literatur „super-recognizers“ genannt (Russel, Duchaine, & Nakayama, 2009). Diese beiden Extreme, entwicklungsbedingte Prosopagnosie und „super-recognizers“ sowie alle anderen Ausprägungen der Fähigkeiten zur Gesichtsverarbeitung können auf einem Kontinuum angeordnet werden (Russel et al., 2009).

Die Gründe dieser individuellen Unterschiede werden aktuell in der Forschung untersucht. So vertritt Wilhelm et al. (2010) den Ansatz, dass Fähigkeiten der Gesichtskognition, also das Wahrnehmen, Lernen und Wiedererkennen von Gesichtern, als eigenständig zu betrachten sind. Das bedeutet, dass individuelle Unterschiede des allgemeinen Gedächtnisses und der Objektkognition unabhängig von denen der Gesichtskognition sind. Bate, Parris, Haslam und Kay (2010) schlagen dagegen vor, dass es Faktoren geben müsse, die die Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung vorhersagen. Es wurde beispielsweise schon das Geschlecht als solche examiniert, denn Frauen können sich besser als Männern an Gesichter erinnern (Rehnman & Herfitz, 2007).

Es wird deutlich, dass erst seit wenigen Jahren auf dem Gebiet geforscht wird und so bleibt die Frage nach dem Ursprung der Leistungsvariationen in Gesichtsverarbeitungstests weiterhin bestehen. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit einen weiteren Faktor zu eruieren, der zum Erfolg dieser Ursachenforschung beitragen kann. In den vergangenen Jahren wurden einige Studien über Autisten veröffentlicht, die Defizite bei der Gesichts- und Emotionsverarbeitung andeuten (Golarai et al., 2006; Harms et al., 2012). Des Weiteren wurde das Konzept entwickelt, dass Autismus keinesfalls kategorial abzugrenzen ist, sondern als eine Dimension betrachtet werden muss (Remschmidt & Kamp-Becker, 2007). Daher wird von Autismus- Spektrum -Störungen gesprochen. Deren Symptome sind aber nicht nur im klinischen Bereich zu finden, sondern können durchaus in milderen Formen in der neurotypischen Bevölkerung auftreten (Constantino & Todd, 2003; Miu, Pana, & Avram, 2012). Dabei bezeichnet der Begriff 'neurotypisch' jenen Teil der Population, der nicht die klinisch-diagnostischen Kriterien für Autismus erfüllt, und wird so in der aktuellen Forschung verwendet (s. u.a. Behrmann et al., 2006a; Wouters & Spek, 2011). Um die autistischen Züge in der neurotypischen Bevölkerung zu messen, wurde 2001 von Baron-Cohen et al. der Autismus-Spektrum-Quotient entwickelt. Mit dessen Hilfe wird in dieser Arbeit untersucht, inwie­weit die Ausprägungen autistischer Charakterzüge in der neurotypischen Population mit den individuellen Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung zusammenhängen.

2 Theoretischer Hintergrund

Dem besseren Verständnis der Symptomatik der Autismus-Spektrum-Störungen ist das nächste Kapitel gewidmet. Danach wird der Autismus-Spektrum-Quotient (Baron-Cohen et al., 2001) vorgestellt, welcher als ein Maß für den Ausprägungsgrad autistischer Charakterzüge in der neurotypischen Bevölkerung genutzt werden kann. Im Anschluss folgt die Auseinandersetzung mit den Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung im Spektrum der autistischen Symptomatik.

2.1 Autismus-Spektrum-Störungen

Unter der allgemeinen Definition der Autismus-Spektrum-Störungen versteht man alle tief greifenden Entwicklungsstörungen (F84 nach dem ICD-10: Dilling, Mombour, & Schmidt, 2011). Die internationale Klassifikation der psychischen Störungen (Dilling et al., 2011) konzentriert sich speziell auf den Frühkindlichen Autismus (F84.0), den Atypi­schen Autismus (F84.1) und das Asperger-Syndrom (F84.5). Das Konzept der Autismus-Spektrum-Störungen beinhaltet keine kategoriale, sondern eine dimensionale Unterscheidung zwischen autistischen Störungen, sodass deren Abgrenzung nicht anhand qualitativer sondern quantitativer Aspekte, das heißt auf Basis des Schweregrades der Symptome, getroffen wird (Remschmidt & Kamp-Becker, 2007). Die tief greifenden Entwicklungsstörungen sind durch die Beeinträchtigung der sozialen Interaktion und Kommunikation, sowie durch ein „eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire an Interessen und Aktivitäten“ gekennzeichnet (Dilling et al., 2011, S.343). Der Frühkindliche Autismus, auch bekannt als „Kanner-Syndrom“, wurde 1943 erstmals von dem Kinderpsychiater Leo Kanner erwähnt. Diese Störung manifestiert sich vor dem dritten Lebensjahr (Klicpera, Bormann-Kischkel, & Gasteiger-Klicpera, 2001) und wird in etwa 80 Prozent der Fälle von einer geistigen Behinderung begleitet (Remschmidt & Kamp-Becker, 2007). Dem gegenüber steht das „Asperger-Syndrom“. Es weist zwar hinsichtlich der Beeinträchtigungen des sozialen Kontakts sowie den eingeschränkten Interessen die gleichen Symptome wie der Frühkindliche Autismus auf, allerdings unterscheidet es sich von ihm durch ein normales allgemeines Intelligenzniveau und ein Fehlen des allgemeinen und sprachlichen Entwicklungsrückstandes (Dilling et al., 2011). Der „Atypische Autismus“ wird diagnostiziert, wenn die diagnostischen Kriterien des Frühkindlichen Autismus nicht in allen drei Bereichen bestätigt werden oder wenn das Kind bei Krankheitsbeginn schon älter als drei Jahre ist (Dilling et al., 2011). Festzuhalten ist, dass die autistischen Störungen auf einem Kontinuum anzuordnen sind. Im klinischen Bereich bildet das eine Ende der Frühkindliche Autismus, mit der schwerwiegendsten Symptomatik und das andere Ende das Asperger-Syndrom, die mildeste der pathologischen Formen. Das Kontinuum kann allerdings auf die gesamte Population ausgeweitet werden, da autistische Charakterzüge durchaus auch unter der neurotypischen Bevölkerung zu finden sind. Dort treten diese jedoch nur unterschwellig auf (Constantino & Todd, 2003; Miu et al., 2012). Die Abbildung 1 verdeutlicht dieses Konzept.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kontinuum des Schweregrades autistischer Symptome

Die Aufgabe des Autismus-Spektrum-Quotienten ist es, diese autistischen Charakterzüge in der neurotypischen Bevölkerung zu messen. Da er in dieser Arbeit benutzt wird, um Vorhersagen auf Leistungsunterschiede bei Tests der Gesichtsverarbeitung zu treffen, soll er nun im nächsten Abschnitt eingehender betrachtet werden.

2.2 Der Autismus-Spektrum-Quotient (AQ)

Der Autismus-Spektrum-Quotient von Baron-Cohen et al. (2001) ist ein kurzer Fragebogen und kann von den Probanden selbstständig durchgeführt werden. Er misst den Grad autistischer Züge eines neurotypischen Erwachsenen, ist aber nicht zu diagnostischen Zwecken geeignet. Der AQ besteht aus 50 Items in Form von Aussagen, welche fünf verschiedenen Subskalen zugeteilt sind: Soziale Fertigkeiten, Aufmerksamkeitswechsel, Aufmerksamkeit für Details, Kommunikation und Imagination. Diese Items wurden entsprechend der autistischen Symptomatik ausgewählt (nachzulesen im ICD-10: Dilling et al., 2011). Daher sprechen eine hohe Aufmerksamkeit für Details, geringe Ausprägungen an sozialen, kommunikativen und imaginativen Fertigkeiten und niedrige Werte auf der Subskala „Aufmerksamkeitswechsel“ für einen hohen Grad an autistischen Charakterzügen. Pro Item ist entweder null oder ein Punkt zu erlangen. Je höher der daraus resultierende Summenscore ist, desto größer ist der Grad autistischer Züge. Zur Abgrenzung der neurotypischen von der autistischen Population wurde der kritische cut-off Wert auf 32 festgelegt (Baron-Cohen et al., 2001). Der AQ soll in dieser Arbeit helfen eine Vorhersage auf Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung zu treffen. Damit kann diskutiert werden, ob der Grad an autistischen Charakterzügen ein Faktor ist, der im Zusammenhang zu den individuellen Unterschieden der Gesichtsverarbeitung steht.

Im Folgenden soll nun erörtert werden, wie stark die Verbindung zwischen der autistischen Symptomatik und den Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung ist und ob es einen solchen Zusammenhang auch bei neurotypischen Menschen mit autistischen Charakterzügen gibt. Da es bis jetzt nur wenige Untersuchungen über autistische Charakterzüge in der neurotypischen Bevölkerung und deren Zusammenhang zu Leistungen in Tests zur Gesichtsverarbeitung gibt, bezieht sich diese Arbeit zum größten Teil auf Literatur über Autismus-Spektrum-Störungen.

2.3 Gesichtsverarbeitung im Spektrum der autistischen Symptomatik

In Kapitel 2.1 wurde dargestellt, dass Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen starke Beeinträchtigungen im sozialen Kontakt zeigen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein Schwerpunkt der Forschung über diese Störungen die Gesichtsverarbeitung ist, da diese ein wichtiges Element der sozialen Interaktion darstellt. In den anschließenden Kapiteln sollen verschiedene Facetten der Gesichtsverarbeitung und den daran beteiligten Mechanismen aus dem Blickpunkt der Forschung über Autismus vorgestellt und erläutert werden. Ergänzend soll daraufhin gewiesen werden, dass sich diese Arbeit nicht mit den Ursachen der Defizite der Gesichtsverarbeitung bei autistischen Menschen beschäftigt. Es geht vielmehr darum, ob milde autistische Symptome, welche in der neurotypischen Bevölkerung vorhanden sind, Vorhersagen auf die Verarbeitung von Gesichtern und beteiligte Mechanismen leisten können.

2.3.1 Rekognition bekannter Gesichter

Es existiert zum Thema der Rekognition bekannter Gesichter bei Personen mit Autismus oder autistischen Charakterzügen kaum umfassende Literatur. Zudem beinhaltet diese meist Experimente mit autistischen Kindern. So ist eine Generalisierung der Ergebnisse auf Erwachsene schwierig, da sich die Rekognitionsfähigkeiten im Laufe der natürlichen Reifung entwickeln (de Heering, Rossion, & Maurer, 2012). Dennoch muss sich diese Arbeit aufgrund der geringen Datenlage mit den Ergebnissen aus Studien mit autistischen Kindern beschäftigen. Sie lassen Tendenzen erkennen, die möglicherweise partiell auf die erwachsene Population übertragbar sind (Barton et al., 2004).

Boucher, Lewis und Collis (1998) konnten zeigen, dass autistische Kinder (durchschnittliches Alter: 8Jahre) bei der Identifizierung persönlich bekannter Gesichter (Lehrer) signifikant schlechtere Leistungen als eine Kontrollgruppe zeigten. Ähnlich zu diesen Ergebnissen fanden auch Dalton et al. (2005) einen Unterschied zwischen der Gruppe der Autisten und einer Kontrollgruppe (durchschnittliches Alter: 14,5 Jahre). Erstere waren signifikant schlechter darin, Gesichter aus ihrem familiären Umfeld zu identifizieren. Auch aus den Ergebnissen von Wilson et al. (2007) kann man auf ein Defizit der Kinder (durchschnittliches Alter: 8 Jahre), die an einer Autismus-Spektrum-Störung litten, im Vergleich zur Kontrollgruppe schließen. Ihre Aufgabe war es, anhand von Gesichtern zu beurteilen, ob die gezeigten Personen an der Schule arbeiteten, oder ob es sich um unbekannte Personen handelte. Es zeigte noch eine weitere Gruppe signifikant schlechtere Leistungen als die Kontrollprobanden. Diese bestand aus Kindern, die von einer Entwicklungsverzögerung, jedoch nicht von einer Autismus-Spektrum-Störung betroffen waren. Die beiden defizitären Gruppen unterschieden sich jedoch nicht. Die Autoren postulieren deshalb, dass die beeinträchtigte Genauigkeit bei der Identifizierung bekannter Gesichter nicht spezifisch für die Autismus-Spektrum-Störungen sei. Auch Barton et al. (2004) konnten in ihrem Experiment keine Vorhersage von den Krankheitsbildern sozialer Entwicklungsstörungen auf die Leistungen in einem Gesichtsrekognitionstest treffen. Sie verglichen eine Experimentalgruppe (alle über 16 Jahre alt), bestehend aus Personen mit Autismus-Spektrum- und sozial-emotionalen Verarbeitungsstörungen, mit einer Gruppe von Prosopagnostikern und einer neurotypischen Kontrollgruppe. Bei der Identifizierung berühmter Gesichter wiesen ein Drittel der Experi­mentalgruppe keine signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe auf. Zwei Drittel der Experimentalgruppe zeigten allerdings Leistungen, die im Vergleich zur Kontrollgruppe schlechter, aber im Vergleich zur Gruppe der Prosopagnostiker besser waren.

Aus den obengenannten Studien kann zusammengefasst werden, dass bei der Mehrheit der getesteten Menschen mit autistischen Symptomen ein Defizit der Wiedererkennung bekannter Gesichter festgestellt wurde.

2.3.2 Rekognition neu gelernter Gesichter

Im Vergleich zur Erforschung der Rekognition bekannter Gesichter bei Autisten ist der Forschungsstand zu neu gelernten Gesichtern bereits fundierter. So zeigt sich bei dieser Art von Stimuli bei den meisten Studien eine Beeinträchtigung bei deren Wiedererkennung. Dieses Defizit konnte im gesamten Spektrum der Autismus-Störungen (Williams, Goldstein, & Minshew, 2005; Review s. Weigelt, Koldewyn, & Kanwisher, 2012) und über verschiedene Altersgruppen hinweg nachgewiesen werden (Golarai et al., 2006; Williams et al., 2005; Review s. Weigelt et al., 2012). So lernten autistische Kinder (Altersmittelwert: 10 Jahre) und deren Kontrollgruppe bei Wilson, Palermo, Brock und Burton (2010) innerhalb von drei Tagen durch verschiedene Aufgaben sechs Gesichter, welche am Ende des Experimentes in einem Wiedererkennungstest abgefragt wurden. In diesem Test zeigten die autistischen Kinder signifikant schlechtere Leistungen als die Kontrollgruppe. Zu den gleichen Ergebnissen gelangten auch Boucher und Lewis (1992). Sie stellten bei ihrer Gruppe von autistischen Kindern und Jugendlichen (im Alter von 8 bis 17 Jahren) im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls eine Beeinträchtigung bei der Rekognition neu gelernter Gesichter fest. Wie bereits erwähnt, bleibt dieses Defizit häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen. Blair, Frith, Smith, Abell und Cipolotti (2002) testeten 12 autistische Erwachsene (Altersmittelwert: 30Jahre) und deren Kontrollgruppe auf ihr Erkennungsgedächtnis für neu gelernte Gesichter. Die Auswertung zeigte das bekannte Muster eines Defizits bei der Wiedererkennung der Ge­sichter in der autistischen Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dieser Befund konnte von Williams et al. (2005) repliziert werden. Kirchner, Hatri, Heekeren und Dziobek (2011) untersuchten die Lern- und Wiedererkennungsfähigkeiten von neu gelernten Identitäten mithilfe des Cambridge Face Memory Tests, welcher auch in der vorliegenden Arbeit ver­wendet wurde. Ebenso wie bei den anderen vorgestellten Studien schnitten die autistischen Probanden (Altersmittelwert: 32 Jahre) schlechter ab als ihre zugehörige Kontrollgruppe.

Dieses Kapitel zeigt, dass die Forschung signifikante Unterschiede zwischen autistischen und neurotypischen Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen festgestellt hat. Zusammengefasst bedeutet dies, dass eine Evidenz für die Beeinträchtigung der Wiedererkennung neu gelernter Gesichter bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung besteht.

2.3.3 Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke

Das Erkennen und Interpretieren von Emotionen sind bedeutend für die soziale Interaktion. Eng damit verbunden ist das Konzept der „Theory of Mind“. Es „umschreibt die Fähigkeit eigene Gefühle, Gedanken und Absichten und diejenigen anderer zu erkennen, zu verstehen und vorherzusagen“ (Sinzig, 2011, S. 38). Darunter ist ebenfalls die Wahrnehmung und Deutung emotionaler Gesichtsausdrücke zu verstehen. So fällt es Menschen mit Autismus schwer, sich in andere Personen hineinzuversetzen und deren aktuellen mentalen Zustand zu verstehen (Maud & Hanne, 2011). Folglich ist es verständlich, dass Autisten eine beeinträchtigte Emotionserkennung aufweisen (Harms et al., 2012). In der Forschung exis­tieren dazu jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Manche Autoren berichten von Defiziten, während andere keine signifikanten Unterschiede zwischen Autisten und der Kontrollgruppe fanden (für eine Gegenüberstellung s. Harms et al., 2012). Allerdings berichtete eine aktuelle Studie, dass die Emotionserkennung selbst bei neurotypischen Menschen mit autistischen Zügen beeinträchtigt sei (Miu et al., 2012). Des Weiteren ist festzuhalten, dass beinahe alle Studien mit modernen neurowissenschaftlichen Methoden, zum Beispiel Verfahren zur Blickerfassung (Eyetracking) oder zur Hirnkartierung (wie Magnetresonanztomografie, kurz MRT), defizitäre Emotionserkennung bei Autisten gefunden haben (für eine Zusammenfassung s. Harms et al., 2012). Da diese Messungen sensitiver für Gruppenunterschiede sind, scheint das Feststellen einer defizitären Emotionserkennung bei autistischen Menschen von der Methode der Studie abzuhängen. Ferner wurden Beeinträchtigungen bei spezifischen Emotionen festgestellt. Einige Studien zeigten, dass Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung Schwierigkeiten bei der Identifikation von Angst aufwiesen (Behrmann, Thomas, & Humphreys, 2006b; Pelphrey et al., 2002). So waren beispielsweise die autistischen Probanden (durchschnittliches Alter: 25,2 Jahre) von Pelphrey et al. (2002) zwar insgesamt signifikant schlechter darin, Emotionen zu benennen, allerdings war nur bei Angst der Unterschied zur Kontrollgruppe signifikant. Wright et al. (2008) testete die Emotionserkennung seiner Probanden (zwischen 7 und 16 Jahre alt) mit Hilfe des FEEST (Facial expressions of emotion: stimuli and tests von Young, Perrett, Calder, Sprengelmeyer, & Ekmann, 2002), welcher auch in der vorliegenden Arbeit verwendet wurde. Hier wurden signifikante Unterschiede bei den speziellen Emotionen Ärger und Freude festgestellt. Es existieren jedoch auch Studien, bei denen nur Trauer oder Überraschung beeinträchtigt waren (für eine Zusammenfassung s. Harms et al., 2012).

Es bleibt festzuhalten, dass Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung typischerweise eine beeinträchtigte Emotionserkennung aufweisen. Das genaue Ausmaß dieser Einschränkung ist gegenwärtig noch Gegenstand der Forschung.

2.3.4 Abgleich unbekannter Identitäten

Studien zum Abgleich unbekannter Identitäten beinhalten Aufgaben, bei denen Gesichter, die den Probanden unbekannt sind, verglichen und als gleiche oder ungleiche Identität kategorisiert werden müssen. Diese sind selbst für die neurotypische Bevölkerung nicht leicht zu bewältigen. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Anteil korrekter Antworten nicht über 80 Prozent hinaus geht und überdies große Standardabweichungen aufweist (Megreya & Burton, 2006).

Auch Autisten zeigen bei diesem Aufgabentyp Schwierigkeiten. Jedoch schienen sich die autistischen Probanden bei der Untersuchung von Schultz et al. (2000) hinsichtlich des Anteils korrekter Antworten nicht von der Kontrollgruppe zu unterscheiden. Allerdings war dies anscheinend darauf zurückzuführen, dass die zu bearbeitende Aufgabe zum Abgleichen unbekannter Identitäten nicht zeitlich begrenzt war und somit den Probanden (Altersmittelwert der Gruppen 21-24 Jahre) genug Zeit für eine gründliche Bearbeitung blieb. Aus diesem Grund untersuchten Behrmann et al. (2006a) zusätzlich die Reaktionszeiten ihrer Versuchsteilnehmer, bestehend aus Probanden mit einer Autismus-Spektrum-Störung und einer zugehörigen Kontrollgruppe. Beide Gruppen waren im Alter von 19 bis 53 Jahren. In dieser Studie beurteilten die Teilnehmer zwei simultan erscheinende Gesichter aufgrund des Geschlechts und der Identität. Die Forscher konnten keine signifikanten Unterschiede bei der Anzahl der korrekten Antworten zwischen den Gruppen entdecken. Bei der Untersuchung der Reaktionszeiten stellte sich jedoch heraus, dass die Gruppe der autistischen Personen in beiden Bedingungen (Geschlecht und Identität) signifikant langsamer antworteten als die Kontrollgruppe. Ebenso war innerhalb der autistischen Gruppe ein marginal signifikanter Effekt der Reaktionszeit zu erkennen. Sie benötigten mehr Zeit dafür, die Identitäten als die Geschlechter abzugleichen. Behrmann et al. (2006b) schlossen aus diesen Ergebnissen, dass neben einem Defizit der Rekognition bekannter und neu gelernter Gesichter auch eine Beeinträchtigung der perzeptuellen Diskriminierung von unbekannten Gesichtern bei autistischen Menschen vorliegt.

2.3.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil

Viele Studien gehen davon aus, dass Autisten bei der Gesichtsverarbeitung anormale Strategien verwenden (Behrmann et al., 2006b; Dawson, Webb, & McPartland, 2005; Lahaie et al., 2006). So wird in der Forschung wiederholt von einem lokalen Bias autistischer Menschen gesprochen, der sich in einer verbesserten Verarbeitung von Details verdeutlicht (s. Review Behrmann et al., 2006b). Oft wird dies auf die Hypothese der schwachen zentralen Kohärenz zurückgeführt, nach der es Autisten schwerer fällt, gesammelte Einzelheiten in eine Beziehung zu setzen und diesem Zusammenhang (Kohärenz) eine Bedeutung beizumessen (Maud & Hanne, 2011). Diese Hypothese schien sich unter anderem dadurch zu bestätigen, dass Autisten keinen Inversionseffekt bezüglich der Verarbeitung von invertiert dargebotenen Gesichtern zeigten (Behrmann et al., 2006b). In der neurotypischen Bevölkerung wird ein Gesicht zumeist im Ganzen wahrgenommen und verarbeitet. Gesichtsinversion unterbindet jedoch dieses ganzheitliche Verarbeitungsmuster (Freire, Lee, & Symons, 2000), sodass die Leistungen bei solchen Aufgaben im Gegensatz zu aufrechten Gesichtern abnehmen (Lahaie et al., 2006). Bei Autisten konnten einige Studien diesen Inversionseffekt allerdings nicht nachweisen. Dies führte zu der Annahme, welche die Hypothese der schwachen zentralen Kohärenz stützt, dass Autisten Gesichter weniger ganzheitlich, sondern eher merkmalsbasiert, das heißt die Eigenschaften im Einzelnen, verarbeiten (Weigelt et al., 2012). Jedoch wurde diese Vermutung durch die Empirie nicht einheitlich bestätigt (Behrmann et al., 2006a). So konnte selbst der Inversionseffekt in der jüngeren Forschung bei autistischen Probanden entdeckt werden (für einen Überblick s. Weigelt et al., 2012).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Navon Buchstaben: links konsistent, rechts inkonsistent (vgl. Behrmann et al., 2006a)

Zur Feststellung eines Verarbeitungsstils wurden in der Vergangenheit vermehrt Navon Buchstaben verwendet (s. Behrmann et al., 2006a; Navon, 2003). Dies sind große Buchstaben, die sich aus vielen kleinen identischen Buchstaben zusammensetzen (s. Abb. 2). Die Aufgabe besteht meist darin, den großen oder kleinen Buchstaben zu identifizieren. In der Regel findet sich dabei ein Vorteil für die Beurteilung des globalen Buchstabens (Navon, 2003). Laut der Hypothese der schwachen zentralen Kohärenz müssten Autisten immer schlechtere Leistungen bei der Identifizierung des globalen Buchstabens als die Kontrollgruppe zeigen, da dazu Fähigkeiten zur ganzheitlichen Ableitung nötig sind. Diese Unterschiede konnten in der neueren Forschung jedoch nicht gefunden werden. Allerdings wurde der lokale Bias bestätigt (Mottron, Burack, Iarocci, Belleville, & Enns, 2003). Daher argumentieren Mottron et al. (2003), dass ein verbesserter lokaler Bias nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der Fähigkeit zur Ableitung ganzheitlicher Informationen bedeuten müsse, sondern dass beide Prozesse unabhängig voneinander zu betrachten seien.

Des Weiteren soll das Experiment von Behrmann et al. (2006a) spezifischer untersucht werden, da bei diesem ein gleicher Test wie in der vorliegenden Arbeit verwendet wurde. Die Forscher untersuchten eine Gruppe von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen und deren Kontrollgruppe (im Alter von 19 bis 53 Jahren). Die Probanden mussten abwechselnd die globalen und die lokalen Buchstaben von Navon Stimuli (bestehend aus S und/oder H) identifizieren. In den Ergebnissen wiesen die Kontrollprobanden eine hohe globale Interferenz in den lokalen Aufgaben, welche sich in großen Reaktionszeiten äußerte, und eine niedrige lokale Interferenz in den globalen Aufgaben, welche sich in niedrigen Reaktionszeiten ausdrückte, auf. Wie vermutet, konnte auch hier der Vorteil für die globalen Buchstaben bestätigt werden. Die Leistungen der autistischen Gruppe hingegen wiesen ein entgegengesetztes Muster auf. Sie zeigten eine hohe lokale Interferenz in den globalen Aufgaben und niedrige globale Interferenz während der lokalen Aufgaben. Ein solches Ergebnismuster, wie es die autistischen Probanden erzielten, könnte als ein schwacher globaler Vorteil bzw. als schwache zentrale Kohärenz interpretiert werden (Martin, 2010). Allerdings kann diese Theorie nicht alle Resultate erklären. Denn im Gegensatz zu den Kontrollprobanden, welche in der global konsistenten Bedingung bessere Leistungen zeigten als in der lokal konsistenten, wiesen die autistischen Versuchsteilnehmer keinen Unterschied zwischen den beiden konsistenten Bedingungen auf. Würde demnach bei den Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung tatsächlich ein schwacher globaler Vorteil bestehen, müssten sie umgekehrt zu den Kontrollprobanden größere Reaktionszeiten in der global konsistenten im Vergleich zur lokal konsistenten Bedingung zeigen. Dies war hier jedoch nicht der Fall. Demnach ist eher von einem lokalen Vorteil der autistischen Gruppe auszugehen (Behrmann et al., 2006a). Zusammenfassend ist demnach zu sagen, dass autistische Menschen einen verbesserten lokalen perzeptuellen Verarbeitungsstil gegenüber der neurotypischen Bevölkerung aufweisen.

Um die bisherigen Ausführungen mit den Befunden zur Gesichtsverarbeitung zu verbinden, erhoben Behrmann et al. (2006a) ebenfalls die Fähigkeiten zum Abgleichen unbekannter Identitäten (s. Kapitel 2.3.4). Für die Autoren stand ferner fest, dass die Notwendigkeit für die Ableitung von globalen Informationen in der Identitätsbedingung (gleiches Geschlecht und unterschiedliche Identitäten) im Gegensatz zu der des Geschlechts (ungleiches Geschlecht und somit ungleiche Identität) höher ist, da eine feinere ganzheitliche Verarbeitung gefordert ist. So konnte ebenfalls gezeigt werden, dass die Reaktionszeiten beim Identitätsabgleich größer waren als beim Geschlechtsabgleich. Aus diesen Ergebnissen kann man auf einen positiven Zusammenhang zwischen der beeinträchtigten Verarbeitung von Gesichtern und einer lokalen Orientierung schließen. Dies konnte im Experiment von Behrmann et al. (2006a) durch eine Korrelation bestätigt werden. Der perzeptuelle Verarbeitungsstil spielt demnach eine unmittelbare Rolle bei der Verarbeitung von Gesichtern und muss aufgrund dessen in die Untersuchung von individuellen Unterschieden bei den Fähigkeiten der Gesichtsverarbeitung einbezogen werden.

3 Hypothesenformulierung

Basierend auf den in Kapitel 2.3.1 dargestellten Befunden bezüglich von Defiziten in der Rekognition bekannter Gesichter bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung wird folgende Hypothese formuliert:

Hypothese 1

Es wird angenommen, dass mit steigender Anzahl und Schwere autistischer Charakterzüge die Erkennungsleistung bekannter Gesichter abnimmt.

Wie im Kapitel 2.3.2 gezeigt wurde, haben autistische Menschen ein Defizit bei der Rekognition neu gelernter Gesichter. Demnach wird folgende Hypothese aufgestellt:

Hypothese 2

Es wird angenommen, dass mit Zunahme der autistischen Züge einer Person die Leistung in der Wiedererkennung neu gelernter Gesichter abnimmt.

Im Kapitel 2.3.3 wurde dargestellt, dass Personen mit Autismus-Spektrum-Störungen Schwierigkeiten bei der Emotionserkennung aufweisen. Auch eine neue Studie zur Emotionsrekognition bei neurotypischen Menschen mit autistischen Zügen konnte eine solche Beeinträchtigung feststellen (Miu et al., 2012). Aus diesem Grund wird folgende Hypothese formuliert:

Hypothese 3

Es wird angenommen, dass mit steigender Anzahl und Schwere autistischer Charakterzüge die Erkennungsleistung von emotionalen Gesichtsausdrücken abnimmt.

Weiterhin wurde im Kapitel 2.3.3 gezeigt, dass Beeinträchtigungen bei speziellen Emotionen festgestellt wurden. Daher sollen auch in dieser Arbeit die Emotionen genauer untersucht werden. Allerdings kann aufgrund der unklaren Datenlage über Beeinträchtigungen bei einzelnen Emotionen keine präzise Hypothese aufgestellt werden. Die Emotionen werden daher einzeln explorativ untersucht.

Im Kapitel 2.3.4 wurde gezeigt, dass Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen ein Defizit der perzeptuellen Diskriminierung von unbekannten Gesichtern aufweisen. Daher wird folgende Hypothese formuliert:

Hypothese 4

Es wird angenommen, dass mit zunehmender Anzahl und Schwere autistischer Charakterzüge die Leistungen in Aufgaben zum Abgleichen unbekannter Identitäten abnehmen.

Anhand der Ausführungen in Kapitel 2.3.5 wird ersichtlich, dass bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung im Vergleich zur neurotypischen Bevölkerung ein verbesserter lokaler Verarbeitungsstil vorzufinden ist. Daher wird folgende Hypothese formuliert:

Hypothese 5

Es wird angenommen, dass mit zunehmender Anzahl und Schwere autistischer Charakterzüge der Grad des lokalen Verarbeitungsstils zunimmt.

Weiterhin soll explorativ untersucht werden, ob zusätzliche erklärende Variablen eine Vorhersage von zunehmender Anzahl und Schwere autistischer Charakterzüge auf die oben genannten Kriterien unterstützen und verbessern. Diese Variablen werden im Kapitel 4.2.2 beschrieben.

4 Methoden

Zur Erörterung der im vorherigen Kapitel formulierten Hypothesen wird ein Datensatz des Lehrstuhls der Allgemeinen Psychologie vom Institut der Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena analysiert. Dieser soll unter den nachfolgenden Punkten vorgestellt werden.

4.1 Stichprobe

Es nahmen 175 Probanden im Alter von 18 bis 42 Jahren (M = 23.6, SD = 3.7) an der Studie teil. Darunter befanden sich 117 Frauen und 58 Männer (s. Tabelle 1). Zur Rekrutierung der Probanden wurden verschiedene Verteiler der Friedrich-Schiller-Universität Jena genutzt, sowie eine Anzeige in der örtlichen Tageszeitung geschaltet. Daher sind in der Stichprobe 166 Studenten, 6 Arbeitstätige und 2 Schüler vertreten (1 fehlende Angabe). Die Probanden wurden mit zehn Euro beziehungsweise zwei Versuchspersonenstunden für Psychologiestu­denten im Haupt- und Nebenfach entlohnt.

Tabelle 1 Altersverteilung der Stichprobe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Messinstrumente

Im Folgenden werden die zur Analyse genutzten Messinstrumente beschrieben. Unter den abhängigen Variablen sind die Tests zu finden, welche die Leistungen der Gesichtsverarbeitung messen. Sie sind entsprechend der thematischen Ordnung des 2. Kapitels geordnet, sodass das Messinstrument zur Rekognition bekannter Gesichter zuerst und jenes zur Erhebung des perzeptuellen Verarbeitungsstils zuletzt erläutert werden. Anschließend werden die Messinstrumente der unabhängigen Variablen vorgestellt, deren Reihenfolge der Durchführung im Experiment entspricht.

4.2.1 Die abhängigen Variablen

4.2.1.1 Bielefelder Famous Faces Test (BFFT)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Beispiel für eine Identität des BFFT (hier: Bill Clinton). Zuerst wird das linke Bild gezeigt. Wird die drauf abgebildete Person nicht erkannt, werden die Namen (rechts) präsentiert (aus der Version der Allgemeinen Psychologie Jena nach Jänicke, 2001)

Der Bielefelder Famous Faces Test wurde in seiner ursprünglichen Form als Test für die Amnesieforschung konstruiert (Jänicke, 2001). Im Rahmen der Testbatterie des Lehrstuhls der Allgemeinen Psychologie Jena wird der BFFT als ein Messinstrument für die Wiedererkennungsleistung bekannter Gesichter genutzt. Dafür wurde der Test aktualisiert, indem inzwischen unbekannte Gesichter entfernt und aktuelle Berühmtheiten hinzugefügt wurden (für eine detaillierte Aufstellung s. Anhang A). Der Test nimmt im Durchschnitt 30 Minuten in Anspruch. Dies ist allerdings variabel, denn die Aufgabenstellung unterliegt keinem zeitlichen Limit. Bei diesem Computertest werden 66 Identitäten jeweils in einem zweistufigen Prozess geprüft (s. Abb. 3). Während der ersten Stufe wird ein Porträtfoto einer bekannten Identität präsentiert. Anhand des Gesichtes soll der Proband nun den Namen und mindestens zwei semantische (dies betrifft Welt- und Allgemeinwissen) Informationen abrufen (z.B. „Bill Clinton – Er war Präsident der Vereinigten Staaten und ist mit Hillary Clinton verheiratet.“). Gelingt ihm dies nicht, werden in der zweiten Stufe vier verschiedene Namen präsentiert. Nun soll der Proband den Namen der berühmten Person wiedererkennen und anhand dessen semantische Informationen abrufen. Ist ihm dies wiederum nicht möglich, wird die präsentierte Person von der Auswertung ausgeschlossen, da davon ausgegangen werden kann, dass sie dem Probanden nicht bekannt ist. Das Ergebnis des BFFT ist dann die Anzahl der am Gesicht erkannten Identitäten geteilt durch die Anzahl insgesamt erkannter Identitäten (für eine detailliertere Beschreibung des Ablaufs s. Jänicke, 2001).

4.2.1.2 Cambridge Face Memory Test (CFMT)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Beispiele von Stimuli, wie sie in der Testphase des dritten (A) und vierten (B) Stadiums des CFMT gezeigt werden (aus Duchaine & Nakayama, 2006b)

Das Ziel des Cambridge Face Memory Tests (Duchaine & Nakayama, 2006b) ist es, die Lernfähigkeit neu gelernter Gesichter zu messen. Es werden sechs männliche Ziel- und 46 männliche Störidentitäten (Distraktoren) verwendet, die dem Probanden zunächst alle unbekannt sind. Jedes Bild ist dabei unter den gleichen Lichtbedingungen entstanden und wird in schwarz-weiß präsentiert. Es sind keine Haare zu sehen und alle Models zeigen den gleichen neutralen Gesichtsausdruck. Dieser Computertest nimmt eine Zeit von 10 bis 15 Minuten in Anspruch und durchläuft vier Stadien (1.Übung, 2.Einleitung/ gleiche Gesichter, 3.verschiedene Gesichter und 4.verschiedene Gesichter mit Rauschen). Jedes Stadium besteht aus einer Lern- und einer Testphase, wobei letztere keinem Zeitlimit untersteht. Im zweiten Stadium, dessen Ablauf in der Übung trainiert wurde, werden dem Probanden nacheinander jeweils drei Sekunden lang drei Bilder der gleichen Identität in verschiedenen Ausrichtungen präsentiert. In der anschließenden Testphase werden drei verschiedene Identitäten gezeigt, von denen eine der Identität der Lernphase entspricht. Die beiden anderen Gesichter sind Distraktoren. In beiden Phasen werden gleiche Bilder verwendet. Im dritten Stadium werden in der Lernphase die sechs Targetidentitäten gleichzeitig 20 Sekunden lang präsentiert. Die folgende Testphase gleicht der aus dem zweiten Stadium, nur das hier nicht die gleichen Bilder in Lern- und Testphase gezeigt und in der Testphase 30 Testitems (6 Zielidentitäten x 5 Präsenta­tionen) dargeboten werden (s.Abb. 4). Das letzte Stadium unterscheidet sich zum dritten dahingehend, dass über den 24 Testitems (6 Zielidentitäten x 4 Präsentationen) unterschiedliche Grade an Gauß‘schem Rauschen gelegt wurden (s.Abb. 4, für eine detailliertere Beschreibung der Stimuli und des Ablaufs s. Duchaine & Nakayama, 2006b). Zur Auswertung dieses Tests werden die Prozentwerte der korrekten Antworten über alle Stadien genutzt. Die Werte der Übung wer­den dabei nicht berücksichtigt.

4.2.2 Facial expressions of emotion: stimuli and tests (FEEST)

Der FEEST misst die Erkennungsleistung emotionaler Gesichtsausdrücke. Bei diesem Computertest werden schwarz-weiße Gesichter beider Geschlechter präsentiert, welche die sechs Basisemotionen nach Ekman (Freude, Überraschung, Angst, Trauer, Ekel und Ärger) sowie einen neutralen Ausdruck zeigen (für eine detaillierte Beschreibung der verwendeten Stimuli s. Young et al., 2002). Die Probanden müssen durch Tastendruck den jeweiligen Aus­druck kategorisieren. Die Stimuli werden nur fünf Sekunden angezeigt, allerdings haben die Probanden auch nach dem Verschwinden des Bildes noch Zeit, die entsprechende Taste der beobachteten Emotion zu drücken. Für die Gesamtleistung sowie für jeden Gesichtsausdruck werden die Prozentwerte der korrekten Antworten und die Reaktionszeiten ausgewertet.

4.2.3 Glasgow Face Matching Test (GFMT)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Zwei bei-spielhafte Testitems aus dem GFMT. A zeigt unterschiedliche und B gleiche Identitäten (aus Burton et al., 2010)

Der Glasgow Face Matching Test wurde zur Messung der Abgleichfähigkeit unbekannter Gesichter konstruiert, das heißt im Vergleichen und Beurteilen nach gleicher oder unterschiedlicher Identität (Burton, White, & McNeill, 2010). Für die Stimuli des GFMT wurden Personen beider Geschlechter jeweils frontal, aus minimal unterschiedlichen Blickwinkeln, aber mit unterschiedlichen Kameras und unter unterschiedlichen Beleuchtungsbedingun­gen aufgenommen. Alle Bilder zeigen jeweils das gesamte Ge­sicht der Person in schwarz-weiß, inklusive externer Merkmale wie Haare oder Ohrringe jedoch keiner Kleidung und mit neut­ralem Ausdruck. Bei der Durchführung des GFMT werden zwei Gesichter gleichzeitig präsentiert und der Proband muss ohne Zeitlimit entscheiden, ob auf beiden die gleichen oder ver­schiedene Identitäten dargeboten sind (s.Abb. 5). Insgesamt besteht dieser Computertest aus 168 Gesichtspaaren, von de­nen 84 Mal identische und 84 Mal nicht-identische, aber ähnli­che Identitäten zeigen. Die ähnlichen Identitäten wurden zu­vor durch eine Pilotstudie ermittelt (um eine detailliertere Beschreibung der Stimuli und des Ablaufs zu erhalten s. Burton et al., 2010). Zur Auswertung werden sowohl die Genauigkeit (Prozent der korrekten Antworten) als auch die Reaktionszeit über alle Bedingungen genutzt.

4.2.3.1 Telling Faces Apart and Telling Faces Together (TFAT)

Jenkins, White, Van Montfort und Burton (2011) entwickelten den Test „Telling Faces Apart and Telling Faces Together“, um die Fähigkeit zum Abgleichen unbekannter Identitäten in einem realitätsnahen Kontext zu überprüfen. Dazu kopierten sie jeweils 20 Fotografien von zwei weiblichen, niederländischen Berühmtheiten aus dem Internet, welche nicht in Deutschland bekannt sind (für eine detaillierte Beschreibung der Stimuli s. Jenkins et al., 2011). Bei der Durchführung des TFAT werden dem Probanden diese 40 Papierkärtchen mit den schwarz-weißen Abbildungen der beiden niederländischen Frauen vorgelegt. Er erhält dabei die Instruktion gleiche Identitäten auf einen Stapel zu sortieren, wofür er etwa 10 Minuten Zeit hat. Es werden allerdings keine Hinweise auf Anzahl der Identitäten oder Menge der Karten pro Stapel gegeben. Zur Auswertung des TFAT wird die Anzahl der gebildeten Stapel und die Anzahl der Stapel mit mehreren Identitäten notiert.

4.2.3.2 Navon Aufgabe

Die Navon Aufgabe untersucht den individuellen Verarbeitungsstil für visuelle Stimuli (Navon, 2003). Das verwendete Testmaterial zeigt große Buchstaben, welche sich jeweils aus kleineren Buchstaben formieren (s. Abb.2). Dabei lassen sich zwei Stimulusarten unterscheiden: Beim konsistenten Typ wird ein großer Buchstabe aus den gleichen kleinen zusammengesetzt (z.B. ein großes „H“ aus kleinen „Hs“), wohingegen beim inkonsistenten Typen ein großer Buchstabe aus mehreren kleinen Exemplaren eines anderen Buchstaben zusammengefügt wird (z.B. ein großes „H“ aus kleinen „S“, s. Abb. 2) (Navon, 2003; Behrmann, Avidan, Marotta, & Kimchi, 2005). Bei der Durchführung der Navon Aufgabe absolviert der Proband acht Blöcke (jeweils 48 Durchgänge), bei denen er sich abwechselnd auf den großen (globalen) oder den kleinen (lokalen) Buchstaben konzentrieren und durch Tastendruck den geforderten Buchstaben identifizieren muss. Dabei wird für die Bedingungen lokal versus global und konsistent versus inkonsistent sowohl die Genauigkeit als auch die Reaktionszeit des Probanden gemessen. Zur Berechnung des individuellen Verarbeitungsstils, wird der Index des globalen Vorteils verwendet (s. Martin, 2010). Dabei wird der Interferenzeffekt der lokalen Durchgänge vom Interferenzeffekt der globalen Durchgänge abgezogen. Die Gleichung zur Berechnung dieses Indexes ist daher folgende: Index für den globalen Vorteil = (global konsistent – global inkonsistent) – (lokal konsistent – lokal inkonsistent). Je niedriger demnach der Wert ist, desto höher ist die lokale Interferenz in globalen Aufgaben und desto niedriger ist die globale Interferenz während der lokalen Aufgaben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten

Details

Titel
Vorhersagbarkeit von individuellen Unterschieden bei der Gesichtsrekognition durch den Autismus-Spektrum-Quotienten
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Psychologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
93
Katalognummer
V512973
ISBN (eBook)
9783346102607
ISBN (Buch)
9783346102614
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesichtsrekognition, Autismus-Spektrum-Quotienten, Gesichtsverarbeitung, autistische Symptomatik, Rekognition bekannter Gesichter, Autismus, Prosopagnostikern, Psychologie, Gesichtererkennung, Rekognition neu gelernter Gesichter, Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke, Abgleich unbekannter Identitäten, Autisten, Perzeptueller Verarbeitungsstil, Navon Buchstaben, Bielefelder Famous Faces Test (BFFT), Cambridge Face Memory Test (CFMT), Facial expressions of emotion: stimuli and tests (FEEST), Glasgow Face Matching Test (GFMT), Telling Faces Apart and Telling Faces Together (TFAT), Navon Aufgabe, Schüchternheits- und Geselligkeitsskalen für Erwachsene, Big-Five-Inventory-Shortversion (BFI-S), Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest (MWT-B), Zahlen-Symbol-Test (ZST), Kontaktfragebogen, Emotionserkennung
Arbeit zitieren
Stefanie Linde (Autor), 2013, Vorhersagbarkeit von individuellen Unterschieden bei der Gesichtsrekognition durch den Autismus-Spektrum-Quotienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512973

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