Diese Arbeit befasst sich mit der christlichen Trinitätslehre und dem Begriff des "Filioque", also der Diskussion über die Dogmatik, dass der Heilige Geist nicht nur vom Vater, sondern auch vom Sohn ausgeht.
Hierzu wird zunächst der geschichtliche Hintergrund und der Usrprung dieses Begriffes analysiert, bevor seine Bedeutung und Auslegung nachverfolgt wird. Zudem werden, in einer abschließenden kurzen Diskussion, Argumente für- und Argumente gegen das Bekenntnis des "Filioque" dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Trinitätslehre
2. Erklärung des Begriffs „Filioque“
3. Geschichtlicher Hintergrund
4. Argumente für das Filioque
5. Argumente gegen das Filioque
6. Diskussion um das Bekenntnis des Filioque
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den theologischen Terminus „Filioque“ als bedeutenden Streitpunkt der Kirchengeschichte. Ziel ist es, die dogmatische Herkunft, die historische Entwicklung der Kontroverse zwischen Ost- und Westkirche sowie die theologischen Argumente beider Seiten zu beleuchten und kritisch einzuordnen.
- Grundlagen der christlichen Trinitätslehre
- Etymologische und dogmatische Definition des Begriffs „Filioque“
- Historische Genese des Konflikts im Zuge der Kirchenspaltung
- Systematische Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen den Zusatz
- Diskussion über Bekenntnisfragen und die Bedeutung der Rollenverteilung in der Trinität
Auszug aus dem Buch
3. Geschichtlicher Hintergrund
Im Laufe der Zeit wurde Theologie wieder wissenschaftlich betrieben. Es gab dabei einen wesentlichen Zusammenhang mit theologischer Arbeit und mit politischen Aufgaben der inneren Stabilisierung des Karlsreiches und der äußeren Dominanz gegenüber den übrigens westlichen Reichen und Byzanz (Hauschild 2011:265). Es kam zu einer Auseinandersetzung mit Bilderkult, Adoptianismus und Filoque. Diese drei Aspekte beanspruchen eine inhaltliche Verbindung, da es um eine Integration von Christologie und Trinitätslehre ging (Hauschild 2011:266).
Das Filioque gehörte nicht zum Nicänischen Glaubensbekenntnis, weder zu seiner ersten Version von 325 n. Chr. noch zu der zweiten von 381 n. Chr. (Grudem 2013:273).
Die spanische, gallische und angelsächsische Bekenntnistradition wurde seit dem 6. und 7. Jahrhundert von Augustinus‘ Trinitätslehre sehr beeinflusst (Hauschild 2011:267).
Im Jahr 589 n. Chr. kam es auf einem regionalen Kirchenkonzil in Toledo (heutiges Spanien) zu einer Änderung: Der Begriff „und vom Sohn“ wurde hinzugefügt (Grudem 2013:273). Somit sagte das Glaubensbekenntnis nun, dass der Heilige Geist „aus dem Vater und dem Sohn“ (filioque) hervorgeht (Grudem 2013:273; Hauschild 2011:267).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Trinitätslehre: Einführung in das christliche Verständnis der Dreieinigkeit als Monotheismus und Erläuterung der Rolle der drei Personen als gleichwertige Gottheit.
2. Erklärung des Begriffs „Filioque“: Definition des lateinischen Zusatzes „und vom Sohn“ im Nicäno-Konstantinopolitanum und dessen Bedeutung für das Verständnis der Geistprozession.
3. Geschichtlicher Hintergrund: Darstellung der historischen Entwicklung des Filioque-Zusatzes von der Synode von Toledo bis zum Schisma von 1054.
4. Argumente für das Filioque: Analyse der heilsgeschichtlichen Argumentation und der biblischen Bezugspunkte, die den Ausgang des Geistes vom Vater und vom Sohn stützen.
5. Argumente gegen das Filioque: Erläuterung der Einwände der ostkirchlichen Tradition, die eine Störung der trinitarischen Ordnung und eine falsche Pneumatologie befürchtet.
6. Diskussion um das Bekenntnis des Filioque: Reflexion über die strittigen Punkte der Kontroverse und die Bedeutung der Rollenverteilung innerhalb der trinitarischen Beziehung.
Schlüsselwörter
Filioque, Trinität, Glaubensbekenntnis, Schisma, Kirchengeschichte, Pneumatologie, Christologie, Heiliger Geist, Vater, Sohn, Dogmatik, Ostkirche, Westkirche, Theologie, Konzil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Bedeutung und der historischen Kontroverse um den Begriff „Filioque“ im christlichen Glaubensbekenntnis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die christliche Trinitätslehre, die historische Entwicklung des Glaubensbekenntnisses sowie die systematische Analyse der Argumente für und gegen den umstrittenen Zusatz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für das Schisma zwischen der griechischen Ost- und der römischen Westkirche unter besonderer Berücksichtigung der dogmatischen Differenzen aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse renommierter theologischer Standardwerke und geschichtlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine dogmatische Hinführung, die historische Genese der Einbindung des Begriffs in das Credo sowie eine gegenüberstellende Analyse der theologischen Argumentationsmuster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Filioque, Trinität, Schisma, Pneumatologie und Dogmengeschichte geprägt.
Warum war das Filioque ein Grund für das Schisma von 1054?
Das Filioque markierte eine vertiefte Entfremdung und wurde zum Symbol für die unterschiedlichen Vorstellungen über die trinitarische Ordnung und die päpstlichen Machtansprüche.
Welche Rolle spielt die „Rollenverteilung“ in der Diskussion?
Die Diskussion legt den Fokus darauf, ob durch das Filioque eine ewige Ordnung der Personen (Vater, Sohn, Geist) korrekt abgebildet wird, ohne die Gleichwertigkeit der Gottheit aufzuheben.
- Citation du texte
- Jasmin Bruhn (Auteur), 2015, Das Filioque der Dreifaltigkeitslehre. Der Terminus einer Bekenntnisänderung im Portrait, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513017