Der Grundstufen-Lehrgang Datenverarbeitung ist laut Rahmenlehrplan problemlösungs- und anwenderorientiert zu unterrichten. Dabei sollen Selbsttätigkeit und konstruktives Denken gefördert werden. Das Ziel der Unterrichtsstunde ist zunächst, die Möglichkeiten und Grenzen der Leistungsfähigkeit der Textverarbeitung auszuloten. Der Einsatz von Textbausteinen gehört zu den innovativsten Modulen des Programms. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler die mit dem Einsatz von digitaler Bürotechnik verbundenen gesellschaftlichen Probleme und Gefahren beurteilen lernen.
Als Einstieg in den Lehrgang EDV besorgte ich einen Video-Film, der die Einsatzgebiete der EDV in der Industrie und im Dienstleistungsbereich behandelte sowie verschiedene Aus- und Eingabegeräte zeigte. Zu Ende der vorausgegangen Stunde entwickelte sich eine Diskussion über Chancen und Risiken des EDV-Einsatzes besonders im Bereich sozialpflegerischer Dienste. Ansetzend an den Film folgte eine allgemeine Einführung am Gerät (Hardware, Disketten- Handling und Betriebssystem). Dazu legten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Datenträger an. An diese Kenntnisse anknüpfend wurde ein Text erfasst und an diesem Korrektur- und Formatierungsmöglichkeiten des Textverarbeitungssystems "MS-WORD" aufgezeigt. Gewünscht wurde, sich eingehender mit weiteren Funktionen des Textverarbeitungssystems "MS-WORD", wie "Suchen", "Wechseln", "Ausschneiden", "Kopieren" und "Verschieben" einzelner Textstellen auseinanderzusetzen. Auch Bereichs-, Absatz- und Zeichenformatierungen sind in der Textbe- und -verarbeitung bedeutsam.
In der vergangenen Stunde wurden fortgeschrittene Befehlsmöglichkeiten des Textverarbei-tungssystems "MS-WORD" erarbeitet. Nach der heutigen Stunde soll mit der Serienbrief-Funktion von MS-WORD ein weiterer Kernbereich von MS-Word behandelt werden. Da die Einzelstunde nur im thematischen Gesamtzusammenhang zu verstehen ist, ergibt sich, dass auch die Lernbedingungen der Klasse breiter - und nicht nur für die Entscheidung der Stunde - darzustellen sind.
Meine Kenntnisse als Lehrkraft entstammen der privaten und beruflichen Nutzung der Office-Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsgrafik, Datenbanksystemen). Zudem habe ich auf Anraten des Seminarleiters neben dem Referendariat an der Goethe-Universität Betriebsinformatik studiert, um meine Einstellungschancen in den Schuldienst zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
2. Bedingungsanalyse
2.1 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler
2.2 Fachwissenschaftliche Vorgaben und Problematik der Stunde
3. Didaktische Strukturierung der Stunde
3.1 Lernziele der Stunde
3.2 Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schülern im Unterricht
3.3 Der Begründungszusammenhang von Ziel-, Inhalts- und Methoden
3.4 Vorüberlegungen zur Auswertung und Ergebnissicherung
4. Geplanter Verlauf der Stunde
5. Anhang: Sitzplan, Arbeitsblätter
6. Medien
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Entwurf für eine Prüfungslehrprobe im Fach Grundlagen der Datenverarbeitung. Das primäre Ziel ist es, den Schülern am Beispiel von Textbausteinen sowohl die technischen Möglichkeiten der Textverarbeitung (MS-Word) aufzuzeigen als auch eine kritische Reflexion über die damit verbundenen Auswirkungen auf die Kommunikation und die Arbeitswelt anzuregen.
- Technische Anwendung der Textbausteinfunktion in MS-Word
- Analyse von Vor- und Nachteilen automatisierter Textverarbeitung
- Einfluss moderner Bürotechnik auf die menschliche Kommunikation
- Förderung der Handlungskompetenz durch kooperative Lernformen
- Reflexion über gesellschaftliche Folgen der Technikimplementation
Auszug aus dem Buch
2.2 Fachwissenschaftliche Vorgaben und Problematik der Stunde
Fachwissenschaften sind nicht bruchlos auf Schule "abbildbar". Gleichwohl gibt es eine Reihe von Bezügen zu wissenschaftlichen Disziplinen. So in der Informatik. Das Textverarbeitungsprogramm "MS-Word" - einem Programmiersystem der 4. Generation - avancierte in den letzten Jahren zum Industriestandard. Die preisgünstigen IBM-kompatiblen Rechner aus Südostasien hatten hieran auf der Hardware-Seite einen gewichtigen Anteil. Aufgrund des günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses nahm die Diffusionsgeschwindigkeit der Rechner erheblich zu.
Es geht mir also darum, dass die Technik nicht so wertneutral dargestellt wird. Die gesellschaftlichen Auswirklungen der neuen Bürotechniken werden intensiv diskutiert. Andererseits sind neue Techniken im Bürobereich kein solcher Moloch ist, wie von Skeptikern vorgebracht wird. Im Prozess der Einführung neuer Techniken sehe ich durchaus Chancen der Gestaltbarkeit, wobei sich Pädagogen mit ihrer Kritik stärker einbringen sollten. Für Schüler*innen bedeutsam sind die Einflussmöglichkeiten in Hinsicht der Arbeitsorganisation, worauf ich hinsichtlich des heutigen Stundenzieles ein Schwergewicht legen werde. Implizit geht es somit darum, wissenschaftliche Bezüge zur Industriesoziologie herzustellen, um zu problematisieren, dass der einzelne Anwender eben nicht nur hilflos der Technik ausgesetzt ist.
In den letzten Jahren häufen sich die Befunde dafür, dass sich Unternehmensphilosophien dergestalt geändert haben, dass neue Techniken nicht gegen, sondern nur mit den abhängig Beschäftigten implementiert werden können. Ein Grund dafür ist, dass Reibungsverluste sonst zu groß wären. In diesem Zusammenhang spricht man von "neuen Produktionskonzepten". Wenn diese Befunde zutreffen, dann werden "extrafunktionale Qualifikationen" bedeutsam. Es kann für den EDV-Unterricht nur förderlich sein, wenn Inhalte und Formen sozialen und politischen Lernens Eingang finden. Leider wird dieser Wandel, der freilich nicht automatisch und durchgängig vorhanden ist, in der Schulöffentlichkeit erst zögernd wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel verortet die Unterrichtsstunde im Grundstufen-Lehrgang Datenverarbeitung und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die bisherigen Erfahrungen der Schüler mit der EDV.
2. Bedingungsanalyse: Hier werden die Lernvoraussetzungen der Klasse VU1 sowie die fachwissenschaftlichen Hintergründe und die soziologische Problematik der technischen Entwicklung detailliert analysiert.
3. Didaktische Strukturierung der Stunde: Das Kapitel beschreibt die gesetzten Lernziele, die vorgesehenen Handlungsmöglichkeiten der Schüler im Unterricht sowie den Begründungszusammenhang zwischen Inhalten und Lehrmethoden.
4. Geplanter Verlauf der Stunde: Dieses Kapitel gibt einen strukturierten Überblick über die zeitliche Abfolge der Unterrichtsphasen vom Einstieg bis zur Ergebnissicherung.
5. Anhang: Sitzplan, Arbeitsblätter: Dieser Abschnitt enthält die praktischen Materialien, die für die Durchführung der Stunde und die praktische Anwendung am PC benötigt werden.
6. Medien: Hier sind die notwendigen Hardware- und Software-Komponenten sowie die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien aufgelistet.
7. Literatur: In diesem Kapitel werden die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführende Literatur zur Unterstützung der didaktischen Planung aufgeführt.
Schlüsselwörter
Datenverarbeitung, Textbausteine, MS-Word, Textverarbeitung, Berufsschule, Kommunikation, Arbeitsorganisation, EDV-Unterricht, Handlungskompetenz, Technikfolgenabschätzung, Sozialkompetenz, Bürokommunikation, Unterrichtsplanung, Schlüsselqualifikationen, Industriestandard.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundsätzlich?
Es handelt sich um einen detaillierten Entwurf für eine Prüfungslehrprobe zur zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen im Fach Grundlagen der Datenverarbeitung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die praktische Anwendung von Textverarbeitungssystemen, die Nutzung von Textbausteinen sowie eine Reflexion über die soziologischen und kommunikativen Auswirkungen moderner Bürotechnik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, den Schülern zu vermitteln, wie Textbausteine technisch erstellt werden, und sie gleichzeitig dazu anzuregen, die Vor- und Nachteile dieser Automatisierung für die zwischenmenschliche Kommunikation und Arbeitswelt zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Unterrichtsentwurf verwendet?
Es wird ein problemorientierter und erfahrungsbezogener Ansatz gewählt, der Gruppenarbeit und praktische Computertätigkeit mit theoretischer Reflexion verbindet.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Lerngruppe, eine didaktische Strukturierung der Unterrichtsinhalte sowie eine methodische Planung der verschiedenen Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Datenverarbeitung, Textbausteine, Kommunikation, Arbeitsorganisation, Handlungskompetenz und Technikfolgenabschätzung.
Welche Rolle spielt MS-Word in der Unterrichtsplanung?
MS-Word dient als konkretes Anwendungsbeispiel eines Textverarbeitungssystems, an dem die Schüler sowohl die Handhabung als auch die methodischen Möglichkeiten der Automatisierung erlernen.
Wie sollen die Schüler im Unterricht aktiviert werden?
Durch Gruppenarbeit, bei der sie selbst als Produzenten und Konsumenten von Einladungsschreiben agieren, sollen sie zur aktiven Auseinandersetzung und Rollendistanz angeregt werden.
Warum wird eine Klassenfete als Impuls für die Unterrichtseinheit genutzt?
Die Planung einer Klassenfete dient als kommunikativer Anlass, um die Notwendigkeit von Textbausteinen praxisnah zu begründen und soziale Interaktion im Rahmen der Aufgabe zu fördern.
Wie beurteilt der Autor die Rolle des Lehrers bei der Technikvermittlung?
Der Autor sieht den Lehrer nicht nur als Vermittler technischer Fertigkeiten, sondern als Moderator, der einen kritischen Diskurs über die soziale Dimension der Digitalisierung in der Arbeitswelt anleiten sollte.
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- Klaus-Uwe Gerhardt (Author), 1989, Textbausteine. Verarmung oder Bereicherung der Kommunikation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513063