Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Einfluss der griechischen Musik auf die Kindererziehung. Dazu wird zuerst die antike Kinder- und Musikerziehung in Athen und in anderen Stadtstaaten beschrieben. Der musikdidaktische Fokus liegt dabei auf dem Aufbau des Musikunterrichts. Später werden die philosophischen Ansichten von Platon und Aristoteles über den Musikunterricht dargelegt und verglichen.
Musik nimmt seit der Antike einen wichtigen Platz in unserem Leben ein. In der Antike findet sie sich bei Festspielen sowie als musikalische Untermalung bei der Erzählung von Heldenepen. Auch wird sie schon früh in der Kindererziehung als Unterrichtsfach eingesetzt. Welche Bedeutung kommt also der Musik in der antiken Kindererziehung zu? Um diese Frage klar beantworten zu können, muss untersucht werden, welche Funktion der Musikunterricht hat und wie er sich auf die Entwicklung des Staatswesens auswirkt.
Staatliche Schulen, wie wir sie heute kennen, gab es in der Antike nicht. Die Erziehung der Kinder ist allein der Oberschicht vorbehalten, da sie über die nötigen finanziellen Mittel verfügte. Sparta bildete jedoch eine Ausnahme, da dort bereits staatliche Schulen für Jungen und Mädchen existierten. Auf Lesbos bildete sich 600 v. Chr. um Sappho ein junger Kreis von Mädchen, die von ihr in der Musik und im Sport unterrichtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Musik in der griechischen Kindererziehung
3. Philosophische Ansichten über Musik in der Kindererziehung
3.1 Bei Platon
3.2 Bei Aristoteles
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Musik in der antiken griechischen Kindererziehung und analysiert, welchen Stellenwert sie für die Entwicklung des Staatswesens sowie die Charakterbildung der Jugend einnahm. Im Fokus steht dabei die Gegenüberstellung der philosophischen Auffassungen von Platon und Aristoteles.
- Stellenwert des Musikunterrichts in der antiken griechischen Gesellschaft
- Differenzierung der Erziehungsmethoden zwischen Knaben und Mädchen
- Platons Konzept der musischen Erziehung als Mittel zur Nachahmung des Schönen
- Aristoteles’ Erweiterung des Funktionsbegriffs um heilende und enthusiastische Aspekte
- Der Einfluss von Musik auf die soziale und politische Stabilität des Staates
Auszug aus dem Buch
3.1 Bei Platon
Nach Platon besteht die beste Erziehung aus der Verbindung von Gymnastik für den Körper und Musik für den Geist. Nur durch die Kombination beider Disziplinen kann die Seele besonnen und tapfer werden. Platon fordert zudem die gleichwertige Erziehung der Mädchen, damit sie wie die Jungen von trefflichster Natur sind. Dies bringt einen großen Zugewinn und Nutzen für den Staat. „Daher ist also […] die Erziehung durch die Musik so überaus wichtig, weil Rhythmus und Harmonie am tiefsten in das Innere der Seele eindringen, sie am stärksten ergreifen und ihr eine edle Haltung vermitteln und sie anständig machen, wenn man richtig erzogen wird; wo aber nicht, ist das Gegenteil der Fall. Und weil wiederum derjenige, der in der Musik richtig erzogen ist, das Fehlerhafte und Unschöne in der Kunst wie in der Natur am schärfsten wahrnimmt, […] wird er es wohl in seine Seele aufnehmen […] und selbst gut und edel werden; das Schimpfliche aber wird er […] in früher Jugend verabscheuen […]. Freilich, […] auch ich [Platon] bin der Meinung, dass […] die ganze Erziehung auf der Musik beruht“.
So beschreibt Platon in seinem Werk Πολιτεία die Wirkung der Musik auf die Jugend. Seine Intention ist es, der Jugend ein Empfinden für das Schöne und das Verabscheuungswürdige zu geben. Er definiert Musik und ihr Wesen sehr streng. Die Musik soll zur Nachahmung, der μίμησις, dienen. Lob- und Preislieder, die Helden besingen, sollen auswendig gelernt werden, damit „der Junge sie eifrig nachahme und danach strebe, ebenso zu werden“. Der κιθαριστής setzt den Schülern vertonte Heldenepen vor, damit „sie zahmer seien und, wenn sie taktvoller und harmonischer werden, tauglich wären zum Reden und Handeln. Denn das ganze Leben des Menschen bedarf des Taktes und der Harmonie“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Musik in der Antike ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Funktion des Musikunterrichts in der griechischen Kindererziehung.
2. Musik in der griechischen Kindererziehung: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Rahmenbedingungen der Bildung in der Antike und die Rolle von Disziplinen wie Musik und Sport bei der Erziehung von Knaben und Mädchen.
3. Philosophische Ansichten über Musik in der Kindererziehung: Das Kapitel analysiert die Konzepte von Platon und Aristoteles hinsichtlich der erzieherischen Wirkung von Musik auf Seele und Charakter.
3.1 Bei Platon: Hier wird Platons Fokus auf eine strenge Auswahl moralisch festigender Tonarten und die Funktion der Musik als „Nachahmung“ (Mimesis) dargestellt.
3.2 Bei Aristoteles: Dieser Abschnitt erläutert die Erweiterung des Musikbegriffs bei Aristoteles, der neben der Tugenderziehung auch Genuss, Erholung und Heilung betont.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und ordnet die Bedeutung der Musik in den Kontext der septem artes liberales ein.
Schlüsselwörter
Antike, Kindererziehung, Musikunterricht, Platon, Aristoteles, Mimesis, Charakterbildung, Staatswesen, Chorerziehung, Tonarten, Ethos, Kithara, Aulos, Griechische Geschichte, Musikerziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle der Musik als essenzielles Erziehungsmittel in der antiken griechischen Gesellschaft und vergleicht dazu die philosophischen Ansätze von Platon und Aristoteles.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Praxis der Kindererziehung, der Bedeutung der Musik für die Charakterbildung sowie deren Funktion für die Stabilität des antiken Staates.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Bedeutung und Funktion des Musikunterrichts in der griechischen Antike zu klären und zu beleuchten, wie dieser Prozess die Entwicklung der Jugend prägte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und philosophiegeschichtliche Analyse, die primäre philosophische Schriften sowie aktuelle Fachliteratur zur Antike untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen griechischen Erziehungspraxis und eine tiefgehende philosophische Analyse des musikalischen Ethos bei Platon und Aristoteles.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Antike, Musikerziehung, Mimesis, Platon, Aristoteles, Ethos und die erzieherische Bedeutung der Tonarten.
Worin unterscheiden sich Platon und Aristoteles in ihrer Sicht auf Musik?
Während Platon Musik streng zur moralischen Festigung und Nachahmung des Schönen nutzt, erkennt Aristoteles ihr zusätzlich eine heilende Wirkung sowie einen hohen Erholungswert zu.
Wie wurde die musikalische Bildung in Athen finanziert?
Die Chorerziehung der Bürgersöhne wurde durch einen vom Staat beauftragten Chorsponsor, den sogenannten Chorogos, finanziert.
Warum lehnte Platon bestimmte Instrumente ab?
Platon bevorzugte Instrumente wie die Lyra und Kithara, da diese den Gesang und die Sprachvorträge unterstützten, während er flötenähnliche Instrumente als moralisch bedenklich einstufte.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2019, Antike Musik als wesentlicher Bestandteil in der Kindererziehung. Platon und Aristoteles über den Musikunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513069