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Zur Sozialisation von Migrantenkindern türkischer Herkunft unter besonderer Berücksichtigung von Mädchen - Eine Literaturarbeit

Title: Zur Sozialisation von Migrantenkindern türkischer Herkunft unter besonderer Berücksichtigung von Mädchen - Eine Literaturarbeit

Thesis (M.A.) , 2005 , 155 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Magister Artium Nicole Boldt (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Seit nunmehr 37 Jahren bilden unsere türkischen Mitmenschen die größte Gruppe der ausländischen Wohnbevölkerung Deutschlands. Das Statistische Bundesamt verzeichnet im Jahr 2004 insgesamt 6,72 Millionen Ausländer, wovon 1,76 Millionen die türkische Staatsangehörigkeit besitzen.1 Der Anteil der Türken an der Gesamtbevölkerungszahl der Ausländer beträgt circa 25 Prozent. Hinzukommt, dass mehr als 600 000 von ihnen bereits in Deutschland geboren wurden. Über diese größte Minderheit ist in der deutschen Öffentlichkeit nur wenig bekannt. Stereotype und Vorurteile bestimmen die allgemeine Meinung über ‚die‛ Türken. Frauen und Mädchen werden meist als unterdrückte, unselbständige Opfer und Männer als autoritäre Patriarchen gesehen. Dieses von Vorurteilen und Klischees geprägte Bild, wird häufig verallgemeinert und auf die gesamte Migrantenbevölkerung projiziert.

Auch in der wissenschaftlichen Literatur werden Migranten türkischer Herkunft oft als homogene Gruppierung behandelt. Beobachtete Tendenzen werden nicht selten sowohl von deutschen als auch von türkischen Autoren vorschnell generalisiert und der gesamten Bevölkerung zugeschrieben. Zitate aus dem Koran sollen auf die Unterdrückung der Frau und die dominante Rolle des Mannes verweisen. Die Norm- und Wertvorstellungen, die Struktur und die Erziehung türkischer Familien werden mit dem Islam begründet und als traditionell, altmodisch und rückständig abgestempelt.

Gerade in letzter Zeit ist die Diskussion über ‚die‛ Türken in Deutschland neu entfacht. Grund dafür ist nicht nur der geplante Beitritt der Türkei zur Europäischen Union.

-------

1 Vgl. http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab10.php

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Begründung und Darstellung der Methode

1.4 Begriffsbestimmungen

2 Zum theoretischen Bezugsrahmen

2.1 Sozialisation

2.1.1 Grundlegendes zur Sozialisation

2.1.2 Primäre und sekundäre Sozialisation

2.1.2.1 Primäre Sozialisation

2.1.2.2 Sekundäre Sozialisation

2.1.3 Familie als Sozialisationsinstanz

2.2 Migrantenkinder

2.2.1 Grundlegendes zu Migrantenkindern

2.2.2 Sozialisation von Migrantenkindern

2.2.2.1 Überlegungen Schrader/Nikles/Grieses

2.2.2.2 Überlegungen Boos-Nünnings

2.2.2.3 Überlegungen Neumanns

2.3 Geschlechtsspezifische Migrationsforschung

2.3.1 Migrantinnen in der Forschung

2.3.2 Migrantinnen türkischer Herkunft in der Forschung

2.3.3 Sozialisation von Mädchen türkischer Herkunft

2.4 Zwischenzusammenfassung

3 Familienformen und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

3.1 Familienformen

3.1.1 Familienformen in der Türkei

3.1.2 Familienformen in der Migration

3.2 Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

3.2.1 Kernfamilien ohne verwandtschaftliche Bindung

3.2.2 Kernfamilien mit verwandtschaftlicher Bindung

3.2.3 Isolation und psychische Erkrankungen

3.3 Zwischenzusammenfassung

4 Familienstrukturen und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

4.1 Familienstrukturen

4.1.1 Die traditionelle autoritär-patriarchalische Familienstruktur

4.1.2 Familienstrukturen in der Türkei

4.1.3 Familienstrukturen in der Migration

4.1.4 Faktoren, die infolge der Migration auf Familien einwirken

4.1.4.1 Sozialrechtlicher Status

4.1.4.2 Familienfragmentierung

4.1.4.3 Heterogener Verlauf des Migrationsprozesses

4.2 Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

4.2.1 Auswirkungen des sozialrechtlichen Status

4.2.2 Auswirkungen der Familienfragmentierung

4.2.3 Auswirkungen des heterogenen Verlaufs des Migrationsprozesses

4.3 Zwischenzusammenfassung

5 Erziehung und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

5.1 Erziehung in der Türkei

5.1.1 Zentrale Werte der türkischen Kultur

5.1.2 Erziehungsverhalten in der Türkei

5.2 Erziehung in der Migration

5.2.1 Diskurs zu Erziehung in der Migration

5.2.2 Ältere Untersuchungen zu Erziehung in der Migration

5.2.2.1 Untersuchung Holtbrügges

5.2.2.2 Untersuchung Renners

5.2.2.3 Untersuchung Schrader/Nikles/Grieses

5.2.2.4 Untersuchung Neumanns

5.2.3 Neuere Untersuchungen zu Erziehung in der Migration

5.2.3.1 Untersuchung Alamdar-Niemanns

5.2.3.2 Untersuchung Merkens

5.2.3.3 Untersuchung Topraks

5.3 Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen

5.3.1 Bewertung der elterlichen Erziehung

5.3.2 Einschränkung der Freiheit von Mädchen

5.3.2.1 Bewahrung zentraler Werte

5.3.2.2 Religiöse Rückbesinnung

5.3.2.3 Reaktionen und Auswirkungen

5.4 Zwischenzusammenfassung

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die spezifische Lebenssituation und die Sozialisationsbedingungen von Kindern türkischer Herkunft, mit besonderem Fokus auf Mädchen, differenziert zu untersuchen, um stereotype Vorurteile abzubauen und ein tieferes Verständnis für die komplexe Realität dieser Migrantengruppe zu fördern.

  • Sozialisationstheoretische Grundlagen und deren Anwendung auf Migrantenkinder.
  • Analyse von Familienformen und Familienstrukturen türkischer Familien in der Türkei und in Deutschland.
  • Untersuchung von Erziehungspraktiken und deren Auswirkungen auf Mädchen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Migrationsforschung und gängigen Klischees.
  • Bedeutung von Migration, Identität und geschlechtsspezifischen Rollenbildern.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch in den politischen Debatten und der Forschungsliteratur werden Migrantenkinder türkischer Herkunft als eine überaus problematische und konfliktreiche Randgruppe betrachtet. Häufig wird hier der Begriff der ‚verlorenen Generation‛verwendet. Die Mädchen werden als Opfer der eigenen Familie gesehen und öffentlich bemitleidet.

Um die spezifische Lebenssituation dieser Kinder, insbesondere die der Mädchen, verstehen und beschreiben zu können, scheint der Begriff der ‚Sozialisation‛ angemessen und notwendig zu sein, da er den lebenslangen Prozess des Hineinwachsens eines Individuums in die Gesellschaft bezeichnet.

Beinahe sämtliche wissenschaftlichen Ansätze, die die Persönlichkeitsentwicklung des Migrantenkindes türkischer Herkunft in den Mittelpunkt stellen, kommen zu dem Schluss, dass die Kinder entscheidende Mängel in ihrer Sozialisation aufweisen. Der Sozialisationsprozess von Mädchen türkischer Herkunft wird dabei als besonders krisenhaft und belastet angesehen. Die Defizite in der Sozialisation von Migrantenkindern und Mädchen werden hauptsächlich auf die Familie zurückgeführt, da diese ihre Sozialisationsfunktion nicht erfülle und nicht in der Lage sei, ihr Kind in adäquater Weise auf das gesellschaftliche Leben in Deutschland vorzubereiten. Vielfach erscheint die Migrantenfamilie als Hort von Werten, Normen und Verhaltensmustern der türkischen Gesellschaft. Diese werden ihrerseits als diskrepant und widersprüchlich zu denen der deutschen Gesellschaft gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Wahrnehmung türkischer Migranten in Deutschland und begründet die Relevanz einer differenzierten Betrachtung ihrer Lebenssituation.

2 Zum theoretischen Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert den Sozialisationsbegriff, erläutert die Bedeutung der Familie als zentrale Sozialisationsinstanz und diskutiert Ansätze zur Sozialisation von Migrantenkindern.

3 Familienformen und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen: Hier werden Familienformen türkischer Familien in der Türkei und der Migration verglichen sowie deren Einfluss auf die Sozialisation von Mädchen untersucht.

4 Familienstrukturen und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen: Dieses Kapitel analysiert patriarchalische Familienstrukturen und deren Wandel sowie die Auswirkungen externer Faktoren wie sozialrechtlichem Status und Familienfragmentierung.

5 Erziehung und Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen: Es werden zentrale kulturelle Werte, Erziehungsvorstellungen in der Türkei und der Migration sowie deren konkrete Auswirkungen auf die Freiheit und Entwicklung von Mädchen erörtert.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und betont die Vielfalt der Lebensentwürfe innerhalb der türkischen Migrantengruppe entgegen stereotyper Defizit-Prognosen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Migration, türkische Migranten, Mädchen, Familie, Erziehung, Identität, Rollenbild, Ehre, Kulturkonflikt, Familienstruktur, Geschlechtsspezifik, Integration, Werte, Lebenswirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Sozialisationsbedingungen von Migrantenkindern türkischer Herkunft, wobei der Schwerpunkt auf der Lebenssituation von Mädchen und der prägenden Rolle der Familie liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Definition von Sozialisation, der Einfluss von Familienformen und -strukturen sowie die Auswirkungen von Erziehungspraktiken auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Mädchen in Deutschland.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Hauptziel ist es, ein differenzierteres Bild der Lebenswirklichkeit türkischer Migrantenfamilien zu zeichnen und stereotype defizitorientierte Zuschreibungen in der bisherigen Forschung kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer umfassenden Analyse wissenschaftlicher Forschungsliteratur, Studien und autobiografischer Texte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Kernbereiche: Familienformen, Familienstrukturen und Erziehungsmethoden, jeweils mit einer detaillierten Analyse ihrer Auswirkungen auf die Sozialisation von Mädchen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Familienfragmentierung, Identitätsbildung, Rollenverständnis, Ehrbegriff sowie der Einfluss soziokultureller Faktoren auf Erziehungsziele.

Wie bewerten die untersuchten Mädchen ihre eigene Erziehung?

Viele Mädchen distanzieren sich von den Erziehungspraktiken ihrer Eltern, insbesondere in Bezug auf Freiheitsbeschränkungen, und haben den Wunsch, ihre eigenen Kinder später freier und selbstbestimmter zu erziehen.

Welchen Einfluss hat der sozialrechtliche Status auf Migrantenfamilien?

Die rechtliche Unsicherheit fördert oft das Festhalten an traditionellen Werten und eine stärkere Orientierung am Herkunftsland, da viele Familien eine eventuelle Rückkehr als Option offenhalten.

Was ist das „Generationstrauma“, von dem in der Arbeit berichtet wird?

Es beschreibt die psychische Belastung durch die physische Trennung von den Eltern während der Migrationsphase, die bei vielen Kindern zu Entfremdungsgefühlen und Identitätskrisen geführt hat.

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Details

Title
Zur Sozialisation von Migrantenkindern türkischer Herkunft unter besonderer Berücksichtigung von Mädchen - Eine Literaturarbeit
College
University of Constance
Grade
sehr gut
Author
Magister Artium Nicole Boldt (Author)
Publication Year
2005
Pages
155
Catalog Number
V51309
ISBN (eBook)
9783638473170
ISBN (Book)
9783656772583
Language
German
Tags
Sozialisation Migrantenkindern Herkunft Berücksichtigung Mädchen Eine Literaturarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Nicole Boldt (Author), 2005, Zur Sozialisation von Migrantenkindern türkischer Herkunft unter besonderer Berücksichtigung von Mädchen - Eine Literaturarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51309
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