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Wechselkursregimes in Europa und die Theorie optimaler Währungsräume

Title: Wechselkursregimes in Europa und die Theorie optimaler Währungsräume

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Diplom-Ökonom Andreas Höffgen (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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"Wenn Frankreich, Deutschland und weitere Beitrittsländer ihre wirtschaftliche Grundproduktion zusammenlegen und eine Hohe Behörde einsetzen, wird dieser Plan die ersten konkreten Grundlagen für eine europäische Föderation schaffen, die zur Erhaltung des Friedens notwendig ist", so der französische Außenminister Robert Schuman am 9. Mai 1950. Die daraufhin am 18.04.1951 gebildete Montanunion in der sich Frankreich, die Benelux-Länder, Italien und Deutschland zusammenschlossen stellt die wohl erste europäische Gemeinschaft und den Aus-gangspunkt einer langen Entwicklung bis hin zu der Entstehung einer Währungs-union mit zwölf Teilnehmerstaaten dar.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen der Wechselkursregimes in Europa die im Laufe dieser Evolution bestanden, beschreibt ihre Ausgestaltung und zeigt Gründe für die stetige Weiterentwicklung bis hin zu der Einrichtung des Europäischen Währungssystems (EWS) auf. In diesem Währungssystem existiert eine gemeinsame Währung unter Aufsicht einer, von staatlichen Interessen unabhängigen, Europäischen Zentralbank (EZB).
In Zeiten in denen der Frieden in Europa jedoch gesichert ist, wäre die Abgabe der Geldpolitischen Autonomie in einem Währungssystem ein so tiefgehender Eingriff in staatliche Interessen, dass wohl kaum eine Regierung, ausschließlich aus Gründen der politischen Integration, darauf eingehen würde. Zu wichtig ist ein flexibler Wechselkurs zur Stabilisierung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes. Welche Theorien begründen also das Europäische Währungssystem und welche Merkmale kennzeichnen einen optimalen Währungsraum?
Mit der Zeit wurde eine Reihe von Ansätzen zur Bestimmung eines optimalen Währungsraums entwickelt von denen drei in der folgenden Arbeit vorgestellt werden. Diese traditionellen Theorien haben jedoch den Nachteil, dass sie lediglich Partialanalysen sind und sich nur mit einem Einflussfaktor beschäftigen. Die in Punkt vier vorgestellte, modernere Theorie dagegen rechnet Kosten und Nutzen einer Währungsunion gegeneinander auf und beseitigt diesen Schwachpunkt. Ab-schließend erfolgt, mit Hilfe dieser Kosten-Nutzen-Analyse, eine Einschätzung, ob mit den zwölf EWU-Ländern ein optimaler Währungsraum vorliegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Weg zur Europäischen Gemeinschaftswährung

2.1. Der Werner-Report und die „Währungsschlange“

2.2. Das Europäische Währungssystem

2.3. Die Europäische Währungsunion

3. Traditionelle Ansätze zur Bestimmung optimaler Währungsräume

3.1. Arbeitsmobilität: Der Ansatz von Mundell

3.2. Offenheitsgrad: Der Ansatz von McKinnon

3.3. Produktdiversifikation: Der Ansatz von Menen

4. Kosten und Nutzen der monetären Integration

4.1. Kosten einer Währungsunion

4.2. Nutzen einer Währungsunion

4.3. Einflussfaktoren auf die Kosten und Nutzen

4.4. Kosten-Nutzen-Analyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die theoretische Fundierung der europäischen Währungsunion. Ziel ist es, mittels der Theorie optimaler Währungsräume und einer Kosten-Nutzen-Analyse zu bewerten, inwiefern die beteiligten Länder einen ökonomisch optimalen Währungsraum bilden.

  • Historische Evolution der europäischen Wechselkursregimes
  • Traditionelle ökonomische Kriterien für optimale Währungsräume
  • Kosten-Nutzen-Analyse der monetären Integration
  • Einfluss von Arbeitsmobilität und Offenheitsgrad
  • Bewertung der Stabilität und Konvergenz der Eurozone

Auszug aus dem Buch

3.1. Arbeitsmobilität: Der Ansatz von Mundell

Mundell schlug in seiner Theorie vor, dass bei einer ausreichenden Mobilität der Faktors Arbeit dieser den Wechselkurs als Anpassungsinstrument ersetzen könne. Ausgangslage sind zwei Regionen die jeweils nur eines von zwei unterschiedlichen Gütern produzieren aber beide Güter konsumieren. Weiterhin herrscht Vollbeschäftigung, Preise und Nominallöhne sind nach unten rigide und die Leistungsbilanz ist ausgeglichen. Nun werden die Auswirkungen einer Verlagerung der Nachfrage vom Inland zum Ausland untersucht, wobei zwischen festen und flexiblen Wechselkursen unterschieden wird. Folgen dieses Schocks wären, ceteris paribus, eine Verminderung des realen Einkommens im Inland. Dies führt zu Einschränkungen der Produktion und somit zu Arbeitslosigkeit. Im Ausland wird durch den Schock die Nachfrage erhöht, das Einkommen steigt und Preisniveausteigerungen sind zu verzeichnen. Bei flexiblen Wechselkursen werden diese Effekte durch eine Abwertung der Währung des Inlandes relativ zu der des Auslandes gemildert.

Bei festem Wechselkurs bzw. gemeinsamer Währung und Immobilität des Faktors Arbeit steht die Wirtschaftspolitik vor folgendem Dilemma. Zur Senkung der Arbeitslosigkeit im Inland wird expansive Geldpolitik betrieben. Dies führt im Ausland zu einer Verstärkung der dort herrschenden inflationären Tendenzen. Will die Wirtschaftspolitik die dagegen Inflation im Ausland minimieren, so führt sie restriktive Geldpolitik durch. Dies hat zur Folge, dass die Unterbeschäftigung im Inland weiter bestehen bleibt oder sich erhöht. Dem Währungsraum entstehen kosten durch Arbeitslosigkeit bzw. durch Inflation. Nach Mundell sollte in diesem Fall eine Anpassung an den Nachfrageschock zweckmäßigerweise über Wechselkursänderungen erfolgen, da der Faktor Arbeit immobil ist und die beiden Länder somit keinen optimalen Währungsraum darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entstehung der europäischen Zusammenarbeit und führt in die Fragestellung nach der Eignung Europas als optimaler Währungsraum ein.

2. Der Weg zur Europäischen Gemeinschaftswährung: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Prozess von der Währungsschlange über das Europäische Währungssystem bis hin zur tatsächlichen Gründung der Europäischen Währungsunion.

3. Traditionelle Ansätze zur Bestimmung optimaler Währungsräume: Hier werden theoretische Konzepte von Mundell, McKinnon und Kenen vorgestellt, die anhand von Arbeitsmobilität, Offenheit und Produktdiversifikation Kriterien für Währungsräume definieren.

4. Kosten und Nutzen der monetären Integration: Dieses Kapitel führt eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse durch, welche die Vor- und Nachteile der Aufgabe nationaler Währungen und autonomer Geldpolitik bewertet.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hinterfragt kritisch, ob die EU tatsächlich einen optimalen Währungsraum darstellt oder ob insbesondere die Kernländer stärker profitieren.

Schlüsselwörter

Europäische Währungsunion, EWU, Wechselkursregimes, Theorie optimaler Währungsräume, Geldpolitik, Arbeitsmobilität, Offenheitsgrad, Produktdiversifikation, Kosten-Nutzen-Analyse, Europäische Zentralbank, Konvergenzkriterien, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Preisniveaustabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die theoretische Basis und die praktische Ausgestaltung der europäischen Währungsunion (EWU) unter Berücksichtigung verschiedener ökonomischer Theorien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der europäischen Wechselkurssysteme sowie die Anwendung der Theorie optimaler Währungsräume auf die EU.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bewerten, ob die EWU-Länder aufgrund ihrer ökonomischen Struktur einen optimalen Währungsraum bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Der Autor nutzt die Literaturanalyse traditioneller Theorien sowie eine ökonomische Kosten-Nutzen-Analyse der monetären Integration.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil werden zunächst die Modelle von Mundell, McKinnon und Kenen erläutert und anschließend die Auswirkungen des Verlusts nationaler geldpolitischer Autonomie diskutiert.

Welche Kriterien sind für einen optimalen Währungsraum entscheidend?

Laut der Theorie sind hohe Arbeitsmobilität, eine hohe Handelsverflechtung (Offenheit) und eine breite Produktdiversifikation wesentliche Indikatoren.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des Euro?

Obwohl der Euro als stabil gilt, bleibt fraglich, ob die heterogenen Strukturen der Mitgliedsstaaten (Nord-Süd-Gefälle) den Anforderungen eines optimalen Währungsraums voll entsprechen.

Welche Rolle spielen die Konvergenzkriterien?

Sie dienen als notwendige Voraussetzung für den Beitritt zur Währungsunion, um eine stabilitätsorientierte Geldpolitik sicherzustellen.

Wird im Fazit eine abschließende Einschätzung gegeben?

Ja, es wird konstatiert, dass insbesondere die Gründerländer der Montanunion von der Integration profitieren, während die Bilanz für den gesamten Raum komplexer ausfällt.

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Details

Title
Wechselkursregimes in Europa und die Theorie optimaler Währungsräume
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2,3
Author
Diplom-Ökonom Andreas Höffgen (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V51310
ISBN (eBook)
9783638473187
ISBN (Book)
9783638750141
Language
German
Tags
Wechselkursregimes Europa Theorie Währungsräume
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Ökonom Andreas Höffgen (Author), 2006, Wechselkursregimes in Europa und die Theorie optimaler Währungsräume, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51310
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