In dieser Arbeit geht es um Lernstrategien im Unterricht als Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen. Die Arbeit ist grundsätzlich in zwei Teile gegliedert: einen theoretischen Teil und einen empirischen Teil. Zu Beginn wird geklärt, was im Rahmen der Arbeit unter dem Begriff Lernen und Gedächtnis verstanden wird und welche Variablen diese beeinflussen. Hierbei soll herausgefunden werden, auf welchem Weg Kinder am besten lernen. Danach beschäftigt sich der Autor mit dem Thema Lernstrategien im Kontext des Fremdsprachenlernens in der Grundschule. Das Konzept der Lernautonomie wird hier vorgestellt, das in Bezug zum Begriff Learning Awareness, Lerntypen und Lernstrategien gesetzt wird.
Die genauere Betrachtung der Lernstrategien erfolgt in einem weiteren Punkt. Darüber hinaus werden Konzepte eines Lernstrategietrainings beschrieben. Abschließend folgt auf den theoretischen Teil der empirische Teil. Hier wird die selbst durchgeführte empirische Untersuchung vorgestellt, Bezug auf die Lernstrategien genommen, deren Ergebnisse ausgewertet, auf mögliche Probleme hingewiesen und ein möglicher Ausblick gegeben. Im Anhang finden sich die Tests und die Auswertungen der Tests.
Um Kinder optimal zu fördern müssten Lehrkräfte alle Stärken und Schwächen der Schüler erkennen. Somit kann die Notwendigkeit für die Vermittlung von Lernstrategien im Unterricht festgestellt werden. Nur ein Unterricht, in dem die Schüler viele verschiedene Lernstrategien zur Lösung unterschiedlicher Aufgaben kennen und anwenden lernen, ist geeignet, die Voraussetzung für ein lebenslanges erfolgreiches Lernen zu setzen. Dies gilt auch für den Fremdsprachenunterricht: Hier sind Lernstrategien unabdingbar, da viele Schüler oftmals Schwierigkeiten haben, sich Vokabeln zu merken, aber auch diese beim Sprechen oder Schreiben einzusetzen. Damit jeder Schüler optimal gefördert werden kann, muss zunächst herausgefunden werden, wie die Kinder sich am besten Vokabeln merken können. Auf diese Weise können auch passende Lernstrategien gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lernen und Gedächtnisbildung
2.1. Lernen
2.2. Das Gedächtnis
2.2.1. Das Ultrakurzzeitgedächtnis (UZG)
2.2.2. Das Kurzzeitgedächtnis (KZG)
2.2.3. Das Langzeitgedächtnis (LZG)
2.2.4. Schlaf und Gedächtnis
2.3. Wörter lernen und behalten
2.4. Konsequenzen für das Fremdsprachenlernen
3. Fremdsprachenlernen in der Grundschule
3.1. Lernautonomie im Fremdsprachenunterricht
3.2. Awareness beim Fremdsprachenlernen
3.3. Lernstile und Lerntypen
3.4. Motivation und Emotionen im Lernprozess
3.5. Lernstrategien
3.5.1. Definition von Lernstrategien
3.5.2. Klassifikation der Lernstrategien
3.5.3. Lernstrategien für das Wortschatzlernen
4. Lernstrategien lehren und lernen
4.1. Funktionen und Ziele eines Lernstrategietrainings
4.2. Voraussetzungen für die Vermittlung von Lernstrategien
4.3. Vermittlung von Lernstrategien
4.4. Vorüberlegungen zur Konzeption eines Lernstrategietrainings
4.5. Modell eines Strategietrainings nach Oxford
4.6. Modell eines Strategietrainings nach O´Malley & Chamot
5. Empirische Untersuchung
5.1. Studienteilnehmer und Ablauf
5.2. Datenerhebungsmethoden
5.3. Lernstrategien im Rahmen der Untersuchung
5.4. Ablauf und Inhalt der Unterrichtsstunden
5.5. Auswertung der Vokabeltests
5.6. Methodische Probleme
6. Fazit
7. Englische Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit der Vermittlung von Lernstrategien zur Optimierung des Vokabellernens im Englischunterricht der Grundschule. Ziel ist es zu analysieren, ob eine systematische Einführung verschiedener Lerntechniken Schülern hilft, den komplexen Prozess des Wortschatzerwerbs effizienter zu bewältigen und individuelle Lernpräferenzen besser zu nutzen.
- Grundlagen des Lernens und der Gedächtnisbildung
- Fremdsprachenerwerb in der Grundschule und Lernautonomie
- Theoretische Modelle und Klassifikationen von Lernstrategien
- Empirische Erhebung zur Wirksamkeit verschiedener Vokabel-Präsentationsformen
Auszug aus dem Buch
2.1. Lernen
„Lernen ist ein Prozess, der in einer relativ konsistenten Änderung des Verhaltens oder des Verhaltenspotentials resultiert, und basiert auf Erfahrung.“ (Zimbardo 2008, 192).
Diese psychologische Perspektive legt ihren Fokus auf die Verhaltensänderung. Der Begriff Verhaltenspotential bezieht sich hierbei auf das Lernen, das in verschiedene Situationen ohne Leistungsmessung stattgefunden hat. Beispiele hierfür sind unter anderem die erworbenen Normen und Werte. Lernen ist somit nur bedingt anhand der Lernleistung prüfbar.
Bower und Hilgard (1983) betonen, dass Lernen ein wertneutraler Begriff ist, der für eine Änderung des Menschlichen Verhaltens ist (vgl. Bower 1983, 31f). Lernen ist demnach zufolge „die Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotential eines Organismus in einer bestimmten Situation, die auf wiederholte Erfahrungen des Organismus in dieser Situation zurückgeht“ (ebd., 31).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Lernstrategievermittlung für das Vokabellernen in der Grundschule und umreißt den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Lernen und Gedächtnisbildung: Dieses Kapitel erörtert neurobiologische und lernpsychologische Grundlagen des Lernens sowie die verschiedenen Speicherphasen des menschlichen Gedächtnisses.
3. Fremdsprachenlernen in der Grundschule: Der Fokus liegt auf der kindlichen Sprachbegegnung, dem Konzept der Lernautonomie sowie der Bedeutung von Motivation und Bewusstheit beim Fremdsprachenerwerb.
4. Lernstrategien lehren und lernen: Hier werden theoretische Ansätze zur Vermittlung von Lernstrategien vorgestellt, insbesondere die Modelle von Oxford sowie O’Malley und Chamot.
5. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die Durchführung und Auswertung einer Studie zur Wirksamkeit verschiedener Vokabellernstrategien bei Drittklässlern.
6. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer langfristigen, individuellen Förderung von Lernstrategien im Unterricht.
Schlüsselwörter
Lernstrategien, Vokabellernen, Fremdsprachenunterricht, Grundschule, Gedächtnis, Lernautonomie, Motivation, Lerntypen, Sprachbewusstheit, Lernerfolg, kognitive Psychologie, Wortschatzerwerb, Strategietraining, Lernprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Vermittlung von Lernstrategien im Englischunterricht der Grundschule, um den Vokabelerwerb der Schüler zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Lernpsychologie, die Rolle des Gedächtnisses, das Konzept der Lernautonomie sowie verschiedene methodische Ansätze zum Lehren von Lernstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Schülern durch die Vermittlung gezielter Lernstrategien geholfen werden kann, ihren Vokabelerwerb erfolgreicher und effizienter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der theoretische Teil basiert auf einer Literaturanalyse; der empirische Teil umfasst eine Feldstudie mit Tests zur Vokabelerinnerung unter verschiedenen Präsentationsbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, didaktische Konzepte (wie das Strategietraining nach Oxford) und die Vorstellung sowie Auswertung einer eigenen empirischen Studie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Lernstrategien, Vokabellernen, Grundschuldidaktik, kognitive Prozesse und individuelles Lernverhalten.
Welche Rolle spielt die Motivation für das Vokabellernen?
Motivation dient als „Motor“ des Lernens; extrinsische und intrinsische Faktoren beeinflussen maßgeblich, ob Schüler bereit sind, sich aktiv am Lernprozess zu beteiligen.
Was unterscheidet das „blind training“ vom „informed training“?
Beim „blind training“ werden Strategien ohne Erläuterung vermittelt, während beim „informed training“ der Nutzen und die Anwendungssituationen bewusst reflektiert werden.
Welchen Einfluss haben verschiedene Lerntypen?
Die Kenntnis über individuelle Lernstile ist entscheidend, da Schüler über unterschiedliche Sinneskanäle (visuell, auditiv, kinästhetisch) Informationen verschieden effektiv verarbeiten.
Was ist das Ergebnis der empirischen Untersuchung?
Die Studie konnte die positive Wirkung von Lernstrategien nur bedingt belegen; sie unterstreicht aber die Komplexität des Wortschatzerwerbs und die Notwendigkeit einer langfristigen Vermittlung.
- Arbeit zitieren
- Laura Zimmermann (Autor:in), 2018, Erfolgreiches Lernen durch Lernstrategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513156