Gewalt ist seit jeher ein relevantes Thema in unserer Gesellschaft. Das Spiel mit den eigenen und auch den Grenzen anderer Menschen birgt immer eine große Gefahr für das Leben aller Beteiligten.
Dabei sind es nicht selten Kinder und Jugendliche, die gewalttätig und straffällig werden.
Doch warum ist Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft so präsent? Was sind mögliche Ursachen von Delinquenz? Und wie können Sozialarbeiter Delinquenz vorbeugen und den Kindern und Jugendlichen einen Weg in eine straffreie Zukunft weisen?
Die Autorin Jessica Krismann wirft einen Blick auf das Thema Delinquenz, indem sie mögliche Ursachen und die Entwicklung von Strafauffälligkeit bei Kindern und Jugendlichen erläutert. Dabei stellt Krismann auch mögliche Präventionsmaßnahmen für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor.
Aus dem Inhalt:
- Kriminalität;
- Strafunmündige;
- Strafdelikt;
- Präventionsprogramm;
- Coolness-Training
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Kinderdelinquenz
2.2 Jugenddelinquenz
2.3 Dunkelfelddelinquenz
3 Ursachen
4 Kriminalitätsentwicklungen
4.1 Rechtlich
4.2 Jugend
4.3 Projekt junge Sexualstraftäter
4.4 Relevanz für das Individuum / Ablauf der Jugendgerichtsbarkeit
4.5 Freiheitsentziehung nach § 1631b BGB
5 Mädchen und Jungen
5.1 Kindheit
5.2 Jugend und Pubertät
5.3 Jungen
6 Entwicklung der Gewaltbereitschaft
7 Migration und Jugendkriminalität
7.1 Allgemein
7.2 Studie: Popularisation von Jugenddelinquenz anhand von Migrationstypizität
7.3 Studie: Zürcher Hochschule
8 Vielfach/Intensivtäter
9 Täter/Opfer Ausgleich / Restorative Justice
9.1 Allgemein
9.2 Fallbeispiel
10 Prävention
10.1 Entwicklungen für Delinquenz
10.2 Empfehlungen für die Praxis
10.3 Coolness-Training und Anti-Aggressions-Training
11 Strafrechtliche Einschätzung
11.1 Gewalttätige Jugendliche
11.2 Differenz zwischen Justiz und Jugendhilfe
11.3 Rechtsfolgen der Tat
12 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen, Erscheinungsformen und Entwicklungen von Jugendkriminalität und Gewalt, um daraus fundierte Präventionsansätze für die Soziale Arbeit abzuleiten und die Rolle des Strafrechts kritisch zu beleuchten.
- Analyse psychologischer und soziologischer Ursachen von Jugenddelinquenz
- Differenzierte Betrachtung geschlechtsspezifischer Gewaltmuster
- Untersuchung des Einflusses von Migration auf Jugendkriminalität
- Evaluierung von Präventionsmaßnahmen wie Restorative Justice und Anti-Aggressions-Training
Auszug aus dem Buch
Projekt junge Sexualstraftäter
Minderjährige, die durch sexuell unangepasstes Verhalten auffallen, brauchen externe Hilfe, denn dieses Thema ist eines, welches häufig totgeschwiegen wird. Die Stadt Hamburg entschied sich im Juni 2005 ein Projekt ins Leben zu rufen, das sich mit minderjährigen Sexualstraftätern auseinandersetzen soll, da große Defizite bei den bisherigen Modellen und Maßnahmen erkannt wurden. Dieses Modellprojekt in Hamburg für sexuell auffällige Minderjährige hat die Intention, einen realistischen Ablauf für den Vorgang des sexuellen Übergriffs zu bewerkstelligen und zeitige Interventionen zur Verfügung zu stellen. Dieses Projekt, das auf drei Jahre ausgelegt war, sicherte die Vernetzung aller Beteiligten in einem großen Umfeld, unter anderem Jugendamt, Schulen, Justiz, Behörden.
Im Mittelpunkt stand nach Strafgesetzbuch 13. Abschnitt, §§ 174 bis 184 die polizeiliche Meldung über alle Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung durch Minderjährige. Im sogenannten FIT (Familieninterventionsteam) wurden alle Jugendlichen und ihre Erziehungsberechtigten innerhalb der ersten Tage nach Meldeeingang in ihrem Zuhause besucht und zum Vorfall befragt und je nach Bedarf wurden auch gleich Erziehungsmaßnahmen hinzugezogen bzw. empfohlen. Auch die Schwere der Tat wurde bewertet, sowie eine psychologische Teildiagnostik (nach Zustimmung der Kinder und Jugendlichen) durchgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Gewalt bei Kindern und Jugendlichen sowie Darstellung der Relevanz für die Soziale Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen: Definition der Begriffe Kinder- und Jugenddelinquenz sowie Erläuterung der Dunkelfeldforschung.
3 Ursachen: Analyse psychosozialer und biologischer Risikofaktoren für die Entstehung von Delinquenz.
4 Kriminalitätsentwicklungen: Betrachtung rechtlicher Rahmenbedingungen und aktueller Kriminalitätsstatistiken im Jugendbereich.
5 Mädchen und Jungen: Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Gewaltanwendung und Sozialisation.
6 Entwicklung der Gewaltbereitschaft: Analyse von Einflüssen wie Medien und Sozialisation auf die Aggressivität Jugendlicher.
7 Migration und Jugendkriminalität: Diskussion des Zusammenhangs zwischen Migrationserfahrungen und Delinquenz anhand von Studien.
8 Vielfach/Intensivtäter: Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Mehrfachtäter und den Grenzen des Begriffs Intensivtäter.
9 Täter/Opfer Ausgleich / Restorative Justice: Vorstellung opferorientierter Justizansätze und ihrer Bedeutung für die Soziale Arbeit.
10 Prävention: Darstellung verschiedener Präventionsprogramme und Empfehlungen für die praktische Arbeit.
11 Strafrechtliche Einschätzung: Erörterung der Rolle der Justiz und der Rechtsfolgen bei jugendlichem Fehlverhalten.
12 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der rückläufigen Jugendgewalt und Bedeutung eines ganzheitlichen Präventionskonzepts.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Gewaltprävention, Soziale Arbeit, Delinquenz, Restorative Justice, Intensivtäter, Migration, Jugendgerichtshilfe, Aggressionspotenzial, Sozialisation, Strafmündigkeit, Resozialisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, Erscheinungsformen und Präventionsmöglichkeiten von Gewalt und Kriminalität bei Kindern und Jugendlichen, eingebettet in den Kontext der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ursachenforschung, geschlechtsspezifischen Aspekten, der Rolle von Migration, dem Umgang mit jugendlichen Mehrfachtätern sowie rechtlichen und pädagogischen Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das abweichende Verhalten junger Menschen zu schaffen, um wirksame und langfristig wertvolle Präventionsmaßnahmen durch die Soziale Arbeit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die Einbeziehung kriminologischer Statistiken und die Auswertung relevanter Fallbeispiele und Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Kriminalität, differenziert nach Geschlecht und Herkunft, beleuchtet die Praxis der Jugendgerichtsbarkeit und bewertet Methoden wie Coolness-Training und Täter-Opfer-Ausgleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Jugendkriminalität, Gewaltprävention, Soziale Arbeit, Restorative Justice, Intensivtäter und Migration.
Warum wird zwischen Kinder- und Jugenddelinquenz unterschieden?
Die Unterscheidung ist aufgrund der rechtlichen Strafmündigkeit in Deutschland, die mit 14 Jahren beginnt, sowie entwicklungspsychologischer Unterschiede essenziell.
Welche Rolle spielt die Migration in Bezug auf die Jugendkriminalität?
Die Arbeit zeigt, dass Migration allein kein direkter Faktor für Kriminalität ist; vielmehr sind soziale Umstände, Bildungschancen und die Integrationserfahrung entscheidende Variablen.
Was ist das "Vulnerabilitäts-Stress-Modell"?
Dieses Modell beschreibt, dass die Entwicklung von Delinquenz sowohl von individuellen Anlagen des Menschen als auch von belastenden Einflüssen durch das soziale Umfeld abhängt.
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- Jessica Krismann (Autor), 2020, Gewalt und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen. Verantwortung und Prävention in der Sozialen Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513198