Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun und wie es in der Praxis angewendet werden kann


Hausarbeit, 2018
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Schulz von Thun Kommunikationsmodell
2.1 Modellentstehung
2.2 Modellerläuterung
2.3 Das innere Team

3 Anwendung Praxis
3.1 Fallbeispiel Praxis
3.2 Anwendung Kommunikationsmodell Empfänger und Sender

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1, Vier Seiten der Nachricht – ein Modellstück der zwischenmenschlichen Kommunikation

Abbildung 2, Das Kommunikationsquadrat

Abbildung 3, Nachrichten-Quadrat und inneres Team als Modellvorstellung für „Äußerung“ und „Innerung“

1 Einleitung

Die folgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema der Kommunikation, genauer gesagt mit dem Kommunikationsmodell von Schulz von Thun und wie sich die vier darin enthaltenen Ebenen in der Praxis anwenden lassen können.

Zuerst wird das Modell an sich beschrieben und dann anhand eines persönlichen Fallbeispiels angewendet. Es wird grundlegend auf das Modell eingegangen, weniger auf die auftauchenden Kommunikationsprobleme und die Lösungen oder Vorschläge zur Klärung dieser. Das Ziel ist es, zu erklären, dass das Kommunikationsmodell alltäglich auf jedes Gespräch angewendet werden kann und die zwischenmenschlichen Beziehungen dadurch gestärkt werden können.

Schulz von Thun hat schon in frühen Jahren, seiner Studienzeit, einen großen und wichtigen Grundbaustein für die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Kommunikation untereinander gelegt. Durch seine Buchreihe „Miteinander reden“ stellte er für viele wissenschaftliche und psychologischen Arbeiten eine Grundlage dar. Anhand der immer neu auftauchenden Auflagen wird zum einen deutlich, dass das Modell immer noch ein wichtiges System der Kommunikation darstellt und zum anderen es für jeden einzelnen Menschen von Bedeutung sein kann.

Sein erstes Buch „Miteinander reden: 1, Störungen und Klärungen“ (2014) erläutert, die auftauchenden Probleme der Kommunikation und wie sich diese lösen lassen können. Der zweite Teil „Miteinander reden: 2, Stile, Werte und Kommunikationsentwicklung“ (1998), behandelt die persönliche Entwicklung eines jeden Menschen in Bezug auf die Kommunikation. Dieses Buch liegt dieser Arbeit als Originalausgabe vor. Als nächstes folgt „Miteinander reden: 3, das innere Team und situationsgerechte Kommunikation“ (2013), welches das innere Team näher erläutert. Sein letztes, hier verwendete Buch „Miteinander reden von A bis Z, Lexikon der Kommunikationspsychologie“ (2015) dient als Zusammenfassung seines Modells. Alle vier Bücher liegen der Hausarbeit vor und werden verwendet.

2 Das Schulz von Thun Kommunikationsmodell

2.1 Modellentstehung

Zu Beginn sind die Hintergründe zu erwähnen, die Friedemann Schulz von Thun in der 51. Auflage in seiner Buchreihe „Miteinander reden“ erklärt.

Als erstes sagt Schulz von Thun (2014), dass die Kommunikation miteinander etwas Alltägliches und Unumgängliches ist, von dem jeder durch sein Modell etwas mitnehmen kann. Er erklärt in diesem Zusammenhang, dass er es für wichtig hält, nicht nur wissenschaftlich die menschliche Kommunikation zu erläutern, sondern auch psychologisch zu arbeiten. Dabei meint er, dass wenn in Bezug auf das Miteinander die Bereitschaft da ist, etwas Neues zu erlernen, die zwischenmenschliche Kommunikation verbessert werden kann. Sein Modell, so erläutert er, ist durch viele Jahre und häufige Begegnungen von Wissenschaft und Praxis entstanden (Schulz von Thun, 2014).

Als zweites wird erklärt, dass er nach seinem Schulabschluss nicht gelernt hatte, etwas neu Erlebtes korrekt wiederzugeben. Im Gegensatz dazu wurde den Schülern, laut seiner Aussage, beigebracht das Alltägliche in altkluger Form auszudrücken. Dies konnte er zwar für seine Schulzeit gebrauchen, aber nicht im Psychologiestudium, z.B. bei der Beantwortung der Frage „Wie gehe ich mit mir selbst und anderen um?“ (Schulz von Thun, 2014, S. 12). Erst durch seine erarbeiteten psychologischen Grundlagen, die auch seinem Modell zu Grunde liegen, konnte Schulz von Thun zwischenmenschliche Beziehungen verstehen und sich in der Hinsicht verbessern. Er erläutert in diesem Zusammenhang, dass durch Selbsterfahrung und Training des Verhaltens die Lernziele, für die korrekte zwischenmenschliche Kommunikation, kennen gelernt werden können. Dies bringt aber meist ein komplettes Umdenken mit sich (Schulz von Thun, 2014).

Weiter folgend erläutert Schulz von Thun (2014), dass jede Kommunikation eines Menschen mehrere Ebenen hat, worauf er sich, zitiert nach Paul Watzlawick „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt…“ (1969), beruft. Daraufhin stellte er sich damals die Frage, wie verschiedene psychologische Ansätze so zusammenfasst werden können, dass eine gemeinsame Ebene gefunden wird, durch diese lassen sich dann Probleme der Kommunikation erklären. Dadurch entstand seine Buchreihe „Miteinander reden“ und somit auch sein Kommunikationsmodell.

2.2 Modellerläuterung

Schulz von Thun (2014) erläutert mit seinem Modell vier Seiten der Kommunikation, welche nachfolgend der Abbildung zu entnehmen sind. Er erläutert, dass diese die wichtigsten Grundlagen seines Modells sind und für die Analyse der Kommunikationsprobleme von großer Bedeutung seien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1, Vier Seiten der Nachricht – ein Modellstück der zwischenmenschlichen Kommunikation (Schulz von Thun, 2014, S. 15)

Zunächst eine kurze Beschreibung der vier Seiten, auf die später noch genauer eingegangen wird (ebd. S. 7). Der Sachinhalt, ist der Inhalt, der klar und verständlich mitgeteilt wird. Der Beziehungsaspekt zeigt im Gespräch, wie das Verhältnis zum Gesprächspartner ist und was gegenseitig voneinander gehalten wird. Die Selbstoffenbarungsebene zeigt dem Gegenüber etwas über einen selbst, was mit der Botschaft offenbart wird, wodurch eine Aussage authentisch wirkt. Der Appell ist das, was bei dem Kommunikationspartner bewirkt oder erreicht werden soll (Schulz von Thun, 2014).

Der Autor (2014) erwähnt nachfolgend drei Aspekte, die aus der Abbildung zu erkennen sind. Zuerst offensichtlich hat jede Botschaft/Nachricht eine vier-dimensionale Auswirkung auf den Gesprächspartner. Dabei spielen vor allem die Gefühle, Erfahrungen und Befürchtungen des Empfängers der Kommunikation eine große Rolle, nämlich wie die Nachricht verstanden wird. Daran anknüpfend ist der zweite Aspekt zu erwähnen. Jede Nachricht hat verschiedene Botschaften, die der Empfänger hören und differenzieren sollte. Als Letztes erklärt der Autor, dass jede Seite des Quadrates eine gleiche Größe aufweist, wodurch jeder Aspekt eine gleich wichtige Bedeutung hat, aber bei jeder Nachricht die Ebene vom Sender zu entnehmen ist, die in dem Zusammenhang die prägnanteste Seite ist (Schulz von Thun, 2014).

Hierbei sind nochmals, wie schon erwähnt, die auftauchenden Kommunikationsprobleme, die durch sein Modell in Kommunikationstherapien verbessert werden sollen, zu erläutern. Dabei setzt Schulz von Thun (2014) an drei verschiedenen Stellen an. Der erste Ansatz ist das Individuum, welches bei sich selbst anfangen sollte, um seinen Horizont zu erweitern. Als zweites das Miteinander, welches das Paar oder die Gruppe darstellt und die Kommunikation dieser untereinander. Als letzter Ansatz sind z.B. Institutionen zu sehen, welche verschiedene Umgangsformen mit sich bringen können, die verbessert werden können. Er erklärt am Ende, dass für eine Veränderung alle drei Aspekte betrachtet werden und keine missachtet werden sollte. (Schulz von Thun, 2014).

Als nächstes die genaue Erläuterung des Kommunikationsmodells von Schulz von Thun (2014), bildlich verknüpft mit der Abbildung auf Seite 5. Jeder Nachricht/Botschaft liegt ein Sender, also derjenige, der die Nachricht ausspricht und ein Empfänger, welcher die Nachricht hört und aufnimmt, voraus. Der Sender hat dabei mit dem sogenannten Schnabel die Aufgabe, die Botschaft auszusprechen und der Empfänger muss die Nachricht mit seinem Ohr wahrnehmen (siehe Abbildung, unten).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2, Das Kommunikationsquadrat (Schulz von Thun, Internet)

Dabei sollten die überbrachte und die erhaltene Nachricht gleich sein, wodurch laut Schulz von Thun (2014) eine regelrechte Kommunikation entsteht. Auch sagt er, dass fast alle Kommunikationsstörungen dadurch entstehen, dass die Ebenen anders verstanden werden als gesendet und andersherum. Er erwähnt, dass in den meisten Gesprächen unbewusst durch eine kleine Rückfrage, nämlich ob die Nachricht richtig verstanden wurde, ein sogenanntes Feedback überbracht wird. Dahingehend wird beschrieben, dass jede Nachricht viele Botschaften mit sich bringt, was unabdingbar und auch unumgänglich ist. (Schulz von Thun, 2014).

Die vier verschiedenen Ebenen einer gesendeten Nachricht, die oben schon kurz angesprochen wurden, werden nun ausführlicher erläutert, um ein bisschen Klarheit und Struktur hineinzubringen.

1. Sachebene

Der Inhalt einer Nachricht wird klar, also worüber kommuniziert wird. Immer, wenn es um eine reine Sachaussage geht, wird diese Ebene die wichtigste im Gespräch. Dadurch ist diese Seite, die am einfachsten zu beschreibende Ebene des Modells (Schulz von Thun, 2014).

2. Selbstoffenbarungsebene

Jeder Sender schickt mit einer Aussage immer ein Teil von sich selbst mit, was Schulz von Thun (2014) Selbstoffenbarung oder Selbstkundgabe nennt. Meistens unbewusst werden z.B. Befürchtungen oder Hoffnungen mit einer Nachricht dem Gegenüber mitgeteilt. Somit nennt der Autor (2014) diese Nachrichten, Ich-Botschaften. In dem Zusammenhang erwähnt Schulz von Thun (2014), dass bei dieser Ebene die meisten Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation entstehen können.

3. Beziehungsebene

Häufig in der non-verbalen Kommunikation, also der Gestik/Mimik oder auch im Tonfall zu erkennen, zeigt der Sender, was er von dem Empfänger hält und wie er zu diesem steht (Schulz von Thun, 2014). Der Empfänger ist hier am empfindlichsten, denn niemand möchte falsch behandelt werden. Schulz von Thun (2014) erklärt, dass diese Ebene häufig mit der Selbstoffenbarungsebene in Verbindung steht, denn die Meinung des Senders zum Gegenüber ist eine Art Selbstkundgabe. Diese Nachrichten werden entweder als Wir-Botschaften oder auch als Du-Botschaft gesehen, denn nicht nur die Beziehung, die beiden klar ist, sondern auch die Meinung zum anderen, in Bezug auf die Beziehung wird dargestellt.

4. Appellebene

Die letzte Ebene beschreibt, was der Sender beim Empfänger erreichen möchte, also was der Empfänger machen soll, indem z.B. die Betonung Einfluss auf den Empfänger haben soll. Dies kann „offen oder verdeckt“ (Schulz von Thun, 2014, S. 32) erfolgen, wobei laut seiner Aussage das Verdeckte als Manipulation bezeichnet wird. Der Appell ist klar von der Beziehungsebene zu differenzieren, denn mit jedem einzelnen Appell wird immer eine andere Beziehungsbotschaft deutlich.

Im weiteren Verlauf geht Schulz von Thun (2014) auf die Unterscheidung der Nachrichten ein. Dabei geht er zuerst auf die Art dieser ein. Nachrichten können explizit, also klar formuliert oder implizit, also ohne direkte Aussprache, erfolgen. Außerdem gibt es laut Schulz von Thun (2014) auch eine nonverbale Kommunikation. Diese ist prägend für die impliziten Nachrichten, denn Klang, Stimme oder Betonung des Ausgesprochenen können wieder andere Botschaften mit sich bringen. Dazu hinzuzufügen erwähnt Schulz von Thun (2014) nochmals Paul Watzlawick (1969) „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Schulz von Thun, 2014, S. 37). Jedes Verhalten, auch nonverbal, vermittelt eine Botschaft, er nennt als Beispiel das Schweigen als Antwort auf eine Aussage oder Frage.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun und wie es in der Praxis angewendet werden kann
Veranstaltung
Dentalhygiene
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V513201
ISBN (eBook)
9783346097330
ISBN (Buch)
9783346112026
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunikationsmodell, schulz, thun, praxis
Arbeit zitieren
Alicia Behrend (Autor), 2018, Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun und wie es in der Praxis angewendet werden kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513201

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