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Lügen wie gedruckt in schwarz auf weiß. Medienkombinatorisches unzuverlässiges Erzählen in Rafael Horzons "Das weisse Buch"

Título: Lügen wie gedruckt in schwarz auf weiß. Medienkombinatorisches unzuverlässiges Erzählen in Rafael Horzons "Das weisse Buch"

Trabajo Escrito , 2017 , 13 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Lisa Krenke (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Diese Arbeit befasst sich mit der Theorie des unzuverlässigen Erzählens in Rafal Horzons Werk "Das weisse Buch".

Schon der Verlag bewirbt das Buch mit dem Spannungsfeld zwischen Fakt und Fiktion, der sich in diesem (scheinbar) autobiografischen Roman von Rafael Horzon zeigen soll. Während dieser gleichzeitig Autor, Figur und Erzähler seines Romans darstellt, fällt es schwer, eine Grenze zwischen eben diesen drei Instanzen zu ziehen. An welchen Stellen finden wir wahre Begebenheiten, wo zeigen sich fiktive Elemente und werden eventuell sogar faktuale Erlebnisse fiktionalisiert?

Diese letzte These, die Fiktionalisierung von faktualen Begebenheiten in Horzons Werk soll im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen, denn gerade hier findet sich die Relevanz der Medienkombinatorik. So ist nämlich "Das weisse Buch" nicht nur ein Roman auf Textbasis, es sind zudem zahlreiche schwarz-weiß Fotos enthalten, die Bezug zu Schilderungen aus dem Werk nehmen und bestimmte Ereignisse belegen sollen. Bei näherer Betrachtung wird sich jedoch zeigen, dass genau hier mit Fakt und Fiktion gespielt wird und das unzuverlässige Erzählen eine neue Dimension erreicht: Unzuverlässiges Erzählen im Foto-Text. Und zudem scheint hier der Bereich des Werkes zu liegen, der "kontrovers diskutiert" (Suhrkamp Verlag AG 2011) werden kann.
Um all dies näher zu betrachten, soll also in dieser Arbeit zum einen das unzuverlässige Erzählen in der Theorie erläutert werden, aber auch im besonderen Maße an diesem Werk als Foto-Text in der Praxis gezeigt werden.

Das medienkombinatorische unzuverlässige Erzählen soll zudem anhand von ausgewählten Beispielen betrachtet werden und im Fazit eine abschließende Antwort auf die Fiktionalisierung oder auch Faktualisierung des Textes durch die Wechselwirkung mit den eingefügten Fotos gefunden werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unzuverlässiges Erzählen in der Theorie

3. Unzuverlässiges Erzählen in der Praxis: Rafael Horzons „Das weisse Buch“

3.1 Fakten und Fiktion zum Werk

3.2 „Das weisse Buch“ als Foto-Text

3.3 Exemplarische Betrachtung der Fotofunktion

3.3.1 Fotos und Fiktion

3.3.2 Fotos und Fakten

3.3.3 Fotos und …?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des unzuverlässigen Erzählens in Rafael Horzons „Das weisse Buch“. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die medienkombinatorische Integration von Fotografien in den Text die Grenze zwischen faktualen Begebenheiten und deren Fiktionalisierung durch den autodiegetischen Erzähler manipuliert oder verdeutlicht.

  • Unzuverlässiges Erzählen in der Literaturtheorie
  • Die Rolle des autodiegetischen Erzählers
  • Wechselwirkung zwischen Text und Bild (Medienkombinatorik)
  • Funktionen der Fotografie als Evidenzmittel oder Verfremdungselement
  • Fiktionalisierung von autobiografischem Material

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Fotos und Fiktion

Direkt zu Anfang der Geschichte lernen wir eine wichtige Nebenfigur für den jungen Rafael Horzon kennen: Signora Sarasate. In seinen Monaten in Paris, von denen uns der Protagonist zu Beginn des Buches berichtet, lernt er die Dame kennen, die Hellseherin ist und ihm eine wichtige Botschaft für sein Leben mitgeben möchte: „[Du sollst] ein Ziel wählen, das ausser dir niemand kennt, dann wirst du der Erste sein, der dort ankommt […]“ (Horzon 2011, S.16). Dies ist einer der Schlüsselereignisse in Horzons Biografie, welches ihn später zu innovativen und einzigartigen Geschäftsideen motiviert, wie die „Galerie Berlintoyko“ (ebd., S. 51) zu eröffnen, die Werbung mit einer Ausstellung von ausschließlich japanischen Künstlern machte, aber lediglich von Rafael Horzon erdachte fiktive Künstler ausstellte, dessen Kunstgegenstände normale Küchengeräte aus Horzons eigener Wohnung waren (vgl.: ebd., S. 53). So haben wir hier beispielsweise eine vom Protagonisten selbst als fiktiven Künstler und fiktive Ausstellung vorgestellte Begebenheit, die aber auch mit einem Foto von dem Eröffnungsflyer (ebd., Abb. 7) belegt wird. Und so gab es tatsächlich die Galerie, die gerade durch ihre Ironie und dem Willen, eben keine Galerie sein zu wollen bestand. Auffällig ist also, betrachtet man die Fotofunktion von dieser siebten Abbildung des Eröffnungsflyers im Textzusammenhang, dass sie zwar tatsächlich belegt und vielleicht eher der Kategorie „Fotos und Fakten“ zuzuordnen wäre, jedoch auch etwas Fiktives belegt, nämlich eben dieser Scheingalerie mit dem fiktiven Künstler „Masahiro Sugimoto“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Fiktionalisierung faktualer Ereignisse durch Medienkombinatorik in Horzons Werk.

2. Unzuverlässiges Erzählen in der Theorie: Einführung in das literaturwissenschaftliche Konzept der unzuverlässigen Erzählinstanz basierend auf Wayne Booth und weiteren Theoretikern.

3. Unzuverlässiges Erzählen in der Praxis: Rafael Horzons „Das weisse Buch“: Untersuchung der spezifischen Erzählform und der Rolle des Foto-Textes im Roman.

3.1 Fakten und Fiktion zum Werk: Analyse von Rafael Horzons Rolle als Autor, Figur und Erzähler sowie der Einordnung als autodiegetische Erzählsituation.

3.2 „Das weisse Buch“ als Foto-Text: Erläuterung der Bedeutung der 44 enthaltenen „Dokumentarfotos“ für die Struktur des Romans.

3.3 Exemplarische Betrachtung der Fotofunktion: Detaillierte Untersuchung ausgewählter Abbildungen und deren Wirkung auf die Glaubwürdigkeit des Erzählers.

3.3.1 Fotos und Fiktion: Analyse von Bildern, die fiktive Ereignisse oder Scheingalerien belegen sollen.

3.3.2 Fotos und Fakten: Betrachtung von Fotos, die einen dokumentarischen Anspruch erheben, aber durch den Erzählkontext verfremdet werden.

3.3.3 Fotos und …?: Interpretation des letzten, schwarzen Fotos im Kontext der surrealen Schlussszene des Romans.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unzuverlässigkeit des Erzählers und der Fiktionalisierung der Biografie durch die visuelle Komponente.

Schlüsselwörter

Unzuverlässiges Erzählen, Rafael Horzon, Das weisse Buch, Medienkombinatorik, Fakt und Fiktion, Foto-Text, Autodiegetischer Erzähler, Dokumentarfotos, Fiktionalisierung, Selbstdarstellung, Erzähltheorie, Literaturwissenschaft, Interpretation, Visuelle Evidenz, Selbstinszenierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Rafael Horzon in seinem autobiografisch anmutenden Roman „Das weisse Buch“ durch eine Kombination von Text und Fotografie eine unzuverlässige Erzählsituation erzeugt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das unzuverlässige Erzählen, die medienkombinatorische Erzählstruktur (Foto-Text) sowie das Spannungsfeld zwischen autobiografischem Anspruch und fiktionaler Ausschmückung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die in das Buch integrierten Fotografien die Fiktionalisierung der vom Autor geschilderten Erlebnisse durch den Leser erst erkennbar machen oder aber gezielt verfremden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt erzähltheoretische Ansätze (u.a. von Wayne Booth und Monika Fludernik) sowie medienkombinatorische Analysen, um das Zusammenspiel von Textinhalt und Bildmaterial zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung verschiedene Kategorien von Fotos im Roman analysiert: solche, die Fiktion stützen, dokumentarische Fotos sowie das letzte, symbolisch aufgeladene schwarze Foto.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Unzuverlässiges Erzählen, Medienkombinatorik, Foto-Text, Fiktionalisierung und die autodiegetische Erzählinstanz.

Wie trägt das „schwarze Foto“ am Ende des Buches zur Unzuverlässigkeit bei?

Es fungiert als extremes Beispiel für die Verfremdung, da es weder klare Fakten noch Fiktion belegt, sondern den Leser mit einer bewussten Leerstelle konfrontiert, die seine Verwirrung maximiert.

Warum wird Rafael Horzon als „autodiegetischer Erzähler“ eingestuft?

Da er in Personalunion als Autor, Hauptfigur und Erzähler seines eigenen Lebensberichts auftritt, was eine besonders enge und emotionale, aber eben auch unzuverlässige Perspektive schafft.

Könnten die Fotos als objektive Beweise für Horzons Erlebnisse gelten?

Die Autorin argumentiert, dass die Fotos durch ihre Einbettung in den subjektiven Text ihre objektive Beweiskraft verlieren und selbst Teil der Konstruktion von Unzuverlässigkeit werden.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Lügen wie gedruckt in schwarz auf weiß. Medienkombinatorisches unzuverlässiges Erzählen in Rafael Horzons "Das weisse Buch"
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Calificación
2,0
Autor
Lisa Krenke (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
13
No. de catálogo
V513287
ISBN (Ebook)
9783346111241
ISBN (Libro)
9783346111258
Idioma
Alemán
Etiqueta
lügen medienkombinatorisches erzählen rafael horzons buch
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Krenke (Autor), 2017, Lügen wie gedruckt in schwarz auf weiß. Medienkombinatorisches unzuverlässiges Erzählen in Rafael Horzons "Das weisse Buch", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513287
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