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FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand

Título: FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand

Trabajo de Seminario , 2000 , 19 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Dr. Jürgen Budde (Autor)

Sociología - General y Teorías
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EINLEITUNG UND STRUKTURALISTISCHES ERBE

Eine Untersuchung des Machtbegriffes und der Möglichkeiten von Widerstände und Handlungsfähigkeit ist nicht möglich, ohne einen Bezugsrahmen innerhalb des Werkes von Foucault zu skizzieren. Der Machtbegriff bei Foucaults ist eng verknüpft mit seiner Theorie bzw. Analytik von Diskursen und der Produktion von Wissen in spezifischen Arten und Weisen, die er in den 70er Jahren entworfen hat. Da das auf sechs Bücher ausgelegte Projekt „Sexualität und Wahrheit” mit seinem programmatischen Einleitungsband „Der Wille zum Wissen“ (WzW) ein Fragment blieb, wird das zuvor erschienene Werk „Überwachen und Strafen” (ÜuS) als wesentliche Grundlage dienen. Beiden Arbeiten liegt derselbe Machtbegriff zugrunde, der somit anhand beider Texte expliziert werden kann. (2.) Dabei sind gerade auch in kleineren Veröffentlichungen und Interviews oft dienliche Klarstellungen zu finden. In „Überwachen und Strafen‘ wird der Körper mit seinen Tätigkeiten, Gesten usw. thematisiert, die von einem komplexen Zusammenwirken von Macht und Wissen diszipliniert werden. Aus Wissen und Macht sind die Normierungsnetze geknüpft, die die moderne Gesellschaft durchziehen und den Machtbegriff tendentiell verschieben. (3.)

Daraus läßt sich eine Diskussion über die Möglichkeit von Handlungsmöglichkeit im Werke Foucaults ableiten. (4.) Unbedingte Voraussetzung dafür ist eine theoretische Einordnung seiner Philosophie. Vom französischen Strukturalismus nimmt Foucault den Diskursbegriff auf, der alle sprachlichen Äußerungsformen, wissenschaftliche wie alltagssprachliche umfaßt. Von diesen „( zumindest zeitweise) mit einem Wahrheitsgehalt aufgeladenen Diskursen” (WzW 8) zieht er Rückschlüsse auf die mit diesen korrelierenden Macht- und Wissenskonfigurationen. Wie im Strukturalismus ist auch bei Foucault das Individuum weder ein Produkt der Aufklärung noch das Subjekt autonomen Wirtschaftshandelns. Das Subjekt ist in der Theorie Foucaults in Wirklichkeit Objekt und Produkt einer Wissen/Macht- Beziehung. Der Mensch ist bereits „in sich das Resultat einer Unterwerfung”. (ÜuS 42)

Schließlich leugnet Foucault ebenfalls eine Zielgerichtetheit sozialer Prozesse, untersucht jedoch statt strukturaler Gleichförmigkeiten hauptsächlich Diskontinuitäten und Brüche. Statt einheitlicher Strukturen sind dezentralisierte und instabile Netzwerke von Machtbeziehungen Kennzeichen seiner Gesellschaftstheorie, insofern geht er also über den Strukturalismus hinaus...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND STRUKTURALISTISCHES ERBE

2. MACHT UND DISZIPLIN

2.1. DER MACHTBEGRIFF IN ”ÜBERWACHEN UND STRAFEN” UND ”DER WILLE ZUM WISSEN”

2.2. DIE DISZIPLINEN UND DIE DISZIPLINARMACHT

2.2.1. „DIREKTE” DISZIPLINARTECHNIKEN

2.2.2. „BEGLEITENDE” DISZIPLINARTECHNIKEN

3. VOM WISSEN UND DER NORM

3.1. MACHT/WISSEN-KOMPLEX, DAS INDIVIDUUM UND DIE WISSENSCHAFTEN

3.2. DAS SEXUALITÄTS-DISPOSITIV

3.3. DIE SPEZIFISCHE FORM DER NORMIERUNGSMACHT

3.4. DIE MODIFIZIERUNG DES MACHTBEGRIFFS

4. GEGENMACHT?

4.1. DIE MÖGLICHKEIT DES WIDERSTANDS

4.2. WAS TUN?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Machtbegriff im Werk von Michel Foucault, insbesondere im Hinblick auf dessen enge Verknüpfung mit Wissen, Disziplinierung und der Konstruktion von Subjekten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Möglichkeiten von Widerstand und Handlungsfähigkeit innerhalb eines allgegenwärtigen, strategischen Machtgefüges.

  • Analyse des Macht/Wissen-Komplexes in den Werken "Überwachen und Strafen" sowie "Der Wille zum Wissen".
  • Untersuchung von Disziplinartechniken und der Etablierung einer "Normierungsmacht" in der modernen Gesellschaft.
  • Erörterung der Rolle der Sexualität als Dispositiv im Rahmen der Bio-Macht.
  • Diskussion über das Potenzial und die Orte des Widerstands sowie die Rolle des Subjekts im späteren Werk Foucaults.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Machtbegriff in „Überwachen und Strafen” und „Der Wille zum Wissen”

In ÜuS steht der Machtbegriff an zentraler Stelle. Hatte Foucault in früheren Werken seine Gesellschaftstheorie noch um den Dualismus Macht-Wissen gruppiert, löst er diesen nun auf zugunsten einer stärkeren Betonung des Machtaspektes auf. Unter Macht versteht er ganz allgemein ”die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten” und ihre Institutionalisierung (WzW 113)

Macht ist demnach die Bezeichnung für eine ”komplexe strategische Situation”, die allgegenwärtig ist, ob in der Ökonomie, in Verbindung mit Wissen, oder in der Sexualität. (WzW 114f.)

Die Subjektlosigkeit dieser Machttheorie bedeutet nicht, daß Machtstrategien keinen Intentionen folgten, gerade deshalb erscheinen sie ja bisweilen als gewollte Politik, sondern nur, daß ihre Absichten anonym bleiben. (WzW 116)

Foucaults Begriff von Macht kennt kein (repressives) Zentrum, etwa an der Spitze einer Hierarchie. Ihre Wirkungsweise ist in Termini der Unterdrückung nicht befriedigenderweise zu erklären. (WzW 22) Macht wird nicht innegehabt, sondern ausgeübt, und zwar in einem strategischen Spiel vielfältiger Kräfteverhältnisse, d.h. Machtpositionen werden eingenommen von den in diesem Spiel Erfolgreichen. Foucault spricht auch von einer ”Mikrophysik der Macht“ (ÜuS 38). Selbst noch so stark vereinseitigte (”geronnene”) Machtbeziehungen, noch so globalisierte Herrschaftsbeziehungen müssen sich ihrer Machtbasis immer wieder neu vergewissern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG UND STRUKTURALISTISCHES ERBE: Dieses Kapitel verortet die Untersuchung im strukturalistischen Denken Foucaults und begründet die Wahl der Primärtexte "Überwachen und Strafen" sowie "Der Wille zum Wissen" als Grundlage für die Machtanalyse.

2. MACHT UND DISZIPLIN: Es wird definiert, wie Foucault Macht als allgegenwärtiges Geflecht von Kräfteverhältnissen versteht und welche konkreten Techniken zur Disziplinierung von Körpern in Institutionen wie Gefängnissen oder Fabriken eingesetzt werden.

3. VOM WISSEN UND DER NORM: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie Wissen und Macht korrelieren, um Individuen zu klassifizieren, Abnormalitäten zu konstruieren und durch ein komplexes Sexualitätsdispositiv eine subtile Normierungsmacht auszuüben.

4. GEGENMACHT?: Das Fazit der Arbeit diskutiert, dass trotz der Allgegenwärtigkeit von Macht Widerstand kein unmöglicher Akt ist, sondern integraler Bestandteil des Machtspiels, wobei Handlungsfähigkeit durch verunsicherndes Handeln erzeugt werden kann.

Schlüsselwörter

Machtbegriff, Foucault, Disziplin, Wissen, Macht/Wissen-Komplex, Normierungsmacht, Sexualitätsdispositiv, Subjekt, Widerstand, Mikrophysik der Macht, Genealogie, Körper, Bio-Macht, Normalisierung, Diskurse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Begriff der Macht bei Michel Foucault und untersucht, wie dieser mit der Produktion von Wissen und der Disziplinierung von Individuen zusammenhängt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Disziplinartechniken, die Rolle der modernen Normierung, die Bedeutung von Macht/Wissen-Konstellationen sowie die Möglichkeiten des Widerstands.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, wie innerhalb eines durch Foucault beschriebenen, allumfassenden Machtnetzes noch individuelle Handlungsfähigkeit und Widerstand denkbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer diskursanalytischen und philosophischen Aufarbeitung der Primärtexte Foucaults, insbesondere unter Rückgriff auf dessen genealogische Methode.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Disziplinierungsmechanismen am Körper, die Analyse des Wissens- und Sexualitätsdispositivs sowie die Erörterung von Gegenmacht-Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Macht/Wissen-Komplex, Disziplinargesellschaft, Normierung, Subjektkonstitution, Widerstand und Mikrophysik der Macht.

Wie unterscheidet sich die "moderne Macht" nach Foucault von traditionellen Machtformen?

Traditionelle Macht war oft repressiv und auf ein Zentrum ausgerichtet. Foucault beschreibt moderne Macht hingegen als subtiles, dezentrales Geflecht, das nicht nur unterdrückt, sondern aktiv Wissen über Individuen produziert und diese normiert.

Warum ist das Gefängnis für Foucault ein zentrales Beispiel?

Das Gefängnis dient als Modell für eine "Technologie des Körpers", an der sich exemplarisch zeigen lässt, wie durch Überwachung, Zeiteinteilung und Prüfung eine Formung des Individuums stattfindet.

Welche Rolle spielt der Begriff des Widerstands?

Foucault postuliert: "Wo es Macht gibt, gibt es Widerstand". Widerstand ist für ihn kein Ausstieg aus der Macht, sondern eine strategische Positionierung innerhalb der Machtbeziehungen, um diese zu verändern.

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Detalles

Título
FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand
Universidad
University of Hamburg  (Fachbereich Soziologie)
Curso
Foucault Lektüreseminar
Calificación
1
Autor
Dr. Jürgen Budde (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
19
No. de catálogo
V51336
ISBN (Ebook)
9783638473385
ISBN (Libro)
9783656786337
Idioma
Alemán
Etiqueta
FOUCAULT Begriffe Macht Widerstand Foucault Lektüreseminar
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. Jürgen Budde (Autor), 2000, FOUCAULT und die Begriffe Macht und Widerstand, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51336
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