Die vorliegende Arbeit analysiert die verschiedenen Begriffe Tourismus und Pilger, zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf und vergleicht diese Theorie mit der Konstruktion einer Pilgeridentität wie sie John Rutherford in Las flechas de oro vornimmt.
Dabei werden die Grenzen der Begriffe verdeutlicht und die Identität des Hauptcharakters des Romans Las flechas de oro und seines Doppelgängers dargestellt.
Die Leitfragen dieser Arbeit sind Folgende: Wie arbeitet Rutherford die Unterschiede und Gemeinsamkeiten seines Hauptcharakters „yo“ und dessen Antagonisten „el otro“ in Las flechas de oro heraus? Welche Rolle spielt dabei der pacte autobiographique? Und welchem theoretischen Konstrukt – (religiöser, spiritueller) Tourist oder Pilger – entspricht dann der Protagonist?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. El Camino de Santiago – Geschichte und aktuelle Entwicklungen
3. Der Unterschied zwischen religiösem Tourismus und dem Pilgern
3.1 Begriffsdefinition - Religiöser Tourismus
3.2 Begriffsdefinition – Pilgern
3.3 Überschneidungen und Unterscheidung der Begriffe religiöser Tourist und Pilger
3.4 Analyse des Begriffs des Pilgers auf Grundlage des Romans Las flechas de oro von John Rutherford
3.4.1 Kritik des „yo“ am (religiösen) Tourismus und die Unterscheidung zwischen zwei verschiedenen Welten
3.4.2 El pacto autobiográfico in Las flechas de oro
3.5 Yo und el orto – religiöse Touristen oder Pilger?
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Abgrenzungen zwischen religiösem Tourismus und dem traditionellen Pilgern. Im Zentrum steht die Analyse des Romans Las flechas de oro von John Rutherford, um zu ergründen, wie die Protagonisten durch die Konzepte des „yo“ und „el otro“ sowie den „pacte autobiographique“ eine Pilgeridentität konstruieren und sich von touristischen Verhaltensmustern abheben.
- Differenzierung zwischen religiösem Tourismus, spirituellem Tourismus und dem Pilgern
- Historische Entwicklung des Jakobswegs vom Mittelalter bis zur Moderne
- Literarische Konstruktion der Pilgeridentität bei John Rutherford
- Bedeutung des autobiographischen Pakts für die Identitätsfindung der Protagonisten
- Kritik an der Kommerzialisierung religiöser Reisen und des Massentourismus
Auszug aus dem Buch
3.4 Analyse des Begriffs des Pilgers auf Grundlage des Romans Las flechas de oro von John Rutherford
Nachdem in den vorherigen Kapiteln der Begriff Pilger geklärt wurde und von verwandten Wendungen wie religiöser Tourismus abgegrenzt wurde, wird im Folgenden eine Analyse des Pilgerbegriffs vorgenommen, wie Rutherford ihn versteht.
In seinem Roman stellt John Rutherford die Reise von Roncesvalles nach Santiago de Compostela über den Camino Francés dar. Dies geschieht durch durch die Erzählung der Ereignisse zum einen wie in einem Tagebucheintrag, zum anderen aber auch im Dialog zwischen den Hauptcharaktären el otro sp. ‚der andere‘ und yo, sp. ‚ich‘. Währenddessen lässt er verschiedene Regeln verlauten, die ein Pilger einhalten sollte. Diese sind in den Text durch kursiven Druck eingearbeitet.
Der erste dieser Ratschläge kommt im ersten Kapitel O Cebreiro vor:
“El Camino no hay que sentirlo en los pies sino en el alma. No olvides que en cualquier revuelta del Camino te puedes encontrar con Dios”. Dabei geht er darauf ein, dass der Pilger den Weg nicht in den Füßen, sondern in der Seele fühlen sollte und in jedem Moment Gott treffen könnte.
Des Weiteren sagt er, dass Optimismus, Freude, Einschlägigkeit und Ehrlichkeit, Solidarität und Zuvorkommenheit die Eigenschaften eines authentischen jakobischen Pilgers sein sollten. Außerdem sagt Rutherford, dass der Pilger niemals die Dankbarkeit vergisst, die ihm entgegengebracht wird durch die Gastfreundschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Problem der zunehmenden Instrumentalisierung von Pilgerreisen zu touristischen Zwecken und stellt die Forschungsfragen zur Abgrenzung dieser Identitätskonstrukte auf.
2. El Camino de Santiago – Geschichte und aktuelle Entwicklungen: Das Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge des Jakobsweges sowie dessen Wandel zum modernen Massenphänomen im 20. und 21. Jahrhundert.
3. Der Unterschied zwischen religiösem Tourismus und dem Pilgern: Hier werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet, um die divergierenden Motive und Verhaltensweisen von Touristen und Pilgern systematisch gegenüberzustellen.
4. Schlussbetrachtung: Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Protagonisten als Komplementärfiguren fungieren und zusammen ein komplexes Bild des modernen Pilgerwesens im Kontext des autobiographischen Pakts zeichnen.
Schlüsselwörter
Jakobsweg, Pilger, religiöser Tourismus, spiritueller Tourismus, John Rutherford, Las flechas de oro, pacte autobiographique, Identität, Selbstsuche, Santiago de Compostela, Communitas, Romananalyse, Weltkulturerbe, Tourismusforschung, religiöse Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische und literarische Abgrenzung zwischen dem Pilgern und dem religiösen Tourismus anhand des Romans Las flechas de oro.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Jakobsweges, soziologische Definitionen von Pilgern und Touristen sowie die literarische Identitätskonstruktion in der Gegenwartsliteratur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie der Autor John Rutherford Unterschiede zwischen den Identitäten „Pilger“ und „Tourist“ herausarbeitet und welche Rolle dabei der autobiographische Pakt spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte zur Pilgerforschung mit einer Textanalyse der erzählerischen Strategien in Rutherfords Werk verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Begriffe Pilgern und religiöser Tourismus sowie eine detaillierte Analyse der Protagonisten „yo“ und „el otro“ im Roman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Identität, Pilgerfahrt, Tourismuskritik, religiöse Praxis und der autobiographische Pakt.
Wie verhält sich der Protagonist „yo“ zum Tourismus?
Der Protagonist „yo“ grenzt sich explizit vom Tourismus ab, indem er diesen als oberflächlich und konsumorientiert darstellt, während er das Pilgern als einen existenziellen und spirituellen Prozess definiert.
Welche Funktion hat der Charakter „el otro“ im Roman?
„El otro“ fungiert als Antagonist und Doppelgänger, der einerseits als religiöse Instanz dient, andererseits durch seine Unfähigkeit, sich in die lokale Kultur einzufinden, als Kontrast zum reflektierenden „yo“ steht.
- Citar trabajo
- René Hollers (Autor), 2019, Die Konstruktion der Protagonisten "yo" und "el otro" bezüglich des "pacte autobiographique" in "Las flechas de oro" von John Rutherford, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513457