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Die Rezeption Berthold Ottos in der pädagogischen Presse von 1900 bis 1914

Titre: Die Rezeption Berthold Ottos in der pädagogischen Presse von 1900 bis 1914

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Steffen Lasch (Auteur)

Pédagogie - Histoire de la Pédagogie
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Einleitung

Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts: es herrschte Aufbruchstimmung in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Die Menschen wähnten sich bereits mitten im technisierten Zeitalter, das Bild vom neuen Menschen entwickelte sich noch frei in vielfältigen Varianten. In der Kunst, in den Naturwissenschaften, in der Philosophie, in der Politik war man eingestellt auf revolutionäre Thesen. Nietzsche gehörte bereits der Vergangenheit an, die Sozialdemokratie wie auch die Idee des Sozialismus sind nicht aus der öffentlichen Debatte wegzudenken. Trotzdem befand sich der Großteil der Deutschen noch im Dornröschenschlaf des Kaiserreiches: es war normal, an die Güte und Weisheit des deutschen Übervaters zu glauben. Ideen präsentierten sich noch nicht dermaßen polarisiert, wie sie es einige Jahrzehnte später taten. Wer sich beispielsweise als Bodenreformer bezeichnete, musste nicht gegen die Monarchie sein. Wer einen „nationalen Sozialismus“ wollte, konnte sich diesen im Geist der Menschheitsliebe ausmalen. Die pädagogische Presse war es gewohnt, sich mit reformpädagogischen Ansätzen auseinanderzusetzen. Die Theorien der vielen pädagogischen Vordenker wurden dort kritisch bis sehr wohlwollend behandelt. Das Zeitphänomen Reformpädagogik war den Rezensenten neuer Bücher geläufig und sie versuchten – falls nicht im Bann persönlicher Zu- oder Abneigung – die Spreu vom Weizen zu trennen und die besprochenen Bücher auf die Machbarkeit der beschriebenen Theorien hin zu durchleuchten. Ein recht häufig besprochener Pädagoge war der aus Schlesien stammende Berthold Otto, der es mit seinen Schriften und seinen Reform-Schulen in Berlin-Lichterfelde und Magdeburg zu einiger Berühmtheit gebracht hatte.
...

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum Inhalt

1.1. Erkenntnisgrundlagen

1.2. Beurteilung der Theorie/Einschätzung der Machbarkeit

2. Die Sprache

2.1. Der Stil

2.2. Das Kinderdeutsch

3. Vergleiche

3.1. Das Übliche

3.2. Ähnlichkeiten

4. Politik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitgenössische Rezeption der pädagogischen Schriften von Berthold Otto im Zeitraum von 1900 bis 1914. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie zeitgenössische Rezensenten in Fachzeitschriften Ottos reformpädagogische Ansätze, seinen Sprachstil und seine politische Einordnung bewerteten.

  • Wirkung und Akzeptanz der pädagogischen Schriften Berthold Ottos.
  • Bewertung von Ottos "Kindesmundart" und seines speziellen Schreibstils.
  • Vergleich von Ottos Reformideen mit zeitgenössischen pädagogischen Ansätzen.
  • Analyse der politischen Einordnung durch zeitgenössische Kritiker.
  • Reflexion über die Praxistauglichkeit und ideologische Hintergründe von Ottos Werk.

Auszug aus dem Buch

1.1. Erkenntnisgrundlagen

Die Validität Ottos pädagogischer Thesen wird von vielen Rezensenten damit begründet, dass „der Verfasser seine pädagogische Theorie entwickelt, wie sie sich ihm aus seiner Praxis als Hauslehrer und als Erzieher seiner eigenen Kinder ergeben hat.“ So beispielsweise zu lesen in einer Rezension über Ottos Beiträge zur Psychologie des Unterrichts in der Zeitschrift Die Deutsche Schule (1901, Seite 446-447, Verfasser unbekannt). Einige Jahre später betont man im selben Blatt aufs neue Ottos selbsterarbeitetes Wissen: „Der Verfasser (...) hat aus der Erziehung seiner eigenen Kinder auf Grund einer selbsterarbeiteten, eigenartigen Pädagogik, sowie aus dem weiteren Ausbau und der Verbreitung dieser Pädagogik seinen Lebensberuf gemacht.“ (Die Deutsche Schule, 1905, Seite 112-116). Im Blaubuch (1909, 1. Quartal, Seite 29) liest man über Ottos Kindesmundart: „(...) und da es sich dabei um Erlebnisse handelt, die jeder Vater, jede Mutter, jeder Lehrer ebenso hat, so sieht sich fast jeder Lehrer in die Lage gesetzt, aus seiner Erfahrung heraus das vom Verfasser gesagte nachzuprüfen.“ In der Deutschen Kultur (1906/07, Seite 689) wird das Buch Vom königlichen Amt der Eltern den Lesern – besonders Eltern – ans Herz gelegt: „Der Verfasser gibt eine Menge von dem, was er selber im Verkehr mit Kindern beobachtet hat, knüpft treffende Bemerkungen daran, erteilt für manchen Spezialfall praktische Anweisungen.“ Auch einige Kritiker halten Otto diese auf eigene Erfahrung gegründete Argumentation zugute. Ein gewisser F. Baumann schreibt im Pädagogischen Archiv (1912, Seite 523-524.): „Wir müssen die ehrliche, auf persönliche Erfahrung und gesunder Überlegung gestützte Überzeugung anerkennen, auch wenn wir uns in vielem mit dem Verfasser nicht einverstanden erklären können.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Kontext der Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts und stellt Berthold Otto als zentralen Akteur vor, dessen Werke durch die Analyse von 34 Rezensionen kritisch untersucht werden.

1. Zum Inhalt: Dieses Kapitel zeigt das überwiegende Wohlwollen der Rezensenten gegenüber Ottos Schriften, wobei sowohl inhaltliche Anerkennung als auch moderat kritische Distanz deutlich werden.

1.1. Erkenntnisgrundlagen: Hier wird thematisiert, wie die Rezensenten die Validität von Ottos Thesen primär aus seiner praktischen Erfahrung als Hauslehrer und Vater ableiteten.

1.2. Beurteilung der Theorie/Einschätzung der Machbarkeit: Der Abschnitt diskutiert die unterschiedlichen Meinungen zur Praxistauglichkeit von Ottos Ideen, die oft als utopisch oder schwer auf staatliche Schulen übertragbar angesehen wurden.

2. Die Sprache: Hier wird analysiert, dass Ottos Schreibstil, insbesondere seine Klarheit, oft gelobt wurde, während seine spezifische Methodik zur Sprachvermittlung differenzierter betrachtet wurde.

2.1. Der Stil: Dieser Teil befasst sich mit dem positiven Echo auf Ottos klare, lebendige und sachliche Ausdrucksweise in seinen Schriften für Erwachsene.

2.2. Das Kinderdeutsch: Dieses Kapitel beleuchtet die kontroverse Debatte um Ottos sogenannte "Kindesmundart", die sowohl als pädagogisch wertvoll als auch als unzulässige Vereinfachung kritisiert wurde.

3. Vergleiche: Hier wird der Frage nachgegangen, wie Otto im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Reformern sowie historischen Vorbildern wie Pestalozzi rezipiert wurde.

3.1. Das Übliche: Dieser Abschnitt ordnet die damalige pädagogische Situation ein und zeigt, inwieweit Ottos Forderungen bereits im damaligen Schulsystem oder durch andere Reformer adressiert wurden.

3.2. Ähnlichkeiten: Hier werden explizite Parallelen zu anderen Reformern und die Kritik an Ottos mangelnder Nennung seiner Vorgänger diskutiert.

4. Politik: Das Kapitel untersucht die politische Rezeption Berthold Ottos und seine scheinbare Nähe zu ideologischen Strömungen, wobei seine explizite Abgrenzung von Parteipolitik hervorgehoben wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Otto als typischer Vertreter seiner Zeit wahrgenommen wurde, der durch seine Authentizität und seinen Stil beeindruckte, jedoch aufgrund seiner speziellen Ansätze als kontroverser Einzelgänger galt.

Schlüsselwörter

Berthold Otto, Reformpädagogik, Kindesmundart, Pädagogische Presse, Rezensionen, Schulerziehung, Unterrichtsmethodik, Hauslehrer, Kindgerechtigkeit, Volkorganisch, Kaiserreich, Bildungsgeschichte, Wissensvermittlung, Fachzeitschriften, Sprachunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die zeitgenössische Rezeption der pädagogischen Schriften Berthold Ottos in der Fachpresse zwischen 1900 und 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf Ottos pädagogischen Theorien, seinem spezifischen Sprachgebrauch, seinen Vergleichen mit anderen Reformern und seiner politischen Einordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein Abbild der damaligen pädagogischen Stimmung gegenüber den Reformansätzen Ottos zu gewinnen, basierend auf einer Analyse von 34 zeitgenössischen Rezensionen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine inhaltsanalytische Auswertung von pädagogischen Fachzeitschriften und Rezensionen der damaligen Epoche vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Kritik an Ottos Theorien, die Bewertung seines Sprachstils (insbesondere des "Kinderdeutschs"), Vergleiche mit Zeitgenossen und die Untersuchung seiner politischen Positionierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reformpädagogik, Berthold Otto, Kindesmundart, Fachpresse, Rezensionen, Bildungspolitik und pädagogische Praxis.

Wie wurde Ottos "Kinderdeutsch" in der damaligen Zeit bewertet?

Die Bewertungen waren gespalten: Befürworter lobten die Anschaulichkeit für Kinder, während Kritiker eine unzulässige Vereinfachung und eine Vernachlässigung der offiziellen Schriftsprache bemängelten.

Wie positionierte sich Otto politisch laut der Rezensionen?

Die Rezensenten beschrieben ihn meist als monarchisch eingestellt und betonten, dass er sich explizit von Parteipolitik fernhielt, auch wenn er zu sozialpolitischen Fragen Stellung bezog.

Welches Fazit zieht der Autor zur Rezeption von Berthold Otto?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Otto als typischer, authentischer Vertreter seiner Epoche gesehen wurde, der zwar eigenwillig agierte, aber von seinen Zeitgenossen – auch den kritischen – ernst genommen wurde.

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Résumé des informations

Titre
Die Rezeption Berthold Ottos in der pädagogischen Presse von 1900 bis 1914
Université
University of Potsdam  (Institut für Pädagogik)
Note
1,0
Auteur
Steffen Lasch (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
22
N° de catalogue
V51348
ISBN (ebook)
9783638473477
Langue
allemand
mots-clé
Rezeption Berthold Ottos Presse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Steffen Lasch (Auteur), 2005, Die Rezeption Berthold Ottos in der pädagogischen Presse von 1900 bis 1914, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51348
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Extrait de  22  pages
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