Diese Hausarbeit zielt darauf ab, einen Überblick über die Biographieanalyse zu geben und gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden erst verschiedene Begrifflichkeiten zum Thema geklärt, die einen Einstieg in die Thematik schaffen sollen. Dazu wird Entstehungshintergrund des Verfahrens erwähnt. Im zweiten Teil wird „das Narrative Interview“ als Methode der Datenerhebung dargestellt. Nach der theoretischen Einführung in die Thematik, erfolgt im dritten Teil dieser Hausarbeit eine strukturelle Beschreibung anhand eines Beispiels aus dem narrativen Interview. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Fazit zur Forschungsmethode.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1.Biographie
2.2.Biographieforschung und Narrationsanalyse
3. Entstehungshintergrund des Verfahrens
4. Das narrative Interview
5. Auswertungsverfahrens der Narrationsanalyse
5.1.Erzähltheoretische Grundlagen
5.2.Biographische Handlungsschemata
5.2.1. Institutionelles Ablaufmuster
5.2.2. Biographisches Handlungsmuster
5.2.3. Verlaufskurven
5.2.4. Biographischer Wandlungsprozess
5.3.Analyseschritte
5.3.1. Formale Textanalyse
5.3.2. Die strukturelle inhaltliche Beschreibung
5.3.3. Analytische Abstraktion
5.3.4. Wissensanalyse
5.3.5. Kontrastiver Fallvergleich
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Biographieanalyse zu geben, indem sie theoretische Konzepte der Narrationsanalyse nach Fritz Schütze erläutert und anhand eines praktischen Fallbeispiels deren Anwendung verdeutlicht.
- Grundlagen der Biographieforschung und deren Abgrenzung zur Narrationsanalyse.
- Die Methode des narrativen Interviews als Instrument der qualitativen Datenerhebung.
- Darstellung der Prozessstrukturen biographischer Handlungsschemata.
- Detaillierte Erläuterung der sechs Analyseschritte der Narrationsanalyse.
- Anwendung der Analyseschritte auf ein transkribiertes Beispielinterview.
Auszug aus dem Buch
5.3.1. Formale Textanalyse
„Die formale Textanalyse besteht mithin darin, zunächst einmal alle nicht-narrativen Textpassagen durch die Ausklammerung zu eliminieren und sodann den bereinigten Erzähltext auf seine formalen Abschnitte hin zu segmentieren „(Schütze 1983, S. 286). Das heißt, aus dem bereinigten Erzählteil wird dann die formale sequenzielle Struktur herausgearbeitet. Durch die Sequenzierung des Erzähltextes wird die Erzählstruktur identifiziert. Das Ende einer Sequenz wird durch sogenannte „Rahmenschaltelemente „also Wörter wie „danach“, „und dann“, Jahreszeiten usw., die eine zeitliche Abfolge anzeigen, markiert (vgl. Kleemann et al. 2009. S.80). Alle zunächst ausgeklammerten Passagen werden aber später im vierten Analyseschritt, der Wissensanalyse, wieder in die Interpretation einbezogen (vgl. ebd. S.76).
Um eine konkretere Betrachtung zu ermöglichen, wird im Folgenden ein Fallbeispiel nach Kleeeman dargestellt. Es wird hier nur ein Teil vom Beispielinterview analysiert, weil Hauptthema der Ausarbeitung nicht aus Interviews sondern aus Analyseschritten besteht. In diesem Fallbeispiel werden die nicht narrativen Elemente durchgestrichen:
1 I: Guten Tag Herr Mustermann. Danke, dass Sie mit uns dieses Interview durchführen. Äh,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das breite Feld der Biographieforschung ein, positioniert das narrative Interview als qualitative Methode und skizziert den Aufbau der Hausarbeit.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe „Biographie“ und „Biographieforschung“ und grenzt die Narrationsanalyse als spezifische Methode innerhalb dieses Forschungsfeldes ab.
3. Entstehungshintergrund des Verfahrens: Das Kapitel beleuchtet die Ursprünge der Narrationsanalyse in den 1970er Jahren im Kontext einer Interaktionsfeldstudie zur lokalen Politik.
4. Das narrative Interview: Es wird erläutert, wie das narrative Interview als Interviewform funktioniert, bei der der Befragte dazu angeregt wird, spontan und ausführlich über selbst erlebte Ereignisse zu berichten.
5. Auswertungsverfahrens der Narrationsanalyse: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die erzähltheoretischen Grundlagen, die biographischen Handlungsschemata und die sechs konkreten Analyseschritte, die zur Rekonstruktion von Verlaufsstrukturen genutzt werden.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Methode für das Verstehen innerer Logiken narrativer Darstellungen und reflektiert die Anwendung der Analyseschritte anhand des gewählten Beispiels.
Schlüsselwörter
Biographieforschung, Narrationsanalyse, narratives Interview, Fritz Schütze, qualitative Forschung, Erzähltheorie, biographische Handlungsschemata, Verlaufskurve, Textanalyse, Wissensanalyse, Fallvergleich, Prozessstrukturen, Sozialforschung, Lebensgeschichte, Interpretative Sozialforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine theoretische und praktische Einführung in die Narrationsanalyse nach Fritz Schütze als Methode innerhalb der Biographieforschung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Definition biographischer Begriffe, die Anwendung des narrativen Interviews sowie die methodische Auswertung von Erzählungen durch strukturierte Analyseschritte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Biographieanalyse zu geben und die theoretischen Analyseschritte anhand eines Praxisbeispiels verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit behandelt?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Narrationsanalyse sowie das narrative Interview als Erhebungsmethode der qualitativen Sozialforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem Entstehungshintergrund des Verfahrens, den theoretischen Grundlagen der Erzähltheorie, den biographischen Handlungsschemata und der schrittweisen Vorgehensweise bei der Narrationsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Biographieforschung, Narrationsanalyse, narratives Interview, Prozessstrukturen und qualitative Forschungsmethoden charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Erzählung, Beschreibung und Argumentation wichtig?
Diese Unterscheidung nach Fritz Schütze ist entscheidend für die formale Textanalyse, da sie hilft, den bereinigten Erzähltext von anderen Sprachformen zu trennen.
Was genau verstehen die Autoren unter einer „Verlaufskurve“?
Eine Verlaufskurve beschreibt ein biographisches Handlungsschema, das durch das Prinzip des „Getriebenwerdens“ von äußeren oder sozialstrukturellen Bedingungen gekennzeichnet ist.
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- Ayse Ertas (Autor), 2019, Narrationsanalyse und Biographieforschung. Das narrative Interview, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513540